Stand des De-Riskings von China und des Ausbaus einer zukunftsfähigen Kooperation mit China
Text
Stand des De-Riskings von China und des Ausbaus einer zukunftsfähigen Kooperation mit China
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7221
21. Wahlperiode 21.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Cansu Özdemir, Jörg Cezanne, Desiree Becker, Gökay
Akbulut, Janina Böttger, Maik Brückner, Agnes Conrad, Mirze Edis, Katrin Fey,
Vinzenz Glaser, Jan Köstering, Charlotte Antonia Neuhäuser, Pascal Meiser,
Lea Reisner, Zada Salihović, Ulrich Thoden, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt,
Christin Willnat, Sascha Wagner, Janine Wissler, Ates Gürpinar und der Fraktion
Die Linke
Stand des De-Riskings von China und des Ausbaus einer zukunftsfähigen
Kooperation mit China
Die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der
Volksrepublik China sind durch eine enge wirtschaftliche Verflechtung geprägt, die
zunehmend auch die außenpolitische Ebene bestimmt. Im Jahr 2025 hat China
erneut die USA als Deutschlands wichtigsten Handelspartner abgelöst. Chinas
Wirtschaftsbeziehungen zur EU und zu Deutschland werden allerdings immer
unausgewogener. Im Jahr 2025 stieg das deutsche Handelsbilanzdefizit
gegenüber China auf 90 Mrd. Euro. Vor allem höhere chinesische Exporte nach
Deutschland (+8,8 Prozent) treiben das Handelsbilanzdefizit weiter in die
Höhe. Im Jahr 2025 kamen mit Waren im Wert von 170,6 Mrd. Euro wieder die
meisten deutschen Importe aus China. Gleichzeitig geht die Nachfrage nach
deutschen Produkten in China zurück (–9,7 Prozent; www.destatis.de/DE/Press
e/Pressemitteilungen/2026/02/PD26_056_51.html).
Die Abhängigkeit Deutschlands und auch der Europäischen Union von
chinesischen Importen betrifft nicht nur einzelne Branchen, sondern weite Teile der
industriellen und gesellschaftlichen Grundversorgung. China ist der mit
Abstand wichtigste Lieferant für elektronische Komponenten, Grundchemikalien,
Textilien, Batterierohstoffe, Seltene Erden und pharmazeutische Vorprodukte.
Zwar wird bislang nur ein kleiner Anteil von rund 3 Prozent der deutschen
Einfuhren als kritisch eingestuft, dennoch bestehen in zentralen Bereichen
erhebliche Importabhängigkeiten, für die es keine oder kaum alternative Bezugsländer
gibt. Diese Abhängigkeiten geben Anlass zur Sorge, weil China sie potenziell
wirtschaftspolitisch instrumentalisieren kann, wie etwa die seit 2025 erfolgten
Beschränkungen der Ausfuhr von Seltenen Erden und Permanentmagneten
zeigen (www.gtai.de/de/trade/china/wirtschaftsumfeld/hochrechnung-aussenhande
l-china-1943848).
Besonders kritisch zeigt sich die Situation auch bei Arzneimittelwirkstoffen:
Rund 70 bis 90 Prozent der pharmazeutischen Grundstoffe auf dem
europäischen Markt werden in China oder Indien hergestellt, was bei
Lieferunterbrechungen regelmäßig zu Engpässen in deutschen Apotheken und Kliniken führt.
Diese Abhängigkeit betrifft nicht nur Medikamente, sondern zunehmend auch
medizinische Geräte, Solarmodule und Batteriezellen, also Güter, die für das
Gesundheitssystem und eine Energiewende unverzichtbar sind (www.iwkoel
n.de/fileadmin/user_upload/Studien/Gutachten/PDF/2025/Gutachten_2025-Ab
haengigkeiten-China-ProGenerika.pdf; www.aerzteblatt.de/news/lieferengpass
e-bei-arzneimitteln-weiter-relevantes-versorgungsproblem-c5f52ed2-6343-4bd
2-ad33-f910e5b2974; www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/china-indu
strie-abhaengigkeit-100.html).
Am 13. Juli 2023 verabschiedete die SPD-geführte Bundesregierung ihre
China-Strategie (www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/asien/china-strate
gie-2607934). Die nun seit mehr als einem Jahr regierende Bundesregierung
stellt sich dabei außen-, wirtschafts-, und sicherheitspolitisch in die Kontinuität
der China-Strategie der vorherigen Bundesregierung unter Bundeskanzler Olaf
Scholz. Darauf deuteten bereits die entsprechen Absätze im Koalitionsvertrag
zwischen CDU, CSU und SPD (S. 128, www.koalitionsvertrag2025.de/) sowie
auch die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion die
Linke (Bundestagsdrucksache 21/732) hin.
Es ist nach Auffassung der Fragestellenden besorgniserregend, dass die China-
Strategie der Bundesregierung in zwei entscheidenden Aspekten versagt: Ein
De-Risking findet in den entscheidenden Bereichen nicht statt (www.gtai.de/d
e/trade/china/wirtschaftsumfeld/hochrechnung-aussenhandel-china-1943848)
und gleichzeitig versäumt es die Bundesregierung – und damit auch die
deutsche Wirtschaft –, Kooperationen mit China in zukunftsfähigen
Wirtschaftsbereichen einzugehen.
Aus Sicht der Fragestellenden hat die chinesische Volkswirtschaft im Bereich
der erneuerbaren Energien erhebliche Fortschritte erzielt. Dies zeigt sich unter
anderem in der gestiegenen Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen sowie
im Ausbau von Produktionskapazitäten für Photovoltaik, Windkraftanlagen,
Batteriespeicher und Komponenten der Elektromobilität. Diese Entwicklungen
haben maßgeblich zur globalen Verbreitung entsprechender Technologien
beigetragen.
Gleichzeitig ist festzustellen, dass der Ausbau der bilateralen Beziehungen in
diesen zukunftsrelevanten Bereichen nach Kenntnisstand der Fragestellenden
bislang nur begrenzt vorangekommen ist. Vor diesem Hintergrund soll die
Kleine Anfrage dazu dienen, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, in welchem
Umfang die bilaterale Kooperation im Bereich des internationalen Klimaschutzes
sowie der Dekarbonisierung der Industrie tatsächlich ausgebaut wurde.
China nutzt seine Wirtschaftspolitik in hohem Maße strategisch, um
technologische Führungspositionen auszubauen und Abhängigkeiten im internationalen
System zu reduzieren. Das im März 2026 verabschiedete 15. Jahresprogramm
sowie die AI-Plus-Initiative (AI = Artificial Intelligence) zeigen, dass
wirtschaftliche Modernisierung, technologische Eigenständigkeit und nationale
Sicherheit eng miteinander verzahnt werden. Wirtschaftsförderung wird dabei
nicht primär als rein wirtschaftspolitisches Ziel begriffen, sondern als Teil einer
breiteren außen- und sicherheitspolitischen Strategie verstanden. Dies ist nicht
nur als Innovationsagenda, sondern auch als Ausdruck eines stärker
machtpolitisch eingesetzten Wirtschaftsmodells zu verstehen, das konkurrierende Mächte
wie die USA und die EU vor die Herausforderung stellt, eigene
wirtschaftspolitische Instrumente zu entwickeln, ohne auf Zusammenarbeit und
wirtschaftliche Öffnung zu verzichten (https://merics.org/de/kommentar/chinas-new-five-y
ear-plan-will-embrace-industry-and-once-again-give-consumers-cold).
Dabei ist es aus Sicht der Fragestellenden besonders bedenklich, dass die
Bundesregierung auch innerhalb der Europäischen Union keine vergleichbar
stringente strategische Industriepolitik verfolgt. Seit der Veröffentlichung der
China-Strategie wurde weder durch den Deutschen Bundestag noch unter
Einbeziehung von Stakeholdern und der öffentlichen Hand eine Evaluation zum
Stand der Umsetzung von De-Risking und einer zukunftsfähigen
deutschchinesischen Kooperation initiiert.
In diesem Kontext wächst gleichzeitig die Unsicherheit in der Bevölkerung,
insbesondere die Sorge um die Zukunft von Arbeitsplätzen in Deutschland,
weil viele Beschäftigte befürchten, durch etwaige Lieferkettenstörungen oder
durch die Krise des exportorientierten Wirtschaftsmodells der deutschen
Wirtschaft von Arbeitslosigkeit betroffen zu sein.
Auch die Frage, wie eine von den USA unabhängige und europäische
außenpolitische Beziehung zu China künftig gestaltet werden soll, lässt die
Bundesregierung bislang unbeantwortet.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wann und in welcher Form hat die Bundesregierung in der 21.
Wahlperiode über Fortschritte zur Umsetzung der in der China-Strategie
niedergelegten Ziele gegenüber dem Deutschen Bundestag, den Stakeholdern
oder der Öffentlichkeit berichtet?
a) Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung in der
21. Wahlperiode besonders in den Bereichen De-Risking,
Diversifizierung und Stärkung eigener Resilienz bereits umgesetzt, und welche
plant sie noch umzusetzen?
b) Wird die Bundesregierung die China-Strategie unter Einbeziehung
wesentlicher Stakeholder und des Deutschen Bundestages die China-
Strategie evaluieren, wenn ja, in welcher Form und bis wann?
2. Wie viele Arbeitsplätze in Deutschland sind nach Kenntnis der
Bundesregierung direkt oder indirekt von China abhängig (bitte für die Jahre
2021 bis 2025 sowie gegebenenfalls nach Bundesländern aufschlüsseln)?
a) Welche Definition von „abhängig“, „betroffen“ oder „bedroht“
verwendet die Bundesregierung in diesem Zusammenhang?
b) Welche Risiken sieht die Bundesregierung für die Beschäftigung in
Deutschland durch Importabhängigkeiten, Exportrückgänge,
Handelskonflikte, Exportkontrollen oder chinesische Marktverwerfungen?
c) Welche Branchen, Regionen und Unternehmensgrößen sind nach
Kenntnis der Bundesregierung besonders betroffen?
d) Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung bislang ergriffen bzw.
beabsichtigt sie zu ergreifen, um Beschäftigungsrisiken aus der
wirtschaftlichen Abhängigkeit von China zu verringern?
3. Wann fanden während der 21. Legislaturperiode des Deutschen
Bundestages Treffen im Rahmen des hochrangigen Klima- und
Transformationsdialogs statt, wer nahm daran teil, und wie wurde die Zusammenarbeit bei
der grünen Transformation konkret beschleunigt?
4. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung, um China in
multilaterale Bemühungen zur Bekämpfung der Klimakrise, zur Förderung von
Stabilität und zur Stärkung internationaler Zusammenarbeit
einzubeziehen, welche Erfahrungen wurden dabei bisher gemacht, und welche
Herausforderungen stellen sich dabei?
5. Welche diplomatischen Schritte hat die Bundesregierung bislang ergriffen,
um China in Verhandlungsbemühungen zur Beendigung des russischen
Angriffskrieges gegen die Ukraine einzubeziehen?
6. Welche Personen, Institutionen und Unternehmen aus China wurden seit
Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine von der
Europäischen Union aufgrund der Unterstützung Russlands bislang sanktioniert?
7. Inwiefern bestehen aus Sicht der Bundesregierung Ausbaupotenziale für
den sicherheitspolitischen Dialog zwischen der EU und China,
insbesondere im Hinblick auf Chinas Rolle im Indopazifik?
8. Liegen der Bundesregierung eigene oder fremde Einschätzungen zu dem
Vorgehen der Volksrepublik China im Südchinesischen Meer gegenüber
den Philippinen, der Volksrepublik Vietnam und weiteren Staaten der
Region vor, und wenn ja, wie lauten diese?
9. Welche Möglichkeiten sieht die Bundesregierung im Rahmen der
Europäischen Union und der bilateralen deutsch-chinesischen Beziehungen, dazu
beizutragen, dass sich die Situation in der Taiwan-Straße nicht weiter
verschärft, und welche Schlussfolgerungen zieht sie aus dem bisherigen
Dialog mit China über sicherheitspolitische Fragen in der Region?
10. Welche Position vertritt die Bundesregierung im Hinblick auf Chinas
Rolle in internationalen Organisationen wie den Vereinten Nationen, der
Weltgesundheitsorganisation und der Welthandelsorganisation, und
welche Möglichkeiten sieht sie für eine intensivere Zusammenarbeit mit
China in diesen Gremien?
11. Wie sehen aus Sicht der Bundesregierung die derzeitigen Möglichkeiten
für einen kritischen Dialog mit China im Bereich der Menschenrechte und
Rechtsstaatlichkeit aus, und welche Schwerpunkte hat die
Bundesregierung diesbezüglich identifiziert?
12. Welche Sektoren und Produktgruppen definiert die Bundesregierung im
Rahmen ihrer De‑Risking‑Politik gegenüber China als „kritisch“,
inklusive derer, deren Ausfuhr China derzeit beschränkt hat, wie Seltene Erden
(bitte mit Bezug auf einschlägige Strategien, Listen oder Einstufungen
angeben)?
13. Welche konkreten Maßnahmen und Instrumente der Bundesregierung
dienen der Reduzierung kritischer Abhängigkeiten von China (bitte nach
Ressorts, Rechtsakten, Strategiepapieren, Programmen und
Haushaltsansätzen auflisten)?
14. Welche Staaten zählen aus Sicht der Bundesregierung zu den zehn
wichtigsten Herkunftsländern für Importe kritischer (Vor-)Produkte (z. B.
elektronische Komponenten, Grundchemikalien, pharmazeutische Wirkstoffe,
Batterierohstoffe, Seltene Erden), und welcher Anteil entfällt dabei
jeweils auf China?
15. Welche Indikatoren oder Kennziffern nutzt die Bundesregierung, um den
Fortschritt beim De‑Risking gegenüber China zu messen (z. B.
Importanteile, Konzentrationsraten, Anzahl geprüfter Investitionen, Zahl der
Exportkontrollfälle)?
16. An welchen konkreten EU-Initiativen zur Reduzierung von
Abhängigkeiten von China (z. B. Anti Coercion Instrument, Anti-
Subventionsverfahren, Kritische-Rohstoffe-Liste, „Open Strategic Autonomy“) wirkt
die Bundesregierung mit, und welche Maßnahmen werden daraus in
Deutschland umgesetzt (bitte Projekte, Rechtsakte und beteiligte Ressorts
nennen)?
17. Welche gemeinsamen Positionen oder Papiere hat die Bundesregierung
seit 2020 mit EU-Partnern oder NATO-Verbündeten zu chinabezogenen
Wirtschafts- und Sicherheitsrisiken erarbeitet oder unterzeichnet (bitte
jeweils Titel, Datum und Gegenstand benennen)?
18. Welche Abstimmungsformate nutzt die Bundesregierung regelmäßig, um
die nationale China-Politik mit der EU-China-Strategie zu verzahnen
(z. B. Ratsarbeitsgruppen, informelle Ministertreffen,
Koordinatorenrunden), und welche Themen stehen dort seit Beginn in der 21. Wahlperiode
im Vordergrund?
19. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus den
Analyseergebnissen des Instituts der deutschen Wirtschaft, das starke Indizien für
eine Währungsmanipulation sowie eine erhebliche und unfaire
Unterbewertung des Yuan gegenüber dem Euro festgestellt hat (www.iwkoeln.de/s
tudien/juergen-matthes-unfair-cost-advantages-for-china.html)?
20. Welche Initiativen wird die Bundesregierung auf EU-Ebene ergreifen, um
gegen etwaige unfaire Wettbewerbsnachteile vorzugehen?
21. Welche diesbezüglichen Ergebnisse hat die Bundesregierung bereits
erzielt, um in der Vergangenheit thematisierte ungleiche
Wettbewerbsbedingungen deutscher und europäischer Unternehmen in China wie etwa die
Ungleichbehandlung bei öffentlichen Ausschreibungen, regulatorische
Hindernisse und Markteintrittsbarrieren zu beseitigen?
22. Welche Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und
Interessenverbänden haben die Bundesministerin für Wirtschaft und Energie, Katherina
Reiche, auf ihrer China-Reise vom 27. bis 29. Mai 2026 begleitet?
23. Welche Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und
Interessenverbänden haben Bundeskanzler Friedrich Merz auf seiner China-Reise vom
24. bis 27. Februar 2026 begleitet?
24. Welche Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und
Interessenverbänden haben den Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann Wadephul
auf seiner China-Reise am 8. und 9. Dezember 2025 begleitet?
25. Welche Vertreterinnen und Vertreter von Unternehmen und
Interessenverbänden haben den Bundesminister der Finanzen Lars Klingbeil auf seiner
China-Reise am 17. November 2025 begleitet?
26. Nach welchen Kriterien erfolgt die konkrete Auswahl der
Wirtschaftsdelegationen, die die Bundeswirtschaftsministerin, den Bundeskanzler, den
Bundesaußenminister und den Bundesfinanzminister sowie weitere
Vertreterinnen und Vertreter der Bundesregierung bereits nach China begleitet
haben und künftig begleiten werden?
27. Welche internen Risikoanalysen oder Szenarien liegen der
Bundesregierung zu möglichen Lieferunterbrechungen kritischer Rohstoffe aus China
vor, und welche wirtschaftlichen Folgen für zentrale Industriezweige
werden darin prognostiziert?
28. Welche Zielkonflikte bestehen aus Sicht der Bundesregierung zwischen
der Sicherung alternativer Rohstoffquellen (z. B. durch neue
Partnerschaften) und der Einhaltung von Umwelt- und Sozialstandards, Arbeitnehmer-
und Menschenrechten, und wie werden diese konkret politisch
abgewogen?
29. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung seit ihrer Antwort zu
Frage 19 auf Bundestagsdrucksache 21/732 die Importanteile aus China
bei verschiedenen Metallen und Seltenen Erden im Jahr 2025 entwickelt
(bitte nach einzelnen Rohstoffen auflisten)?
30. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit ihrer Antwort zu
Frage 19 auf Bundestagsdrucksache 21/732 ergriffen, um bei den
verschiedenen Metallen und Seltenen Erden mit einem besonders hohen
Importanteil aus China (mehr als 80 Prozent) bestehende Abhängigkeiten
abzubauen bzw. zu diversifizieren?
31. Wie wirkt sich nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit Chinas
Exportbeschränkung für Seltene Erden auf deutsche Unternehmen aus, und was
hat die Bundesregierung bislang unternommen, um Exportlizenzen für
deutsche und europäische Firmen zu erwirken?
32. Wie hoch war der Importanteil aus China für Lithium-Ionen-Batterien im
Jahr 2025?
33. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung der aktuelle Umsetzungsstand
des Resilienz-Fahrplans für Permanentmagnete, den die Bundesregierung
unter Beteiligung der Windindustrie am 5. August 2025 vorgelegt hat
(www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Downloads/Downl
oads-Publikationsliste/permanentmagnete-der-windindustrie.pdf), und
kommt die Bundesregierung ihren Zusagen nach?
a) Welche Resilienzkriterien werden hierbei von der Bundesregierung für
öffentliche Aufträge für welche wesentlichen spezifischen
Komponenten von Windkraftanlagen festgelegt, die dem Ziel dienen, die
Abhängigkeiten von Lieferungen aus China zu reduzieren?
b) Welche weiteren Maßnahmen gedenkt die Bundesregierung, im
Bereich Permanentmagnete zu ergreifen, um die Lieferketten zu
diversifizieren?
34. Wird mittlerweile seit den Antworten der Bundesregierung zu den Fragen
10 und 19 auf Bundestagsdrucksache 21/732 die Herkunft von
Solarmodulen und Wechselrichtern, die in Deutschland verbaut werden, statistisch
erfasst, wenn ja, wie hoch ist der Importanteil Chinas, und wenn nein,
weshalb nicht?
35. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus Chinas
„Aktionsplan zur Förderung einer hochwertigen Entwicklung in der
Wärmepumpenindustrie“ (https://blog.waermepumpe.de/2026/02/16/chinas-zuku
enftiger-waermepumpenhochlauf-teil-1/), in der China auf globale
Wettbewerbsführerschaft hinarbeitet?
a) Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der
deutschchinesische Handel mit Wärmepumpen in den vergangenen fünf
Jahren entwickelt (bitte pro Jahr ausweisen)?
b) Inwieweit sind die deutschen Hersteller nach Auffassung der
Bundesregierung wettbewerbsfähig?
c) Welchen eigenen industriepolitischen Ansatz verfolgt die
Bundesregierung für die technologische Weiterentwicklung der
Wärmepumpenindustrie, um mit der chinesischen Konkurrenz Schritt zu halten?
36. Welche konkreten Vulnerabilitäten hat die Bundesregierung in den
chinabezogenen Lieferketten der deutschen Automobilindustrie bislang
identifiziert (z. B. Single-Supplier-Abhängigkeiten, geopolitische Risiken,
staatliche Einflussmöglichkeiten), und wie werden diese intern priorisiert?
37. Welche Rückmeldungen liegen der Bundesregierung aus Gesprächen mit
Automobilunternehmen darüber vor, welche Hindernisse einer
Diversifizierung von chinesischen Zulieferern entgegenstehen, und welche dieser
Hindernisse bewertet sie als politisch beeinflussbar?
38. Wie hat nach Kenntnis der Bundesregierung der Markteintritt chinesischer
E-Auto-Hersteller die Wettbewerbslandschaft in Deutschland und in der
EU verändert?
a) Welche Effekte sind dabei nach Auffassung der Bundesregierung auf
die deutsche Automobilindustrie und deren Marktanteile zu erwarten?
b) Welche offiziellen Papiere oder Szenarien der Bundesregierung gibt
es, die die Auswirkungen auf den deutschen Binnenmarkt, die
Industrie und die Arbeitsplätze in der Bundesrepublik Deutschland
analysieren?
39. Welche konkreten Abhängigkeiten von chinesisch kontrollierten oder
beeinflussten Unternehmen entlang der Halbleiter-Wertschöpfungskette sind
der Bundesregierung bekannt, und in welchen Bereichen sieht sie
kurzfristig welche realistischen Substitutionsmöglichkeiten?
40. Welche internen Bewertungen liegen der Bundesregierung zur
Wirksamkeit der bisherigen Förderpolitik im Halbleiterbereich (z. B.
Ansiedlungen, Subventionen) im Hinblick auf die Reduzierung von China-
Abhängigkeiten vor, und welche Defizite wurden dabei identifiziert?
41. Wie prognostiziert die Bundesregierung den perspektivischen
Arbeitsplatzverlust in Deutschland, der durch den Import grünen Stahls aus China
zulasten der Inlandsproduktion eintreten könnte, und welche Zahlen
liegen der Bundesregierung hierzu vor?
42. Inwieweit sind nach Auffassung der Bundesregierung die
Handelsschutzinstrumente der EU, wie der Industrial Accelerator Act und der European
Steel and Metals Action Plan von 2025, ausreichend, um die Produktion
von grünem Stahl in der Bundesrepublik Deutschland auf lange Sicht
wettbewerbsfähig zu gestalten sowie souveränitätssichernde eigene
Produktionsmengen zu erreichen?
43. Welche staatlichen Markteingriffe erwägt die Bundesregierung, um die
Wettbewerbsfähigkeit und Souveränitätssicherung bei der Produktion von
grünem Stahl in der Bundesrepublik Deutschland zu gewährleisten?
44. Welche konkreten Sicherheitshinweise liegen nach Kenntnis der
Bundesregierung und der zuständigen Behörden derzeit beim Bundesamt für
Sicherheit in der Informationstechnik zum Einbau von Komponenten der
Hersteller Huawei und ZTE in den 5G‑Kernnetzen deutscher
Mobilfunknetzbetreiber vor, die einen Ausschluss dieser Hersteller aus
Sicherheitsgründen rechtfertigen?
45. Gibt es eine einheitliche Herangehensweise der EU-Mitgliedstaaten beim
Umgang mit Komponenten von Huawei und ZTE beim 5G-Mobilfunk-
Kernnetz, wenn nein, warum nicht, und durch welche Maßnahmen
versucht die Bundesregierung, eine einheitliche Herangehensweise
durchzusetzen?
a) Welche weiteren EU-Mitgliedsländer sind nach Kenntnis der
Bundesregierung vergleichbare Verpflichtungserklärungen mit den
Mobilfunknetzbetreibern eingegangen, um Huawei- oder ZTE-Komponenten
aus 5G-Kernnetzen auszuschließen?
b) Welche EU-Mitgliedsländer haben nach Kenntnis der
Bundesregierung hingegen keine derartigen Regelungen getroffen und lassen
weiterhin Huawei- oder ZTE-Komponenten in ihren 5G-Kernnetzen zu?
46. In welchen Technologiebereichen (z. B. Halbleiter, Künstliche Intelligenz,
Quantentechnologie, Telekommunikation, Robotik) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 2020 Exportkontrollen mit China‑Bezug
besonders häufig angewendet (bitte nach Produktgruppen und Jahren
aufschlüsseln)?
47. Welche spezifischen Leitlinien oder sektoralen Regelungen und bzw. oder
Papiere zur Anwendung von Exportkontrollen gegenüber China hat die
Bundesregierung erarbeitet oder aktualisiert (bitte jeweils Titel und Datum
nennen)?
48. Wie viele Exportgenehmigungen mit China-Bezug wurden in den Jahren
2020 bis 2025 nach der Dual-Use-Verordnung, der
Außenwirtschaftsverordnung oder sonstigen einschlägigen Regelungen beantragt, und in wie
vielen Fällen wurde eine Genehmigung verweigert, zurückgezogen oder
mit Auflagen versehen (bitte jährlich angeben)?
49. Wie viele Investitionsprüfverfahren nach dem Außenwirtschaftsrecht mit
Beteiligung chinesischer Unternehmen oder Investoren wurden in den
Jahren 2020 bis 2025 eingeleitet, abgeschlossen, untersagt oder nur unter
Auflagen genehmigt (bitte jährlich aufschlüsseln)?
50. In welchen Sektoren (z. B. Kritische Infrastruktur, Energie,
Telekommunikation, Häfen, Gesundheit, Rüstung, Hochtechnologie) betrafen
Investitionsprüfungen in den Jahren 2020 bis 2025 chinesische Investoren (bitte
nach Bundesländern, Sektoren und Ergebnis der Verfahren
differenzieren)?
51. Welche Beteiligungen chinesischer Unternehmen an Kritischer
Infrastruktur in Deutschland sind der Bundesregierung aktuell bekannt (z. B. Häfen,
Energie‑ und Stromnetze, Telekommunikationsnetze, Rechenzentren), und
in welchen Fällen wurden Änderungen der Beteiligungsstrukturen oder
zusätzliche Auflagen vereinbart?
52. In wie vielen Fällen wurden seit 2020 Telekommunikations‑ oder
IT‑Komponenten chinesischer Hersteller aus Netzen oder Systemen
Kritischer Infrastrukturen in Deutschland entfernt, ersetzt oder mit
zusätzlichen Sicherheitsauflagen versehen (bitte nach Jahren und Sektoren
aufschlüsseln)?
53. Welche konkreten Erkenntnisse liegen der Bundesregierung aus der
behördlichen Kontrolle des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes (LkSG)
darüber vor, in welchen Branchen und Lieferketten mit China-Bezug
besonders häufig Verstöße oder erhöhte Risiken festgestellt wurden, und
welche strukturellen Defizite bei der Durchsetzung wurden dabei
identifiziert?
54. Wie viele Beschwerden und Hinweise bezüglich welcher Ursprungsländer
wurden seit Inkrafttreten des LkSG an das Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (BAFA) gemeldet?
a) Mit welchem Ergebnis hat das BAFA die Beschwerden und Hinweise
durch Dritte mit China-Bezug geprüft?
b) Wie viele Kontrollverfahren mit welchen mangelhaften
Sorgfaltspflichtverletzungen, in welchen Branchen und mit welchen
Konsequenzen hat das BAFA mit China-Bezug eingeleitet?
55. In welchen Bereichen hat sich die Bundesregierung in den Verhandlungen
zur EU-Lieferkettenrichtlinie (CSDDD) gegen weitergehende
Sorgfaltspflichten für Unternehmen mit Lieferketten nach China ausgesprochen,
und welche wirtschafts- oder außenpolitischen Erwägungen lagen dieser
Position zugrunde?
56. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass im Rahmen der
wirtschaftlichen Zusammenarbeit und der bilateralen Beziehungen mit China die
Wahrung grundlegender Arbeitnehmerrechte und international
anerkannter Arbeitsstandards, wie z. B. der ILO-Kernarbeitsnormen (ILO =
Internationale Arbeitsorganisation), gewährleistet wird, und welche
Maßnahmen ergreift sie, um deutsche Unternehmen hierbei zu unterstützen?
57. Inwieweit und gegebenenfalls womit unterstützt die Bundesregierung
gezielt betroffene Betriebe, die durch die Importabhängigkeit von China in
wirtschaftliche Notlagen geraten sind (bitte detailliert erläutern und
betroffene Unternehmen auflisten)?
58. Welche obligatorischen Menschenrechts‑ und
Sorgfaltspflichteninstrumente (z. B. Lieferkettengesetz, Branchenleitlinien, sektorale
Vereinbarungen) gelten für die Liefer‑ und Geschäftsbeziehungen deutscher
Unternehmen nach China, und welche Umsetzungs‑ bzw. Kontrollmechanismen
sind damit verbunden?
59. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, dass die
Menschenrechtsorganisation China Labour Bulletin, die seit mehr als drei
Jahrzehnten aktiv war und unabhängige Information über Arbeitskämpfe in China
sammelte, sich im Sommer 2025 aufgelöst hat (vgl. „Geräuschlos
verschwindet das Recht“, SZ, 23. Juli 2025)?
60. Wie ist der aktuelle Bearbeitungsstand beim Bundesamt für Wirtschaft
und Ausfuhrkontrolle in Bezug auf die Anfang des Jahres 2025 nach
Angaben des China Labour Bulletin, über die unter anderem die
„Süddeutsche Zeitung“ berichtete, eingereichten vier Beschwerden gegen
chinesische Zulieferer großer Automobilkonzerne – darunter Tesla und
Volkswagen –, in denen mutmaßlich schwerwiegende Verstöße wie übermäßige
Überstunden, ausstehende Löhne, erzwungene Kündigungen und
Repressalien gegen Arbeitervertreter, teils durch leitende Manager, festgestellt
wurden?
61. Welche Daten liegen der Bundesregierung zum Importvolumen von
Textilien und Fast-Fashion-Produkten aus Drittländern wie China
a) in die EU und
b) nach Deutschland
in den Jahren 2020 bis 2025 vor (bitte nach Warengruppen und
Herkunftsländern aufschlüsseln)?
62. Wie viele deutsche Unternehmen mussten seit 2023 gemäß LkSG
Jahresberichte vorlegen, in denen Risiken für Arbeitnehmerrechte bei Fast-
Fashion-Zulieferern adressiert wurden, und welche konkreten
Präventionsmaßnahmen nannten sie?
63. Welche Förder- oder Beratungsprogramme des Bundes unterstützen
Textilunternehmen bei der Umstellung auf nachhaltige und
arbeitsrechtskonforme Lieferketten (bitte Programmnamen, Zielgruppen, Fördervolumina
und Anzahl der geförderten Projekte nennen)?
64. Inwieweit erkennt die Bundesregierung die Notwendigkeit, die
wissenschaftliche Auseinandersetzung mit China und den damit verbundenen
wirtschaftlichen Themen zu intensivieren, oder sieht sie die vorhandene
Expertise zu China in Politik, Wissenschaft und Wirtschaft bereits als
ausreichend an?
65. Welche konkreten Maßnahmen und Projekte sind nach Kenntnis der
Bundesregierung bislang aus dem Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und
SPD zur „Resilienz des Wissenschaftssystems“ resultiert?
a) Welche Forschungsvorhaben hat die Bundesregierung bislang zu
chinesischen Desinformationsaktivitäten gefördert?
b) Welche Aktivitäten wurden verfolgt, um das Kompetenznetzwerk für
unabhängige China-Wissenschaften aufzubauen?
Berlin, den 25. Juni 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- asked ← Aaron Valent (Kleine Anfrage)
- asked ← Agnes Conrad (Kleine Anfrage)
- asked ← Ates Gürpinar (Kleine Anfrage)
- asked ← Cansu Özdemir (Kleine Anfrage)
- asked ← Charlotte Antonia Neuhäuser (Kleine Anfrage)
- asked ← Christin Willnat (Kleine Anfrage)
- asked ← Desiree Becker (Kleine Anfrage)
- asked ← Donata Vogtschmidt (Kleine Anfrage)
- asked ← Gökay Akbulut (Kleine Anfrage)
- asked ← Janina Böttger (Kleine Anfrage)
- asked ← Janine Wissler (Kleine Anfrage)
- asked ← Jan Krampe (Kleine Anfrage)
- asked ← Jörg Cezanne (Kleine Anfrage)
- asked ← Katrin Fey (Kleine Anfrage)
- asked ← Lea Reisner (Kleine Anfrage)
- asked ← Maik Brückner (Kleine Anfrage)
- asked ← Mirze Edis (Kleine Anfrage)
- asked ← Pascal Meiser (Kleine Anfrage)
- asked ← Sascha Wagner (Kleine Anfrage)
- asked ← Ulrich Thoden (Kleine Anfrage)
- asked ← Vinzenz Glaser (Kleine Anfrage)
- asked ← Zada Salihovic (Kleine Anfrage)
- authored ← Cansu Özdemir
- authored ← Fraktion DIE LINKE
- authored ← Jörg Cezanne
- part_of_vorgang → Stand des De-Riskings von China und des Ausbaus einer zukunftsfähigen Kooperation mit China (Kleine Anfrage)