Umgang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom, Long-COVID und anderen postviralen Erkrankungen unter der aktuellen Bundesregierung (Antwort zu Drs. 21/3224)
Text
Umgang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom, Long-COVID und anderen postviralen Erkrankungen unter der aktuellen Bundesregierung (Antwort zu Drs. 21/3224)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3713
21. Wahlperiode 19.01.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Linda Heitmann, Dr. Janosch
Dahmen, Simone Fischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/3224 –
Umgang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue-Syndrom,
Long-COVID und anderen postviralen Erkrankungen unter der aktuellen
Bundesregierung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Spätestens seit der Corona-Pandemie sind die postviralen Erkrankungen
Long-COVID und Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-
Syndrom (ME/CFS) in der Öffentlichkeit deutlich präsenter als zuvor. ME/CFS
entsteht infolge einer Infektion mit einem Virus und ist bereits seit den
1960er-Jahren als Krankheitsbild anerkannt und bekannt. Dennoch sind die
medizinische Forschung und die Entwicklung von geeigneten Therapien
bislang unzureichend (Deutsche Gesellschaft für ME/CFS). Auch haben und
hatten zahlreiche Ärztinnen und Ärzte weiterhin nur wenig Wissen über die
Erkrankung. Betroffene wurden und werden häufig nicht ernst genommen oder
es kommt zu falschen Diagnosen.
Erst seit der Pandemie, als Menschen infolge einer Corona-Infektion oder in
einigen Fällen auch nach einer Impfung klassische Symptome von ME/CFS
zeigten, gewinnt das Thema postviraler Erkrankungen an politischer und
medizinischer Relevanz. Unter dem Begriff „Long-COVID“ wird es breiter
diskutiert, und Forschungsnotwendigkeit sowie Versorgungsfragen rücken stärker
in den Fokus.
ME/CFS, die Sonderform Long-COVID sowie andere postvirale
Erkrankungen sind schwere neuroimmunologische Krankheitsbilder. Allein in
Deutschland sind rund 650 000 Menschen betroffen. Im Vordergrund der Erkrankung
steht eine ausgeprägte körperliche und kognitive Belastungsintoleranz, die
sich bereits nach geringer Anstrengung massiv verschlechtern kann. Schwer
Erkrankte sind häufig bettlägerig und auf Pflege angewiesen. Je schwerer der
Verlauf, desto stärker sinkt die Lebensqualität und desto größer wird der
Unterstützungsbedarf. Eine ME/CFS-Erkrankung geht oftmals mit einer sehr
niedrigen Lebensqualität, einer unzureichenden Versorgungssituation und
Stigmatisierungserfahrungen einher. Funktionsverlust, soziale Isolation und
Stigmatisierung führen oft zu psychischen Belastungen. Studien deuten auf
eine erhöhte Suizidalitätsrate ME/CFS-Erkrankter hin. In der Literatur ist
belegt, dass je stärker die ME/CFS-Symptomatik, desto höher ist auch die Wahr-
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Gesundheit vom 19. Januar
2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
scheinlichkeit, Suizidgedanken zu entwickeln (Johnson et al., 2022).
Betroffene Kinder und Jugendliche sind in ihrer körperlichen und kognitiven
Entwicklung erheblich beeinträchtigt. Sie können häufig nicht mehr regelmäßig die
Schule besuchen, verlieren den Anschluss an ihre Altersgruppe und sind in
ihrer Teilhabe am sozialen Leben stark eingeschränkt. Die
Versorgungssituation ist für diese Altersgruppe besonders prekär: Es fehlt an spezialisierten
kinderärztlichen Behandlungsangeboten, kindgerechten
Rehabilitationsmaßnahmen und Unterstützungsstrukturen für betroffene Familien.
Am 15. Oktober 2025 fand im Ausschuss für Gesundheit des Deutschen
Bundestages auf Antrag der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein
Fachgespräch mit Expertinnen und Experten aus der Forschung und Behandlung
sowie mit Betroffenenverbänden statt. Bereits in der vergangenen
Legislaturperiode waren parlamentarische Initiativen zur Entwicklung einer
Behandlungsleitlinie, zur Bereitstellung von Forschungsgeldern sowie zur
Koordinierung eines Runden Tisches und einer Informationswebseite (www.bmg-longco
vid.de/) unter Leitung des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) in die
Wege geleitet worden. Im Fachgespräch wurde über den aktuellen
Forschungsstand, über bestehende Versorgungslücken sowie über akute
Handlungsbedarfe beraten. Dabei wurde deutlich, dass in Deutschland weiterhin ein
gravierender Mangel an Behandlungsangeboten besteht. Den oft weiten Weg
zu den vorhandenen Spezialambulanzen schaffen gerade schwer Erkrankte
nicht, zudem sind die vorhandenen Spezialambulanzen mit Anfragen
überlastet. Weiterhin besteht gleichzeitig auch eine große Versorgungslücke der
Erkrankten im Sektor der niedergelassenen, wohnortnah erreichbaren
Hausärztinnen und Hausärzte, welche unter anderem mit bislang unzureichender
Fortbildung des medizinischen Personals verbunden ist (Deutsche Gesellschaft für
ME/CFS). Die Zahl der Fortbildungen, die von den Ärztekammern und auch
von der Deutschen Gesellschaft für ME/CFS selbst durchgeführt werden, hat
zwar stark zugenommen, doch sie werden der hohen Nachfrage noch immer
nicht gerecht. Gleichzeitig fehlt es offenbar auch an Verbindlichkeit zur
Teilnahme.
Im Rahmen der sozialmedizinischen Begutachtung von ME/CFS- und Long-
COVID-Betroffenen treten in der Praxis weiterhin infolge unzureichender
Expertise der Gutachterinnen und Gutachter erhebliche Schwierigkeiten auf.
Dadurch kommt es wiederholt zur Ablehnung von Leistungsansprüchen. Nicht
selten sind Betroffene gezwungen, ihre Ansprüche im Rahmen langwieriger
sozialgerichtlicher Verfahren durchzusetzen, was eine erhebliche zusätzliche
Belastung für eine ohnehin stark eingeschränkte Patientengruppe darstellt.
Trotz der vorliegenden Evidenz werden nach wie vor in vielen Fällen
Rehabilitationsmaßnahmen verordnet, die auf körperliche „Aktivierung“ abzielen und
dem aktuell bekannten Krankheitsmechanismus nicht gerecht werden.
Entsprechende Maßnahmen führen oftmals nicht zu einer Verbesserung des
Gesundheitszustandes, sondern können die Symptomatik verstärken. Bundesweit
fehlen bislang spezifische und zahlreich verfügbare Rehabilitationsangebote,
die auf die besonderen Anforderungen dieser Erkrankungsgruppen
zugeschnitten sind. In der medizinischen Forschung existieren erste vielversprechende
Ansätze für innovative medikamentöse und therapeutische
Behandlungskonzepte, welche das Potenzial bieten, eine nachhaltige Besserung der
Symptomatik und eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität zu erreichen.
Zudem ist festzustellen, dass erste pharmazeutische Unternehmen ein deutliches
Interesse an der Entwicklung und Markteinführung neuer Medikamente
zeigen, die in Pilotstudien bereits positive Ergebnisse erzielt haben.
Die Bundesregierung verfolgt derzeit bedeutende Initiativen im Bereich Long-
COVID und ME/CFS, die mit einem relevanten Haushaltsetat unterstützt
werden. Das Bundesministerium für Gesundheit fördert bis 2028 insgesamt
34 Projekte zur Versorgung von Betroffenen mit rund 118 Mio. Euro. Für die
Forschung im Jahr 2025 sind im Haushaltsplan insgesamt 22,36 Mrd. Euro
vorgesehen, wovon etwa 2 Mio. Euro explizit für die Stärkung der
Grundlagenforschung zu Long-COVID bereitgestellt werden. Darüber hinaus plant die
Bundesregierung die Einführung einer Nationalen Dekade gegen
postinfektiöse Erkrankungen von 2026 bis 2036 mit einem Investitionsvolumen von
500 Mio. Euro, das der Erforschung von Long-COVID, ME/CFS und
ähnlichen Erkrankungen dienen soll. Ziel ist eine engere Zusammenarbeit der
Bundesministerien sowie eine nachhaltige Verbesserung der Versorgung. Diese
Bemühungen werden durch die Erkenntnis untermauert, dass die Versorgung
von Betroffenen nach wie vor als unzureichend eingeschätzt wird.
Forderungen nach mehr Forschung, besseren Fortbildungen für Ärztinnen und Ärzte
und nach einer zügigen Freigabe bereits zugesagter Mittel sind dabei zentrale
Themen.
Bereits 2024 beschloss der Deutsche Bundestag, dass in den Haushalten des
Bundesgesundheitsministeriums und des Bundesministeriums für Forschung,
Technologie und Raumfahrt (BMFTR) insgesamt fast 200 Mio. Euro für den
Zeitraum von 2024 bis 2028 festgelegt werden, um Medikamenten-, Therapie-
und Versorgungsforschung sowie Innovationsprojekte gezielt zu fördern. Ein
Teil der Mittel wurde bereits abgerufen. Damit ist zwar ein wichtiger Rahmen
geschaffen, jedoch bleibt die konkrete Umsetzung auf Bundes- und
Länderebene unzureichend. Das Fachgespräch verdeutlichte, dass Fortschritte in der
Forschung, die strukturelle Einbindung der Erkrankung in die
Regelversorgung und eine verbesserte ärztliche Ausbildung zentrale politische Aufgaben
der kommenden Jahre darstellen.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung nimmt die Beschwerden von Erkrankten mit Long
COVID und Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatigue Syndrom
(ME/CFS) sehr ernst. Der Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
zielt in den Kapiteln zu Forschung und Gesundheit auf die Stärkung der
medizinischen Versorgung und der Forschung ab. Neben den von den Fragestellern
genannten Förderschwerpunkten zur Erforschung dieser Krankheitsbilder setzt
die Bundesregierung darüber hinaus Maßnahmen zur Vernetzung um, damit
Erkenntnisse zeitnah in die Versorgung der Betroffenen gelangen. Am 19.
November 2025 startete das Bundesministerium für Gesundheit (BMG)
gemeinsam mit dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt
(BMFTR) die „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/
CFS“ bei einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung in Berlin. Die Allianz
verfolgt das Ziel, Grundlagen- und klinische Forschung enger mit der
Versorgungsforschung, der Praxis und mit den Betroffenenorganisationen zu
verzahnen. Fortschritte in der Diagnostik und Therapie sollen beschleunigt und
hiermit die Versorgung der Patientinnen und Patienten verbessert werden.
Mit dem Ziel eines vertieften Krankheitsverständnisses und verbesserten
Optionen der Versorgung hat das BMFTR eine „Nationale Dekade gegen
Postinfektiöse Erkrankungen“ angekündigt, die es gemeinsam mit Partnern der
Gesundheitsforschung ausrufen wird. In der geplanten Dekade, die insgesamt mit
Mitteln in Höhe von 500 Mio. Euro ausgestattet wird, soll der strategische Aus-
und Aufbau von relevanter Forschung bedeutsam vorangetrieben werden, um
Krankheitsmechanismen zukünftig genauer zu verstehen und verbesserte
Diagnostik und Therapieoptionen zu ermöglichen.
1. Welche Maßnahmen plant die Bundesregierung, um die
Fortbildungsmöglichkeiten zu postviralen Erkrankungen zu erweitern sowie eine
verbindlichere Teilnahme an bestehenden Angeboten sicherzustellen?
2. Welche Initiativen beabsichtigt die Bundesregierung, um
Fortbildungsangebote zu postviralen Erkrankungen gezielt für medizinisches
Fachpersonal außerhalb der Ärzteschaft auszubauen und zu unterstützen?
3. Welche spezifischen Fortbildungsangebote zu postviralen Erkrankungen
bei Kindern und Jugendlichen plant die Bundesregierung für
pädiatrisches Fachpersonal?
Die Fragen 1 bis 3 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Für die Regelung von Fort- oder Weiterbildungen in den Heilberufen sind die
Länder zuständig, die diese Zuständigkeit im Bereich der approbierten
Heilberufe auf die Kammern übertragen haben. Die Bundesregierung kann daher nicht
auf Fortbildungsinhalte oder den Umfang des Fortbildungsangebots einwirken.
Im Zuge der COVID-19-Pandemie haben die Ärztekammern ihr
Fortbildungsangebot bzgl. postviraler Erkrankungen bereits erweitert. Bezüglich Long
COVID stellt das Bundesministerium für Gesundheit auf seiner Internetseite
www.bmg-longcovid.de/ Informationen für Ärztinnen, Ärzte und weitere
Behandelnde bereit und weist etwa auf medizinische Leitlinien und multimediale
Fortbildungsangebote hin. Ergänzend werden spezifische Informationen zu
Long COVID bei Kindern und Jugendlichen für die Ärzteschaft und
Behandelnde bereitgestellt. Zur Verbesserung des Wissenstands über die Erkrankung
ME/CFS hat das BMG das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im
Gesundheitswesen (IQWiG) beauftragt, den aktuellen Wissensstand zu ME/CFS
systematisch aufzuarbeiten und zu bewerten. Der vom IQWiG im Mai 2023
veröffentlichte Abschlussbericht trägt ebenfalls dazu bei, die Information und
Aufklärung von ärztlichem und psychotherapeutischem Personal, bspw. in
Fortbildungen, über ME/CFS zu verbessern.
Darüber hinaus hat das BMG in seinen Förderbekanntmachungen „Erforschung
und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen
von COVID-19 (Long COVID)“ und „Modellmaßnahmen zur Versorgung von
Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und Erkrankungen, die eine
ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen“ die Entwicklung und
Durchführung von Fortbildungsangeboten berücksichtigt. Mehrere ausgewählte
Projekte widmen sich auch der Fortbildung.
4. Wie viel der Fördermittel für Medikamenten- und Therapieforschung zu
postviralen Erkrankungen, die seit 2021 im Haushalt bereitgestellt
wurden, sind bereits verausgabt worden bzw. für entsprechende
Forschungsprojekte fest bewilligt worden?
Bisher wurden Mittel in Höhe von rund 11,1 Mio. Euro für die erste Phase der
Nationalen Klinischen Studiengruppe (NKSG) und das Verbundvorhaben „re-
COVer“ bewilligt, von denen bisher rund 8,9 Mio. Euro verausgabt wurden.
Darüber hinaus wurden für die im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin
(NUM) durchgeführte Studie RAPID_REVIVE für die Jahre 2024/2025
insgesamt 3,6 Mio. Euro bewilligt und davon 3,2 Mio. Euro abgerufen.
5. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien für Medikamente zu postviralen
Erkrankungen wurden zur Förderung in den letzten zehn Jahren aus
Bundesmitteln beantragt, wie viele davon wurden genehmigt, und wie viele
davon sind Arzneimittel für Kinder (bitte tabellarisch nach Arzneimittel
und Indikation beantworten)?
Im Rahmen der BMFTR-Förderung wurden zehn Phase-II-Studien beantragt,
davon wurde eine abgelehnt, sechs bewilligt und drei befinden sich im
Bewilligungsverfahren.
In den beantragten Studien werden keine spezifischen Arzneimittel für Kinder
untersucht.
6. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien wurden bereits abgeschlossen?
a) Wie viele Patientinnen und Patienten haben daran teilgenommen?
b) Welche Ansätze verfolgten die Studien jeweils, und welche
Ergebnisse wurden erzielt?
Die Fragen 6 bis 6b werden gemeinsam beantwortet.
Im Zeitraum 2015 bis 2025 konnten sechs klinische Prüfungen mit
Arzneimitteln der Phase II im Sinne der Fragestellung, die gemäß der Verordnung (EU)
Nr. 536/2014 bzw. der Richtlinie 2001/20 EG genehmigt wurden, identifiziert
werden:
– „PROOF OF CONCEPT STUDY OF HYQVIA IN PATIENTS WITH IM-
MUNOGLOBULIN DEFICIENCY AND RECURRENT INFECTIONS
WITH CHRONIC FATIGUE SYNDROME“ (EudraCT/EU-CT No
2016-002370-12): Die Studie ist inzwischen beendet und es wurden 17
Patientinnen und Patienten in Deutschland eingeschlossen.
– „A prospective, doubleblind, randomised, parallel group, placebo
controlled, multicentre, Phase II study to investigate the efficacy, GPCR
autoantibody neutralising effect, safety, and tolerability of BC 007 in participants
with long COVID“ (EudraCT/EU-CT No 2022-003452-14): Die Studie ist
inzwischen beendet und es wurden 60 Patientinnen und Patienten in
Deutschland eingeschlossen.
– „Prospective, explorative, randomized, controlled, double-blind, cross-over
phase IIa clinical trial to investigate safety and tolerability as well as
potential clinical effects of BC007 in patients with post-COVID syndrome“
(EudraCT/EU-CT No 2022-001781-35): Die Studie wurde vom BMFTR
gefördert und ist inzwischen beendet. Es wurden 30 Patientinnen und
Patienten in Deutschland eingeschlossen.
– „Acute effect of iloprost (Ventavis®) inhalation in patients with exercise
induced pulmonary hypertension after a COVID-19 infection (IXite)“
(EudraCT/EU-CT No 2022-003725-22): Die Studie ist inzwischen beendet und
es wurden keine Patientinnen und Patienten in Deutschland in die Studie
eingeschlossen.
– „Phase 2a, double-blind, randomized, placebo-controlled trial of
methylprednisolone versus placebo in patients with cognitive deficits in post-
COVID-19 syndrome (PCS) – PoCoVIT“ (EudraCT/EU-CT No
2023-504826-21-00): Die Studie wurde vom BMFTR im Rahmen der
NKSG gefördert und ist inzwischen beendet. Es wurden insgesamt 418
Patientinnen und Patienten in Deutschland eingeschlossen.
– „A Multicenter, Randomized, Controlled Adaptive Platform Study on the
Safety and Efficacy of Investigational Therapeutics and Interventions for
the treatment of Post COVID Syndrome (PCS) with one or more
intervention specific appendices (ISA)“ (EudraCT/EU-CT No 2024-511628-16-00):
Die Studie wurde vom BMFTR gefördert und ist inzwischen beendet. Es
wurden 376 Patientinnen und Patienten in Deutschland eingeschlossen.
Nähere Details zu den klinischen Prüfungen können unter der Angabe der
jeweiligen EudraCT- bzw. EU-CT-Nummer im Europäischen Register für
klinische Prüfungen unter www.clinicaltrialsregister.eu/ctr-search/search (für
klinische Prüfungen, die gemäß der Richtlinie 2001/20 EG eingereicht und
genehmigt wurden) bzw. im öffentlichen Teil der EU-Datenbank zu klinischen
Prüfungen www.euclinicaltrials.eu/search-for-clinical-trials/ (für klinische
Prüfungen, die gemäß der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 eingereicht und genehmigt
wurden) eingesehen werden. Dies schließt auch mögliche Ergebnisberichte ein,
sofern diese bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt übermittelt wurden.
Weitere Studien ohne Arzneimittelbezug:
In der im Rahmen der NKSG durchgeführten IA-RIA-Studie wurde eine
Subgruppe von 20 ME/CFS-Patientinnen und -Patienten mit erhöhten
Autoantikörpern gegen beta-adrenergene Rezeptoren einer wiederholten Immunadsorption
unterzogen und der Effekt auf die Krankheitssymptome untersucht. Die
Beobachtungsstudie zeigt nach Durchführung der Immunadsorption eine
vorübergehende Verbesserung von ME/CFS-Symptomen bei 14 von 20 Patientinnen
und Patienten, gefolgt von einer erneuten Verschlechterung nach
durchschnittlich sechs Monaten.
7. Wie viele sogenannte Phase-II-Studien befinden sich aktuell in der
Durchführung?
a) Wie viele Patientinnen und Patienten nehmen an den Studien teil?
b) Welche Ansätze verfolgen die Studien?
c) Bis wann laufen die Studien, und wann ist mit Ergebnissen zu
rechnen?
Die Fragen 7 bis 7c werden gemeinsam beantwortet.
Derzeit werden drei klinische Prüfungen mit Arzneimitteln der Phase II, die
gemäß der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 genehmigt wurden, im
Anwendungsgebiet postvirale Erkrankungen in Deutschland durchgeführt:
– „A study to investigate improvement in physical function with Vericiguat
compared with Placebo in participants aged 18 to 50 years with post-
COVID-19 syndrome (PCS and PCS/CFS) (VERI-LONG)“ (EU-CT No
2024-517713-33-00), geplante Patientenzahl: 104. Die Studie „VERI-
LONG“ wird in einer Kooperation mit der Bayer AG durchgeführt, die die
Kosten für die klinische Durchführung der Studie trägt. Die Auswertung
findet im Rahmen der „Diagnostik- und Biomarker-Plattform“ der NKSG
statt.
– „Randomized adaptive assessment of post COVID syndrome treatments
(RAPID) Reducing Inflammatory Activity in Patients with post COVID
Syndrome (REVIVE)“ (EU-CT No 2024-517199-39-00).
– „Safety and efficacy of anakinra treatment for patients with persistent
respiratory symptoms post acute covid and immune system activation: the PRE-
CISION double-blind, randomized clinical trial“ (EU-CT No
2023-508123-12-00), geplante Patientenzahl: 40.
Ziel dieser klinischen Prüfungen ist es, die Wirksamkeit in den genannten
Indikationen zu ermitteln. Nähere Details zu den klinischen Prüfungen können
unter der Angabe der jeweiligen EU-CT-Nummer im öffentlichen Teil der EU-
Datenbank zu klinischen Prüfungen unter www.euclinicaltrials.eu/search-for-cl
inical-trials/ eingesehen werden.
Eine Zusammenfassung der Ergebnisse der klinischen Prüfungen muss der
Sponsor unabhängig vom Ergebnis grundsätzlich innerhalb eines Jahres ab dem
Ende der klinischen Prüfung – gemäß der Verordnung (EU) Nr. 536/2014 über
klinische Prüfungen mit Humanarzneimitteln – allen betroffenen
Mitgliedstaaten über die EU-Datenbank übermitteln.
Weitere Studien ohne Arzneimittelbezug:
In der im Rahmen der NKSG durchgeführten IA-PACS-Studie wird eine
Subgruppe von 66 ME/CFS-Patientinnen und ME/CFS-Patienten mit erhöhten
Autoantikörpern einer Immunadsorption unterzogen und der Effekt auf die
Krankheitssymptome untersucht. Die Rekrutierung der Patientinnen und Patienten ist
abgeschlossen, aktuell wird die Studie ausgewertet. Mit ersten Ergebnissen ist
Anfang des Jahres 2026 zu rechnen.
Begreiflicherweise sind Forschungsvorhaben häufig mit unvorhersehbaren
Entwicklungen verbunden. Folglich ist der Zeitpunkt etwaiger finaler
Auswertungen und anschließender Veröffentlichungen von Ergebnissen nicht präzise
vorhersagbar.
8. Welche Institutionen wurden speziell für Medikamentenforschung zu
postviralen Erkrankungen bislang aus bereitgestellten Geldern des
Bundeshaushaltes gefördert?
Medikamentenforschung zu postinfektiösen d. h. auch zu postviralen
Erkrankungen wurde vom BMFTR bisher an der Charité – Universitätsmedizin Berlin
und der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit den in den
Antworten zu den Fragen 5 bis 7 aufgeführten Forschungsvorhaben der NKSG
sowie von reCOVer gefördert. In die NKSG ist das Deutsche Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) e. V. im Rahmen spezifischer
transkriptioneller Biomarker-Analysen eingebunden.
Im Rahmen des Netzwerks Universitätsmedizin wurde auch die Studie
RAPID_REVIVE an verschiedenen universitären Standorten gefördert.
9. Im Rahmen welcher Förderrichtlinien wurden bislang
Forschungsvorhaben zur Medikamenten- und Therapieentwicklung oder zur
Versorgungsforschung im Bereich Long-COVID und ME/CFS gefördert (bitte
entlang der Förderrichtlinien aufschlüsseln und entlang des federführenden
Bundesministeriums, finanziellen Umfangs, der Laufzeit, beteiligten
Institutionen und des aktuellen Standes der Umsetzung angeben)?
Das BMG fördert versorgungsnahe Forschung sowie die Versorgung von
Kindern und Jugendlichen, die an Long COVID erkrankt sind, in den Jahren 2024
bis 2028 in zwei Förderschwerpunkten mit insgesamt ca. 118 Mio. Euro; zur
Aufteilung der Fördermittel vgl. Tabelle 1 der Anlage 1.* In beiden
Förderschwerpunkten wird das Thema ME/CFS ausdrücklich und durchgehend
berücksichtigt. Erkrankungen mit Long-COVID-ähnlichen Symptomkomplexen
wie ME/CFS, auch unabhängig von einer COVID-19-Erkrankung, sind in den
Projekten ebenfalls Forschungsgegenstand oder werden mitberücksichtigt. Die
Projekte beider Förderschwerpunkte haben Ende des Jahres 2024
beziehungsweise Anfang des Jahres 2025 ihre Arbeit aufgenommen. Informationen zu den
Förderschwerpunkten sowie Steckbriefe zu den Projekten stellt das BMG auf
seiner Internetseite bereit: www.bundesgesundheitsministerium.de/ministeriu
m/ressortforschung/handlungsfelder/forschungsschwerpunkte/long-/post-covi
d.html.
Forschungsvorhaben zur Medikamenten- und Therapieentwicklung oder
Versorgungsforschung im Bereich Long COVID und ME/CFS wurden vom
BMFTR im Rahmen der Richtlinie zur Förderung von Forschungsvorhaben zu
Spätsymptomen von COVID-19 (Long-Covid) vom 31. Mai 2021 gefördert
(siehe Tabelle 1 der beigefügten Anlage 1).*
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/3713 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
Die Förderung der NKSG erfolgt außerhalb einer Förderrichtlinie aufgrund
einschlägiger Beschlüsse des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages.
Als weiterer Förderstrang wurden über den Innovationsfonds des
Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) weitere 16 Forschungsprojekte zu
postviralen Symptomkomplexen wie z. B. Long COVID und ME/CFS mit insgesamt
ca. 30 Mio. Euro gefördert. Die themenspezifische Ausschreibung wurde im
Jahr 2023 veröffentlicht und in den Jahren 2024 und 2025 zum wiederholten
Male ausgeschrieben. In diesen Ausschreibungen entfallen ca. 12 Mio. Euro
explizit für Versorgungsforschungsprojekte.
10. Welche Haushaltsmittel stehen dem BMG und BMFTR gemäß
Bundeshaushalt für die Jahre von 2026 bis 2029 zur Verfügung, wie viele Gelder
wurden davon bereits fest bewilligt, und wie viel ist bereits abgeflossen?
Für Projekte aus dem bis zum Jahr 2028 laufenden BMG-Förderschwerpunkt
„Erforschung und Stärkung einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die
Langzeitfolgen von COVID-19 (Long COVID)“ wurden für den abgefragten
Zeitraum folgende Haushaltsmittel bewilligt: ca. 23,6 Mio. Euro (2026), ca.
17,1 Mio. Euro (2027), ca. 9,6 Mio. Euro (2028). Im Jahr 2025 sind bis zum
31. Dezember 2025 bereits Mittel in Höhe von ca. 20,1 Mio. Euro abgeflossen.
Für Projekte aus dem bis zum Jahr 2028 laufenden BMG-Förderschwerpunkt
„Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long
COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder
Krankheitsausprägung aufweisen“ wurden für den abgefragten Zeitraum folgende
Haushaltsmittel bewilligt: ca. 14,7 Mio. Euro (2026), ca. 9,7 Mio. Euro (2027), ca. 4,7 Mio.
Euro (2028). Bis zum 31. Dezember 2025 sind bereits Mittel in Höhe von ca.
15,3 Mio. Euro abgeflossen.
Außerhalb der Förderschwerpunkte fördert das BMG das Projekt Post-
COVID-19-II des Robert Koch-Instituts (RKI) im Jahr 2026 mit ca. 0,2 Mio.
Euro, im Jahr 2025 sind ca. 0,3 Mio. Euro abgeflossen.
Von Seiten des BMFTR sind in den Jahren 2026 bis 2029 für den
Themenkomplex der postinfektiösen Erkrankungen inklusive Long-/Post-COVID und
ME/CFS jährliche Mittel in Höhe von ca. 50 Mio. Euro vorgesehen. Davon
sind bereits insgesamt ca. 23,7 Mio. Euro durch bewilligte Vorhaben gebunden.
Für diese Vorhaben wurden im Jahr 2025 ca. 11,8 Mio. Euro verausgabt.
Zusätzlich wurden im Jahr 2025 weitere ca. 1,6 Mio. Euro für im Jahr 2025
beendete Vorhaben verausgabt.
11. Wann ist speziell zur Versorgungsforschung zu postviralen Erkrankungen
nach Einschätzung der Bundesregierung mit öffentlich einsehbaren
Ergebnissen der aktuell geförderten Forschungsvorhaben zu rechnen, und
in welcher Form werden diese voraussichtlich wo veröffentlicht?
Ein konkretes Datum für die Veröffentlichung von Ergebnissen aus den BMG-
geförderten Projekten zur Versorgungsforschung zu Long COVID kann nicht
genannt werden, da die geförderten Vorhaben unterschiedliche Projekt-
Laufzeiten haben. Die Veröffentlichung der Schlussberichte nach Ablauf der Förderung
erfolgt nach Prüfung auf der Webseite des BMG. Bereits im ersten Halbjahr
2027 werden hier erste Veröffentlichungen erwartet. Die Veröffentlichung von
Zwischen- und Endergebnissen in wissenschaftlichen Fachzeitschriften obliegt
zudem den Zuwendungsempfängern. Es ist somit zu erwarten, dass schon vor
Abschluss eines Vorhabens Ergebnisse öffentlich einsehbar sind.
Von den Projekten des G-BA-Innovationsfonds, die auf die thematische
Ausschreibung „Versorgung von Patientinnen und Patienten mit postviralen
Symptomkomplexen wie z. B. Post-/Long-COVID, ME/CFS“ im Jahr 2023
eingereicht wurden, werden die ersten im Jahr 2028 beendet sein. Nach Abschluss
der Förderung und Vorlage des Abschlussberichtes berät der
Innovationsausschuss und beschließt in Abhängigkeit von den Ergebnissen, welche
Empfehlung ausgesprochen wird. Danach werden die Ergebnisberichte und die
Beschlüsse auf der Internetseite des G-BA-Innovationsausschusses allgemein
einsehbar veröffentlicht.
12. Wie viele der seit Beginn der Corona-Pandemie bereitgestellten
Fördergelder für die Grundlagenforschung zu postviralen Erkrankungen sind
bereits verausgabt worden bzw. welchen Instituten für entsprechende
Forschungsprojekte fest bewilligt worden?
13. Welche Institutionen wurden bislang speziell für die
Grundlagenforschung zu postviralen Erkrankungen aus bereitgestellten Geldern des
Bundeshaushaltes seit Beginn der Corona-Pandemie gefördert?
14. Welche Forschungsvorhaben zur Grundlagenforschung zu postviralen
Erkrankungen wurden seit Beginn der Corona-Pandemie aus
Bundesmitteln gefördert, und im Rahmen welcher Förderrichtlinien erfolgte diese
Förderung (bitte jeweils das federführende Bundesministerium, den
finanziellen Umfang, die Laufzeit, die beteiligten Institutionen sowie den
aktuellen Stand der Umsetzung angeben)?
Die Fragen 12 bis 14 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Die bewilligten Forschungsvorhaben zur Grundlagenforschung zu
postinfektiösen Erkrankungen, die seit Beginn der Corona-Pandemie durch das BMFTR
gefördert werden, sind in Tabelle 2 in der beigefügten Anlage 2 aufgeführt.*
15. Welche Forschungsvorhaben zu postviralen Erkrankungen bei Kindern
und Jugendlichen werden derzeit aus Bundesmitteln gefördert?
Das BMFTR fördert die Forschung zu postinfektiösen Erkrankungen auch bei
Kindern und Jugendlichen im Rahmen des Forschungsverbundes IMMME
sowie des Verbundvorhabens CURE-ME (vgl. Tabelle 2 in der Anlage 2).*
Das BMG fördert innerhalb des Förderschwerpunktes „Modellmaßnahmen zur
Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Long COVID und
Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung aufweisen“ die
Projekte PEDNET-LC, COVYOUTHdata, PedMYCVAC – Follow-up und
NGK4Family. Bezüglich weiterer Informationen zu diesem Förderschwerpunkt
wird auf die Antwort zu Frage 9 verwiesen.
* Von einer Drucklegung der Anlage wird abgesehen. Diese ist auf Bundestagsdrucksache 20/3713 auf der Internetseite des Deutschen Bundestages abrufbar.
16. Wann ist nach Einschätzung der Bundesregierung mit öffentlich
einsehbaren Ergebnissen der derzeit geförderten Forschungsvorhaben zur
Grundlagenforschung zu den Pathomechanismen von ME/CFS, Long-
COVID, Post-COVID und Post-Vac zu rechnen, und auf welchen
Plattformen bzw. in welchem Format werden diese voraussichtlich
veröffentlicht (bitte nach Förderrichtlinien bzw. Projekten differenziert angeben)?
Die vom BMFTR geförderten Forschungsvorhaben sind gemäß Nummer 5.4
der Nebenbestimmungen für Zuwendungen auf Ausgabenbasis des
Bundesministeriums für Bildung und Forschung zur Projektförderung (NABF)
verpflichtet, nach Abschluss des Vorhabens den Sachbericht und den Kurzbericht
unter Angabe des Förderkennzeichens auf einem elektronischen
Speichermedium oder per Datenübertragung nach Vorgabe der Technischen
Informationsbibliothek (TIB) zur Verfügung zu stellen. Die TIB ist berechtigt, sämtliche bei der
TIB eingereichten Werke der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Weiterhin hat der Zuwendungsempfänger gemäß NABF-Nummer 5.2.1 die
Ergebnisse innerhalb von neun Monaten nach Abschluss des Vorhabens zu
veröffentlichen – z. B. in Fachzeitschriften – oder den fachlich interessierten
Stellen in Deutschland auf andere geeignete Weise, z. B. auf Fachkongressen,
zugänglich zu machen. Die Veröffentlichung soll nach Möglichkeit auch digital
erfolgen und der entgeltfreie elektronische Zugriff (Open Access) soll
ermöglicht werden.
17. Welche Institutionen aus dem europäischen und außereuropäischen
Ausland waren an den von der Bundesregierung geförderten
Forschungsvorhaben zu postviralen Erkrankungen beteiligt, und welche Formen der
internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit konnten dabei
gestärkt oder neu aufgebaut werden (z. B. im Rahmen von
Forschungsverbünden, Konsortien oder bilateralen Kooperationen)?
An den von BMFTR und BMG geförderten Forschungsvorhaben zu postviralen
Erkrankungen sind keine europäischen oder außereuropäischen Institutionen
beteiligt.
18. In welchem Umfang fließen die bereitgestellten Mittel der
Bundesregierung in Beteiligungen an internationalen Forschungsvorhaben zu
postviralen Erkrankungen, und welche Formen der internationalen
Zusammenarbeit werden dadurch unterstützt?
Auf die Antwort zu Frage 17 wird verwiesen.
19. Wie soll die Einrichtung von Spezialambulanzen für postvirale
Erkrankungen auch durch Mittel des Bundes gefördert werden?
a) Über welchen Zeitraum sollen diese durch Mittel des Bundes jeweils
gefördert werden?
Die Fragen 19 und 19a werden gemeinsam beantwortet.
Innerhalb von Modul 1 des Förderschwerpunkts „Erforschung und Stärkung
einer bedarfsgerechten Versorgung rund um die Langzeitfolgen von COVID-19
(Long COVID)“ fördert das BMG in den Jahren 2024 bis 2028 mehrere
Projekte, die sich dem Aufbau und der Erforschung von Spezialambulanzen für
diese Krankheitsbilder widmen.
Speziell für Kinder und Jugendliche fördert das BMG innerhalb des
Förderschwerpunkts „Modellmaßnahmen zur Versorgung von Kindern und
Jugendlichen mit Long COVID und Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder
Krankheitsausprägung aufweisen“ bis zum Jahr 2028 das große
Konsortialprojekt „PEDNET-LC“. Im Mittelpunkt dieses Projektes stehen 20 spezialisierte,
interdisziplinäre Versorgungszentren, welche eine flächendeckende regionale
Betreuung zum Ziel haben. Informationen zu den oben genannten
Förderschwerpunkten sowie Projektsteckbriefe stellt das BMG auf seiner Internetseite
bereit: www.bundesgesundheitsministerium.de/ministerium/ressortforschung/h
andlungsfelder/forschungsschwerpunkte/long-/post-covid.html.
b) Wie ist eine Verstetigung vorhandener Spezialambulanzen über die
Legislatur hinaus geplant?
In den in der Antwort zu Frage 19 genannten Förderschwerpunkten werden die
Modellprojekte evaluiert. Auf Basis der Evaluationsergebnisse können weitere
Aussagen erfolgen.
20. Welche bereits bestehenden Spezialambulanzen zur Behandlung
postviraler Erkrankungen sind der Bundesregierung bekannt, welche dieser
Ambulanzen richten sich nach Kenntnis der Bundesregierung an
besondere Zielgruppen, und welche sind dies?
Behandlungsangebote für postvirale Krankheitsbilder sind in online
verfügbaren Klinik-Verzeichnissen einsehbar. So weist das Deutsche
Krankenhausverzeichnis unter dem Suchbegriff „Long COVID“ hierauf spezialisierte Kliniken
auf. Dort finden sich auch Informationen zur jeweiligen Zielgruppe, zum
Beispiel zu Kindern und Jugendlichen.
21. Welche spezialisierten Behandlungsangebote für Kinder und Jugendliche
mit postviralen Erkrankungen sind der Bundesregierung bekannt, und
wie ist deren regionale Verteilung?
Bezüglich spezialisierter Versorgung für Kinder und Jugendliche mit Long-
COVID-ähnlichen Erkrankungen werden im Rahmen des BMG-geförderten
Projekts PEDNET-LC deutschlandweit 20 spezialisierte Behandlungszentren –
sogenannte Comprehensive Care Centers for Long COVID (CCC-LC) –
eingerichtet, die alle Länder abdecken. Diese Zentren sichern die umfassende
Betreuung von Kindern und Jugendlichen, die an Long COVID oder ähnlichen
Erkrankungen leiden.
22. Wie viele Behandlungen postviraler Erkrankungen sind auf Grundlage
der Behandlungs- und Vergütungsrichtlinie, die Anfang 2024 eingeführt
wurde, im gesamten Jahr 2024 bei den gesetzlichen Krankenkassen
abgerechnet worden, sind der Bundesregierung auch die entsprechenden
Zahlen für das erste Halbjahr 2025 dazu bekannt, und wenn ja, bitte
angeben?
Im ersten Quartal des Jahres 2025 wurden mit der gesetzlichen
Krankenversicherung (GKV) laut ärztlichen Abrechnungsdaten ca. 14.000 Behandlungen
nach der Richtlinie über eine berufsgruppenübergreifende, koordinierte und
strukturierte Versorgung für Versicherte mit Verdacht auf Long COVID und
Erkrankungen, die eine ähnliche Ursache oder Krankheitsausprägung (Long-
COVID-Richtlinie) im ambulanten vertragsärztlichen Bereich abgerechnet. Da
die Richtlinie zum 1. Januar 2025 mit dem Abschnitt 37.8 und fünf neuen
Gebührenordnungspositionen im einheitlichen Bewertungsmaßstab und in der
Versorgung wirksam geworden ist, liegen für das Jahr 2024 keine
Abrechnungsdaten vor. Daten für das zweite Quartal des Jahres 2025 liegen der
Bundesregierung noch nicht vor. Dem BMG liegen keine Daten zu den
Behandlungen in der spezialisierten ambulanten Versorgung (Hochschulambulanzen) vor,
da diese gemäß § 120 Absatz 2 Satz 1 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch
(SGB V) direkt mit den Krankenkassen abrechnen.
23. Ist der Bundesregierung bezüglich der Abrechnungen nach der neuen
Behandlungs- und Vergütungsrichtlinie für postvirale Erkrankungen eine
Aufschlüsselung in Bundesländer bekannt, und wenn ja, wie viele
Behandlungen danach wurden pro Bundesland bis zum Ende des ersten
Halbjahres 2025 abgerechnet?
Eine Aufschlüsselung der Behandlungsfälle nach Ländern liegt der
Bundesregierung nicht vor.
24. Welche Reha-Angebote, die sich speziell an Patientinnen und Patienten
mit postviralen Erkrankungen richten, sind der Bundesregierung
bekannt?
Die Bundesregierung führt kein Register über Rehabilitations-Angebote, die
sich speziell an Patientinnen und Patienten mit postviralen Erkrankungen
richten. Eine Übersicht zu Rehabilitationskliniken für den Bereich Long-/Post-
COVID bietet die Deutsche Rentenversicherung an (vgl. www.deutsche-renten
versicherung.de/DRV/DE/Home/home_node.html). Darüber hinaus gibt es
private Informationsportale, die Betroffenen bei der Suche nach einer
geeigneten Rehabilitationsklinik helfen können.
25. Wie bewertet die Bundesregierung den Bedarf an kindgerechten
Rehabilitationsangeboten für Betroffene mit postviralen Erkrankungen, welche
Maßnahmen sind geplant, um entsprechende Angebote auszubauen, und
wie bindet die Bundesregierung in diesen Prozess die Perspektive
betroffener Familien ein?
Die medizinische Rehabilitation kann bei postviralen Erkrankungen von
Kindern und Jugendlichen einen wichtigen Baustein zur Genesung darstellen. Die
medizinische Rehabilitation ist eine wesentliche Säule nach Abschluss der
Akut-Krankenbehandlung, die von der GKV und der gesetzlichen
Rentenversicherung (GRV) angeboten wird. Welcher Träger für welche Leistung im
Einzelfall zuständig ist, hängt von dem Grund und dem Ziel der jeweiligen Reha-
Maßnahme ab. Die GKV erbringt gemäß § 40 Absatz 2 SGB V stationäre
Rehabilitationsleistungen, sofern kein anderer Leistungsträger zuständig ist; für
die Leistungen der medizinischen Kinderrehabilitation sind GKV und GRV
gleichrangig zuständig. Bei diesen Leistungen stehen stets die Bedürfnisse des
erkrankten Kindes im Mittelpunkt.
In das BMG-geförderte Projekt PEDNET-LC (siehe auch die Antworten zu den
Fragen 9, 15, 19 und 21) sind drei spezialisierte Reha-Kliniken für Kinder und
Jugendliche eingebunden, um Erkrankte auch über die akute Versorgung hinaus
zu behandeln. Ein strukturiertes Beteiligungsgremium bindet Betroffene und
ihre Familien aktiv in dieses Projekt ein.
26. Welche Unterstützungsangebote sind der Bundesregierung für Familien
mit betroffenen Kindern bekannt, insbesondere hinsichtlich des
Schulbesuches, der häuslichen Pflege und psychosozialen Begleitung?
Im BMG-geförderten Projekt PEDNET-LC (Arbeitspaket 5) werden
Maßnahmen entwickelt, um Schülerinnen und Schüler mit Long COVID und ähnlichen
Erkrankungen nach einer Virusinfektion besser zu unterstützen. Ziel ist es,
Long COVID frühzeitig in der Schule zu erkennen, die Teilhabe am Unterricht
zu fördern und Stigmatisierung durch gezielte Aufklärung zu verringern. Des
Weiteren wird im PEDNET-LC (Arbeitspaket 4) ein spezialisiertes Konzept für
die aufsuchende Versorgung von immobilen Schwerbetroffenen entwickelt,
falls sie ambulante medizinische und psychosoziale Versorgungsangebote nur
sehr eingeschränkt oder gar nicht wahrnehmen können.
Die Organisation und Durchführung des Schulunterrichts liegt in der
Zuständigkeit der Länder. Dazu zählen auch Unterstützungsangebote für erkrankte
Kinder und Jugendliche. Daneben können Kinder und Jugendliche mit
psychischen Beeinträchtigungen, die in der Folge auch in ihrer Teilhabe eingeschränkt
sind oder drohen eingeschränkt zu werden, einen Anspruch auf
Eingliederungshilfe nach § 35a des Achten Buches Sozialgesetzbuch (SGB VIII) haben.
Hiervon kann abhängig vom individuellen Bedarf auch eine Schulassistenz umfasst
sein.
Beim Vorliegen einer postinfektiösen Erkrankung kann pflegerischer
Unterstützungsbedarf erforderlich sein. Betroffene Personen bzw. Angehörige können
hierfür einen Pflegegrad beantragen. Wird in einer Pflegebegutachtung ein
Pflegegrad festgestellt, können Geld- und/oder Sachleistungen in Anspruch
genommen werden. Dies trägt zu einer Unterstützung von betroffenen Kindern
und Jugendlichen und ihren Familien bei.
27. Welche Pläne oder rechtlichen Prüfungen hat die Bundesregierung, um
gesetzliche Grundlagen dahin gehend zu ändern, dass für Patientinnen
und Patienten mit postviralen Erkrankungen die Voraussetzungen zur
Teilnahme an Reha-Behandlungen als Voraussetzung für die
Geltendmachung von Renten- oder Pflegegeldansprüchen geändert werden sollten?
Die Bundesregierung sieht keinen gesetzlichen Handlungsbedarf.
Hinsichtlich der Entscheidung über eine rehabilitative Behandlung bestimmt
der Träger der GRV im Einzelfall unter Beachtung des Wunsch- und
Wahlrechts des Versicherten über Art, Dauer, Umfang, Beginn und Durchführung
der Leistung zur medizinischen Rehabilitation nach pflichtgemäßem Ermessen.
Dabei ist der individuelle Rehabilitationsbedarf orientiert an der International
Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) zu ermitteln und
festzustellen bzw. zu bewilligen, sofern die persönlichen – Erhalt der
Erwerbsfähigkeit – und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind.
28. Welche Gründe gibt es dafür, dass das Paul-Ehrlich-Institut bisher keine
gesundheitlichen Schäden im Zusammenhang mit der Corona-Impfung
anerkannt hat, plant die Bundesregierung, den in der letzten Legislatur
durch das BMG eingerichteten „Runden Tisch Long-COVID“ auch in
dieser Legislatur fortzuführen, wenn ja, wie häufig soll dieser tagen, soll
die Aufgabenstellung und personelle Zusammensetzung dieselbe bleiben
oder gibt es hier Änderungen, und wenn ja, welche?
Für die Anerkennung der gesundheitlichen und der wirtschaftlichen Folgen
einer gesundheitlichen Schädigung, die ursächlich auf eine Schutzimpfung
zurückzuführen ist, sind nach den §§ 111 und 112 des Vierzehnten Buches
Sozialgesetzbuch (SGB XIV) die Länder und die nach Landesrecht bestimmten
Behörden zuständig. Das Paul-Ehrlich-Institut ist hierfür nicht zuständig.
Das Format des „Runden Tischs Long COVID“ aus der letzten
Legislaturperiode wird in der aktuellen Legislaturperiode in Formate der „Allianz
postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID und ME/CFS“ sowie der „Nationalen
Dekade gegen Postinfektiöse Erkrankungen“ überführt. Das Format und der
Teilnehmendenkreis werden dafür entsprechend angepasst.
29. Welche konkreten Ergebnisse und Maßnahmen hat der Runde Tisch
bereits erarbeitet, und welche der im Rahmen des Runden Tisches
erarbeiteten Maßnahmen sind bereits wie umgesetzt worden?
a) Bis wann sollen erarbeitete Konzepte oder Maßnahmen, die sich
noch in der Umsetzung befinden, final umgesetzt sein?
Die Fragen 29 und 29a werden gemeinsam beantwortet.
Der „Runde Tisch Long COVID“ wurde im September 2023 im Rahmen der
BMG-Initiative Long COVID als offenes Austauschformat mit Expertinnen
und Experten sowie Betroffenen mit dem Ziel einer besseren Vernetzung aller
Beteiligten initiiert. Er bot Austausch zu den erforderlichen Maßnahmen
hinsichtlich einer verbesserten Versorgung von Long COVID-Erkrankten. Die
Erarbeitung von Konzepten oder konkreten Maßnahmen ist in diesem
Zusammenhang nicht angestrebt worden. Der Runde Tisch fungierte vielmehr als
Impulsgeber für weitere Formate und Initiativen, wie die Expertengruppe Long
COVID Off-Label-Use beim Bundesinstitut für Arzneimittel und
Medizinprodukte (BfArM), vgl. www.bfarm.de/DE/Arzneimittel/Zulassung/Zulassungsrele
vante-Themen/Expertengruppe-Long-COVID-Off-Label-Use/_node.html.
b) Plant die Bundesregierung weitere konkrete Projekte zur Vernetzung
von Forscherinnen und Forschern, Medizinerinnen und Medizinern
oder Betroffenen mit postviralen Erkrankungen unter der Anleitung
eines Bundesministeriums, um gezielte Vernetzung und Austausch in
diesem Feld zu fördern, und wenn ja, in welcher Form?
Am 19. November 2025 starteten die Bundesministerinnen Nina Warken und
Dorothee Bär die „Allianz postinfektiöse Erkrankungen: Long COVID, ME/
CFS“. Mit der Gründung dieser Allianz setzen das BMG und das BMFTR ein
deutliches Zeichen für eine verstärkte ressortübergreifende
Zusammenarbeit. Die Allianz verfolgt das Ziel, Grundlagenforschung und klinische
Forschung enger mit der Versorgungsforschung zu vernetzen. Fortschritte in der
Diagnostik und Therapie sollen beschleunigt und hiermit die Versorgung der
Patientinnen und Patienten verbessert werden. Ein besonderer Fokus liegt auf
der stärkeren Vernetzung von Wissenschaft, Versorgungspraxis und
Betroffenenorganisationen sowie dem Adressieren gesamtgesellschaftlicher
Herausforderungen in diesem Bereich. Hierzu werden im Laufe der Legislaturperiode
weitere Veranstaltungen geplant. Der Personenkreis richtet sich nach dem
jeweiligen thematischen Schwerpunkt.
30. Wie erfolgt die Pflege und Weiterentwicklung der durch die
Bundesregierung eingerichteten Informationswebseite zu postviralen
Erkrankungen, insbesondere zu Long-COVID, und wie die Unterhaltung des
Bürgertelefons?
a) Wie wird die Informationshomepage bei Betroffenen sowie
Behandlerinnen und Behandlern bekannt gemacht?
Die Fragen 30 und 30a werden gemeinsam beantwortet.
Die Internetseite www.bmg-longcovid.de/ ist im Rahmen der BMG-Initiative
Long COVID im Juli 2023 vom BMG eingerichtet worden. Die Inhalte werden
regelmäßig durch das BMG in Zusammenarbeit mit dem RKI aktualisiert.
Das BMG hat in den Jahren 2023 und 2024, hier speziell zu Long COVID bei
Kindern und Jugendlichen, jeweils eine Informations- und
Aufklärungskampagne durchgeführt, in deren Rahmen die „BMG-Initiative Long COVID“ und
ihre Internetseite www.bmg-longcovid.de/ beworben wurden. Zielgruppen der
Kampagnen waren dabei insbesondere sowohl Erkrankte selbst und ihre
Angehörigen als auch Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Behandelnde und
pädagogisches Personal. In Informationsflyern zum Thema, die kostenlos über den
Publikationsservice der Bundesregierung bestellt werden können, wird darüber
hinaus auf die Internetseite aufmerksam gemacht.
b) Wie haben sich die Zugriffszahlen auf die Informationswebseite in den
Jahren 2024 und 2025 entwickelt (bitte mindestens vierteljährlich
aufschlüsseln)?
In der folgenden Tabelle sind die Aufrufzahlen der Internetseite www.bmg-lon
gcovid.de/ quartalsweise für die Jahre 2024 und 2025 aufgelistet.
Jahr Q 1 Q 2 Q 3 Q 4 Seitenansichten
gesamt
2024 141.223 97.791 91.898 133.448 464.360
2025 103.049 63.427 52.277 57.808 276.561
c) Wie haben sich die Zahlen von Anruferinnen und Anrufern beim
Bürgertelefon in den Jahren 2024 und 2025 entwickelt (bitte mindestens
vierteljährlich aufschlüsseln)?
Das BMG unterhält ein Bürgertelefon zu den Themenbereichen
Krankenversicherung, Pflegeversicherung und Prävention. Die Anrufzahlen zu postviralen
Erkrankungen werden nicht separat erfasst.
Jahr Q 1 Q 2 Q 3 Q 4 Anrufzahlen
Long-COVID gesamt
2024 386 130 115 62 693
2025 96 79 73 54 302
Anlage 1 – Tabelle 1 zu AW auf Frage 9 – Kleine Anfrage 21/3224
- 1 -
Tabelle 1: Förderrichtlinien zu Medikamenten- und Therapieentwicklung oder zur
Versorgungsforschung im Bereich Long-Covid und ME/CFS
Förderrichtlinie
Mittel in
Millionen
Euro
Laufzeit Geförderte Institutionen
BMFTR:
Förderung von
Forschungsvorhaben zu
Spätsymptomen von
COVID-19
(Long-COVID)
vom 31. Mai 2021
(alle Vorhaben
sind
abgeschlossen)
rund 6,3 Start ab
1. Januar
2022 bis
31.
Dezember
2024
Universitätsklinikum Jena; Technische Universität
Ilmenau; Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg;
Justus-Liebig-Universität Gießen; Charité -
Universitätsmedizin Berlin; Medizinische Hochschule
Hannover; Ludwig-Maximilians-Universität München;
Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften -
Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel; Georg-
August-Universität Göttingen – Universitätsmedizin;
Universitätsklinikum Essen; IST-Hochschule für
Management; Universität Regensburg; Universität des
Saarlandes; Technische Universität Dresden;
Universität zu Köln; Technische Universität München;
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg; Eberhard-Karls-
Universität Tübingen; Martin-Luther-Universität
Halle-Wittenberg; Universität Ulm; Friedrich-
Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg; Humboldt-
Universität zu Berlin; Max-Planck-Institut für die
Physik des Lichts; Universitätsklinikum Würzburg;
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel;
Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf; Universitätsmedizin
Greifswald
BMG:
Erforschung und
Stärkung einer
bedarfsgerechten
Versorgung rund
um die
Langzeitfolgen von
COVID-19
(Long COVID)“
rund 73 2024 bis
2028
Philipps-Universität Marburg; Universitätsklinikum
Köln; Universitätsklinikum Düsseldorf;
Universitätsklinikum Bonn; MEDICLIN Reha Research GmbH;
Universitätsmedizin Greifswald; Universität
Greifswald; Charité Universitätsmedizin Berlin;
Universitätsklinikum Tübingen; Universitätsklinikum Ulm;
Universitätsklinikum Freiburg; Universitätsklinikum
Heidelberg; Kassenärztliche Vereinigung Baden-
Württemberg; Hochschule Reutlingen; Medizinische
Hochschule Hannover; Universitätsklinikum
Erlangen; Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-
Nürnberg; Universitätsklinikum Hamburg-
Eppendorf; TMF – Technologie- und Methodenplattform
für die vernetzte medizinische Forschung e.V.;
Universität zu Köln; Universitätsklinikum Würzburg;
Eberhard Karls Universität Tübingen; Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel; Universitätsmedizin
Göttingen; Gesellschaft für wissenschaftliche
Datenverarbeitung mbH Göttingen; Ostfalia Hochschule für
angewandte Wissenschaften; Ruhr-Universität
Bochum; Paul-Ehrlich-Institut; Klinikum Nürnberg;
Deutsche Diabetes-Zentrum; Freie Universität Berlin;
Friedrich-Schiller-Universität Jena;
Universitätsklinikum Jena; Martin-Luther-Universität Halle-
Wittenberg; Robert Koch-Institut; Zentralinstitut für die
kassenärztliche Versorgung; Technische Universität
Anlage 1 – Tabelle 1 zu AW auf Frage 9 – Kleine Anfrage 21/3224
- 2 -
Dresden; Klinikum rechts der Isar der Technischen
Universität München; Helmholtz Zentrum für
Infektionsforschung; Universitätsklinikum Schleswig-
Holstein; Julius-Maximilians-Universität Würzburg;
Institut für Rehabilitationsmedizinische Forschung
an der Universität Ulm; Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit Mannheim; Universität Münster;
Karlsruhe Institute of Technology; mHealthPioneers; Fimo
Health GmbH; Universitätsmedizin Rostock; Schön
Klinik Berchtesgadener Land; Ludwig-Maximilians-
Universität München; FernUniversität Hagen;
Ottovon-Guericke-Universität Magdeburg
BMG:
Modellmaßnahmen zur
Versorgung von
Kindern und
Jugendlichen mit
Long COVID und
Erkrankungen,
die eine ähnliche
Ursache oder
Krankheitsausprägung
aufweisen
rund 45 2024 bis
2028
NichtGenesenKids e.V.; TUM Klinikum, Klinikum
rechts der Isar; Charité – Universitätsmedizin Berlin;
Robert Koch-Institut; Universität Bielefeld;
Gesundheit Nord gGmbH; Edelsteinklinik Bruchweiler;
Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln; Technische
Universität Dresden; Universitätsklinikum Essen;
Universitätsklinikum Freiburg; Deutsches Zentrum
für Kinder- und Jugendrheumatologie; Universität
Greifswald; Universitätsmedizin Greifswald;
Universitätsklinikum Hamburg Kinderhospiz-Eppendorf;
Medizinische Hochschule Hannover;
Universitätsklinikum des Saarlandes; Universitätsklinikum Jena;
Gesundheit Nordhessen Holding AG; Berufsverband
der Kinder- und Jugendärzt*innen e.V. (BVKJ)-Service
GmbH; Universitätsklinikum Köln;
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck;
Universitätsklinikum Magdeburg; Universitätsmedizin Mainz;
Philipps-Universität Marburg und
Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH; Bitcare GmbH;
Ludwig-Maximilians-Universität München; LMU
Klinikum München; Technische Universität München;
Bundesverband Bunter Kreis e.V.; AMEOS
Klinikum St. Elisabeth Neuburg; Kliniken Dritter
Orden gGmbH; Universität Passau; Universität
Regensburg; Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg;
Universitätsmedizin Rostock; Waldburg-Zeil
Kliniken; Klinikum Worms; Universitätsklinikum
Würzburg; Max-Planck-Institut für Psychiatrie; München
Klinik Schwabing, Klinik für Kinder- und
Jugendmedizin; KJF Klinik Josefinum gGmbH Augsburg; Ruhr-
Universität Bochum; Paul-Ehrlich-Institut;
Deutsches Herzzentrum der Charité
Anlage 2 – Tabelle 2 zu AW auf Frage 12-14 – Kleine Anfrage 21/3224
1
Tabelle 2: Förderung von Grundlagenforschung zu postinfektiösen Erkrankungen
Maßnahme Vorhabenbezeichnung Institutionen Laufzeit
Bewilligte Mittel
in Millionen Euro
Verausgabte Mittel
in Millionen Euro
Förderung
interdisziplinärer
Verbünde zur
Erforschung von
Pathomechanismen
IMMME - Aufklärung der
immunologischen
Pathomechanismen des
postinfektiösen Chronischen
Fatigue Syndroms (ME/CFS)
Verbundvorhaben:
(A) Charité - Universitätsmedizin Berlin,
(B) Technische Universität München
(TUM), (C) Universität zu Lübeck,
(D) Deutsches Zentrum für
Neurodegenerative Erkrankungen e.V.
(DZNE), (E) Julius-Maximilians-
Universität Würzburg
01.08.2022 –
30.09.2025
2,2 1,9
Förderung
interdisziplinärer
Verbünde zur
Erforschung von
Pathomechanismen –
Anschlussförderung
IMMME - Aufklärung der
immunologischen
Pathomechanismen des
postinfektiösen Chronischen
Fatigue Syndroms (ME/CFS)
Verbundvorhaben:
(A) Charité - Universitätsmedizin Berlin,
(B) TUM,
(C) Universität zu Lübeck,
(D) DZNE
01.10.2025 -
30.09.2027
1.5 0,14
Förderung
interdisziplinärer
Verbünde zur
Erforschung von
Pathomechanismen
von ME/CFS
VADYS-ME -
Untersuchungen zu
vaskulärer Dysfunktion und
Hypoperfusion bei Patienten
mit ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Charité - Universitätsmedizin Berlin,
(B) TUM
01.12.2024 -
30.11.2027
2,6 0,67
SLEEP-NEURO-PATH:
Beitrag schlafbezogener
Biomarker zur
Pathophysiologie von
ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Zentralinstitut für Seelische
Gesundheit, Mannheim, (B) Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel,
(C) Fraunhofer-Institut für Digitale
Medientechnologie (IDMT)
01.09.2024 -
31.08.2027
1,6 0,6
BioSig-PEM - Identifizierung
biopathologischer
Signaturen von Post-
Exertional Malaise bei
ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Universitätsklinikum Jena,
(B) Leibniz-Institut für Photonische
Technologien e.V., (C) Christian-
Albrechts-Universität zu Kiel, (D) Charité
01.11.2024 -
31.10.2027
2,5 0,4
Anlage 2 – Tabelle 2 zu AW auf Frage 12-14 – Kleine Anfrage 21/3224
2
- Universitätsmedizin Berlin,
(E) TUM, (F) Universitätsklinikum
Schleswig-Holstein
FAME - Funktionelle
Autoantikörper gegen G-
Protein-gekoppelte
Rezeptoren bei Betroffenen
mit ME/CFS
Einzelvorhaben:
Friedrich-Alexander-Universität
Erlangen-Nürnberg
01.09.2024 -
31.08.2027
1,76 0,5
SERIMM - Serotonin und
Immunmodulation in
ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Charité - Universitätsmedizin Berlin,
(B) Paul-Ehrlich-Institut, (C) Helmholtz
Zentrum München, (D) Max-Delbrück-
Centrum für Molekulare Medizin (MDC),
(E) Fraunhofer-Institut für Integrierte
Schaltungen (IIS)
01.09.2024 -
31.08.2027
1,7 0,6
CURE-ME -
Charakterisierung von
Autoimmunantworten zur
Identifizierung von Targets
in ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Charité - Universitätsmedizin Berlin,
(B) TUM
01.11.2024 -
31.10.2027
1,8 0,4
MIRACLE – Klinische
Analysen von
immunologischen und
metabolischen Faktoren bei
ME/CFS
Verbundvorhaben:
(A) Philipps-Universität Marburg,
(B) Universität Regensburg
01.11.2024 -
31.10.2027
2,4 0,5
Förderung von
interdisziplinären
Projekten zum
Thema Entwicklung
und Erprobung von
neuen Ansätzen der
Datenanalyse und des
Datenteilens in der
EPIC-AI – Endotypisierung
des Post-COVID-Syndroms
durch integrative Multi-
Omics-Analyse mit KI
Verbundvorhaben:
(A) Universitätsmedizin der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz;
(B) IDG Institut für digitale
Gesundheitsdaten RLP gGmbH
01.11.2024 –
31.10.2026
0,47 0,2
FEDCOV – Vorhersage von
Long-/Post-COVID mittels
föderiertem KI-Lernansatz
Verbundvorhaben:
(A) Medizinische Hochschule Hannover
(MHH); (B) Robert Koch-Institut (RKI);
(C) Leibniz Universität Hannover
01.01.2025 –
31.12.2026
0,62 0,21
Anlage 2 – Tabelle 2 zu AW auf Frage 12-14 – Kleine Anfrage 21/3224
3
Long-/Post-COVID-
19-Forschung
FEDORA - Föderierte
Netzwerkmodellierung
ökologischer komplexer
dynamischer Muster in Post-
COVID
Verbundvorhaben:
(A) Universitätsklinikum Jena;
(B) Ludwig-Maximilians-Universität
München; (C) Charité -
Universitätsmedizin Berlin;
(D) Technische Universität Dresden;
(E) Freie Universität Berlin; (F)
Zentralinstitut für Seelische Gesundheit;
(G) Eberhard Karls Universität Tübingen
01.11.2024 –
31.10.2026
1,3 0,55
HALTA_Long_COVID -
Heterogenitäts- und
Störfaktor-adjustierte
föderierte latente
Übergangsanalyse von Long-
COVID / PASC-Daten
Verbundvorhaben:
(A) Eberhard Karls Universität Tübingen;
(B) Universität zu Köln; (C) Heinrich-
Heine-Universität Düsseldorf;
(D) Rheinische Friedrich-Wilhelms-
Universität Bonn;
(E) Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
01.01.2025 –
31.12.2025
0,55 0,2
COVID-Datenbank –
multidisziplinäres
öffentliches COVID-Datenset
Verbundvorhaben:
(A) Medizinische Hochschule Hannover
(MHH); (B) Georg-August-Universität
Göttingen; (C) Ostfalia Hochschule für
angewandte Wissenschaften -
Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel
01.11.2024 –
31.10.2026
0,4 0,1
NAPCODE -
Zusammenführung eines
Nationalen Post-COVID-
Datensatzes aus bestehenden
Studiendaten
Verbundvorhaben:
(A) Johann Wolfgang Goethe-Universität
Frankfurt am Main;
(B) Charité - Universitätsmedizin Berlin;
(C) Universitätsklinikum Jena;
(D) Universitätsklinikum Würzburg;
(E) Universität Heidelberg
01.01.2025 –
31.12.2026
0,88 0,25
OUTCAST-AI – Analyse von
Omics-Daten zur
Identifizierung von
therapeutischen Targets für
das Long- / Post-COVID: Ein
KI-basierter Ansatz
Verbundvorhaben:
(A) Georg-August-Universität Göttingen;
(C) Ludwig-Maximilians-Universität
München
01.01.2025 –
31.12.2026
0,7 0,3
Anlage 2 – Tabelle 2 zu AW auf Frage 12-14 – Kleine Anfrage 21/3224
4
QuoVadis LongCOVID -
Abschätzung der
langfristigen Belastung der
öffentlichen Gesundheit
durch Langzeit-COVID
Verbundvorhaben:
(A) Robert Koch-Institut (RKI);
(B) Freie Universität Berlin
01.12.2024 –
30.11.2026
0,7 0,1
RESOLVE-PCC -
Heterogenität,
Risikofaktoren und kausale
Treiber von Long-/Post-
COVID in großen deutschen
bevölkerungsbasierten
Kohorten - auf dem Weg zur
personalisierten Versorgung
Verbundvorhaben:
(A) Universität Leipzig;
(B) Martin-Luther-Universität Halle-
Wittenberg;
(C) Universität Münster;
(D) Georg-August-Universität Göttingen;
(E) Leibniz-Institut für
Präventionsforschung und
Epidemiologie - BIPS GmbH;
(F) Universitätsklinikum Jena;
(G) Charité - Universitätsmedizin Berlin
01.01.2025 –
31.12.2026
1,2 0,2
Computational Life
Sciences (CompLS) –
KI-Methoden für die
Infektionsforschung
NetfLID – Netzwerkmedizin
für Langzeitfolgen von
Infektionskrankheiten
Verbundvorhaben:
(A) Technische Universität
Braunschweig;
(B) Technische Universität München;
(C) Medizinische Hochschule Hannover
01.02.2022 –
31.05.2025
1,3 1,3
Computational Life
Sciences (CompLS) –
Digitale Methoden
zur Erforschung
postakuter
Infektionssyndrome
ACT-PDA –
Computergestützte
Werkzeuge und Ressourcen
für die PAIS-Datenanalyse
Verbundvorhaben:
(A) Universität des Saarlandes;
(B) Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung GmbH
01.03.2025 –
29.02.2028
0,7 0,2
AID-PAIS – KI-gesteuerte
Integration von
multimodalen Omics- und
klinischen Daten für ein
besseres Verständnis
postakuter
Infektionssyndrome
Verbundvorhaben:
(A) Medizinische Hochschule Hannover;
(B) Gottfried Wilhelm-Leibniz-
Universität Hannover
01.03.2025 –
29.02.2028
1,15 0,2
Anlage 2 – Tabelle 2 zu AW auf Frage 12-14 – Kleine Anfrage 21/3224
5
AIMS – KI-gestützte
Modellierung zur Prävention
postakuter
Infektionssyndrome
Verbundvorhaben:
(A) Rheinische Friedrich-Wilhelms-
Universität Bonn;
(B) Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung GmbH;
(C) Martin-Luther-Universität Halle-
Wittenberg
01.03.2025 –
29.02.2028
1 0,16
AID-PAIS – Entwicklung
eines Clinical Decision
Support Systems zur
verbesserten Diagnose und
Therapie von ME/CFS auf
Basis klinischer Daten,
mathematischer Modelle
und künstlicher Intelligenz
Verbundvorhaben:
(A) Helmholtz-Zentrum für
Infektionsforschung GmbH;
(B) Charité – Universitätsmedizin Berlin
01.03.2025 –
29.02.2028
0,7 0,1
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- answered_by → Bundesministerium für Gesundheit
- authored ← Bundesregierung
- part_of_vorgang → Umgang mit Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronischem Fatique-Syndrom, Long-COVID und anderen postviralen Erkrankungen unter der aktuellen Bu (Antwort)