Eine Modernisierungsagenda zur Entlastung der Wissenschaft und Forschung von kleinteiliger Bürokratie vorlegen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4221)
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Eine Modernisierungsagenda zur Entlastung der Wissenschaft und Forschung von kleinteiliger Bürokratie vorlegen (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4221)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7098
21. Wahlperiode 10.07.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Forschung, Technologie, Raumfahrt und
Technikfolgenabschätzung (18. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/4221 –
Eine Modernisierungsagenda zur Entlastung der Wissenschaft und
Forschung von kleinteiliger Bürokratie vorlegen
A. Problem
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hebt hervor, dass eine verlässliche
Finanzierung und gute Arbeitsbedingungen für Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler die Grundlage für eine freie Forschung seien. Der derzeitige
bürokratische Aufwand bremse etwa durch einen hohen Personalverwaltungsaufwand
aufgrund befristeter Arbeitsverträge sowie Antrags- und Berichtspflichten für die
Gewinnung von Drittmitteln die Innovationskraft des deutschen
Wissenschaftssystems. Hinzu kämen Auflagen für Hochschulen und Institute beim Bau und der
Sanierung ihrer Infrastruktur sowie Vorschriften für Kooperationen mit anderen
Einrichtungen oder der Wirtschaft. Daher müsse Bürokratie abgebaut werden,
ohne jedoch auf Prinzipien und Standards für exzellente Wissenschaft zu
verzichten.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU,
AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke.
C. Alternativen
Keine.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/4221 abzulehnen.
Berlin, den 6. Mai 2026
Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und
Technikfolgenabschätzung
Dr. Karl Lauterbach
Vorsitzender
Joachim Ebmeyer
Berichterstatter
Dr. Christoph Birghan
Berichterstatter
Oliver Kaczmarek
Berichterstatter
Ayse Asar
Berichterstatterin
Sonja Lemke
Berichterstatterin
Bericht der Abgeordneten Joachim Ebmeyer, Dr. Christoph Birghan, Oliver
Kaczmarek, Ayse Asar und Sonja Lemke
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat die Vorlage auf Drucksache 21/4221 in seiner 58. Sitzung am 25. Februar 2026
beraten und an den Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung zur
federführenden Beratung und an den Innenausschuss, den Finanzausschuss, den Haushaltsausschuss, den
Ausschuss für Wirtschaft und Energie, den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, den
Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung sowie den Ausschuss für Wohnen, Stadtentwicklung,
Bauwesen und Kommunen zur Mitberatung überwiesen.
II. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Innenausschuss hat die Vorlage auf Drucksache 21/4221 in seiner 34. Sitzung, der Finanzausschuss
in seiner 33. Sitzung, der Haushaltsausschuss in seiner 37. Sitzung, der Ausschuss für Wirtschaft und
Energie in seiner 33. Sitzung, der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat in seiner
24. Sitzung, der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung in seiner 26. Sitzung sowie der Ausschuss
für Wohnen, Stadtentwicklung, Bauwesen und Kommunen in seiner 23. Sitzung am 6. Mai 2026 beraten.
Alle Ausschüsse empfehlen mit den Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke deren Ablehnung.
III. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Forschung, Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung hat die Vorlage auf
Drucksache 21/4221 in seiner 19. Sitzung am 15. April 2026 erstmalig beraten und die Durchführung einer
öffentlichen Anhörung beschlossen. Nach Durchführung der Anhörung am 22. April 2026 hat der Ausschuss die
Beratung diese Vorlage in seiner 23. Sitzung am 6. Mai 2026 abgeschlosse. Der Ausschuss für Forschung,
Technologie, Raumfahrt und Technikfolgenabschätzung empfiehlt die Ablehnung des Antrags mit den
Stimmen der Fraktionen der CDU/CSU, AfD und SPD gegen die Stimmen der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
bei Stimmenthaltung der Fraktion Die Linke.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sieht, den Wissenschaftsstandort Deutschland durch übermäßige
Bürokratie und eine Kultur des Misstrauens gefährdet. Zur Modernisierung fordert sie einen Sieben-Punkte-Plan,
der unter anderem den Wechsel zu einer outputorientierten Steuerung, die Einführung globaler Budgets,
Referenzgenehmigungen sowie einen beschleunigten Wissenstransfer umfasse. Darüber hinaus plädiere sie für die
Dynamisierung des Zukunftsvertrages, eine Strukturreform der Projektträger sowie eine stärkere Gewichtung des
Innovationsgrades im Vergaberecht. Ziel sei es, die Wissenschaft durch eine konsequente Entbürokratisierung
wieder handlungsfähig zu machen.
Die Fraktion der CDU/CSU erwidert, dass sie die Problematik der bürokratischen Belastung zwar anerkenne,
den Antrag jedoch als systemisch widersprüchlich ablehne. Sie argumentiert, dass die vorgeschlagenen
Maßnahmen die Bürokratie lediglich transformierten und durch neue Kontrollmechanismen sowie Regelwerke ersetzten,
statt sie tatsächlich zu reduzieren. Als effektivere Alternative verweist die Union auf das
Innovationsfreiheitsgesetz, das durch digitalisierte Verfahren, Pauschalen und eine flexiblere Mittelverwendung eine echte
Verschlankung der Verwaltung anstrebe.
Die Fraktion der AfD hält das Wissenschaftssystem ebenfalls für übermäßig belastet durch die Bürokratie und
einzelne Forderungen der Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN, wie die Reduktion von Berichtspflichten, für
sinnvoll, lehnt den Antrag jedoch insgesamt ab. Die Fraktion kritisiert, dass unter dem Vorwand der
Modernisierung ideologische Ziele wie Diversität, Klimaneutralität und Nachhaltigkeit verfolgt würden. Aus Sicht der
Fraktion der AfD hätten diese ideologischen Ziele erst zur aktuellen Bürokratielast geführt, weshalb der Antrag das
Problem eher verschärfe.
Die Fraktion der SPD betont die Notwendigkeit, Innovationsbremsen in der Bürokratie zu lösen und
insbesondere die Geschwindigkeit bei Ausgründungen und von Forschungsprozessen zu erhöhen. Den Antrag der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN lehne sie jedoch ab, da dieser ihrer Ansicht nach primär aus Ankündigungen
bestehe und keinen konkreten Umsetzungswert biete. Stattdessen setze die Fraktion der SPD auf konkrete
gesetzliche Umsetzungen, wie etwa des Forschungsdatengesetzes, auf Anpassungen am Tierversuchsgesetz sowie auf die
Finalisierung des Innovationsfreiheitsgesetzes, um eine tatsächliche Beschleunigung der Forschungsprozesse zu
erreichen.
Die Fraktion Die Linke bewertet mehrere Punkte des Antrags positiv, insbesondere die Stärkung der
Grundfinanzierung, die Verlängerung von Förderzeiträumen sowie den Ausbau von Diversitätsstrukturen. Sie kritisiert
hingegen die Abschwächung von Berichtspflichten sowie die Stärkung der SPRIND-Regelungen und deren
Ausnahme vom Besserstellungsverbot. Daher werde sich die Fraktion Die Linke enthalten.
Berlin, den 6. Mai 2026
Joachim Ebmeyer
Berichterstatter
Dr. Christoph Birghan
Berichterstatter
Oliver Kaczmarek
Berichterstatter
Ayse Asar
Berichterstatterin
Sonja Lemke
Berichterstatterin
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ISSN 0722-8333
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