Infrastrukturen für Innovationen - Klimagerecht, barrierefrei und digital auf dem Campus (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2047)
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Infrastrukturen für Innovationen - Klimagerecht, barrierefrei und digital auf dem Campus (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2047)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8194
21. Wahlperiode 24.09.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und
Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/2047 –
Infrastrukturen für Innovationen – Klimagerecht, barrierefrei und digital auf
dem Campus
A. Problem
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN stellt fest, dass ein großer Bedarf an
Investitionen in Forschungsinfrastruktur bestehe. Laut
Hochschulrektorenkonferenz belaufe sich der Sanierungs- und
Modernisierungsstau im deutschen Hochschulbau auf mindestens 90 Milliarden
Euro. Viele Lehr- und Hochschulgebäude zeigten erhebliche energetische
Mängel. Zudem bestünden signifikante Investitionslücken in Bezug auf Mensen
und Cafeterien, die vom Studierendennetzwerk auf rund 4 Milliarden Euro
geschätzt würden. Die aktuelle Infrastruktur der Hochschulen und
Forschungseinrichtungen entspreche nicht dem, was es erfordere für Studium,
Forschung und Lehre auf Spitzenniveau. Die eingeplanten 60 Millionen Euro für
die Schnellbauinitiative der Bundesregierung würden dem Bedarf an
Investitionen nicht gerecht. Vor diesem Hintergrund schlage die Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eine Innovationsinitiative Zukunfts-Campus als
Bund-Länder-Pakt nach Artikel 91b des Grundgesetzes vor, mit dem Ziel, die
Hochschul- und Forschungsinfrastruktur moderner, klimaneutraler und
nachhaltiger zu gestalten.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD
und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei
Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke.
C. Alternativen
Keine.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/2047 abzulehnen.
Berlin, den 4. März 2026
Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und
Technikfolgenabschätzung
Dr. Karl Lauterbach
Vorsitzender
Dr. Hans Theiss
Berichterstatter
Sven Wendorf
Berichterstatter
Dr. Lina Seitzl
Berichterstatterin
Ayse Asar
Berichterstatterin
Nicole Gohlke
Berichterstatterin
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Bericht der Abgeordneten Dr. Hans Theiss, Sven Wendorf, Dr. Lina Seitzl, Ayse Asar
und Nicole Gohlke
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat die Vorlage auf Drucksache 21/2047 in seiner 35. Sitzung am 17. Oktober 2025
beraten und an den Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung zur
federführenden Beratung und an den Haushaltsausschuss und den Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung,
Bauwesen und Kommunen zur Mitberatung überwiesen.
II. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Haushaltsausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/2047 in seiner 30. Sitzung am 25. Februar 2026
beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, AfD, SPD und Die Linke gegen die Stimmen
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN deren Ablehnung.
Der Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen hat die Vorlage auf Drucksache
21/2047 in seiner 16. Sitzung am 25. Februar 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen der
CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung
der Fraktion Die Linke deren Ablehnung.
III. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung hat die Vorlage auf
Drucksache 21/2047 in seiner 16. Sitzung am 4. März 2026 beraten und empfiehlt mit den Stimmen der Fraktionen
der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei
Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke deren Ablehnung.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht den Investitionsbedarf von 90 bis 140 Milliarden Euro im
Hochschulwesen nicht durch die im Rahmen der Schnellbauinitiative der Bundesregierung bereitgestellten 4
Milliarden Euro abgedeckt. Statt kurzfristiger Maßnahmen schlägt die Fraktion eine auf zehn Jahre angelegte
Initiative vor, um Hochschulen zu modernisieren, zu digitalisieren und barrierefrei zu gestalten. Investitionen in
Energieeffizienz und erneuerbare Energien stellten angesichts steigender CO2-Preise und volatiler Energiemärkte
eine langfristige Haushaltsstabilisierung der Hochschulen dar. Sie fordert die Bundesregierung auf, im Bereich
zukunftsfähige Forschung und Lehre sowie im Bereich digitale Souveränität und künstliche Intelligenz (KI) die
erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen. Das Programm „KI in der Hochschulbildung“ sei ohne
Nachfolgeprogramm ausgelaufen. Ein bundesweiter Digitalpakt Hochschule beziehungsweise eine
Digitalpauschale solle die Kosten für IT-Infrastruktur und digitale Lehre abdecken, insbesondere da eine stabile
Infrastruktur eine essenzielle Voraussetzung für Cybersicherheit darstelle.
Die Fraktion der CDU/CSU hebt die Bedeutung von Hochschulen, Universitätskliniken und
Studierendenwerken für die Leistungs- und Zukunftsfähigkeit Deutschlands hervor. Deshalb seien im
Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität 4 Milliarden Euro für die Bereiche Bildungs- und
Betreuungsinfrastruktur, Hochschul- und Wissenschaftsinfrastruktur zur Verfügung gestellt worden, worunter
auch die Schnellbauinitiative Hochschule falle. Die Bund-Länder-Vereinbarung von Februar 2026 habe die
Voraussetzungen für eine Beschleunigung der Umsetzung geschaffen. Außerdem hätten sich die
Hochschulrektorenkonferenz, die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz sowie das deutsche Studierendenwerk
positiv zu diesen Vorhaben geäußert. Weitere Aufforderungen oder Aktionen seien daher nicht erforderlich,
weshalb die Fraktion den Antrag ablehne.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Die Fraktion der AfD kritisiert, dass der Antrag kein Infrastrukturprogramm, sondern lediglich einen politischen
Maßnahmenkatalog beinhalte. Die Bindung der Mittel an Bedingungen wie Klimaneutralität bis 2040 sei eine
klimapolitische Auflage, die ungeeignet sei, erforderliche Ziele wie Sicherheit, Funktionalität und
Wirtschaftlichkeit von Hochschulgebäuden zu erreichen. Die vorgeschlagene Digitalpauschale sei unzureichend,
da Regelungen zu Betrieb, Standards und IT-Sicherheit fehlten. Zudem berücksichtige der Antrag die
tatsächlichen Hindernisse am Bau nicht, insbesondere die Dauer der Genehmigungsverfahren, steigende Kosten,
Kapazitätsengpässe im Handwerk sowie komplizierte Vergaberegelungen. Daher lehne die Fraktion den Antrag
ab.
Die Fraktion der SPD stimmt dem Wortbeitrag der Fraktion der CDU/CSU zu und ergänzt, dass zusätzlich 100
Milliarden Euro aus dem Sondervermögen für Infrastruktur und Klimaneutralität den Ländern und Kommunen
für Investitionen in Infrastruktur zur Verfügung stünden. Die Bund-Länder-Vereinbarung habe eine tragfähige
Grundlage geschaffen. Für ihre Umsetzung müssten die Länder ihre Mittelzusagen ohne Substitution einhalten,
Planungs- und Genehmigungsverfahren deutlich beschleunigen – insbesondere zur Vermeidung exzessiver
Bauzeiten – und den Hochschulen mehr Handlungsspielräume bei der Modernisierung ihrer Infrastrukturen
einräumen. Der vorliegende Antrag sehe eine zehnjährige Innovationsinitiative vor, ohne zu benennen, woher die
dafür erforderlichen Mittel kommen sollten. Die Fraktion lehne daher den Antrag ab.
Die Fraktion Die Linke begrüßt, dass der Antrag die Unterfinanzierung der Hochschulinfrastruktur klar benennt.
Allerdings sei es nicht zielführend, als Lösungsmodell eine Finanzierung vorzuschlagen, die eine 50-prozentige
Beteiligung der Länder vorsehe, da diese auch in der Vergangenheit ihrer Verantwortung im Hochschulbau nicht
nachgekommen seien. Für finanzschwache Bundesländer stelle diese Quote eine große Herausforderung dar, was
die Ungleichheit zwischen den verschiedenen Hochschulstandorten weiter verschärfe. Zudem bleibe unklar, mit
welchem konkreten Volumen die vorgeschlagene Zehn-Jahres-Initiative ausgestattet werden solle. Auch der
Vorschlag, eine flächendeckende KI-Infrastruktur aufzubauen sowie eine Servicestelle für Beratung und
Erfahrungsaustausch einzurichten, überzeuge nicht, da es den Hochschulen nicht an Netzwerken und Austausch
mangele, sondern an unbürokratischen Baukostenzuschüssen und an einer zügigen Mängelbeseitigung.
Berlin, den 4. März 2026
Dr. Hans Theiss
Berichterstatter
Sven Wendorf
Berichterstatter
Dr. Lina Seitzl
Berichterstatterin
Ayse Asar
Berichterstatterin
Nicole Gohlke
Berichterstatterin
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orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
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