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Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung (Antwort zu Drs. 21/4183)

dip / drucksache 02.03.2026 · WP 21 · 21/4537 · Antwort · Original ↗

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Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung (Antwort zu Drs. 21/4183) Deutscher Bundestag Drucksache 21/4537 21. Wahlperiode 02.03.2026 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Peter Felser, Stephan Protschka, Julian Schmidt, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/4183 – Möglicher Reformbedarf der Ernährungspyramide der Bundeszentrale für Ernährung V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Zu Jahresbeginn 2026 reformierte die US-amerikanische Regierung ihren Ernährungsleitfaden (https://edition.cnn.com/2026/01/07/health/dietary-guidelin es-rfk-maha). Gemäß dem neuen Leitfaden sollen hochverarbeitete Lebensmittel reduziert werden, Fleisch, Fisch und Milchprodukte sowie Obst und Gemüse sollen bevorzugt konsumiert werden (https://cdn.realfood.gov/DG A.pdf). Die Empfehlungen für die Aufnahme von Protein liegen bei 1,2 bis 1,6 g pro kg Körpergewicht pro Tag (https://realfood.gov/). Ziel der US- amerikanischen Ernährungsreform ist die Prävention ernährungsbedingter chronischer Erkrankungen sowie Sicherstellung der militärischen Tauglichkeit der amerikanischen Jugend (https://cdn.realfood.gov/DGA.pdf). Die Bundesregierung kommuniziert Inhalte zur Ernährung häufig über Materialien der Bundeszentrale für Ernährung (BZfE). Das Modell der Ernährungspyramide basiert auf den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) (www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/lebensmittelbezog ene-ernaehrungsempfehlungen-dge/#c7363). Im März 2024 hat die DGE neue lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen veröffentlicht. Daher wurde die Ernährungspyramide des BZfE an die neuen DGE-Empfehlungen angepasst (www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/ernaehrungspyramide/faq-das- bzfegibt-antworten). Zudem existiert in Deutschland eine Ernährungsstrategie der Bundesregierung (www.bmleh.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/e rnaehrungsstrategie-kabinett.pdf?__blob=publicationFile&v=8). Bestandteil dieser Ernährungsstrategie sind unter anderem die DGE-Qualitätsstandards, die auf den lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE basieren und in Kitas, Schulen, Betrieben, Kliniken und Senioreneinrichtungen Anwendung finden (ebd., www.bmleh.de). Die US-amerikanischen Ernährungsempfehlungen und die der Bundesregierung unterscheiden sich sowohl inhaltlich als auch strategisch voneinander. So bezieht die Bundesregierung eine ökologische Dimension in die Ernährungsstrategie mit ein, wobei unter anderem die Treibhausgasemission durch die Ernährung berücksichtigt wird (ebd. www.bmleh.de). Inhaltliche Differenzen liegen beispielsweise auch bei den Proteinempfehlungen vor, die gemäß des BZfE bei 0,8 g pro kg Körpergewicht und Tag für Erwachsene bis 65 Jahre Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat vom 2. März 2026 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext. liegen. Eine allgemeine Proteinaufnahme von 1,2 bis 2,0 g pro kg Körpergewicht und Tag wird lediglich für Leistungssportler oder ambitionierte Freizeitsportler empfohlen (www.bzfe.de/essen-und-gesundheit/naehrstoffe/proteine). Vor diesem Hintergrund ergibt sich für die Fragesteller die Fragestellung nach ernährungsbedingten Zielsetzungen in verschiedenen Handlungsfeldern sowie der Positionierung der Bundesregierung zu den US-amerikanischen Reformen und inwiefern die Bundesregierung einen Reformbedarf der BZfE- Ernährungspyramide samt Ernährungsempfehlungen erkennen kann. V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. (DGE) ist eine wissenschaftlich unabhängige Fachgesellschaft und erarbeitet unter anderem Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr sowie lebensmittelbezogene Ernährungsempfehlungen. Die DGE hat ihre überarbeiteten und aktualisierten lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen im Jahr 2024 veröffentlicht. Dafür wurde ein mathematisches Optimierungsmodell entwickelt, um neben ernährungsphysiologischen Aspekten auch Fragen der Gesundheit, der Umwelt und der Ernährungsgewohnheiten der Bevölkerung bei den empfohlenen Lebensmittelmengen angemessen zu berücksichtigen. Die Ernährungsempfehlungen der DGE basieren auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Die mit dem mathematischen Optimierungsmodell abgeleiteten empfohlenen Mengen für den Lebensmittelverzehr hat die DGE in elf leicht verständliche Empfehlungen „Gut essen und trinken“ für gesunde Erwachsene übersetzt und in ihrem Ernährungskreis visualisiert. Die wissenschaftliche Methodik zur Ableitung der lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen wurde von der DGE in einem Konsultationsprozess mit renommierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern transparent erörtert und wissenschaftlich publiziert (www.dge.de/wissenschaft/fbdg/; www.ernaehr ungs-umschau.de/fileadmin/Ernaehrungs-Umschau/pdfs/pdf_2024/03_24/EU0 3_2024_M158_M166_Online.pdf). Die Methodik wurde zudem einer öffentlichen Kommentierung unterzogen. Die Ergebnisse der Kommentierung hat die DGE ebenfalls veröffentlicht (www.dge.de/wissenschaft/fbdg/#c6581). Zudem wurden häufig gestellte Fragen (FAQ) von der DGE zusammengefasst und beantwortet (www.dge.de/gesunde-ernaehrung/faq/lebensmittelbezogene-ernaehr ungsempfehlungen-dge/). Das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) ist in der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angesiedelt, einer nachgeordneten Behörde des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH), und ist das Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland. Das BZfE erarbeitet keine eigenen Leitlinien oder Empfehlungen, sondern hat primär für die Zielgruppe der Multiplikatoren eine eigene Visualisierung – die BZfE-Pyramide – erstellt. Diese basiert auf den DGE- Empfehlungen und wurde 2024 entsprechend der aktualisierten Empfehlungen angepasst. Zu den Empfehlungen der US-Amerikanischen Regierung hat die DGE eine fachliche Stellungnahme verfasst (www.dge.de/presse/meldungen/2026/neue-er naehrungsempfehlungen-der-usa-einordnung-der-dge/). Die Bundesregierung erstellt keine eigenen Ernährungsempfehlungen, sondern stützt sich bei ihren ernährungspolitischen Maßnahmen auf die wissenschaftlichen Arbeiten der DGE als unabhängige Fachinstitution.  1. Hat die Bundesregierung Kenntnis von den aktualisierten Ernährungsempfehlungen der US-Regierung (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? a) Wenn ja, welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung zu den Hintergründen der Aktualisierung vor? b) Wenn nein, warum hat die Bundesregierung keine Hintergrundinformationen dazu?  2. Hat sich, wenn Frage 1 bejaht wurde, die Bundesregierung zur neuen US-Ernährungspyramide im Hinblick auf folgende Aspekte inhaltlich eine Auffassung erarbeitet a) der empfohlenen Mengenverhältnisse der Lebensmittelgruppen, b) der Einordnung von Fleisch- und Milchprodukten, c) dem Umgang mit Zucker, Salz, gesättigten Fettsäuren und hochverarbeiteten Produkten, und wenn ja, wie lautet diese Auffassung? Die Fragen 1 und 2 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Der Bundesregierung sind die aktualisierten Ernährungsempfehlungen der US- Regierung bekannt. Des Weiteren wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung verwiesen.  3. Hat die Bundesregierung Kenntnis darüber, welche wissenschaftlichen Daten für die Erstellung der US-amerikanischen Ernährungspyramide und den dazugehörigen Leitlinien zugrunde gelegt wurden? a) Wenn ja, welche Studiendaten sind die Basis für die Entscheidungen der US-Regierung? b) Wenn nein, warum hat die Bundesregierung davon keine Kenntnis? Die Fragen 3 bis 3b werden gemeinsam beantwortet. Der Bundesregierung liegen keine Informationen über die wissenschaftlichen Grundlagen der US-Amerikanischen Ernährungsempfehlungen vor, da diese von der US-Regierung nicht veröffentlicht wurden. Des Weiteren wird auf die in der Vorbemerkung der Bundesregierung verlinkte Stellungnahme der DGE verwiesen.  4. Ist der Bunderegierung bekannt, weshalb sich die Empfehlungen zu einer gesunden Ernährung hierzulande (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller) inhaltlich und strategisch von der US-amerikanischen Empfehlungen unterscheiden, und wenn ja, woran liegt das? Die lebensmittelbezogenen Ernährungsempfehlungen der DGE basieren auf gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Bundesregierung liegen keine Informationen vor, die abweichende Ernährungsempfehlungen wissenschaftlich begründen. Des Weiteren wird auf die in der Vorbemerkung der Bundesregierung verlinkte Stellungnahme der DGE verwiesen.  5. Plant die Bundesregierung Schritte (z. B. Erstellung von Gutachten, Beauftragung von Studien, Stellungnahmen), die als Reaktion auf die aktualisierten Ernährungsempfehlungen der USA erfolgen sollen, wenn ja, was ist genau geplant, und wenn nein, warum sind keine Reaktionen vorgesehen? Die Bundesregierung plant derzeit keine Aktivitäten im Zusammenhang mit den Ernährungsempfehlungen der USA. Des Weiteren wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und insbesondere auf die darin verlinkte Stellungnahme der DGE verwiesen.  6. Wie häufig werden die Ernährungsleitlinien samt Ernährungspyramide der BZfE aktualisiert? a) Gibt es einen regelmäßigen Rhythmus, und wenn ja, welchen? b) Gibt es spezifische externe Bedingungen, die eine Aktualisierung auslösen, und wenn ja, welche? c) Ist im Zuge der US-amerikanischen Reformen eine Aktualisierung der BZfE-Empfehlungen geplant? d) Welche Personen, staatliche oder nichtstaatliche Institutionen entscheiden über die Aktualisierung der Ernährungsleitlinien? e) Falls eine Aktualisierung der Leitlinien geplant ist, hält die Bundesregierung eine Erhöhung der aktuell empfohlenen Proteinaufnahme für erforderlich, und kann sie das wissenschaftlich begründen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)? Die Fragen 6 bis 6e werden gemeinsam beantwortet. Es wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und die darin ausgeführte Rolle der DGE bei der Entwicklung der Ernährungsempfehlungen verwiesen. Die BZfE-Pyramide basiert auf den Empfehlungen der DGE und wird angepasst, sofern es Aktualisierungen gibt.  7. Nimmt oder nahm die Bundesregierung in der Vergangenheit Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien der BZfE, und wenn ja, in Bezug auf welche Ziele und Inhalte? a) Nehmen staatliche Akteure wie Bundesbehörden oder Bundesinstitute Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien, und wenn ja, welche? b) Nehmen nichtstaatliche Akteure Einfluss auf Zielsetzung oder inhaltliche Aspekte der Leitlinien, und wenn ja, welche?  8. Werden bei der Erstellung der Leitlinien der BZfE verteidigungspolitische Aspekte berücksichtigt?  9. Inwiefern werden ggf. der Erhalt und die Stärkung der körperlichen Leistungsfähigkeit bei den aktuellen Ernährungsempfehlungen der BZfE berücksichtigt? 10. Inwiefern werden ggf. der Erhalt und die Stärkung der kognitiven Leistungsfähigkeit in den aktuellen Ernährungsempfehlungen der BZfE berücksichtigt? 11. Werden bei der Erstellung der Leitlinien sozialpolitische Aspekte berücksichtigt, und wenn ja, welche? Die Fragen 7 bis 11 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam beantwortet. Das BZfE ist in der BLE angesiedelt, einer nachgeordneten Behörde des BMLEH, und ist das Kompetenz- und Kommunikationszentrum für Ernährungsfragen in Deutschland. Das BZfE erarbeitet keine eigenen Leitlinien oder Empfehlungen. Sofern die Ernährungsempfehlungen der DGE gemeint sind, wird auf die Vorbemerkung der Bundesregierung und insbesondere auf die darin verlinkten FAQ der DGE verwiesen. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. 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