Schriftliche Frage 208 von Sascha Wagner (DIE LINKE): Wie viele finanzielle Mittel stellt die Bundesregierung 2025 und 2026 zur Verfügung, um die medizinische Versorgung der – Schätzungen von Ex…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 6. Oktober 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit.
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Schriftliche Frage 208 von Sascha Wagner (DIE LINKE): Wie viele finanzielle Mittel stellt die Bundesregierung 2025 und 2026 zur Verfügung, um die medizinische Versorgung der – Schätzungen von Ex…
Frage 208 (Sascha Wagner, Die Linke):
Wie viele finanzielle Mittel stellt die Bundesregierung 2025 und 2026 zur Verfügung, um die medizinische Versorgung der – Schätzungen von Experten zufolge – mindestens 1,5 Millionen Bundesbürgerinnen und Bundesbürger zu gewährleisten, die unter Post-/Long COVID oder ME/CFS leiden (bitte einzeln und detailliert nach Zahlungsempfänger auflisten), und welche konkrete Strategie verfolgt die Bundesregierung, um die Betroffenen zu unterstützen und nach wirksamen Medikamenten forschen zu lassen?
Antwort des Parlamentarischen Staatssekretärs Dr. Georg Kippels vom 6. Oktober 2025:
Die Bundesregierung setzt verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung der von Long COVID und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom (ME/CFS) Betroffenen um. Bis zum Jahr 2028 fördert das Bundesministerium für Gesundheit die versorgungsnahe Forschung sowie die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die an Long COVID erkrankt sind, in zwei Förderschwerpunkten mit insgesamt 118 Mio. Euro (im Internet abrufbar unter www.bundesgesundheitsmini sterium.de/ministerium/ressortforschung/handlungsfelder/forschungssch werpunkte/long-/post-covid.html). In beiden Förderschwerpunkten wird ME/CFS ausdrücklich und durchgehend berücksichtigt. Im Förderschwerpunkt des Bundesministeriums für Gesundheit „Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID-19 (Long COVID)“ wurden für Projekte im Jahr 2025 und 2026 folgende Fördersummen bewilligt: • „PAIS Care Berlin“, Fördersumme ca. 2.649.000 Euro (2025), 3.109.000 Euro (2026), • „ACCESS“, Fördersumme ca. 442.000 Euro Euro (2025), 634.000 Euro (2026), • „StiMECO“, Fördersumme ca. 208.000 Euro (2025), 336.000 Euro (2026), • „DETECT-ME/CFS“, Fördersumme ca. 308.000 Euro (2025), 288.000 Euro (2026), • „GRACI“, Fördersumme ca. 291.000 Euro (2025), 170.000 Euro (2026), • „PROGRESS“, Fördersumme ca. 1.192.000 Euro (2025), 1.192.000 Euro (2026), • „VALIDATE“, Fördersumme ca. 1.076.000 Euro (2025), 1.554.000 Euro (2026), • „CLOCC“, Fördersumme ca. 954.000 Euro (2025), 1.031.000 Euro (2026), • „INCAP“, Fördersumme ca. 2.002.000 Euro (2025), 1.977.000 Euro (2026), • „EMOPOROM LCN“, Fördersumme ca. 550.000 Euro (2025), 568.000 Euro (2026), • „LongCARE“, Fördersumme ca. 935.000 Euro (2025), 989.000 Euro (2026), • „MAP-PCC“, Fördersumme ca. 115.000 Euro (2025), 113.000 Euro (2026), • „Long-term post-COVID“, Fördersumme ca. 501.000 Euro (2025), 529.000 Euro (2026), • „U-WATCH“, Fördersumme ca. 672.000 Euro (2025), 629.000 Euro (2026), • „DEEP-LC“, Fördersumme ca. 479.000 Euro (2025), 479.000 Euro (2026), • „prevCOV“, Fördersumme ca. 511.000 Euro (2025), 500.000 Euro (2026), • „RegCM-PCS“, Fördersumme ca. 16.000 Euro (2025), 63.000 Euro (2026), • „LongCovid-Diab“, Fördersumme ca. 147.000 Euro (2025), 144.000 Euro (2026), • „MultiCARE“, Fördersumme ca. 677.000 Euro (2025), 686.000 Euro (2026), • „Synosys.PC“, Fördersumme ca. 771.000 Euro (2025), 790.000 Euro (2026), • „PCS-Journey“, Fördersumme ca. 221.000 Euro (2025), 78.000 Euro (2026), • „PEXCARE“, Fördersumme ca. 120.000 Euro (2025), 132.000 Euro (2026), • „PERCOLATE“, Fördersumme ca. 1.251.000 Euro (2025), 1.290.000 Euro (2026), • „genomLC“, Fördersumme ca. 357.000 Euro (2025), 373.000 Euro (2026), • „LC_Hip“, Fördersumme ca. 116.000 Euro (2025), 107.000 Euro (2026), • „COVIDOM+“, Fördersumme ca. 2.461.000 Euro (2025), 2.373.000 Euro (2026), • „REMIT“, Fördersumme ca. 892.000 Euro (2025), 757.000 Euro (2026), • „COVICare-M-V“, Fördersumme ca. 1.031.000 Euro (2025), 1.031.000 Euro (2026), • „HeloCo“, Fördersumme ca. 340.000 Euro (2025), 393.000 Euro (2026), • „SCOPE-CARE“, Fördersumme ca. 146.000 Euro (2025), 148.000 Euro (2026). Innerhalb des Förderschwerpunktes des Bundesministeriums für Gesundheit „Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen“ wurden für Projekte im Jahr 2025 und 2026 folgende Fördersummen bewilligt: • „PEDNET-LC“, Fördersumme ca. 14.692.000 Euro (2024 bis 2025), 13.769.000 Euro (2026), • „NGK4Family“, Fördersumme ca. 23.000 Euro (2025), 21.000 Euro (2026), • „COVYOUTHdata“, Fördersumme ca. 459.000 Euro (2025), 747.000 Euro (2026), • „PedMYCVAC“, Fördersumme ca. 113.000 Euro (2025), 123.000 Euro (2026). Um den Zugang zu Arzneimitteln im „Off-Label Use“ für Long COVID-Patientinnen und Patienten zu verbessern, wurde eine Expertengruppe Long COVID Off-Label-Use beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte eingerichtet, die eine Liste von Arzneimitteln unter Berücksichtigung des wissenschaftlichen Erkenntnisstands und möglicher Risiken erarbeitet hat. Diese können außerhalb der zugelassenen Anwendungsgebiete für den Einsatz bei Long COVID empfohlen werden und bei Übernahme dieser Empfehlungen durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) in seine Richtlinie künftig für Long COVID-Patientinnen und -Patienten auch außerhalb der Zulassung zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Für eine bedarfsgerechtere medizinische Versorgung hat der G-BA am 21. Dezember 2023 eine Richtlinie über eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und strukturierte Versorgung für Versicherte mit Verdacht auf Long COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen, beschlossen (www.g-ba.de/besch luesse/6374/ sowie: www.g-ba.de/themen/long-covid/), die ab 1. Januar 2025 in der Versorgung wirksam geworden ist. Hierfür wurde der neue Abschnitt 37.8 mit fünf Gebührenordnungspositionen (GOP) in den einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) aufgenommen. Es bestehen im EBM keine spezifischen GOPs für Krankheitsbilder und Symptome im Zusammenhang mit Post-/Long COVID oder ME/CFS. Die Versorgung erfolgt wie bei anderen Erkrankungen auch über die bestehenden GOPs. Dementsprechend ist eine Aussage zur Inanspruchnahme entsprechender Leistungen sowie zu den hierdurch entstandenen Kosten für den ambulanten ärztlichen Bereich im Rahmen der Regelversorgung nicht möglich und auch die genannten Abrechnungshäufigkeiten der Long-COVID-spezifischen Abrechnungspositionen liefern unter Umständen nur ein unvollständiges Bild. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt adressiert auf unterschiedliche Weise die Aufklärung der zugrundeliegenden Krankheitsmechanismen von ME/CFS und Post-/Long COVID auf der Grundlage des Rahmenprogramms Gesundheitsforschung der Bundesregierung. Es fördert im Rahmen der Projektförderung bereits zahlreiche Vorhaben zu ME/CFS bzw. Post-/Long COVID. Die weitere Planung von Aktivitäten wird auch die in den geförderten Projekten erreichten Zwischenergebnisse einbeziehen, um auf dieser Basis ein erweitertes Verständnis der Erkrankung zu erreichen. Darüber hinaus unterstützt das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt die Therapieforschung mit zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten mit der Förderung der Nationalen Klinischen Studiengruppe Post COVID und ME/CFS an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Hier werden klinische Pilotstudien mit bereits zugelassenen Arzneimitteln und Medizinprodukten durchgeführt, deren Wirkung bei Post-/Long COVID und ME/CFS erprobt werden soll. Förderquoten für Wirkstoffentwicklungsstudien durch die Pharmaindustrie sind aufgrund des europäischen Beihilferechts meist bei 25 Prozent gedeckelt. Dies wird bei der Förderung des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt in den Bereichen rote Biotechnologie und Wirkstoffforschung berücksichtigt. Entsprechende Ausschreibungen werden turnusmäßig veröffentlicht und sind regelmäßig querschnittlich und themenoffen angelegt. Der wesentliche Grund für das bislang geringe Interesse pharmazeutischer Unternehmen an der Entwicklung zielgerichteter Medikamente gegen Long COVID und ME/CFS liegt in der bisher unklaren Pathogenese der Erkrankung sowie fehlender valider Biomarker.
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