Vorschlag 105101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
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Vorschlag 105101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4862
21. Wahlperiode 20.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Uwe Schulz, Robin Jünger, Ruben Rupp, Sebastian Maack,
Edgar Naujok und der Fraktion der AfD
Vorschlag 105101 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
Die die Bundesregierung tragenden Parteien CDU, CSU und SPD haben sich in
ihrem Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode dazu bekannt, die
Bürokratiebelastung, der Unternehmer und Unternehmen ausgesetzt sind, zu reduzieren
(Koalitionsvertrag, S. 58; www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitions
vertrag2025.de/files/koav_2025.pdf).
Im Frühjahr 2023 wurde eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung vom
damaligen Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
durchgeführt. Insgesamt wurden 71 Verbände eingeladen, Regelungen und
Bestimmungen, die aus ihrer Sicht eine unnötige Bürokratiebelastung darstellen,
zu benennen und ggf. Verbesserungsvorschläge und konkrete Forderungen zu
formulieren. 34 weitere Verbände erklärten, an der Verbändeabfrage teilnehmen
zu wollen. An der Verbändeabfrage beteiligten sich tatsächlich mehr als 57
Verbände, die 442 Vorschläge zur Entlastung von Bürokratie dem BMJV
unterbreiteten (www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachinformationen/Verbaende
abfrage_Buerokratieabbau_Ergebnisdokumentation_Einzelvorschlaege.pdf?__
blob=publicationFile&v=3, S. 6 f.).
In einer Auswertung der Verbändeabfrage, die im Dezember 2023 vorgelegt
wurde, erfolgte eine Kategorisierung und Bewertung der einzelnen Vorschläge.
Im Ergebnis wurden 34 Vorschläge vollständig umgesetzt. Teilweise umgesetzt
wurden 55 Vorschläge und für 26 Vorschläge werden alternative Lösungen
gesucht. Darüber hinaus untersuchte und prüfte das BMJV weitere 61 Vorschläge.
Nicht behandelt wurden 210 Vorschläge. Begründungen zu den einzelnen
Vorschlägen und der Umgang mit ihnen wurden durch die damalige
Bundesregierung gegeben (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikati
onen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.pdf
?__blob=publicationFile).
Eine Umsetzung der noch zu untersuchenden und zu prüfenden Vorschläge
erfolgte nach Kenntnis der Fragesteller aufgrund der Auflösung der damaligen
Bundesregierung nicht.
In der Verbändeabfrage, an der sich der „Gebäudeenergieberater Ingenieure
Handwerker Bundesverband e. V.“ (GIH) beteiligte, wurde unter dem
Vorschlag 105101 – Bürokratischen Entlastungen bei der BEG – eine Anpassung
der Bundeshaushaltsordnung gefordert.
Der Verband weist auf eine strengere Auslegung der Allgemeinen
Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest‑P) hin als in der
Vergangenheit, mit dem Ergebnis, dass es zu sehr vielen Ablehnungen,
Widersprüchen und Verzögerungen bei der Abwicklung um viele Monate komme.
Die bestehenden Förderungsregularien seien angemessen, wenn es sich um
Großbauvorhaben, wie beispielsweise Flughäfen, oder die Sanierung von
großen Schulkomplexen handele. Im Bereich des BEG-Massengeschäfts (BEG =
Bundesförderung für effiziente Gebäude) hingegen scheine es der falsche
Ansatz zu sein (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikation
en/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blob=publication
File, S. 614).
Die damalige Bundesregierung erklärte, dass eine weitergehende rechtliche
Prüfung notwendig sei, bevor über eine Umsetzung des Vorschlages 105101
entschieden werden könne (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekost
en/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringb
ericht.pdf?__blob=publicationFile, S. 487).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wurde nach Kenntnis der Bundesregierung die rechtliche Prüfung des
Vorschlages 105101 abgeschlossen?
a) Wenn ja, zu welchem Ergebnis kam die Prüfung?
b) Wenn nein, aus welchem Grund wurde die Prüfung nicht
abgeschlossen?
2. Welche und wie viele der Einzelvorschläge des Vorschlages 105101 wurden
bereits durch die Bundesregierung geprüft, und welche Erkenntnisse konnte
die Bundesregierung aus diesen Vorschlagsprüfungen ziehen bzw. welche
weiteren Schritte wird die Bundesregierung diesbezüglich setzen?
3. Aufgrund welcher Erwägungsgründe kam die Bundesregierung im
Monitoringbericht zur Verbändeabfrage zu der Überzeugung, dass weitere
Prüfungen erforderlichen seien, bzw. welche konkreten Vorschläge werden bereits
durch die Bundesregierung durch wen adressiert (Monitoringbericht,
S. 487)?
4. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen werden die Punkte l und m des
Vorschlages 105101 von der Bundesregierung explizit nicht geteilt, bzw.
hat sich die Ansicht der Bundesregierung zu der Stellungnahme des
Gebäudeenergieberater Ingenieure Handwerker Bundesverbands e. V. geändert,
wenn ja, aus welchen Gründen, und inwiefern?
5. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen wurde der Vorschlag 105101
der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau nicht im Vierten Gesetz zur
Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der Verwaltung
von Bürokratie (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz) von der
Bundesregierung aufgenommen bzw. umgesetzt?
6. Wird die Bundesregierung die Umsetzung des Vorschlages 105101 der
Verbändeabfrage fortführen, um eine tatsächliche Beschleunigung und
maßgeschneiderte Bürokratieentlastung zu erreichen?
a) Wenn ja, wie ist eine Umsetzung vorgesehen?
b) Wenn nein, aus welchen Gründen nicht?
7. Wie viele BEG-Förderanträge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
seit dem Jahr 2023 gestellt?
8. Wie viele BEG-Förderanträge wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
seit dem Jahr 2023 abgelehnt?
Berlin, den 10. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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