Ergänzende Fragen zu den Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden zu mutmaßlichen Beteiligungen deutscher Staatsangehöriger an Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/6602)
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Ergänzende Fragen zu den Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden zu mutmaßlichen Beteiligungen deutscher Staatsangehöriger an Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/6602)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7236
21. Wahlperiode 21.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sascha Lensing, Dr. Gottfried Curio, Dr. Christian Wirth,
Dr. Bernd Baumann, Christopher Drößler, Jochen Haug, Martin Hess, Steffen
Janich, Markus Matzerath, Arne Raue, Dr. Daniel Zerbin und der Fraktion der AfD
Ergänzende Fragen zu den Erkenntnissen deutscher Sicherheitsbehörden zu
mutmaßlichen Beteiligungen deutscher Staatsangehöriger an Kriegsverbrechen
im ehemaligen Jugoslawien
(Nachfrage zur Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 21/6602)
In ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/6602
verweist die Bundesregierung überwiegend auf frühere Antworten aus den
Jahren 2001, 2014 und 2026. Zugleich erklärt sie, den Sicherheitsbehörden lägen
keine über die Medienberichterstattung hinausgehenden Erkenntnisse vor.
Ferner führt sie aus, dass „Auslandskämpfer, ausländische Freiwillige und
(sonstige) nicht reguläre Kämpfer“ keine Kriterien seien, die in den
Verfahrensregistern des Generalbundesanwalts beim Bundesgerichtshof geführt würden
(Antwort zu Frage 1 auf Bundestagsdrucksache 21/6602, siehe außerdem www.md
r.de/nachrichten/welt/osteuropa/ostblogger/bosnien-krieg-sarajevo-scharfschuet
zen-touristen-menschenjagd-safari-100.html).
Zwischenzeitlich wurde über eine Ausweitung der Ermittlungen in mehreren
europäischen Staaten berichtet. Darüber hinaus wurde bekannt, dass Ende Juni
2026 ein Koordinierungstreffen unter Beteiligung von Eurojust sowie
italienischer, belgischer und bosnischer Ermittlungsbehörden stattfinden soll. Ferner
wird über Ermittlungen in Belgien (www.sueddeutsche.de/politik/extremisten-g
ruppe-sharia4belgium-haftstrafe-im-groessten-islamisten-prozess-europas-1.23
46180) sowie über weitere Verdächtige und mögliche Unterstützungsstrukturen
berichtet (www.krone.at/4181652).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Bundesbehörden wurden zur Beantwortung der Kleinen Anfrage
auf Bundestagsdrucksache 21/6372 konkret beteiligt?
2. Wurden zur Beantwortung der Kleinen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 21/6372 das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für
Verfassungsschutz, der Bundesnachrichtendienst, die Bundespolizei, das
Bundesarchiv und der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof jeweils
gesondert um Stellungnahme oder Erkenntnisabfrage gebeten?
3. Wenn Frage 2 bejaht wird, welche Erkenntnisse wurden jeweils durch die
einzelnen Behörden übermittelt?
4. Wurden zur Beantwortung der Kleinen Anfrage auf
Bundestagsdrucksache 21/6372 historische Aktenbestände oder Archivunterlagen
ausgewertet oder überprüft?
5. Wenn Frage 4 verneint wird, aus welchen Gründen wurde auf eine
Auswertung historischer Aktenbestände verzichtet?
6. Wie viele Ermittlungsverfahren wegen Völkerrechtsverbrechen im
Zusammenhang mit den Konflikten im ehemaligen Jugoslawien wurden seit
1991 durch den Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof
eingeleitet?
7. Gegen wie viele deutsche Staatsangehörige wurden seit 1991
Ermittlungen wegen mutmaßlicher Völkerrechtsverbrechen oder sonstiger schwerer
Straftaten im Zusammenhang mit den Konflikten im ehemaligen
Jugoslawien geführt?
8. Wie viele dieser in Frage 7 erfragten Ermittlungsverfahren wurden
eingestellt, und aus welchen Gründen erfolgte die Einstellung jeweils?
9. Bestand oder besteht seit Bekanntwerden der aktuellen Ermittlungen in
Österreich, Italien und Belgien ein Informationsaustausch deutscher
Behörden mit dortigen Strafverfolgungsbehörden?
10. Wurden seit Bekanntwerden der in Frage 9 erfragten Ermittlungen
Rechtshilfeersuchen oder sonstige Informationsersuchen aus Österreich, Italien,
Belgien oder Bosnien und Herzegowina an deutsche Behörden gerichtet?
11. Haben österreichische, italienische, belgische oder bosnische Behörden
deutschen Stellen Hinweise oder Informationen zu möglichen deutschen
Staatsangehörigen oder Personen mit Wohnsitz in Deutschland
übermittelt?
12. Wurde die Bundesrepublik Deutschland durch Eurojust oder andere
europäische Institutionen über Koordinierungsmaßnahmen oder
Ermittlungsbesprechungen im Zusammenhang mit den aktuellen Ermittlungen
unterrichtet oder hierzu eingeladen, und wenn ja, welche deutschen Behörden
waren beteiligt?
13. Wurden durch deutsche Behörden seit Bekanntwerden der Ermittlungen in
Österreich, Italien und Belgien eigene Erkenntnisabfragen oder Prüfungen
eingeleitet, und wenn ja, welche?
14. Hat die Bundesregierung Kenntnis von Ermittlungen zu möglichen
transnationalen Unterstützungs-, Reise-, Logistik- oder
Finanzierungsstrukturen im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen?
15. Aus welchen Gründen verweist die Bundesregierung in ihrer Antwort auf
die Kleine Anfrage auf Bundestagsdrucksache 21/6602 überwiegend auf
frühere Bundestagsdrucksachen, anstatt eine erneute ressortübergreifende
Sachstandsabfrage vorzunehmen?
16. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus ihrer
Feststellung, dass „Auslandskämpfer“, „ausländische Freiwillige“ und „(sonstige)
nicht reguläre Kämpfer“ keine Such- oder Erfassungskriterien in den
Verfahrensregistern des Generalbundesanwalts darstellen?
17. Plant die Bundesregierung Maßnahmen zur Verbesserung der Erfassung
und Auswertung historischer Erkenntnisse zu transnationalen Gewalt- und
Unterstützungsstrukturen im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten?
Berlin, den 3. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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