Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2025
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Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2025
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/931
21. Wahlperiode 18.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Mandy Eißing, Clara Bünger, Violetta Bock, Doris Achelwilm,
Dr. Michael Arndt, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Agnes Conrad,
Katrin Fey, Kathrin Gebel, Nicole Gohlke, Christian Görke, Ates Gürpinar,
Dr. Gregor Gysi, Mareike Hermeier, Luke Hoß, Cem Ince, Maren Kaminski, Ferat
Koçak, Jan Köstering, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Stella Merendino, Sören
Pellmann, Bodo Ramelow, Zada Salihović, David Schliesing, Evelyn Schötz,
Julia-Christina Stange, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt, Christin Willnat und
der Fraktion Die Linke
Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2025
Kundgebungen und Demonstrationen gehören zum typischen Aktionsrepertoire
der extremen Rechten. Die Größe solcher Aufmärsche reicht von einer
Mahnwache mit einem Dutzend bis zu Großdemonstrationen von mehreren tausend
Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Insbesondere an jährlich wiederkehrenden
Daten, wie der alliierten Bombardierung bestimmter Städte, dem 1. Mai oder
dem 1. September als Antikriegstag, mobilisiert die extreme Rechte zu
regionalen und bundesweiten Aufmärschen. Zudem finden rechte Aufmärsche statt, die
gezielt Stimmung gegen gesellschaftlichen Fortschritt und gegen Minderheiten
machen, unter anderem gegen Pride-Veranstaltungen oder gegen
Geflüchtetenunterkünfte.
Rechtsextreme Aufmärsche dienen zur Einschüchterung all derjenigen, die zum
Feindbild ernannt wurden, wie Migrantinnen und Migranten, politisch
Andersdenkende, Queers und andere Minderheiten. Ein weiterer beabsichtigter Effekt
ist die Zermürbung der demokratischen Öffentlichkeit, die an die scheinbare
Normalität rechtsextremer Aufmärsche gewöhnt werden soll.
Die Strategie der „Raumaneignung“ spielt dabei eine zentrale Rolle:
Rechtsextreme Gruppen versuchen, durch wiederholte Präsenz bestimmte Orte als
eigene Territorien zu markieren.
Studien weisen darauf hin, dass solche Veranstaltungen mitunter als
Erlebnisräume und Rekrutierungsorte für den rechtsextremen Nachwuchs sowie zur
Vernetzung dienen (Garsztecki, Laux, Nebelin [Hg.]: 2023, S. 168).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Aufmärsche, Mahnwachen oder sonstige öffentliche Auftritte der
extremen Rechten fanden im ersten Halbjahr 2025 statt, wer trat bei diesen
Aufmärschen als Anmelder in Erscheinung, und wo fanden die
Demonstrationen statt (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
2. Mit welchem Motto bzw. Thema wurden die in Frage 1 genannten Aufzüge
angemeldet, wie viele Personen nahmen an den einzelnen Aufzügen teil,
und fand eine überregionale Mobilisierung statt?
3. An welchen der in Frage 1 genannten Aufzüge war die Partei „Die Heimat“
(vormals Nationaldemokratische Partei Deutschlands [NPD]) oder eine
ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?
4. An welchen der in Frage 1 genannten Aufzüge war die Partei „Der
III. Weg“ oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?
5. An welcher der in Frage 1 genannten Aufzüge war die AfD oder eine ihrer
Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?
6. Welche der in Frage 1 genannten Aufzüge wurden aus dem Spektrum der
Kameradschaften bzw. sonstigen Neonaziszene organisiert, und um welche
Kameradschaften bzw. sonstigen Organisationen handelte es sich hierbei?
7. Bei welchen Aufmärschen, Mahnwachen oder sonstigen öffentlichen
Auftritten der extremen Rechten kam es im ersten Halbjahr 2025 zu Straftaten,
und um welche Straftaten handelte es sich hierbei?
8. Hat es zu den in den Fragen 1 bis 8 erfragten Sachverhalten
Nachmeldungen für das vierte Quartal 2024 gegeben, und welche Nachmeldungen hat es
im Einzelnen gegeben?
Berlin, den 17. Juli 2025
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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