Rede von Holger Haibach (CDU/CSU) – Drucksachen 16/8905, 16/9471
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 8: Drucksachen 16/8905, 16/9471 –.
Text
Rede von Holger Haibach (CDU/CSU) – Drucksachen 16/8905, 16/9471
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und
Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Dass die
Menschenrechte uns einiges wert sind, sieht man auch
daran, dass Herr Beck fünf Minuten Redezeit bekommen
hat. Offensichtlich hat er das etwas falsch verstanden.
Ich hatte den Eindruck, er meinte, sieben Minuten zur
Verfügung zu haben. Zumindest hat er sich so lange
ausgelassen.
Der Anlass ist wichtig. Die Beantwortung der Großen
Anfrage, für die ich der Bundesregierung danke, ist
deutlich und zeigt die Defizite auf, die Kollege Beck hier
auch genannt hat. Ich finde, es lohnt sich aber, sich
genauer mit dem Antrag von Bündnis 90/Die Grünen
auseinanderzusetzen, der uns heute vorliegt. Ich würde das
gern anhand von zwei Leitfragen tun. Die erste Leitfrage
lautet: Stimmt das, was in diesem Antrag steht? Die
zweite Leitfrage lautet: Ist das wirklich etwas Neues?
Wir sollten uns hier eigentlich nur dann mit Themen
beschäftigen, wenn wir erkennbare Veränderungen sehen
oder wenn wir an der einen oder anderen Stelle
erkennbare Fortschritte sehen. Wenn ich mir diesen Antrag
anschaue, dann habe ich da Zweifel.
(Ute Koczy [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Das ist ein Dauerthema!)
– Ich weiß, dass dies ein Dauerthema ist, Frau Kollegin,
aber auch Dauerthemen werden dadurch, dass man sie
immer wieder neu zusammenfasst, nicht besser. Sie
werden vor allem nicht entschieden besser.
Zu Beginn Ihres Antrags heißt es, die
Bundesregierung sei in der Frage, wie man mit China in der Zukunft
umgehen solle, gespalten; im Übrigen verlören die
Bundesregierung und die Koalition sich in Symbolpolitik.
Dazu muss ich sagen: Hier können Sie auf Ihre eigene
Regierungszeit verweisen. Ich bin immer wieder
überrascht darüber, wie schnell Sie sich in die Opposition
verabschiedet haben. Ich kann mich daran erinnern, dass
es auch unter Rot-Grün solche Diskussionen gegeben
hat, nämlich als es um die Frage eines Waffenembargos
ging. Trotzdem haben Sie hier im Bundestag als
Koalitionsfraktion abgestimmt. Es mag sein, dass wir an der
einen oder anderen Stelle unterschiedlicher Meinung
Holger Haibachsind, lieber Herr Kollege Beck, aber tun Sie nicht so, als
sei das etwas Besonderes. Akzeptieren Sie es als das,
was es ist, nämlich ein Meinungsstreit in der
Demokratie.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der SPD)