Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur "Frühsexualisierung" durch Bundesmittel (Antwort zu Drs. 21/1162)
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Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur "Frühsexualisierung" durch Bundesmittel (Antwort zu Drs. 21/1162)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1339
21. Wahlperiode 22.08.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Reichardt,
Sebastian Maack, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/1162 –
Fragen zur Finanzierung von Kampagnen zur „Frühsexualisierung“ durch
Bundesmittel
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Webseite des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen
und Jugend (BMBFSFJ) zeigt eine Auflistung von Organisationen, die laut
Bundesministerium von der Bundesregierung eingeladen wurden, um „ihre
Expertise“ zum Aktionsplan „Queer leben“ einzubringen (www.bmfsfj.de/bmf
sfj/themen/gleichstellung/queerpolitik-und-geschlechtliche-vielfalt/
uebersichtder-ausgewaehlten-verbaende-222202).
Wie im Folgenden nach Ansicht der Fragesteller dargelegt wird, finden sich
bei zahlreichen der aufgelisteten Organisationen jedoch immer wieder
Standpunkte und Forderungen, die auf eine Frühsexualisierung von Kindern
hinauslaufen – bis hin zum Kindergartenalter. Kleinkinder sollten nach Ansicht der
Fragesteller ihren Körper jedoch in ihrem eigenen Tempo kennenlernen
dürfen, statt durch Frühsexualisierung dazu genötigt zu werden, wie dies mit den
folgenden beispielhaft gewählten Darstellungen nach Auffassung der
Fragesteller mustergültig propagiert wird:
– Der vom BMBFSFJ aufgelistete Verein „BiNe – Bisexuelles Netzwerk
e. V.“ bezeichnet es beispielsweise auf seiner Webseite als
„wünschenswert“, dass „Bisexualität (und Pansexualität)“ nicht nur „im Unterricht
aller Schulformen“, sondern auch verstärkt „in Kindertagesstätten (positiv)
besprochen wird“ (www.bine.net/schule).
– Die ebenfalls beim BMBFSFJ aufgelistete Deutsche Gesellschaft für
Transidentität und Intersexualität (dgti) sieht gleichfalls ausdrücklich
Kindertagesstätten als relevanten Kooperationspartner für die eigene Arbeit an: „In
den letzten Jahren haben Beratungsanfragen, aber auch das Interesse der
Öffentlichkeit am Thema Trans*, stark zugenommen. Der
Informationsbedarf von Kindertagesstätten, Schulen, Familien, Jugendlichen,
Erwachsenen, Firmen, medizinischen Institutionen, Medien, Unterstützer*innen etc.
stellt eine Herausforderung dar. Um der großen Nachfrage gerecht zu
werden, baut die dgti seit vielen Jahren ein bundesweit flächendeckendes Netz
an qualifizierten Angeboten aus“ (https://dgti.org/2021/08/19/die-dgti/).
– Die Organisation Dissens – Institut für Bildung und Forschung e. V. sieht
„Sexuelle und Geschlechtliche Vielfalt“ in einer Liste empfohlener Litera-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren,
Frauen und Jugend vom 21. August 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
tur als angebrachte „Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik“ (www.
dissens.de/fileadmin/EcaRoM/Literatur-__Material-_und_Spieleliste_Eca
RoM.pdf). Bei der in diesem Zusammenhang empfohlenen Broschüre
handelt es sich um eine Handreichung, die sich explizit an pädagogische
Fachkräfte der Kindertagesbetreuung richten soll (https://queerformat.de/
wp-content/uploads/2023/04/mat_kita_QF-Kita-Handreichung-2018.pdf).
– Der Verein Intergeschlechtliche Menschen e. V. positioniert sich in einem
Forderungskatalog dahin gehend, dass Kindergärtner Intersexualität
thematisieren sollen: „In der Ausbildung sämtlicher medizinischer und
sozialer Berufe, z. B. von ÄrztInnen, Hebammen, Krankenschwestern,
PflegerInnen, PsychologInnen, LehrerInnen, KindergärtnerInnen, Sozialarbeiter-
Innen etc., wird Intersexualität verpflichtender Bestandteil des Lehrplans“
(https://im-ev.de/forderungen/).
– Der Lesben- und Schwulenverband Deutschland (LSVD) – Verein für
europäische Kooperation e. V. erklärt: „Geschlechtliche und sexuelle
Vielfalt ist ein Thema für jede Kita. Im Kita-Alltag gibt es Kinder, die sich
nicht als ‚typische‘ Jungs oder ‚typische‘ Mädchen verhalten oder trans*
sind. Die Vielfalt von Geschlechter-Rollen und Familien-Modellen muss
als Teil der frühkindlichen Bildung auch von Fachkräften in Kitas
wahrgenommen und als Teil der kindlichen Identität akzeptiert werden“ (www.lsv
d.de/de/ct/4386-Vielfalt-in-der-Kita-Methoden-fuer-Kita-Fachkraefte).
– Der Verein rubicon e. V. bewirbt als Hilfsangebot die Gruppensitzung
„Trans*KidsCologne“, deren Zielgruppe auf der Internetseite klar benannt
wird: „Für Kinder und Jugendliche im Alter von 5–14 Jahre“ (https://rubic
on-koeln.de/gruppen/transkidscologne/).
– Das Trans-Kinder-Netz e. V. präsentiert auf seiner Webseite
„Erfahrungsberichte“ von vier- bis neunjährigen Kindern (www.trans-kinder-netz.de/e
rfahrungsberichte-kinder.html).
– Der Verband pro Familia – Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung e. V. benennt seine Zielgruppen auf
seiner Internetpräsenz klar und deutlich. Die „sexualpädagogischen
Angebote“ des Verbands richten sich demnach unter anderem an „Kinder und
Jugendliche aus dem außerschulischen Bereich, in Einrichtungen der
öffentlichen Erziehungshilfe, der Jugendhilfe und der offenen,
verbandlichen und kommunalen Jugendarbeit sowie aus Kindergärten und
Kindertagesstätten“ (www.profamilia.de/fachinfos/nach-themen/sexuelle-bildung).
Bereits vor vielen Jahren berichteten Medien über die massive
Verharmlosung von Pädophilie in vergangenen Publikationen von „pro Familia“
(www.tagesspiegel.de/politik/die-probleme-von-pro-familia-mit-der-dista
nz-6933151.html).
– Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld äußerte sich in Person ihres
Vorstands Helmut Metzner folgendermaßen zur Erbauung und Ermöglichung
einer „queeren“ Kindertagesstätte in Berlin im Jahr 2022: „Es ist toll, dass
in der Regenbogen-Hauptstadt Berlin eine solche Kita entsteht“ (www.tag
esspiegel.de/berlin/protest-gegen-rechte-kampagne-afd-demonstriert-in-be
rlin-gegen-queere-kita--mehr-als-300-menschen-stellen-sich-ihr-entgegen-
8813059.html). In dem hier zitierten „Tagesspiegel“-Bericht heißt es über
das entsprechende Projekt der Schwulenberatung Berlin: „Die Kita ist Teil
des ‚Lebensortes Vielfalt‘, einem Mehrgenerationenhaus für homo-, bi-,
trans-, und intersexuelle Menschen.“ Im Vorstand des Trägervereins dieser
Schwulenberatung saß bis zu seinem nach kritischer
Medienberichterstattung erfolgten Rücktritt der Soziologe Rüdiger Lautmann, der 1994 eine
„Studie“ mit dem Titel „Die Lust am Kind. Portrait des Pädophilen“
veröffentlicht hatte (siehe den eben verlinkten „Tagesspiegel“-Bericht). Die
hier erwähnte Schwulenberatung Berlin befindet sich ebenfalls auf der
Liste der von der Bundesregierung eingeladenen Organisationen, die das
Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend
veröffentlicht hat (www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/queerpoli
tik-und-geschlechtliche-vielfalt/uebersicht-der-ausgewaehlten-verbaende-
222202). Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld wird laut Antwort der
Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion der AfD auf
Bundestagsdrucksache 20/14098 mit erheblichen Bundesmitteln finanziert.
– Aufgelistet ist beim BMBFSFJ ferner die Organisation Queerformat –
Fachstelle Queere Bildung (Queerformat e. V.). Diese Organisation
fungierte als Mitherausgeber der Handreichung „Murat spielt Prinzessin, Alex
hat zwei Mütter und Sophie heißt jetzt Ben – Sexuelle und geschlechtliche
Vielfalt als Themen frühkindlicher Inklusionspädagogik“, die sich
ausdrücklich an pädagogische Fachkräfte in Kindertagesstätten richtet
(https://queerformat.de/wp-content/uploads/2023/04/mat_kita_QF-Kita-H
andreichung-2018.pdf).
– Nicht vom BMBFSFJ aufgelistet, aber in den Augen der Fragesteller
dennoch hinsichtlich einer eventuellen Finanzierung mit Bundesmitteln
relevant ist das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg,
welches neben der Organisation „Queerformat“ als Mitherausgeber dieser
schon erwähnten Frühsexualisierungsbroschüre fungierte. Vor dem
Hintergrund der Finanzierung dieser Broschüre durch den Berliner Senat (www.t
agesspiegel.de/gesellschaft/queerspiegel/kita-ratgeber-zu-sexueller-vielfal
t-polarisiert-3928720.html) wird sich diese Kleine Anfrage auch der Frage
widmen, inwiefern ggf. das Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut
Berlin-Brandenburg mit Bundesmitteln unterstützt wird.
– Ebenfalls nicht in der Bundesministeriumsliste (BMBFSFJ) erwähnt ist
das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (ehemals Bundeszentrale
für gesundheitliche Aufklärung), welches jedoch eine Einrichtung im
Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit ist (www.bioeg.de/
ueber-uns/), sodass sich die Bundesregierung die Positionen und
Handlungen dieses Instituts ebenfalls zurechnen lassen muss. Für eine
Schutzgebühr von 80 Euro bietet das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit auf
seiner Internetseite die Kindergartenbox „Entdecken, schauen, fühlen!“ an
(https://shop.bioeg.de/kindergartenbox-entdecken-schauen-fuehlen-13700
000/). Dabei handle es sich um „ein Medienpaket zur Sexualerziehung für
Kinder im Vorschulalter“.
1. Werden oben aufgelistete Vereine, Einrichtungen oder Projekte mit
Bundesmitteln gefördert, und wenn ja, in welcher Höhe (bitte gegebenenfalls
nach Projekt und Jahren seit Beginn der Förderung aufschlüsseln), und
welche weitere Förderung erfahren diese ggf. in sonstiger Weise durch die
Bundesregierung (beispielsweise Erwähnung in Flyern, auf Internetseiten
und dergleichen)?
Von den aufgelisteten Organisationen werden im Bundesprogramm
„Demokratie leben!“ in der aktuellen 3. Förderperiode Projekte des Familien- und
Sozialverein des LSVD+ – Verband Queere Vielfalt e.V. und von rubicon e.V.
gefördert. Die Fördersummen können der Programmwebsite entnommen werden:
www.demokratie-leben.de/dl/projektpraxis/projekte-finden/.
Die Fördersummen der vergangenen Förderperioden können ebenfalls der
Programmwebsite entnommen werden: www.demokratie-leben.de/dl/foerderun
g/fruehere-foerderperioden.“
Von den aufgeführten Organisationen hat das Auswärtige Amt den Lesben- und
Schwulenverband Deutschland (LSVD) – Verein für europäische
Kooperationen e.V. bei der Realisierung von Projekten im Ausland finanziell
unterstützt. Diese Projektförderung hatte den nachfolgenden Umfang:
2021: 133 000 Euro,
2022: 43 000 Euro,
2023: 251 000 Euro,
2024: 236 000 Euro,
2025: 4 000 Euro.
Im Programm Entwicklungsbezogene Bildung in Deutschland, im Auftrag des
Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
umgesetzt von Engagement Global, wurde die an Erwachsene gerichtete
Veranstaltung „Queere Entwicklungspolitik 2.0: Building Legendary Alliances“ in
Hamburg 2024 in Kooperation mit dem LSVD+ – Verband Queere Vielfalt e.V.
durchgeführt. Engagement Global hat für die Veranstaltung in 2024 ein Budget
von 19 064,43 Euro aus EBD-Mitteln verausgabt.
Der Verband „pro familia – Deutsche Gesellschaft für Familienplanung,
Sexualpädagogik und Sexualberatung e.V.“ wird wie folgt von der Bundesregierung
gefördert. Dabei sind die Angaben für das Jahr 2025 unter dem Gesichtspunkt
der vorläufigen Haushaltsführung zu betrachten.
Förderung der Bundesgeschäftsstelle
Jahr Förderhöhe
2015 800 000,00 Euro
2016 850 000,00 Euro
2017 832 787,23 Euro
2018 880 000,00 Euro
2019 920 000,00 Euro
2020 946 687,24 Euro
2021 980 000,00 Euro
2022 995 000,00 Euro
2023 1 095 000,00 Euro
2024 1 188 199,64 Euro
2025 854 000,00 Euro
Verbandsübergreifende Fachaufgaben:
2014 bis 2025 jährlich 25 000,- Euro
Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) erhält Zuwendungen in
folgend aufgeführter Höhe.
Jahr Förderhöhe
2015 5 168 945,02 Euro
2016 5 093 336,59 Euro
2017 5 110 650,61 Euro
2018 5 111 814,60 Euro
2019 5 111 993,29 Euro
2020 5 563 067,10 Euro
2021 4 984 257,98 Euro
2022 5 282 734,13 Euro
2023 5 300 641,86 Euro
2024 5 036 780,84 Euro
2025 5 183 000,00 Euro
Weitere Förderung im Sinne der Fragestellung hat nicht stattgefunden.
Ob und inwieweit die in der Fragestellung aufgelisteten Organisationen in
sonstiger Weise mit der Bundesregierung in Kontakt stehen beziehungsweise in
Publikationen oder Internetauftritten der Bundesregierung erwähnt werden,
lässt sich in Anbetracht der Allgemeinheit der Fragestellung nicht abschließend
beantworten.
2. Haben sich nach Ansicht der Bundesregierung bei der Finanzierung der
Bundesstiftung Magnus Hirschfeld oder bei der Finanzierungshöhe
Veränderungen gegenüber der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine
Anfrage der Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 20/14098
ergeben (wenn ja, bitte die Förderung der entsprechenden Projekte aktualisiert
aufschlüsseln)?
Nein, es haben sich keine Veränderungen ergeben.
3. Mit welchen Geldbeträgen finanziert die Bundesregierung ggf. die
Bereitstellung der sogenannten Kindergartenbox mit dem Titel „Entdecken,
schauen, fühlen!“ durch das zum Geschäftsbereich des
Bundesministeriums für Gesundheit gehörende Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), und wie viele dieser
Kindergartenboxen wurden ggf. nach Kenntnis der Bundesregierung angeschafft, und
welche Einnahmen wurden bislang durch Vermietung, Leihe o. Ä. erzielt
(bitte je Jahr auflisten)?
Die Finanzierung für die Entwicklung und Produktion der aktuellen
Kindergartenbox (2500 Stück) und die Einnahmen in Form von Schutzgebühren sind im
Folgenden aufgelistet.
Jahr Finanzierung Schutzgebühr/Einnahmen
2019 46 663,91 Euro 0 Euro
2020 98 162,31 Euro 0 Euro
2021 8 458,05 Euro 0 Euro
2022 0 Euro 0 Euro
2023 72 511,72 Euro 47 440,00 Euro
2024 0 Euro 57 760,00 Euro
2025 0 Euro 8 800,00 Euro
4. Werden bundesseitig weitere Organisationen und Aktivitäten finanziert,
die auf Basis einer vom Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation
(WHO) für Europa sowie von der Bundeszentrale für gesundheitliche
Aufklärung verbreiteten Erklärung davon ausgehen, dass unter anderem
bereits vier- bis sechsjährige Kinder in „Sexualsprache“ unterrichtet werden
sollten und dass bereits Kinder bis zum Alter von vier Jahren über
„frühkindliche Masturbation“ informiert werden sollten (wenn ja, bitte alle
Organisationen je Jahr auflisten und Finanzierung darlegen, vgl. www.bzg
a-whocc.de/fileadmin/user_upload/BzgA_Standards_German.pdf, S. 42
und S. 44).
Eine Förderung von Organisationen und Aktivitäten im Sinne der Fragestellung
ist der Bundesregierung nicht bekannt.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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