Deutscher Weinbauverband e.V.
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Deutscher Weinbauverband e.V.
Tätigkeit: Berufsverband
Zweck des Verbandes ist es, die Gesamtinteressen seiner Mitglieder gegenüber internationalen und nationalen Institutionen und Organisationen im In- und Ausland zu vertreten und die beruflichen Belange der deutschen Winzerschaft zu wahren und zu fördern und den Absatz des deutschen Weines nach Kräften zu fördern. Diesen Zweck erfüllen wir indem wir unsere Mitglieder duch Informationsschreiben informieren, uns über Stellungnahmen und in Anhörungen sowie Besprechungen in die Rechtssetzungsverfahren einbringen und die Sicht der Berufspraxis darlegen.
Interessenbereiche: Land- und Forstwirtschaft; Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz; Verkehrspolitik; Verbraucherschutz; Kleine und mittlere Unternehmen; Öffentliche Finanzen, Steuern und Abgaben; Parlamentarisches Verfahren; Artenschutz/Biodiversität; Klimaschutz; EU-Gesetzgebung; Sonstiges im Bereich "Gesundheit"; Sonstiges im Bereich "Europapolitik und Europäische Union"; Lebens- und Genussmittelindustrie; Lebensmittelsicherheit
Regelungsvorhaben:
- Anbaustopp und Marktstrukturmaßnahmen: Aufgrund der derzeit schwierigen Marktsituation soll die nachhaltige Zukunft der Weinbranche durch regulierende Maßnahmen sichergestellt werden. Hierfür fordern wir von der Budnesregierung unterstütztung im Bereich der Krise in Brüssel und wir fordern einen Anbaustopp bei Beibehaltung eines Vorwegabzugs von 3 ha.
- DWV-Rotationsbrache im Rahmen der Agrarförderung: Einführung einer angemessenen Honorierung der durch die Weinbranche erbrachten Biodiversitätsleistungen die gleichzeitig zu einer Marktstabilisierung führen kann.
- Wiederzulassung von KP im Ökoweinbau: Zum effektiven Erreichen der geforderten 30 % Ökolandwirtschaft bis 2030 bedarf es des richtigen Werkzeugkastens, hierfür ist die Wiederzulassung von KP erforderlich.
- Moderne und digitale Kennzeichnung für Nährwerte und Zutaten: Zulassung eines generischen Symbols zur Kennzeichnung des E-Labels.
- Diskussion der deutschen Position in der OIV: Diskussion der deutschen Positionen in der OIV zu einer Vielzahl an Resolutionsentwürfen unter anderem zu entalkoholisiertem Wein, Gesundheitshinweisen und Nährwert- und Zutatenangaben.
- Nationale Umsetzung der EU (VO) 2024/1143: Schaffung einer die Praxis verbessernden Rechtsgrundlage, die insbesondere die Finanzierung der Schutzgemeinschaften ermöglicht, die Strukturen im Weinbau stärkt und die erforderliche Rechtssicherheit bietet.
- Anforderungen der Weinbranche an die zukünftige GAP: Schaffung praxistauglicher Vorgaben und erhalt der eigenständigen Weinförderstruktur im Rahmen der GAP nach 2027.
- Effektiver und nachhaltiger Pflanzenschutz in Steillagen: Zulassung der effektiven Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in Steillagen durch Drohnen und Helikopter Applikation zum Erhalt der dort nachgewiesenen Biodiversität und zum Schutz des Apollofalters.
- Stärkung der Aufklärung zu moderatem Weinkonsum: Beibehaltung der Trennung von moderatem Weinkonsum und schädlichem Alkoholmissbrauch sowie der Förderung der freiwilligen Selbstverpflichtung gegenüber gesetzlichen Regelungen. Unterstützung von Wine in Moderation.
- Förderung von Vereinbarkeit von Beruf und Familie: Der DWV engagiert sich für die Förderung von Frauen ebenso wie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Weinbau. Darüber hinaus setzt sich der DWV für die Themen soziale Absicherung und Generationenwechsel im Weinbau ein.
- Kinder und Jugendliche wirksam vor Gefahren schützen: Das Deutsche Jugendschutzgesetz hat sich bewährt. Es soll Kinder und Jugendliche wirksam vor Gefahren schützen, es soll aber auch ihre Entwicklung zu selbstbestimmt handelnden Persönlichkeiten fördern. Der Deutsche Weinbauverband als Dachverband der Deutschen Weinerzeuger setzt sich seit Jahren intensiv für einen starken Jugendschutz ein, insbesondere auch mit den Präventionskampagnen wie „Wine in moderation“ oder „DONT DRINK AND DRIVE“, die in Deutschland durch die Deutsche Weinakademie umgesetzt werden. Der Deutsche Weinbauverband befürwortet die Streichung der Ausnahmeregelung für jüngere Personen, wobei die bewährte Altersgrenze bei 16 verbleibt.
- Faire Löhne und sozialversicherungsfreie Beschäftigung: Wir bekennen uns zu einem fairen Arbeitslohn für alle Arbeitsnehmer und zur Arbeit der Mindestlohnkommission. Aufgrund der allgemeinen wirtschaftlichen Situation sehen wir uns gezwungen für Saisonarbeitskräfte in der Landwirtschaft und im Weinbau eine Reduzierung des Mindestlohns auf Faktor 0,8 des regulären Satzes zu fordern. Dabei soll der Mindestlohn nicht unter den aktuellen Standard von 12,82 € sinken. Diese Maßnahme ist dringend erforderlich, um die Existenzgrundlage vieler kleiner und mittelständischer Unternehmen in der Weinbranche zu bewahren.
Herausforderung: Rechtssichere sozialversicherungsfreie Beschäftigung: Kein Risiko für Betriebe im Rahmen der Prüfung und ggf. einer Nachzahlung. Hier muss das Merkmal der „Berufsmäßigkeit“ rechtlich klar definiert werden.
- US-Strafzölle für Weine vermeiden: Als Reaktion auf die Stahl- und Aluminiumzölle der USA hat die EU-Kommission das Wiederaufleben der ausgesetzten Zölle u.a. auf US-amerikanischen Whiskey angekündigt. Darüber sind wir besorgt, ebenso wie über die Aufnahme von Wein, aromatisierten Weinerzeugnissen und Spirituosen in die EU-Liste möglicher Produkte, die Gegenstand künftiger Vergeltungsmaßnahmen sein könnten. Daher setzen wir uns dafür ein, dass es keine Zölle auf alkoholhaltige Getränke gibt.
- Absatzförderung von Wein: Wir sind der festen Überzeugung, dass Werbeverbote keine nachhaltige Lösung für die Herausforderungen im Bereich des Alkoholmissbrauchs darstellen. Sie sind eine scheinbare Lösung, die nicht im Einklang mit einer verantwortungsvollen und selbstbestimmten Politik steht. Vielmehr bedarf es verstärkter Aufklärung und Prävention, wie sie durch Programme wie „Wine in Moderation“ und „DONT DRINK AND DRIVE“ bereits erfolgreich betrieben wird.
- Sicherung der deutschen Rebpflanzgutproduktion: Zur Sicherung des Veredelungsprozesses von Rebpflanzgut in Deutschland ist eine erneute, zeitlich begrenzte Zulassung eines Desinfektionsmittels für das Vermehrungsmaterial notwendig. Bestehende Schutzauflagen sollen beibehalten werden.
- Deutschlandweite Zulassung eines Wuchsstoffes für die Weinbranche: Zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln und mechanischer Bodenbelastung sowie zur Resistenzvermeidung, wird die bundeseinheitliche, praxistaugliche Zulassungserweiterung des Wuchsstoffs für den Weinbau gefordert.
- Diskussion zur Schaumweinsteuer: Der Deutsche Weinbauverband e.V. (DWV) nimmt ausschließlich zur geplanten Erhöhung der Schaumweinsteuer Stellung. Die geplante Anhebung der Schaumweinsteuer um 20 Prozent lehnt die deutsche Weinwirtschaft entschieden ab.
Der Vorschlag kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Die Branche befindet sich in einer der schwersten wirtschaftlichen Krisen der vergangenen Jahrzehnte. Sinkende Absatzmengen, ein rückläufiger Weinkonsum, steigende Produktions- und Energiekosten sowie erhebliche Unsicherheiten auf den internationalen Märkten setzen Erzeuger, Genossenschaften, Kellereien und den Weinfachhandel gleichermaßen unter Druck. Eine zusätzliche steuerliche Belastung würde diese Entwicklung weiter verschärfen.
- GAP nach 2028: Diskussionen zur GMO, zur NRPP und zur GAP-Verordnung für die GAP nach 2028
- Initiative zur Abschaffung der Festsetzung von Verspätungszuschlägen bei Grundsteueränderungsanzeigen: Überprüfung der gesetzlichen Anzeigepflichten für Zwecke der Grundsteuer sowie der hieran anknüpfenden Verspätungszuschläge
- Wettbewerbsfähigkeit der Weinbranche stärken: Deutschland braucht einen klaren, entschlossenen Reformkurs und eine Wachstumsagenda. Wir unterstützen das Ziel der Bundesregierung, die wirtschaftliche Stärke unseres Landes zu erneuern, Investitionen zu ermöglichen und Vertrauen in den Standort Deutschland zurückzugewinnen.
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