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Ausbau strategischer Halbleitertechnologien durch chinesische Unternehmen in Dresden (Antwort zu Drs. 21/7873)

dip / drucksache 21.09.2026 · WP 21 · 21/8066 · Antwort · Original ↗

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Ausbau strategischer Halbleitertechnologien durch chinesische Unternehmen in Dresden (Antwort zu Drs. 21/7873) Deutscher Bundestag Drucksache 21/8066 21. Wahlperiode 21.09.2026 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Ruben Rupp, Robin Jünger, Alexander Arpaschi, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/7873 – Ausbau strategischer Halbleitertechnologien durch chinesische Unternehmen in Dresden V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Das chinesische Unternehmen Anker Innovations plant die Entwicklung und Produktion des KI-Chips „Thus“ am Standort Dresden (www.n-tv.de/technik/ Anker-stellt-in-Dresden-neuartigen-KI-Chip-THUS-her-id30767262.html). Der Chip ist nach bisherigen Angaben für den Einsatz in KI-gestützten Endgeräten der Unterhaltungselektronik vorgesehen und soll insbesondere eine energieeffiziente Verarbeitung von Anwendungen der KI direkt auf dem Endgerät ermöglichen (www.n-tv.de/technik/Anker-stellt-in-Dresden-neuartigen-KI-Ch ip-THUS-her-id30767262.html). Mit dem Standort Dresden betrifft das Vorhaben eines der bedeutendsten Zentren der Halbleiterindustrie in Deutschland, welches über umfangreiche industrielle, technologische und wissenschaftliche Kapazitäten im Bereich der Mikroelektronik verfügt (https://silicon-saxon y.de/kompetenzen/halbleiter/). Halbleiter- und KI-Anwendungen zählen weltweit zu den zentralen Zukunfts- und Schlüsseltechnologien. Sie bilden die Grundlage zahlreicher industrieller Wertschöpfungsketten und sind von zentraler Bedeutung für Digitalisierung, industrielle Produktion, Kommunikationsinfrastruktur, Automatisierung sowie zahlreicher weitere Zukunftstechnologien. Dadurch hat die Bedeutung technologischer Souveränität und resilienter Liefer- und Produktionsstrukturen in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen, während sich gleichzeitig der internationale Wettbewerb um technologische Führungspositionen sowie industrielle Schlüsselkapazitäten deutlich verschärft hat. Vor diesem Hintergrund betont die Bundesregierung im Rahmen ihrer China- Strategie die Notwendigkeit, strategische Abhängigkeiten in kritischen Technologien zu reduzieren, Risiken einseitiger wirtschaftlicher Verflechtungen zu begrenzen sowie die technologische Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands zu stärken (www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/2608578/8 10fdade376b1467f20bdb697b2acd58/china-strategie-data.pdf). Gleichzeitig entsteht ein erheblicher Widerspruch zwischen den strategischen Zielsetzungen der Bundesregierung und der tatsächlichen Entwicklung im Bereich der Halbleiter- und KI-Technologien. Während die Bundesregierung die Verringerung von Abhängigkeiten sowie die Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit als zentrale Zielsetzung formuliert, stützt sich der Ausbau strategisch Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 18. September 2026 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext. relevanter Hochtechnologie- und Halbleiterkapazitäten in Deutschland zunehmend auf Investitionen und Beteiligungen ausländischer Unternehmen. Gleichzeitig stehen deutsche Unternehmen im internationalen Wettbewerb weiterhin vor erheblichen strukturellen Herausforderungen. Dies betrifft insbesondere gegenwärtige Standortnachteile wie hohe Energie- und Produktionskosten, langwierige Planungs- und Genehmigungsverfahren sowie Defizite bei Finanzierung, Skalierung und dem Aufbau eigener technologischer Produktionskapazitäten. Während andere Staaten ihre Halbleiter- und KI- Industrien gezielt durch umfangreiche industriepolitische Maßnahmen sowie staatliche Investitionsprogramme stärken, gelingt der wettbewerbsfähige Ausbau deutscher Unternehmen im Bereich strategischer Schlüsseltechnologien bislang nur eingeschränkt. 1. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung über die geplante Fertigung des KI-Chips „Thus“ des Unternehmens Anker Innovations am Standort Dresden, insbesondere hinsichtlich beteiligter Unternehmen, geplanter Produktionskapazitäten, Investitionsvolumen sowie vorgesehener Anwendungsbereiche? Die Bundesregierung nimmt die Presseberichte hierzu zur Kenntnis. 2. Welche direkten oder indirekten Förderungen, steuerlichen Vergünstigungen oder sonstige Unterstützungsleistungen des Bundes, der Europäischen Union oder nach Kenntnis der Bundesregierung des Freistaates Sachsen wurden oder werden im Zusammenhang mit dem Projekt gewährt, und welche Bedingungen sind damit verbunden? Die Bundesregierung hat keine Kenntnis über direkte oder indirekte Förderungen, steuerliche Vergünstigungen oder sonstige Vergünstigungen des Bundes, der Europäischen Union oder des Freistaates Sachsen im Zusammenhang mit dem Projekt. 3. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Eigentümer- und Beteiligungsstruktur von Anker Innovations sowie mögliche Verbindungen des Unternehmens zu staatlichen Stellen der Volksrepublik China vor, und welche sicherheits- beziehungsweise wirtschaftspolitischen Risiken sieht die Bundesregierung im Zusammenhang mit der Ansiedlung und Produktion chinesischer KI-Halbleitertechnologie in Deutschland? Der Bundesregierung liegen über die in der Presse verfügbaren Informationen hinaus keine spezifischen Informationen zur Eigentümerstruktur von Anker Innovations vor. Etwaige Übernahmen deutscher Unternehmen durch natürliche oder juristische Personen aus Drittstaaten unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen zur Investitionsprüfung. Hierzu liegen uns jedoch keine Anhaltspunkte vor. 4. Inwieweit wurde oder wird das Vorhaben durch Bundesbehörden insbesondere im Hinblick auf Investitionskontrolle, Technologieabfluss, Cybersicherheitsrisiken sowie mögliche Dual-Use-Eigenschaften der Technologie geprüft, und welche Stellen waren beziehungsweise sind hierbei beteiligt? Derzeit gibt es kein konkretes Prüfverfahren der Bundesregierung im Zusammenhang mit dem genannten Vorhaben. 5. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung der Ansiedlung des Projekts für die Entwicklung des Halbleiterstandorts Dresden sowie für die deutsche Halbleiterindustrie bei, insbesondere im Hinblick auf technologische Souveränität, Versorgungssicherheit und die Verringerung strategischer Abhängigkeiten? Der Bundesregierung liegen keine näheren Informationen zu dem Projekt vor, insofern kann die potenzielle Bedeutung nicht detailliert bewertet werden. Nach den öffentlich verfügbaren Informationen wird der KI-Chip THUS vorrangig im Bereich der Unterhaltungselektronik eingesetzt. Zum KI Chip THUS vergleichbare innovative Compute-in-Memory-Ansätze werden auch durch andere Anbieter umgesetzt. Gleichwohl zeigt das Projekt die grundsätzliche Fähigkeit des Standorts, innovative KI-Chips für konkrete Anwendungen in kommerziellen Endprodukten zu industrialisieren. 6. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung in den vergangenen fünf Jahren ergriffen, um gezielt deutsche Unternehmen bei der Entwicklung und Produktion moderner KI- und Hochleistungshalbleiter zu unterstützen, und wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit dieser Maßnahmen? In den vergangenen fünf Jahren hat die Bundesregierung mehrere Investitionsprogramme und strategische Initiativen gestartet, um Deutschland als führenden Halbleiterstandort zu festigen und auszubauen. In nationalen großvolumigen Förderungen wurde die Unterstützung von der Grundlagenforschung (u. a. auch Chipdesign für KI) bis hin zum großindustriellen Fabrikbau (Foundries und Integrated Device Manufacturers) deutlich ausgebaut. Im Übrigen wird auf die Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung (www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Publikationen/Industrie/ mikroelektronik-strategie-der-bundesregierung.html) sowie die Antworten der Bundesregierung (Bundestagsdrucksache 21/2446) zur Kleinen Anfrage der Fraktion der AfD vom 6. Oktober 2025 (Bundestagsdrucksache 21/1997) verwiesen. 7. Inwieweit sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund ihrer sogenannten „De-Risking“-Strategie (www.auswaertiges-amt.de/resource/blob/260 8578/810fdade376b1467f20bdb697b2acd58/china-strategie-data.pdf) gegenüber der Volksrepublik China einen Widerspruch zwischen dem Ziel der Verringerung strategischer Abhängigkeiten und der Beteiligung chinesischer Unternehmen an strategisch relevanten Halbleiter- und KI- Projekten in Deutschland? Die De-Risking-Strategie der Bundesregierung zielt darauf ab, einseitige Abhängigkeiten zu reduzieren und die Resilienz strategischer Lieferketten zu erhöhen. Ein Widerspruch ergibt sich nicht, solange Investitionen die technologische Souveränität Deutschlands nicht gefährden. 8. Welche weiteren Maßnahmen plant die Bundesregierung, um strategische Abhängigkeiten im Bereich der Halbleiter- sowie KI-Technologien zu reduzieren und die Entwicklung, Produktion sowie Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller gezielt zu fördern? Die geplanten Maßnahmen der Bundesregierung, um strategische Abhängigkeiten im Bereich der Halbleiter- sowie KI-Technologien zu reduzieren und die Entwicklung, Produktion sowie Wettbewerbsfähigkeit deutscher Hersteller gezielt zu fördern, sind in der am 15. Oktober 2025 im Bundeskabinett verabschiedeten Mikroelektronik-Strategie der Bundesregierung (siehe Frage 6) sowie in der am 30. Juli 2025 im Bundeskabinett beschlossenen Hightech- Agenda Deutschland beschrieben. Letztere schließt insbesondere die beiden Roadmaps für Mikroelektronik und KI mit konkreten Zielen und Meilensteinen ein. 9. Wie bewertet die Bundesregierung die Wettbewerbsbedingungen deutscher Halbleiterunternehmen im Vergleich zu ausländischen Konzernen, insbesondere im Hinblick auf Energiepreise, regulatorische Anforderungen, staatliche Förderungen sowie Finanzierungsmöglichkeiten? Der deutliche Ausbau des Halbleiterstandorts Deutschland der letzten Jahre belegt die Wettbewerbsfähigkeit für die Halbleiterproduktion. Auch im internationalen Vergleich ist Deutschland als wichtiger Chip-Produktionsstandort sichtbar (einziger europäischer Standort in den Top-8 laut OECD-Auswertung „The Chip Landscape“, 2025). Davon unbenommen setzt sich die Bundesregierung dafür ein, die Wettbewerbsbedingungen für die industrielle Produktion in Deutschland – und somit auch für die Halbleiterbranche – kontinuierlich weiter zu verbessern, u. a. durch Entlastungsmaßnahmen bei den Energiepreisen. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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