Gespräche der Bundesregierung mit Immobilienlobby und Interessenvertretungen von Mieterinnen und Mietern (Antwort zu Drs. 21/6606)
Text
Gespräche der Bundesregierung mit Immobilienlobby und Interessenvertretungen von Mieterinnen und Mietern (Antwort zu Drs. 21/6606)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6884
21. Wahlperiode 06.07.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Caren Lay, Luigi Pantisano, Marcel
Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/6606 –
Gespräche der Bundesregierung mit Immobilienlobby und
Interessenvertretungen von Mieterinnen und Mietern
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
In der Vergangenheit zeigten sich deutliche Ungleichgewichte der
Lobbystärke und des Zugangs zu höchsten Ebenen der Bundesregierung von
Immobilienkonzernen und der Interessenvertretung der Mieterinnen und Mieter (taz.de/
Lobbyismus-und-Immobilienbranche/!5923695/).
Die Bundesregierung ist seit dem 6. Mai 2025 im Amt. Die Fragestellenden
verfolgen mit dieser Kleinen Anfrage das Ziel, Transparenz über
Lobbygespräche mit der Bundesregierung in ihrem ersten Jahr zu schaffen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Mitglieder der Bundesregierung, Parlamentarische Staatssekretärinnen und
Parlamentarische Staatssekretäre beziehungsweise Staatsministerinnen und
Staatsminister sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre pflegen in jeder
Wahlperiode im Rahmen der Aufgabenwahrnehmung Kontakte mit einer
Vielzahl von Akteurinnen und Akteuren aller gesellschaftlichen Gruppen. Eine
Verpflichtung zur Erfassung sämtlicher geführter Gespräche – einschließlich
Telefonate – beziehungsweise deren Ergebnissen besteht nicht, und eine solche
umfassende Dokumentation wurde auch nicht durchgeführt (siehe dazu die
Vorbemerkung der Bundesregierung in der Antwort auf die Kleine Anfrage der
Fraktion DIE LINKE. auf Bundestagsdrucksache 18/1174 vom 15. April 2014).
Zudem werden Gesprächsinhalte nicht protokolliert. Es kann auch nicht
ausgeschlossen werden, dass im Rahmen allgemeiner Treffen über etwaige Themen
gesprochen wurde.
Die nachfolgenden Ausführungen beziehungsweise aufgeführten Angaben
erfolgen auf der Grundlage der vorliegenden Erkenntnisse sowie vorhandener
Unterlagen und Aufzeichnungen, die im Rahmen der vorgegebenen
Beantwortungsfristen zur Verfügung stehen. Diesbezügliche Daten sind somit
möglicherweise nicht vollständig.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen vom 6. Juli 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Den Ausführungen der Vorbemerkungen der Fragesteller stimmt die
Bundesregierung in den darin enthaltenen Feststellungen oder dargestellten
Sachverhalte nicht zu.
1. Welche Gespräche führten Vertreterinnen und Vertreter der
Bundesregierung seit Amtsantritt am 6. Mai 2025 mit Interessenvertreterinnen und
Interessenvertretern der Immobilienlobby (gemeint sind große
Wohnungskonzerne und Verbände der Wohnungswirtschaft, aber auch
Immobilieninvestoren)?
2. Welche Gespräche führten Vertreterinnen und Vertreter der
Bundesregierung seit Amtsantritt mit Interessensvertreterinnen und
Interessenvertretern von Mieterinnen und Mietern?
3. Mit welchen Bundesministerien fanden die Gespräche statt, und welche
Ebene von Bundesregierung und Verwaltung führte die Gespräche
jeweils?
Die Fragen 1 bis 3 werden im Zusammenhang beantwortet.
Für die nachfolgend tabellarisch aufgeführten Angaben werden bilaterale
Gespräche mit folgenden Verbänden der Wohnungswirtschaft bis zum Stichtag
24. Juni.2026 ausgewertet. Außerdem sind von der Bundesregierung
veranlasste Veranstaltungen mit den genannten Verbänden berücksichtigt. Teilnahmen an
externen Veranstaltungen, die nicht von der Bundesregierung veranlasst
wurden, werden nicht berücksichtigt.
• Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V.
(BFW)
• Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V.
(GdW)
• Zentraler Immobilien Ausschuss e. V. (ZIA)
• Immobilienverband Deutschland IVD Bundesverband der
Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen
• Verband der Immobilienverwalter Deutschland e. V. (VDIV)
• Haus & Grund Deutschland – Zentralverband der Deutschen Haus-,
Wohnungs- und Grundeigentümer e. V.
In Bezug auf „große Wohnungskonzerne“ werden hier Gespräche mit den
folgenden zehn größten Wohnungskonzernen (nach Anzahl der Wohnungen laut
Jones Lang LaSalle (JLL)–Wohnungsmarktbericht Deutschland 2020, S. 24;
siehe dazu die Antwort der Bundesregierung auf die Schriftliche Frage 22 auf
Bundestagsdrucksache 19/28193) ausgewertet. Gespräche mit kleineren und
mittleren Wohnungsunternehmen, Genossenschaften und Stiftungen mit
Wohnungsimmobilien werden nicht aufgeführt:
• Vonovia
• Deutsche Wohnen
• LEG Immobilien
• Vivawest Wohnen
• TAG Immobilien
• Grand City Property
• Adler Real Estate
• BUWOG
• Covivio
• Wohnbau GmbH
Die in der Frage zusätzlich benannte Akteursgruppe der Immobilieninvestoren
umfasst ein sehr breites Feld an möglichen Akteuren. Daher werden nur
Gespräche mit den bereits genannten Akteuren aufgelistet.
Die Anzahl der Gespräche der Bundesministerinnen und Bundesminister, der
Staatsministerinnen und Staatsminister, der Parlamentarischen
Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre können
der folgenden Tabelle entnommen werden.
Tabelle 1: Gespräche mit Interessenvertreterinnen und -vertretern der
Immobilienlobby
Ressort Ebene Anzahl Gespräche mit
Interessenvertreterinnen und -vertretern
der Immobilienlobby (große
Wohnungskonzerne und Verbände der
Wohnungswirtschaft)
Bundesministerium für Wohnen,
Stadtentwicklung und Bauwesen
BM 3
BM + (P)St-Ebene 4
(P)St-Ebene 14
Bundeskanzleramt ChefBK 1
(P)St-Ebene 2
Bundesministerium der Finanzen MIN 1
(P)St-Ebene 11
StM 2
Bundesministerium für Wirtschaft
und Energie
BM 1
(P)St-Ebene 9
Bundesministerium für Umwelt,
Klimaschutz, Naturschutz und
nukleare Sicherheit
(P)St-Ebene 1
Bundesministerium der Justiz und
für Verbraucherschutz
BM 1
BM + (P)St-Ebene 1
(P)St-Ebene 5
Bundesministerium der
Verteidigung
(P)St-Ebene 1
Bundesministerium für
Digitalisierung und Staatsmodernisierung
BM 1
Bundesministerium für Gesundheit (P)St-Ebene 1
Bundesministerium für Verkehr (P)St-Ebene 1
Für die nachfolgend tabellarisch aufgeführten Angaben werden bilaterale
Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern von Mieterinnen und Mietern sowie
anderen thematisch nahestehenden Vereinigungen und Verbänden ausgewertet.
Außerdem sind von der Bundesregierung veranlasste Veranstaltungen mit
entsprechenden Vertreterinnen und Vertretern aufgelistet. Teilnahmen an externen
Veranstaltungen, die nicht von der Bundesregierung veranlasst wurden, werden
nicht aufgeführt.
Die Anzahl der Gespräche der Bundesministerinnen und Bundesminister, der
Staatsministerinnen und Staatsminister, der Parlamentarischen
Staatssekretärinnen und Staatssekretäre sowie Staatssekretärinnen und Staatssekretäre können
der folgenden Tabelle entnommen werden.
Tabelle 2: Gespräche mit Interessenvertreterinnen und -vertretern der
Mieterinnen und Mieter
Ressort Ebene Anzahl Gespräche
Interessenvertreterinnen und -vertreter der
Mieterinnen und Mieter sowie
anderen thematisch nahestehender
Vereinigungen und Verbände
Bundesministerium für Wohnen,
Stadtentwicklung und Bauwesen
BM 1
BM + (P)St-Ebene 2
(P)St-Ebene 15
Bundeskanzleramt ChefBK 1
StM 3
Bundesministerium der Finanzen StM 1
Bundesministerium des Innern BM 3
Bundesministerium für Umwelt,
Klimaschutz, Naturschutz und
nukleare Sicherheit
BM 1
(P)St-Ebene 2
Bundesministerium der Justiz und
für Verbraucherschutz
BM 3
BM + (P)St-Ebene 1
(P)St-Ebene 4
Bundesministerium für
Digitalisierung und Staatsmodernisierung
BM 1
4. Welche der Treffen gehen auf Bündnisse, Kommissionen oder andere von
der Bundesregierung ins Leben gerufene Runden zurück und welche auf
Initiative der jeweiligen Interessenvertretung?
Entsprechende Informationen werden nicht systematisch erfasst. Daher ist eine
belastbare Aussage zu den jeweiligen Gesprächsinitiativen nicht möglich.
5. Welche Themen wurden jeweils bei den Treffen besprochen?
Da Gesprächsinhalte nicht systematisch protokolliert werden, kann diese Frage
nicht belastbar beantwortet werden.
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ISSN 0722-8333
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