Zum aktuellen Stand der Bundesagentur für Sprunginnovationen
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Zum aktuellen Stand der Bundesagentur für Sprunginnovationen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/533
21. Wahlperiode 20.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Michael Kaufmann, Nicole Höchst, Adam Balten,
Dr. Christoph Birghan, Dr. Ingo Hahn, Andreas Mayer, Stefan Schröder, Sergej
Minich, Robin Jünger, Martin Reichardt, Dr. Paul Schmidt, René Bochmann, Sven
Wendorf, Maximilian Kneller und der Fraktion der AfD
Zum aktuellen Stand der Bundesagentur für Sprunginnovationen
Am 10. Oktober 2019 wurde in Leipzig die Bundesagentur für
Sprunginnovationen (SPRIND) gegründet (www.sprind.org). Ihr Ziel ist es,
Sprunginnovationen zu identifizieren, zu validieren und zu fördern. Mit Sprunginnovationen
sind disruptive Technologien gemeint, die erhebliches Marktpotenzial haben
und neue Lösungen für individuelle Bedürfnisse (Beispiel iPhone) oder
gesamtgesellschaftliche Herausforderungen (Beispiel CRISPR/Cas [Gen-Schere])
bieten.
Im Zeitraum von August 2023 bis Dezember 2024 führte das Fraunhofer-Instit
ut für System- und Innovationsforschung (ISI) im Auftrag des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) eine erste Evaluation der SPRIND
durch. Zu den Ergebnissen wurde am 29. Januar 2025 eine Zusammenfassung
(Executive Summary) veröffentlicht (www.isi.fraunhofer.de/de/competence-ce
nter/politik-gesellschaft/projekte/evalu_sprind.html#1_copy_c). Diese
Zusammenfassung fokussiert jedoch sehr stark auf qualitative und weniger auf
quantitative Aspekte. So finden sich darin nur wenige belastbare Aussagen zum
wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erfolg der SPRIND bzw. der von ihr
geförderten Projekte.
Angesichts der erheblichen Mittel, die über den Bundeshaushalt in den
vergangenen Jahren für die SPRIND bereitgestellt wurden (Haushaltstitel 3004/685 14
allein für 2023 und 2024 insgesamt 330,451 Mio. Euro), erscheint den
Fragestellern ein Blick auf den materiellen und immateriellen Return on Investment
aus den Tätigkeiten der SPRIND, mithin den Parametern, an denen sich deren
Erfolg messen lässt, nach nunmehr fünfeinhalb Jahren durchaus geboten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. In welcher Höhe wurden Haushaltsmittel des Bundes für die SPRIND seit
ihrer Gründung aufgewendet (bitte einzeln nach Jahren aufschlüsseln)?
2. Hat die SPRIND seit ihrer Gründung eigene Mittel erwirtschaftet, und
wenn ja, in welcher Höhe (bitte einzeln nach Jahren und Herkunft
aufschlüsseln)?
3. Wie verteilen sich die Aufwendungen der SPRIND auf die Bereiche
Verwaltungskosten, Aufwendungen für Gründungen, Finanzierung von
Forschungsvorhaben, gegebenenfalls weitere Bereiche (bitte einzeln nach
Jahren aufschlüsseln)?
4. Wie viele Projekte hat die SPRIND seit ihrer Gründung insgesamt
begleitet und finanziert (bitte auch den Bestand an geförderten Projekten zum
31. Dezember eines jeden Jahres nennen)?
5. Wie lange hat die SPRIND die geförderten Projekte bisher im
Durchschnitt
a) bis zur Ausgründung,
b) nach der Ausgründung
begleitet?
6. Wie viele der durch die SPRIND geförderten Projekte wurden bisher in
eine eigene Gesellschaft überführt (bitte einzeln nach Jahren
aufschlüsseln), und welche Projekte bzw. Gesellschaften sind das im Einzelnen?
7. Wie viele der durch die SPRIND geförderten Projekte haben bereits zu
marktreifen Produkten geführt, und welche sind das im Einzelnen?
8. Bei wie vielen der durch die SPRIND geförderten Projekte ist in den
kommenden zwölf Monaten mit marktreifen Produkten zu rechnen?
9. Wie viele der durch die SPRIND in eine eigene Gesellschaft überführten
Projekte erzielen bereits eigene Einnahmen, und welche Projekte bzw.
Gesellschaften sind das im Einzelnen (bitte auch die Höhe der Erlöse
nennen)?
10. Wenn die Anzahl in der Antwort zu Frage 9 größer null ist, welche dieser
Gesellschaften erzielen bereits Gewinne, und in welcher Höhe sind
gegebenenfalls Gewinnbeteiligungen an die SPRIND zurückgeflossen?
11. Plant die Bundesregierung in naher Zukunft eine weitere Evaluation der
SPRIND, in der auch die Auswirkungen des SPRIND-Freiheitsgesetzes
eingehender untersucht werden?
a) Wenn ja, wann soll diese Evaluation beginnen?
b) Wenn nein, warum hält die Bundesregierung eine weitere Evaluation
in naher Zukunft für entbehrlich?
12. War die Prüfung von Erfolgsparametern für die SPRIND Teil des
Evaluationsauftrags an das Fraunhofer ISI?
a) Wenn ja, wo lassen sich die Ergebnisse einsehen?
b) Wenn nein, warum wurde dieser Aspekt ausgeklammert?
13. Existiert eine gegenüber dem Executive Summary ausführlichere Version
des Evaluationsberichts, und ist diese öffentlich einsehbar?
a) Wenn diese öffentlich einsehbar ist, wo ist diese zu finden?
b) Wenn diese nicht öffentlich einsehbar ist, in welcher Form können die
Fragesteller darin Einsicht nehmen?
Berlin, den 12. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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