Bilanz des Förderprogramms EhAP Plus des Europäischen Sozialfonds
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Bilanz des Förderprogramms EhAP Plus des Europäischen Sozialfonds
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2976
21. Wahlperiode 27.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Thomas Stephan, René Springer, Gerrit Huy, Lukas Rehm,
Ulrike Schielke-Ziesing, Robert Teske und der Fraktion der AfD
Bilanz des Förderprogramms EhAP Plus des Europäischen Sozialfonds
Der Europäische Sozialfonds (ESF) wird gemeinsam von der Europäischen
Union (EU) und den Mitgliedstaaten finanziert. Für die Förderperiode des ESF
2021 bis 2027 sind für Deutschland insgesamt rund 6,56 Mrd. Euro
vorgesehen, die sich auf den Bund und die Bundesländer aufteilen (www.bmas.de/E
N/Europe-and-the-World/European-Funds/ESF/esf-article.html#docf81a347e-4
8ed-4938-a9a6-bda786bfd8afbodyText4).
Für einen Teil der geförderten Programme ist das Bundesministerium für Arbeit
und Soziales (BMAS) federführend (www.esf.de/portal/DE/ESF-Plus-2021-20
27/Foerderprogramme/inhalt.html), darunter das Förderprogramm „EhAP
Plus – Eingliederung hilft gegen Ausgrenzung der am stärksten benachteiligten
Personen“. Mit dem EhAP-Plus-Programm soll die Lebenssituation und die
soziale Eingliederung von besonders benachteiligten neu zugewanderten
Unionsbürgern und deren Kindern unter 18 Jahren sowie von Wohnungslosen oder
von Wohnungslosigkeit bedrohten Menschen und deren Kindern unter 18
Jahren verbessert werden.
Die Förderung beträgt mit dem ersten Aufruf ca. 88,5 Mio. Euro und dem
zweiten Aufruf ca. 61,2 Mio. Euro. Damit werden 120 Projekte gefördert.
Nach Ansicht der Fragesteller ist das Programm Ausdruck einer migrations-
und minderheitenorientierten Sozialpolitik, die hohe finanzielle Mittel einseitig
für sehr spezifisch festgelegte Zielgruppen zur Verfügung stellt. Der Fokus liegt
in ihren Augen auf neu zugewanderten Unionsbürgern und marginalisierten
Gruppen, auf Kosten einer gleichberechtigten Unterstützung aller Bedürftigen
in Deutschland unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrem Bedürftigkeitsgrund.
Die Annahmen zur Allgegenwart von Diskriminierung und Vorurteilen als
Kernursache für mangelhafte Integration bleiben weitgehend unbelegt. Das
Programm steht nach Auffassung der Fragesteller beispielhaft für die
symptomatische Politik der letzten Jahre, gesellschaftliche Herausforderungen durch
immer neue Förder- und Schulungsprogramme zu lösen zu versuchen, anstatt
Ursachen wie integrationshemmende Subkulturen, wenig kontrollierte
Masseneinwanderung oder mangelnde Eigenverantwortung konsequent anzugehen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Gruppen von neu zugewanderten Unionsbürgern sind nach
Ansicht der Bundesregierung besonders benachteiligt, mit welchen
Begründungen, und seit wann ist dies der Bundesregierung bekannt?
2. Welche belastbaren Evaluierungsdaten gibt es nach Kenntnis der
Bundesregierung zu tatsächlichen regionalen Integrationsbedarfen und zu
strukturellen Benachteiligungen neu zugewanderter Unionsbürger (bitte nach
Nationalität aufschlüsseln)?
3. Aus welchen Gründen reichen nach Kenntnis der Bundesregierung
bestehende lokale und regionale Hilfestrukturen für diese Gruppen (Frage 1)
nicht oder nicht mehr aus?
4. Welche Einzelziele (z. B. Ansprache, Beratung und Begleitung) werden
nach Kenntnis der Bundesregierung im EhAP-Plus-Programm gefördert,
und wie grenzen sie sich von anderen ESF-Plus-Programmen ab?
5. Wie wird im EhAP-Plus-Programm sichergestellt, dass keine
Doppelstrukturen zu bestehenden Hilfeangeboten (z. B. nach dem Zwölften Buch
Sozialgesetzbuch [SGB XII]) entstehen und dass es lediglich flankierend
wirkt?
6. Wie viele Personen oder Familien werden oder wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung seit 2022 durch das EhAP-Plus-Programm gefördert,
wie viele davon waren besonders benachteiligte Unionsbürger, und wie
viele davon Wohnungslose (bitte nach benachteiligten Unionsbürgern und
Wohnungslosen jeweils nach Bundesländern aufschlüsseln)?
7. Werden durch das EhAP-Plus-Programm auch Unionsbürger gefördert,
die zu Beginn ihrer Förderung ihren Lebensmittelpunkt nicht in
Deutschland haben (wenn ja, bitte nach Anzahl und Nationalität aufschlüsseln)?
8. Wie viele Wohnungslose haben nach Kenntnis der Bundesregierung durch
das EhAP-Plus-Programm eine dauerhafte Wohnmöglichkeit oder ein
unbefristetes Mietverhältnis erhalten (bitte nach Nationalität und
Bundesländern aufschlüsseln)?
9. Welche weiteren Leistungen haben die ehemaligen Wohnungslosen gemäß
Frage 8 aus dem EhAP-Plus-Programm erhalten (bitte nach Nationalitäten
und Bundesländern aufschlüsseln)?
10. Wurden oder werden aus den Fördermitteln des EhAP-Plus-Programms
nach Kenntnis der Bundesregierung Immobilien finanziert oder
angemietet (wenn ja, bitte nach Anzahl und Art der Immobilie, wie
Einfamilienhaus oder Hotel, und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
11. Wie hoch sind durchschnittlich die Belegungskosten und die
Belegungsgröße in Quadratmetern pro Person gemäß Frage 10 (bitte nach Art der
Immobilie, wie Einfamilienhaus oder Hotel, und nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
12. Wurden nach Kenntnis der Bundesregierung auch wohnungslose Nicht-
EU-Ausländer gefördert (wenn ja, bitte nach Grund, Anzahl und
Nationalität aufschlüsseln)?
13. Wie viele benachteiligte Unionsbürger konnten nach Kenntnis der
Bundesregierung als Folge des Förderprogramms EhAP Plus in den regulären
Arbeitsmarkt integriert werden oder haben eine Ausbildungsstelle
angetreten (bitte nach Beschäftigungsdauer, Nationalität und Bundesländern
aufschlüsseln)?
14. Wie lange waren nach Kenntnis der Bundesregierung die Geförderten
gemäß Frage 13 vor der Förderung durchschnittlich in Deutschland
arbeitslos (bitte nach Nationalitäten aufschlüsseln)?
15. Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung sichergestellt, dass die
angebotenen Förderungen tatsächlich die soziale Eingliederung von
besonders benachteiligten neu zugewanderten Unionsbürgern bewirken, und
anhand welcher Indikatoren wird dies gemessen (bitte aufschlüsseln)?
16. Bei wie vielen Personen oder Familien gelang es nach Kenntnis der
Bundesregierung seit 2022 durch das Förderprogramm EhAP Plus gemäß dem
Ziel der sozialen Eingliederung von besonders benachteiligten neu
zugewanderten Unionsbürgern, ihre Lebensumstände zu verbessern, und nach
welchen Indikatoren wurde dies bewertet (bitte nach Bundesländern
aufschlüsseln)?
17. Wie hoch sind die Zuwendungen der EhAP-Plus-Mittel für internes
Personal, externes Personal wie Beratungsunternehmen, direkte Sachkosten und
Pauschalkosten seit 2022 (bitte nach Projekt aufschlüsseln)?
18. Wie viele Personalstellen wurden nach Kenntnis der Bundesregierung für
das Förderprogramm EhAP Plus für die Projekte bei den Trägern neu
geschaffen (bitte nach Vollzeitstellen, Teilzeitstellen oder Minijobs je
Projekt aufschlüsseln)?
19. Wie wird nach Kenntnis der Bundesregierung die korrekte Verwendung
der Fördermittel im Rahmen des EhAP-Plus-Programms überwacht, und
welche Maßnahmen gibt es, um Missbrauch der Fördermittel präventiv zu
verhindern?
Berlin, den 26. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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