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Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien (Antwort zu Drs. 21/2017)

dip / drucksache 03.11.2025 · WP 21 · 21/2520 · Antwort · Original ↗

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Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien (Antwort zu Drs. 21/2017) [Deutscher Bundestag Drucksache 21/2520 21. Wahlperiode 03.11.2025 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Johann Martel, Rocco Kever, Denis Pauli, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/2017 – Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Die Fragesteller interessieren sich für die Art und Weise der Umsetzung des Projekts „Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien“ mit der IATI (International Aid Transparency Initiative)-Maßnahmen- ID DE-1-202132058, welches von der Katholischen Zentralstelle für Entwicklungshilfe e. V. (KZE) durchgeführt wurde (www.transparenzportal.bund.de/d e/detailsuche/DE-1-202132058). Die Projektkosten werden vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) bei einer Laufzeit vom 1. August 2021 bis 31. Juli 2025 mit 182 000 Euro betitelt (ebd.), der tatsächlich ausgegebene Geldbetrag beläuft sich auf 176 634,34 Euro (ebd.). Der Fokus des Projekts gilt laut Projektbeschreibung der Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien (ebd.). Als Hauptziel des Projekts wird demokratische und inklusive Regierungsführung genannt, signifikante Nebenziele sind die Gleichberechtigung der Geschlechter sowie Umwelt- und Ressourcenschutz (ebd.).  1. Was waren oder sind die charakteristischen Merkmale dieses Projekts? Indien ist ein junges Land mit einem Durchschnittsalter von ca. 28 Jahren, wobei insbesondere junge Menschen in ihren Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe eingeschränkt, von politischen Entscheidungen weitgehend ausgeschlossen und ihr Potenzial, Führungsaufgaben zu übernehmen und zu Entscheidungen über ihre Zukunft beizutragen, häufig nicht ausreichend genutzt wird. Die lokale Trägerorganisation setzt sich für eine breite selbstbestimmte gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen ein. Das Programm bietet Möglichkeiten, durch praktische Erfahrungen, Hospitationen, Seminare, Projektarbeit usw., soziale und ökologische Probleme zu verstehen und lösungsorientiert anzugehen Der Träger leistet durch seine Aktivitäten einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung von jungen Menschen in Indien. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung vom 3. November 2025 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.  2. Worin lag oder liegt der Nutzen dieses Projekts? Das Projekt setzt auf die Befähigung von jungen Menschen, mit den vielfältigen Herausforderungen und Problemen der indischen Gesellschaft konstruktiv umzugehen und dafür alltagstaugliche Lösungen zu finden.  3. Welche Mängel lagen in der demokratischen und inklusiven Regierungsführung in Indien oder in untergeordneten Verwaltungsgliederungen vor, die es nötig machten, dass dieses Projekt durchgeführt werden musste? Es wird auf die Antwort zu Frage 1 verwiesen.  4. Auf welche Weise wurde das Hauptziel des Projekts, die demokratische und inklusive Regierungsführung, angegangen und umgesetzt?  5. Wurde eine demokratische und inklusive Regierungsführung in Indien oder den untergeordneten Verwaltungsgliederungen durch dieses Projekt tatsächlich erreicht, und worin zeichnen sich die Erfolge in dieser Hinsicht aus? Die Fragen 4 und 5 werden zusammen beantwortet. Dies war nicht das Ziel des Projektes. Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 12 verwiesen.  6. In welchen Verwaltungsprovinzen, in welchen Orten und in welchen Einrichtungen wurde das Projekt durchgeführt? Das Projekt wurde landesweit durchgeführt, mit einem Schwerpunkt auf den Großraum Delhi.  7. Welches Alter sollten die Teilnehmer des Projekts im Empfängerland gemäß vorheriger Planung des Projekts haben, um berechtigt zu sein, von Leistungen und Maßnahmen dieses Projekts profitieren zu dürfen? Zielgruppe waren Jugendliche zwischen 17 und 25 Jahren.  8. Welches Alter hatten die Teilnehmer des Projekts im Empfängerland zum Zeitpunkt des Empfangs von Projektleistungen respektive zum Zeitpunkt der Teilnahme an Maßnahmen des Projekts tatsächlich? 90 Prozent der Jugendlichen sind zwischen 17 und 25 Jahren, 10 Prozent sind Alumni bis 29 Jahre alt.  9. Wie viele Jugendliche nahmen oder nehmen nach Kenntnis der Bundesregierung absolut und prozentual von der Gesamtanzahl der jugendlichen Einwohner von Indien an dem Projekt teil? Das Projekt erreichte 7 000 junge Menschen direkt über ihren sozialen Einsatz und verschiedene praxisbezogene Workshops, Jugendfestivals und Aktivitäten an Schulen und Hochschulen. Indirekt wurden ca. 15 000 weitere Menschen durch Social Media erreicht. 10. Welche Kosten entfielen oder entfallen auf das Projekt (bitte nach Personal, Verwaltung und sonstigen Durchführungskosten aufschlüsseln)? 240 757,30 Euro Gesamtkosten. Die finanzielle Eigenleistung des Trägers belief sich auf 49 265,69 Euro. Eine weitergehende Aufschlüsselung der Projektausgaben ist aus Vertraulichkeits- und Datenschutzgründen nicht möglich. 11. Welche Maßnahmen wurden in ihrer Gesamtheit im Rahmen dieses Projekts umgesetzt, und wie viele Ausgaben bestanden pro Maßnahme (bitte nach Ort der Durchführung, Art der Maßnahme und konkreten Ausgaben pro Maßnahme aufschlüsseln)? Folgende Maßnahmen wurden umgesetzt: • Aufbau von Partnerschaften für Jugendliche • Vorbereitung der Teilnehmenden auf ihren Einsatz • Workshops und Exposures. Eine Aufschlüsselung der Projektausgaben ist aus Vertraulichkeits- und Datenschutzgründen nicht möglich. 12. Inwieweit trägt jede einzelne Maßnahme zum Ziel der Förderung des sozialen Engagements von Jugendlichen in Indien bei (bitte nach Einzelmaßnahme aufschlüsseln)? Die Jugendlichen haben Wissen und praktische Erfahrungen erworben, welche ihnen für ihre anschließende berufliche Tätigkeit von Nutzen sind. 13. Welche dritten Personen, welche Naturräume, welche sonstigen Lebewesen jenseits der Menschen oder welche sonstigen Dinge profitieren ggf. konkret vom sozialen Engagement der Jugendlichen im Kontext dieses Projekts, und welche messbaren Erfolge für beschriebene Dritte und Sonstige sind zu registrieren (bitte separat nach Einzelmaßnahme auflisten)? Eine Erfassung im Sinne der Fragestellung, insbesondere nach „sonstigen Lebewesen jenseits der Menschen“, erfolgt nicht. 14. Welche Probleme lagen in der Gleichberechtigung der Geschlechter in Indien oder in untergeordneten Verwaltungsgliederungen vor, die es nötig machten, dass dieses Projekt durchgeführt werden musste? Geschlechtsspezifische Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen im familiären Umkreis, in der Öffentlichkeit und am Arbeitsplatz, insbesondere die Gefahr sexueller Übergriffe, führen neben psychischen Belastungen und Traumata zu geringerer Bildung und Erwerbsbeteiligung von Mädchen und Frauen und damit zu höherer Armut von Frauen. 15. Auf welche Weise wurde das eine Nebenziel des Projekts, die Gleichberechtigung der Geschlechter, angegangen und umgesetzt? 16. Welche konkreten Maßnahmen, die speziell Verbesserungen für Frauen, Mädchen und marginalisierte Gruppen bewirken und auf die Erfüllung des Nebenziels der Gleichberechtigung der Geschlechter abzielen, beinhaltete oder beinhaltet das Projekt? Die Fragen 15 und 16 werden gemeinsam beantwortet. Durch Bewusstwerdung zu Mechanismen der geschlechtsspezifischen Diskriminierung werden diese Denkweisen überwunden. Junge Frauen aus marginalisierten Gemeinschaften werden so in Bürgerbeteiligung und politischem Engagement gestärkt. 17. Welche konkreten Maßnahmen, die speziell Verbesserungen für Männer und Jungen bewirken und auf die Erfüllung des Nebenziels der Gleichberechtigung der Geschlechter abzielen, beinhaltete oder beinhaltet das Projekt? Männliche Jugendliche und junge Männer lernen durch ihre sozialen Einsätze sowie durch die Projektmaßnahmen die vielfältigen Probleme und Herausforderungen benachteiligter Mädchen und junger Frauen kennen und lernen, Mädchen und Frauen als gleichwertig zu akzeptieren, ebenso wie Konflikte mit friedlichen Mitteln zu lösen und aktive Akteure für soziale Veränderung zu werden. 18. Wurde eine Gleichberechtigung der Geschlechter in Indien oder den untergeordneten Verwaltungsgliederungen durch dieses Projekt tatsächlich erreicht, und worin zeichnen sich die Erfolge in dieser Hinsicht aus? Gleichberechtigung der Geschlechter in Indien zu erreichen ist ein langwieriger Prozess. Erfahrungsberichte der Absolventinnen und Absolventen belegen jedoch den positiven Einfluss auf Geschlechtergerechtigkeit. Auch die Einbindung von Gender- und Sicherheitsaspekten (mit Blick auf Frauen) im öffentlichen Raum (z. B. durch sicherere Transportwege) wurde gestärkt. 19. Wie viele Personen männlichen, weiblichen und sonstigen Geschlechts nahmen oder nehmen an dem Projekt teil (bitte separat für den gesamten Staat Indien sowie die jeweiligen untergeordneten Verwaltungsgliederungen auflisten)? Es wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen. Eine weitere Aufschlüsselung ist nicht möglich. 20. Welche Mängel lagen im Umwelt- und Ressourcenschutz in Indien oder in untergeordneten Verwaltungsgliederungen vor, die es nötig machten, dass dieses Projekt durchgeführt werden musste? Marginalisierte Bevölkerungsgruppen (z. B. indigene Gemeinden) siedeln oft in Regionen mit Bodenschätzen, deren Abbau von multinationalen Konzernen mit Genehmigung der lokalen oder nationalen Regierung Indiens vorangetrieben wird, meist jedoch ohne vorherige Anhörung der betroffenen lokalen Bevölkerung. Dies hat gravierende negative Auswirkungen auf ihre direkte Umwelt und Wohnsituation. 21. Auf welche Weise wurde das andere Nebenziel des Projekts, der Umwelt- und Ressourcenschutz, angegangen und umgesetzt? 22. Wurde der Umwelt- und Ressourcenschutz in Indien oder den untergeordneten Verwaltungsgliederungen durch dieses Projekt tatsächlich erreicht, und worin zeichnen sich die Erfolge in dieser Hinsicht aus? Die Fragen 21 und 22 werden zusammen beantwortet. Exemplarisch seien hier zwei Beispiele genannt: Ein sozial ausgerichteter Politiker aus Assam führt sein soziales Bewusstsein (und seinen Einsatz für Umwelt- und Ressourcenschutz) auf seine Erfahrungen in diesem Projekt zurück. Auch eine bekannte Umweltaktivistin hatte beim Träger ein Exposure Programm gemacht. Sie ist die einzige indische Journalistin, die für ihre Berichterstattung über Umweltprobleme in Indien den „Green Oscar“ gewonnen hat. 23. Wurden Sachleistungen oder sonstige Zuwendungen vonseiten der Teilnehmer des Projekts im Empfängerland angenommen, und wenn ja, welche konkret (bitte nach Art und Kosten der jeweiligen Sachleistung aufschlüsseln)? Von Seiten der Teilnehmer wurden keine Sachleistungen angenommen. 24. Inwieweit wird der übrigbleibende Geldbetrag von 5 365,66 Euro, der nicht in das Projekt investiert wurde, weiterverwendet (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? Sämtliche verbleibende Restmittel werden gemäß des Finanzierungsanteils des BMZ an die Bundeskasse rückerstattet. 25. Um welche zivilgesellschaftlichen Basisorganisationen und Sozialarbeiterstationen handelt es sich konkret, und wie hoch ist die jeweilige Zuwendungssumme aus dem gesamten Finanzierungsvolumen (bitte nach Namen der Organisation bzw. Sozialarbeiterstation und anteiligem Zuwendungsbetrag auflisten)? Die geförderten acht Basis-Organisationen bekamen keine direkten finanziellen Zuwendungen. 26. Wann rechnet die Bundesregierung mit Evaluierungsberichten, und werden diese öffentlich und in deutscher Sprache zugänglich sein, und wenn ja, wo? 27. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, ob die KZE eigene Evaluierungen zum Projekt durchführt, und wenn ja, wo können diese eingesehen werden? Die Fragen 26 und 27 werden zusammen beantwortet Die Zielerreichung des Projektes wurde vom Zuwendungsempfänger gemäß den gängigen und anerkannten Verfahren der Wirkungserfassung geprüft und bestätigt. Eine Veröffentlichung ist nicht vorgesehen. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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