Rede von Paul Lehrieder (CDU/CSU) – Drucksache 16/9482
Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 3 a: Drucksache 16/9482 –.
Text
Rede von Paul Lehrieder (CDU/CSU) – Drucksache 16/9482
Herzlichen Dank, Frau Kollegin Reinke. Mit etwas
Geduld hätte sich die Frage erübrigt. Ich wäre ohnehin
darauf zu sprechen gekommen. So habe ich etwas mehr
Redezeit. Danke schön dafür.
Wir halten eine Ausweitung der Leistung des
Schulbedarfspakets über die 10. Jahrgangsstufe hinaus für
geboten.
Frau Reinke, hören Sie zu? Haben Sie es verstanden? –
Herr Präsident, die Kollegin Reinke konnte meine
Antwort nicht vernehmen. Ich wiederhole sie. – Aber
vielleicht können Sie alle auch etwas leiser sein.
Sehr geehrte Frau Reinke, wir halten eine Ausweitung
der Leistung des Schulbedarfspakets über die
10. Jahrgangsstufe hinaus für geboten. Insofern besteht
Einvernehmen mit den Kolleginnen und Kollegen von
der SPD.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei
Abgeordneten der SPD und der FDP – Britta
Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]:
Warum machen Sie es dann nicht gleich?)
Hierdurch sollen Schülerinnen und Schüler an
allgemeinbildenden und berufsbildenden Schulen in gleicher
Weise gefördert werden.
Von der Kollegin Westrich wurde zutreffend die
Berufsaufbauschule exemplarisch angeführt. Diese Auffassung
teilen wir.
Zudem möchten wir prüfen, ob die Förderung über
den Kreis von Empfängern von Leistungen nach dem
SGB II bzw. dem SGB XII hinaus auch Familien mit
geringem Einkommen – um die machen sich unsere
Freunde von der Linkspartei genauso Sorgen wie wir –
zugutekommen kann, wobei insbesondere der Kreis der
sogenannten Aufstocker und Kinderzuschlagsbezieher
einbezogen werden müsste.
(Britta Haßelmann [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Warum machen Sie es dann nicht?)
Um eine sozial ausgewogene und gerechte Lösung für
alle Familien gleichermaßen zu erreichen, werden wir
sine ira et studio mit unserem Koalitionspartner eine
gerechte Prüfung mit Blick auf alle Familien mit Kindern
im entsprechenden Alter vornehmen.
Zur Frage der Kollegin Haßelmann: „Warum nicht
jetzt?“ Folgendes: Das erste Schulstarterpaket – Sie
kennen den Jahresablauf – wird es frühestens im August
2009 geben. Das heißt, wir können mit dem
Koalitionspartner eine sozial ausgewogene gerechte Lösung auch
nach dem 1. Januar 2009 noch diskutieren.
(Beifall bei der CDU/CSU – Johannes
Singhammer [CDU/CSU]: Wir schaffen das
rechtzeitig!)
Da diese Prüfung etwas Zeit erfordert, die Erhöhung
des Kindergeldes in diesem Gesetz jedoch nicht
verzögert werden soll, bitten wir Sie, dem Gesetz in der
jetzigen Form insoweit zuzustimmen – mit der Maßgabe,
dass die Ausweitung des Kreises der Bezugsberechtigten
für das Schulstarterpaket, wie ausgeführt, noch geprüft
wird. Da sind wir mit unserem Koalitionspartner völlig
d’accord; da passt zwischen uns kein Blatt.
Zusätzlich und im gleichen Atemzug sollte – auch das
ist ein Gebot der Gerechtigkeit bezüglich der jeweils
betroffenen Kinder – die Steuerbefreiung von
Arbeitgeberleistungen für Kinderbetreuung und -unterbringung,
welche derzeit mit dem sechsten Lebensjahr des Kindes
endet, in Zukunft bis zum vollendeten 14. Lebensjahr
des Kindes gewährt werden.
Hierbei, Frau Kollegin Westrich, handelt es sich
keinesfalls nur um Internatskosten. Auch die
alleinerziehende Krankenschwester ist darauf angewiesen, dass ihr
schulpflichtiges Kind nachmittags vernünftig betreut
wird.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg.
Carl-Ludwig Thiele [FDP] – Swen Schulz
[Spandau] [SPD]: Sie sollten mehr
Ganztagsschulen einrichten!)
Es ist nicht einzusehen, dass diese Kosten – anders als
bei einem unter sechsjährigen Kind – nicht abgesetzt
werden können.
Hier besteht noch Diskussionsbedarf mit unserem
Koalitionspartner. Das erkennen wir an. Wir bemühen
uns um eine gerechte, korrekte und soziale Lösung. Ich
kenne die Genossinnen und Genossen aus der
Sozialdemokratie gut genug, um zu wissen, dass auch ihnen eine
soziale Lösung am Herzen liegt. Ich freue mich auf die
Diskussion in der nächsten Zeit.
Insofern wird das Jahr 2009 ein gutes Jahr für
Familien, für Kinder und hoffentlich auch für uns in der
Politik.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU)Vizepräsident Dr. Hermann Otto Solms:
Ich schließe die Aussprache.
Bevor wir zur Abstimmung kommen, möchte ich
zwei Bemerkungen machen.
Erstens. Gegenwärtig liegen 52 Erklärungen zur
Abstimmung nach § 31 unserer Geschäftsordnung vor, die
wir zu Protokoll nehmen.1)
Zweitens. Der Kollege Carl-Ludwig Thiele möchte in
der zweiten Beratung mündlich einen Änderungsantrag
einbringen, den er jetzt vortragen und begründen wird
und auf den Sie dann gegebenenfalls reagieren können.
Danke.
Relationen
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