Rede von Robin Wagener (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Plenarprotokoll 21/104
Teil von Protokoll der 104. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Robin Wagener (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Plenarprotokoll 21/104
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Frau
Bundesministerin Warken, als Koordinatorin der Nachrichtendienste
haben Sie natürlich einen sehr genauen Überblick über
die russische Bedrohungslage. Nach dem russischen
militärischen Anschlag in Leipzig hat die Bundesregierung
ein härteres Vorgehen gegen die Schattenflotte
angekündigt. Gleichzeitig kann der Tanker „Myra“, wegen
mutmaßlich gefälschter Flaggenstaatsangaben international
auffällig geworden, unbehelligt die Ausschließliche
Wirtschaftszone Deutschlands passieren.
Mein Eindruck: Der Bundesaußenminister und der
Bundeskanzler machen sehr große Ankündigungen nach
außen, haben aber keine reale Durchsetzungsmacht,
während der Bundesinnenminister schlicht die Arbeit
verweigert. Er ist derjenige, der das internationale Recht auf
seiner Seite hat, aber auch zuständig ist nach nationalem
Recht. Er hat die Polizistinnen und Polizisten und die
Schiffe; was er nicht hat, ist der politische Wille.
Meine Frage an Sie als Koordinatorin der
Bundesregierung: Wie erklären Sie dieses offensichtliche
Missverhältnis zwischen Ankündigung und Umsetzung der
Bundesregierung hinsichtlich der Schattenflotte?
Nina Warken, Bundesministerin für besondere
Aufgaben:
Herr Kollege, ich glaube, dass wir im Nachgang der
versuchten Anschläge in Leipzig auf der einen Seite sehr
bedacht, auf der anderen Seite aber auch sehr
entschlossen reagiert haben, und darum, glaube ich, geht es in der
Außen- und Sicherheitspolitik auch. Es geht darum, nicht
vorschnell Dinge zu tun, nicht vorschnell Festlegungen
zu treffen, aber dann zu reagieren, wenn man eben genug
Anhaltspunkte hat. Wir haben mit Maßnahmen reagiert,
wir haben deutlich reagiert, und natürlich haben wir auch
den ganzen Komplex der Schattenflotte im Blick.
Ich glaube, das ist kein Thema, das man hier in diesem
Kreis in seiner vollen Breite besprechen kann. Sie wissen
genau, wie sensibel diese Region ist, wie sensibel da auch
die Rechtsfragen sind und wie behutsam man an der
Stelle vorgehen muss. Ich kann Ihnen sagen: Am
politischen Willen fehlt es uns nicht, und wir werden dann die
notwendigen Maßnahmen ergreifen, wenn wir sie für
notwendig erachten.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie der Abg.
Derya Türk-Nachbaur [SPD])
Relationen
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