Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur "Frühsexualisierung" durch Bundesmittel
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Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur "Frühsexualisierung" durch Bundesmittel
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1162
21. Wahlperiode 07.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Reichardt, Sebastian Maack, Gereon
Bollmann, Dr. Götz Frömming, Kerstin Przygodda, Angela Rudzka, Christian
Zaum, Beatrix von Storch, Jan Feser, Tobias Ebenberger, Lucas Rehm und der
Fraktion der AfD
Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur „Frühsexualisierung“ durch
Bundesmittel
Die Webseite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen
und Jugend (BMBFSFJ) zeigt eine Auflistung von Organisationen, die laut
Bundesministerium von der Bundesregierung eingeladen wurden, um „ihre
Expertise“ zum Aktionsplan „Queer leben“ einzubringen (www.bmfsfj.de/bmfsfj/t
hemen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/uebersicht-der-a
usgewaehlten-verbaende-222202).
Wie im Folgenden nach Ansicht der Fragesteller dargelegt wird, finden sich bei
zahlreichen der aufgelisteten Organisationen jedoch immer wieder Standpunkte
und Forderungen, die auf eine Frühsexualisierung von Kindern hinauslaufen –
bis hin zum Kindergartenalter. Kleinkinder sollten nach Ansicht der
Fragesteller ihren Körper jedoch in ihrem eigenen Tempo kennenlernen dürfen, statt
durch Frühsexualisierung dazu genötigt zu werden, wie dies mit den folgenden
beispielhaft gewählten Darstellungen nach Auffassung der Fragesteller
mustergültig propagiert wird:
– Der vom BMBFSFJ aufgelistete Verein „BiNe – Bisexuelles Netzwerk
e. V.“ bezeichnet es beispielsweise auf seiner Webseite als
„wünschenswert“, dass „Bisexualität (und Pansexualität)“ nicht nur „im Unterricht aller
Schulformen“, sondern auch verstärkt „in Kindertagesstätten (positiv)
besprochen wird“ (www.bine.net/schule).
– Die ebenfalls beim BMBFSFJ aufgelistete Deutsche Gesellschaft für
Transidentität und Intersexualität (dgti) sieht gleichfalls ausdrücklich
Kindertagesstätten als relevanten Kooperationspartner für die eigene Arbeit an: „In
den letzten Jahren haben Beratungsanfragen, aber auch das Interesse der
Öffentlichkeit am Thema Trans*, stark zugenommen. Der
Informationsbedarf von Kindertagesstätten, Schulen, Familien, Jugendlichen,
Erwachsenen, Firmen, medizinischen Institutionen, Medien, Unterstützer*innen etc.
stellt eine Herausforderung dar. Um der großen Nachfrage gerecht zu
werden, baut die dgti seit vielen Jahren ein bundesweit flächendeckendes Netz
an qualifizierten Angeboten aus“ (https://dgti.org/2021/08/19/die-dgti/).
– Die Organisation Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. sieht
„Sexuelle und Geschlechtliche Vielfalt“ in einer Liste empfohlener
Literatur als angebrachte „Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik“ (www.di
ssens.de/fileadmin/EcaRoM/Literatur-__Material-_und_Spieleliste_EcaRo
M.pdf). Bei der in diesem Zusammenhang empfohlenen Broschüre handelt
es sich um eine Handreichung, die sich explizit an pädagogische Fachkräfte
der Kindertagesbetreuung richten soll (https://queerformat.de/wp-content/u
ploads/2023/04/mat_kita_QF-Kita-Handreichung-2018.pdf).
– Der Verein Intergeschlechtliche Menschen e. V. positioniert sich in einem
Forderungskatalog dahin gehend, dass Kindergärtner Intersexualität
thematisieren sollen: „In der Ausbildung sämtlicher medizinischer und sozialer
Berufe, z. B. von ÄrztInnen, Hebammen, Krankenschwestern, Pfleger
Innen, PsychologInnen, LehrerInnen, KindergärtnerInnen, Sozialarbeiter
Innen etc., wird Intersexualität verpflichtender Bestandteil des Lehrplans“
(https://im-ev.de/forderungen/).
– Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) – Verein für
europäische Kooperation e. V. erklärt: „Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist
ein Thema für jede Kita. Im Kita-Alltag gibt es Kinder, die sich nicht als
‚typische‘ Jungs oder ‚typische‘ Mädchen verhalten oder trans* sind. Die
Vielfalt von Geschlechter-Rollen und Familien-Modellen muss als Teil der
frühkindlichen Bildung auch von Fachkräften in Kitas wahrgenommen und
als Teil der kindlichen Identität akzeptiert werden“ (www.lsvd.de/de/ct/438
6-Vielfalt-in-der-Kita-Methoden-fuer-Kita-Fachkraefte).
– Der Verein rubicon e. V. bewirbt als Hilfsangebot die Gruppensitzung
„Trans*KidsCologne“, deren Zielgruppe auf der Internetseite klar benannt
wird: „Für Kinder und Jugendliche im Alter von 5–14 Jahre“ (https://rubico
n-koeln.de/gruppen/transkidscologne/).
– Das Trans-Kinder-Netz e. V. präsentiert auf seiner Webseite
„Erfahrungsberichte“ von vier- bis neunjährigen Kindern (www.trans-kinder-netz.de/erfah
rungsberichte-kinder.html).
– Der Verband pro Familia – Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. benennt seine Zielgruppen auf
seiner Internetpräsenz klar und deutlich. Die „sexualpädagogischen Angebote“
des Verbands richten sich demnach unter anderem an „Kinder und
Jugendliche aus dem außerschulischen Bereich, in Einrichtungen der öffentlichen
Erziehungshilfe, der Jugendhilfe und der offenen, verbandlichen und
kommunalen Jugendarbeit sowie aus Kindergärten und Kindertagesstätten“
(www.profamilia.de/fachinfos/nach-themen/sexuelle-bildung). Bereits vor
vielen Jahren berichteten Medien über die massive Verharmlosung von
Pädophilie in vergangenen Publikationen von „pro Familia“ (www.tagesspieg
el.de/politik/die-probleme-von-pro-familia-mit-der-distanz-6933151.html).
– Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld äußerte sich in Person ihres
Vorstands Helmut Metzner folgendermaßen zur Erbauung und Ermöglichung
einer „queeren“ Kindertagesstätte in Berlin im Jahr 2022: „Es ist toll, dass
in der Regenbogen-Hauptstadt Berlin eine solche Kita entsteht“ (www.tage
sspiegel.de/berlin/protest-gegen-rechte-kampagne-afd-demonstriert-in-berli
n-gegen-queere-kita--mehr-als-300-menschen-stellen-sich-ihr-entgegen-881
3059.html). In dem hier zitierten „Tagesspiegel“-Bericht heißt es über das
entsprechende Projekt der Schwulenberatung Berlin: „Die Kita ist Teil des
‚Lebensortes Vielfalt‘, einem Mehrgenerationenhaus für homo-, bi-,
trans-, und intersexuelle Menschen.“ Im Vorstand des Trägervereins dieser
Schwulenberatung saß bis zu seinem nach kritischer
Medienberichterstattung erfolgten Rücktritt der Soziologe Rüdiger Lautmann, der 1994 eine
„Studie“ mit dem Titel „Die Lust am Kind. Portrait des Pädophilen“
veröffentlicht hatte (siehe den eben verlinkten „Tagesspiegel“-Bericht). Die
hier erwähnte Schwulenberatung Berlin befindet sich ebenfalls auf der Liste
der von der Bundesregierung eingeladenen Organisationen, die das
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
veröffentlicht hat (www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-ge
schlechtliche-vielfalt/uebersicht-der-ausgewaehlten-verbaende-222202).
Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wird laut Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/14098 mit erheblichen Bundesmitteln finanziert.
– Aufgelistet ist beim BMBFSFJ ferner die Organisation Queerformat –
Fachstelle Queere Bildung (Queerformat e. V.). Diese Organisation
fungierte als Mitherausgeber der Handreichung „Murat spielt Prinzessin, Alex hat
zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben – Sexuelle und geschlechtliche
Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik“, die sich
ausdrücklich an pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten richtet (https://
queerformat.de/wp-content/uploads/2023/04/mat_kita_QF-Kita-Handreichu
ng-2018.pdf).
– Nicht vom BMBFSFJ aufgelistet, aber in den Augen der Fragesteller
dennoch hinsichtlich einer eventuellen Finanzierung mit Bundesmitteln
relevant ist das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg,
welches neben der Organisation „Queerformat“ als Mitherausgeber dieser
schon erwähnten Frühsexualisierungsbroschüre fungierte. Vor dem
Hintergrund der Finanzierung dieser Broschüre durch den Berliner Senat (www.ta
gesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/kita-ratgeber-zu-sexueller-vielfalt-p
olarisiert-3928720.html) wird sich diese Kleine Anfrage auch der Frage
widmen, inwiefern ggf. das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-
Brandenburg mit Bundesmitteln unterstützt wird.
– Ebenfalls nicht in der Bundesministeriumsliste (BMBFSFJ) erwähnt ist das
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (ehemals Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung), welches jedoch eine Einrichtung im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit ist (www.bioeg.de/
ueberuns/), sodass sich die Bundesregierung die Positionen und Handlungen
dieses Instituts ebenfalls zurechnen lassen muss. Für eine Schutzgebühr von
80 Euro bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf seiner
Internetseite die Kindergartenbox „Entdecken, schauen, fühlen!“ an (https://
shop.bioeg.de/kindergartenbox-entdecken-schauen-fuehlen-13700000/).
Dabei handle es sich um „ein Medienpaket zur Sexualerziehung für Kinder
im Vorschulalter“.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Werden oben aufgelistete Vereine, Einrichtungen oder Projekte mit
Bundesmitteln gefördert, und wenn ja, in welcher Höhe (bitte gegebenenfalls nach
Projekt und Jahren seit Beginn der Förderung aufschlüsseln), und welche
weitere Förderung erfahren diese ggf. in sonstiger Weise durch die
Bundesregierung (beispielsweise Erwähnung in Flyern, auf Internetseiten und
dergleichen)?
2. Haben sich nach Ansicht der Bundesregierung bei der Finanzierung der
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld oder bei der Finanzierungshöhe
Veränderungen gegenüber der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 20/14098 ergeben
(wenn ja, bitte die Förderung der entsprechenden Projekte aktualisiert
aufschlüsseln)?
3. Mit welchen Geldbeträgen finanziert die Bundesregierung ggf. die
Bereitstellung der sogenannten Kindergartenbox mit dem Titel „Entdecken,
schauen, fühlen!“ durch das zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums
für Gesundheit gehörende Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller), und wie viele dieser Kindergartenboxen
wurden ggf. nach Kenntnis der Bundesregierung angeschafft, und welche
Einnahmen wurden bislang durch Vermietung, Leihe o. Ä. erzielt (bitte je
Jahr auflisten)?
4. Werden bundesseitig weitere Organisationen und Aktivitäten finanziert, die
auf Basis einer vom Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
für Europa sowie von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
verbreiteten Erklärung davon ausgehen, dass unter anderem bereits vier- bis
sechsjährige Kinder in „Sexualsprache“ unterrichtet werden sollten und
dass bereits Kinder bis zum Alter von vier Jahren über „frühkindliche
Masturbation“ informiert werden sollten (wenn ja, bitte alle Organisationen je
Jahr auflisten und Finanzierung darlegen, vgl. www.bzga-whocc.de/fileadm
in/user_upload/BzgA_Standards_German.pdf, S. 42 und S. 44).
Berlin, den 12. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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