Vorschlag 31210 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/3795)
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Vorschlag 31210 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung (Antwort zu Drs. 21/3795)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4048
21. Wahlperiode 06.02.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Uwe Schulz, Robin Jünger, Ruben
Rupp, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/3795 –
Vorschlag 31210 der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die die Bundesregierung tragenden Parteien CDU, CSU und SPD haben sich
in ihrem Koalitionsvertrag der 21. Wahlperiode dazu bekannt, die
Bürokratiebelastung, der Unternehmer und Unternehmen ausgesetzt sind, zu reduzieren
(Koalitionsvertrag, S. 58; www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitions
vertrag2025.de/files/koav_2025.pdf).
Im Frühjahr 2023 wurde eine Verbändeabfrage zur Bürokratiebelastung vom
Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV)
durchgeführt. Insgesamt wurden 71 Verbände eingeladen, Regelungen und
Bestimmungen, die aus ihrer Sicht eine unnötige Bürokratiebelastung darstellen, zu
benennen und ggf. Verbesserungsvorschläge und konkrete Forderungen zu
formulieren. 34 weitere Verbände erklärten, an der Verbändeabfrage
teilnehmen zu wollen. An der Verbändeabfrage beteiligten sich tatsächlich mehr als
57 Verbände, die 442 Vorschläge zur Entlastung von Bürokratie dem BMJV
unterbreiteten (www.bmj.de/SharedDocs/Downloads/DE/Fachinformationen/
Verbaendeabfrage_Buerokratieabbau_Ergebnisdokumentation_Einzelvorschla
ege.pdf?__blob=publicationFile&v=3, S. 6 f.).
In einer Auswertung der Verbändeabfrage, die im Dezember 2023 vorgelegt
wurde, erfolgte eine Kategorisierung und Bewertung der einzelnen
Vorschläge. Im Ergebnis wurden 34 Vorschläge vollständig umgesetzt. Teilweise
umgesetzt wurden 55 Vorschläge und für 26 Vorschläge werden alternative
Lösungen gesucht. Darüber hinaus untersucht und prüft das BMJV weitere
61 Vorschläge. Nicht behandelt wurden 210 Vorschläge. Begründungen zu den
einzelnen Vorschlägen und dem Umgang mit ihnen wurden durch die
Bundesregierung gegeben (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Pub
likationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringberich
t.pdf?__blob=publicationFile).
Eine Umsetzung der noch zu untersuchenden und zu prüfenden Vorschläge
erfolgte nach Kenntnis der Fragesteller aufgrund der Auflösung der
Bundesregierung nicht.
In der Verbändeabfrage, an der sich der „Der Mittelstandsverbund – ZGV
e. V.“ beteiligte, wurde unter dem Vorschlag 31210 – Behörden-Dashboard
mit automatisierten Benachrichtigungen – eine Anpassung der Onlinezugangs-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung vom 6. Februar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
gesetzgebung gefordert (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekoste
n/Publikationen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blo
b=publicationFile, S. 311).
Der Verband spricht sich für ein „möglichst einheitliches
Unternehmensportal“ aus, das ein Dashboard enthalten soll, auf dem die Unternehmen sehen,
welche Verpflichtungen, wie beispielsweise Berichtspflichten, sie gegenüber
der Behörde zu erfüllen haben. Dieser Ansatz würde nach Ansicht des ZGV
zu einer Entlastung gerade von kleinen und mittleren Unternehmen führen und
Unsicherheiten, Versäumnisse sowie einen unnötigen Aufwand reduzieren
(www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikationen/Downlo
ads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage.pdf?__blob=publicationFile, S. 311).
Die Bundesregierung befürwortete den Vorschlag des ZGV und gab an, die
Umsetzung des Vorschlages 31210 sei durch „Alternative/sonstige Lösung“
bereits erfolgt (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikat
ionen/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.pdf
?__blob=publicationFile, S. 184).
1. Aus welchen konkreten Erwägungsgründen wurde der Vorschlag 31210
der Verbändeabfrage zum Bürokratieabbau nicht im Vierten Gesetz zur
Entlastung der Bürgerinnen und Bürger, der Wirtschaft sowie der
Verwaltung von Bürokratie (Viertes Bürokratieentlastungsgesetz) von der
Bundesregierung aufgenommen bzw. umgesetzt?
Der Vorschlag 31210 ist auf Grundlage einer systematischen Prüfung im
Statistischen Bundesamt der Kategorie 1 (Potenziell geeignet für zeitnah umsetzbare
gesetzliche Maßnahmen der Ressorts oder in einem weiteren
Bürokratieentlastungsgesetz – „BEG IV“) zugeordnet worden. Der Vorschlag wurde als
umgesetzt eingestuft. Hinsichtlich der damals zugrunde liegenden Erwägungen
verweist die Bundesregierung auf die entsprechenden Ausführungen im
Monitoringbericht zur Umsetzung der Vorschläge aus der Verbändeabfrage zum
Bürokratieabbau (www.destatis.de/DE/Themen/Staat/Buerokratiekosten/Publikation
en/Downloads-Buerokratiekosten/verbaendeabfrage-monitoringbericht.pdf?__b
lob=publicationFile; S. 184).
2. Welches Entlastungspotenzial in Form von Zeitersparnis würde nach
Ansicht der Bundesregierung durch die Umsetzung des Vorschlages 31210
für kleine und mittlere Unternehmen erreicht?
Der Bundesregierung liegen dazu keine Daten vor.
3. Wie viele kleine und mittlere Unternehmen sind nach Kenntnis der
Bundesregierung von der Umsetzung des Vorschlages 31210 betroffen?
Der Bundesregierung liegen dazu keine Daten vor.
4. Welche Probleme wurden bei der Umsetzung des Vorschlages 31210 nach
Kenntnis der Bundesregierung auf Bundes- und Länderebene gelöst?
5. Welche Kompetenz- und Zuständigkeitsprobleme bzw. Kompetenz- und
Zuständigkeitsfragen stellen sich nach Kenntnis der Bundesregierung bei
der Umsetzung des Vorschlages 31210?
Die Fragen 4 und 5 werden gemeinsam beantwortet.
Es liegt keine weitergehende Konkretisierung des Vorschlags vor, weshalb sich
nicht abschließend beurteilen lässt, welche Probleme sich bei der Umsetzung
des Vorschlags 31210 aus der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung lösen
lassen bzw. entstehen würden. Grundsätzlich müssen umfassende
Portallösungen mit einer weiterhin heterogenen IT-Infrastruktur in Einklang gebracht
werden. Diesem Thema widmet sich das Bundesministerium für Digitales und
Staatsmodernisierung. Im Zusammenhang mit der steigenden Anzahl von
angeschlossenen Behörden und weiterer Stellen müsste zudem eine Sicherung der
Datenqualität sichergestellt werden.
6. Wie viele proaktive und termingerechte Erinnerungen von
unternehmensbezogenen Meldepflichten wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
durch die jeweils zuständigen Behörden durchgeführt, wurde nach
Kenntnis der Bundesregierung die Einrichtung eines Dashboards für
Unternehmen von den zuständigen Behörden angedacht bzw. umgesetzt, und
welche Kenntnisse konnte die Bundesregierung daraus erzielen?
Der Bundesregierung liegen dazu keine gesammelten Daten aus den
Kommunen vor.
7. Teilt die Bundesregierung die Ansicht des Mittelstandsverbunds – ZGV
e. V., dass mit der Einführung eines Dashboards für Unternehmer ein
Entlastungseffekt im Sinne einer Erhöhung der Transparenz, der
Kostenersparnis und einer Effizienzsteigerung eintreten würde?
8. Wenn ja, inwiefern, und welche konkreten Maßnahmen würden nach
Ansicht der Bundesregierung zu einer Erhöhung der Transparenz, der
Kostenersparnis und einer Effizienzsteigerung führen?
Die Fragen 7 und 8 werden gemeinsam beantwortet.
Es liegt keine weitergehende Konkretisierung des Vorschlags vor, weshalb sich
nicht abschließend beurteilen lässt, welche Effekte mit einer Umsetzung des
Vorschlags 31210 aus der Verbändeabfrage zur Bürokratieentlastung
einhergehen würden.
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ISSN 0722-8333
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