Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2026
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Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2026
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7077
21. Wahlperiode 10.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ferat Koçak, Clara Bünger, Violetta Bock, Doris Achelwilm,
Dr. Michael Arndt, Anne-Mieke Bremer, Maik Brückner, Agnes Conrad, Mandy
Eißing, Katrin Fey, Kathrin Gebel, Nicole Gohlke, Christian Görke, Ates
Gürpinar, Dr. Gregor Gysi, Mareike Hermeier, Luke Hoß, Cem Ince, Maren
Kaminski, Jan Köstering, Ina Latendorf, Sonja Lemke, Stella Merendino, Sören
Pellmann, Bodo Ramelow, Zada Salihović, David Schliesing, Evelyn Schötz,
Julia-Christina Stange, Aaron Valent, Donata Vogtschmidt, Christin Willnat und
der Fraktion Die Linke
Rechtsextreme Aufmärsche im ersten Halbjahr 2026
Kundgebungen und Demonstrationen gehören zum typischen Aktionsrepertoire
der extremen Rechten. Die Größe solcher Aufmärsche reicht von einer
Mahnwache mit einem Dutzend bis zu Großdemonstrationen von mehreren tausend
Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Insbesondere an jährlich wiederkehrenden
Daten, wie der alliierten Bombardierung bestimmter Städte, dem 1. Mai oder
dem 1. September als Antikriegstag, mobilisiert die extreme Rechte zu
regionalen und bundesweiten Aufmärschen. Zudem finden rechte Aufmärsche statt, die
gezielt Stimmung gegen gesellschaftlichen Fortschritt und gegen Minderheiten
machen, unter anderem gegen Pride-Veranstaltungen oder gegen
Geflüchtetenunterkünfte.
Rechtsextreme Aufmärsche dienen zur Einschüchterung all derjenigen, die zu
Feindbildern ernannt wurden wie Migrantinnen und Migranten, politisch
Anders-denkende, Queers und andere Minderheiten. Ein weiterer beabsichtigter
Effekt ist die Zermürbung der demokratischen Öffentlichkeit, die an die
scheinbare Normalität rechtsextremer Aufmärsche gewöhnt werden soll.
Die Strategie der „Raumaneignung“ spielt dabei eine zentrale Rolle:
Rechtsextreme Gruppen versuchen, durch wiederholte Präsenz bestimmte Orte als
eigene Territorien zu markieren.
Studien weisen darauf hin, dass solche Veranstaltungen mitunter als
Erlebnisräume und Rekrutierungsorte für den rechtsextremen Nachwuchs sowie zur
Vernetzung dienen (Garsztecki, Laux, Nebelin [Hg.]: 2023, S. 168).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele Aufmärsche, Mahnwachen oder sonstige öffentliche Auftritte der
extremen Rechten fanden im ersten Halbjahr 2026 statt, wer trat bei diesen
Aufmärschen als Anmelder in Erscheinung, und wo fanden die
Demonstrationen statt (bitte nach Bundesländern aufschlüsseln)?
2. Mit welchem Motto bzw. Thema wurden die in der Antwort zu Frage 1
genannten Aufzüge angemeldet, wie viele Personen nahmen an den einzelnen
Aufzügen teil, und fand eine überregionale Mobilisierung statt?
3. An welchen der in der Antwort zu Frage 1 genannten Aufzüge war die
Partei „Die Heimat“ (vormals Nationaldemokratische Partei Deutschlands
[NPD]) oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?
4. An welchen der in der Antwort zu Frage 1 genannten Aufzüge war die
Partei „Der III. Weg“ oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch
beteiligt?
5. An welchen der in der Antwort zu Frage 1 genannten Aufzüge war die AfD
oder eine ihrer Unterorganisationen organisatorisch beteiligt?
6. Welche der in der Antwort zu Frage 1 genannten Aufzüge wurden aus dem
Spektrum der Kameradschaften der bzw. sonstigen Neonaziszene
organisiert, und um welche Kameradschaften bzw. sonstigen Organisationen
handelte es sich hierbei?
7. Bei welchen Aufmärschen, Mahnwachen oder sonstigen öffentlichen
Auftritten der extremen Rechten kam es im ersten Halbjahr 2026 zu Straftaten,
und um welche Straftaten handelte es sich hierbei?
8. Hat es zu den in den Fragen 1 bis 7 erfragten Sachverhalten
Nachmeldungen für das zweite Halbjahr 2025 gegeben, und welche Nachmeldungen hat
es im Einzelnen gegeben?
Berlin, den 6. Juli 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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