Kosten durch Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Open-House-Verfahren
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Kosten durch Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Open-House-Verfahren
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1333
21. Wahlperiode 22.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ates Gürpinar, Nicole Gohlke, Dr. Michael Arndt, Anne-Mieke
Bremer, Maik Brückner, Mandy Eißing, Kathrin Gebel, Christian Görke, Maren
Kaminski, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Tamara Mazzi, Pascal Meiser, Stella
Merendino, Sören Pellmann, Zada Salihović, Evelyn Schötz, Julia-Christina
Stange und der Fraktion Die Linke
Kosten durch Streitigkeiten im Zusammenhang mit dem Open-House-Verfahren
Zu Beginn der Corona-Pandemie gab es zu wenig medizinische
Schutzausrüstung in Deutschland. Auf dem Weltmarkt gab es einen extremen
Nachfrageüberhang. In dieser Situation entschied sich das damalige Bundesministerium
für Gesundheit, u. a. mit Open-House-Verträgen selbst in die Beschaffung zu
gehen. Schon bald kam es zu Rechtsstreitigkeiten zwischen Lieferanten und der
Bundesrepublik Deutschland, die teils noch bis heute andauern, teils auch etwa
in Vergleichen endeten. Da bislang die Koalition von CDU, CSU und SPD
einen Untersuchungsausschuss wohl ablehnt, sollen mit dieser Kleinen Anfrage
wenigstens ein Teilaspekt der Folgen der damaligen politischen
Entscheidungen des Bundesministeriums für Gesundheit behandelt und einige Fakten
erfragt werden.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Bei wie vielen Vergleichen im Zusammenhang mit dem Open-House-
Verfahren wurde seitens der Bundesregierung bislang die Zustimmung
erteilt, und bei wie vielen davon wurde die Zustimmung des
Bundesministeriums der Finanzen nachträglich eingeholt oder erfolgte nicht?
2. Wie hoch war die Gesamtsumme der Zahlungsverpflichtungen des Bundes
durch alle Vergleiche, bei denen bislang die Zustimmung erfolgt ist, und
wie hoch war dabei die ursprüngliche Forderungssumme der Klagenden?
3. Wie verteilen sich die Summen aus den Antworten zu den Fragen 1 und 2
auf die Zeiträume bis zum 8. Dezember 2021 und vom 8. Dezember 2021
bis zum 6. Mai 2025 sowie auf den Zeitraum seitdem?
4. Wie hat sich die Prozessstrategie durch welche Erkenntnisse aus dem
Sudhof-Bericht geändert, und ist dies aus Sicht des Bundes erfolgreich?
5. Auf welche Summe beliefen sich bislang die Rechtsanwaltskosten und
sonstigen Verfahrenskosten seit 2020 bis heute?
a) Wie hoch waren die gesamten Kosten bei Verfahren beim Landgericht
(LG) Bonn?
b) Wie hoch waren davon die gesamten Rechtsanwaltskosten beim LG
Bonn?
c) Wie hoch waren die gesamten Sachverständigenkosten beim LG Bonn?
d) Wie hoch waren die gesamten Kosten bei Verfahren beim
Oberlandesgericht (OLG) Köln?
e) Wie hoch waren davon die gesamten Rechtsanwaltskosten beim OLG
Köln?
f) Wie hoch waren die gesamten Kosten bei Verfahren am
Bundesgerichtshof (BGH)?
g) Wie hoch waren davon die Rechtsanwaltskosten beim BGH?
h) Wie hoch waren die Kosten der Verfahren in Angelegenheiten nach dem
Informationsfreiheitsgesetz (IFG) beim Verwaltungsgericht (VG) Köln,
und wie verteilen sich diese Kosten auf die Rechtsanwalts- und
Gerichtskosten?
i) Wie hoch waren die Kosten der Verfahren in IFG-Angelegenheiten
beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster, und wie verteilen sich
diese Kosten auf die Rechtsanwalts- und Gerichtskosten?
j) Wie hoch waren bei all diesen Verfahren die Rechtsanwaltskosten,
aufgeschlüsselt nach Kanzleien?
6. Zu welchen einzelnen Zahlungen in jeweils welcher Höhe wurde der Bund
bisher durch Urteil verpflichtet?
7. Welche einzelnen Forderungen in jeweils welcher Höhe konnte der Bund
bislang abwenden?
8. Wie hoch ist die Summe der strittigen Forderungen, die sich derzeit noch in
Verfahren befinden?
Berlin, den 21. August 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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