Sechsundzwanzigste Tagung der Konferenz am 23./24. Februar 2026 in Brüssel
Text
Sechsundzwanzigste Tagung der Konferenz am 23./24. Februar 2026 in Brüssel
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5710
21. Wahlperiode 04.05.2026
Unterrichtung
durch die Delegation des Deutschen Bundestages in der Interparlamentarischen
Konferenz über Stabilität, wirtschaftspolitische Koordinierung und Steuerung
in der Europäischen Union
Sechsundzwanzigste Tagung der Konferenz am 23./24. Februar 2026 in Brüssel
Inhal tsverzeichnis
Seite
1 Teilnehmende der deutschen Delegation ...................................... 3
2 Einführung ...................................................................................... 3
3 Verlauf der Tagung ........................................................................ 3
3.1 Eröffnungssitzung ............................................................................. 4
3.2 Interparlamentarische Ausschusssitzung für Wirtschaft und
Währung (ECON) ............................................................................. 4
3.2.1 Teil 1 – Stärkung der technologischen Souveränität, der
Wettbewerbsfähigkeit und des nachhaltigen Wachstums der
europäischen Wirtschaft ................................................................... 4
3.2.2 Teil 2 – Spar- und Investitionsunion: Herausforderungen und
nächste Schritte ................................................................................. 5
3.3 Interparlamentarische Ausschusssitzung für Beschäftigung
und Soziales (EMPL) ........................................................................ 5
3.3.1 Teil 1 – Keine Kompromisse zwischen Wettbewerbsfähigkeit
und einem starken sozialen Europa für alle ...................................... 5
3.3.2 Teil 2 – Faire und wettbewerbsfähige Arbeitsmärkte während
des grünen und des digitalen Wandels .............................................. 6
3.4 Interparlamentarische Ausschusssitzung für
Haushalt (BUDG) ............................................................................. 7
3.4.1 Teil 1 – Finanzierung des EU-Haushalts: Wie können die
Einnahmeseite des Haushalts und das Eigenmittelsystem dazu
beitragen, die Ziele und Prioritäten der EU zu verwirklichen? ........ 7
Seite
3.4.2 Teil 2 – Fokus auf den nächsten MFR: Die nationalen und
regionalen Partnerschaftspläne ......................................................... 8
3.5 Plenarsitzung .................................................................................... 8
3.5.1 Teil 1 – Förderung eines unternehmerfreundlichen Europas
im Kontext des nächsten mehrjährigen Finanzrahmens:
Perspektiven und Herausforderungen für den Binnenmarkt ............. 8
3.5.2 Teil 2 – In Europas Zukunft investieren: Arbeitsmarkt-
Resilienz und sozialer Zusammenhalt .............................................. 9
1 Teilnehmende der deutschen Delegation
An der sechsundzwanzigsten Tagung der Konferenz über Stabilität, wirtschaftspolitische Koordinierung und
Steuerung in der Europäischen Union (SWKS-Konferenz) nahmen die folgenden Mitglieder des Deutschen
Bundestages teil:
Abgeordnete Dr. Inge Gräßle (CDU/CSU), Delegationsleiterin
Abgeordneter Dr. Philipp Rottwilm (SPD)
Abgeordneter Dr. Alexander Wolf (AfD),
Abgeordnete Dr. Sandra Detzer (B90/Die Grünen)
Abgeordneter Maik Brückner (DIE LINKE)
Der Bundesrat wurde von Dr. Silke Schneider (B90/Die Grünen) vertreten.
2 Einführung
Die Einrichtung der Konferenz geht auf Artikel 13 des Vertrags über Stabilität, Koordinierung und Steuerung in
der Wirtschafts- und Währungsunion (Fiskalvertrag) vom 2. März 2012 zurück. Darin verpflichten sich die
Unterzeichnerstaaten – zu denen alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union gehören – zur Aufnahme einheitlicher
und verbindlicher Haushaltsregeln in ihre nationalen Rechtsordnungen, vorzugsweise auf Verfassungsebene.
Darüber hinaus ist in Artikel 13 die Gründung einer Konferenz von Vertretern der einschlägigen Ausschüsse der
nationalen Parlamente und des Europäischen Parlaments (EP) vorgesehen, in der haushalts-, wirtschafts- und
finanzpolitische Maßnahmen gemäß den Regelungen des Fiskalvertrags beraten werden sollen. Die erste SWKS-
Konferenz fand im Herbst 2013 in Vilnius (Litauen) statt.
Gemäß ihrer Geschäftsordnung, die im November 2015 verabschiedet wurde, soll die Konferenz einen Rahmen
für den Austausch von Informationen und bewährten Verfahren in Bezug auf die Umsetzung der Bestimmungen
des Fiskalvertrags bieten. Eine weitere Aufgabe ist die Gewährleistung der demokratischen Rechenschaftspflicht
im Bereich der wirtschaftspolitischen Steuerung und Haushaltspolitik in der EU und insbesondere der
Wirtschafts- und Währungsunion (WWU). Zudem legt die Geschäftsordnung fest, dass sich die Delegierten im
Frühjahr im Rahmen der Europäischen Parlamentarischen Woche des EP in Brüssel treffen, während die Konferenz
im Herbst in demjenigen Land stattfindet, das im zweiten Halbjahr den Vorsitz im Rat der Europäischen Union
innehat.
Die Delegation des Deutschen Bundestages besteht in der 21. Wahlperiode aus sechs Mitgliedern aller im
Bundestag vertretenen Fraktionen. Aufgrund der Querschnittsaufgabe der Konferenz sind dies Abgeordnete aus dem
Haushalts-, Finanz-, Wirtschaft und Energie- sowie dem EU-Ausschuss. Der Bundesrat ist regelmäßig mit
Delegierten bei der Konferenz vertreten.
3 Verlauf der Tagung
Die diesjährige Europäische Parlamentarische Woche umfasste die Interparlamentarische Konferenz über
Stabilität, wirtschaftspolitische Koordinierung und Steuerung (SWKS) und die Konferenz des Europäischen
Parlaments zum Europäischen Semester. Unter dem gemeinsamen Vorsitz des zyprischen Parlaments und des
Europäischen Parlaments standen drei interparlamentarische Ausschusssitzungen (ECON, EMPL und BUDG) und zwei
Plenarsitzungen zu den Themen „Förderung eines unternehmerfreundlichen Europas im Kontext des nächsten
mehrjährigen Finanzsrahmens: Perspektiven und Herausforderungen für den Binnenmarkt“ und „In Europas
Zukunft investieren: Arbeitsmarkt-Resilienz und sozialer Zusammenhalt“ auf dem Programm.
Die Konferenz wurde von der Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola und der Präsidentin
des zyprischen Abgeordnetenhauses, Annita Demetriou eröffnet.
Auf der Tagung waren Delegierte aus 24 Mitgliedstaaten der EU und des Europäischen Parlaments vertreten. Als
Beobachter nahmen Abgeordnete aus Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien, Nordmazedonien sowie
Norwegen teil.
Die Redebeiträge der Konferenz lieferten u. a. Enrico Letta (ehemaliger italienischer Premierminister und
Präsident des Jacques Delors Instituts), Piotr Serafin (Kommissar für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche
Verwaltung) und Christopher Pissarides (Regius-Professor für Wirtschaftswissenschaften an der London School
of Economics and Political Sciences).
3.1 Eröffnungssitzung
Die Präsidentin des Europäischen Parlaments, Roberta Metsola eröffnete die Konferenz mit Verweis auf
tiefgreifende Veränderungen sowie die Sorgen von Bürgerinnen und Bürgern und Unternehmen angesichts
steigender Preise und zunehmenden Wettbewerbsdrucks. Nach vier Jahren Krieg in der Ukraine verändere sich
die Weltwirtschaft rasant; andere Länder investierten schnell und entschlossen, kleine Anpassungen reichten nicht
aus. Europa habe in der Pandemie bewiesen, dass es auf große Herausforderungen angemessen reagieren könne.
Die Parlamente hätten dabei noch nie dagewesene Entscheidungen getroffen.
Roberta Metsola dankte dem zyprischen Abgeordnetenhaus und der zyprischen Ratspräsidentschaft für ihre
umsichtige Führung und begrüßte über 200 Teilnehmende aus Mitglied- und Kandidatenländern sowie aus
Norwegen. Diese verfügten über Erfahrung in Haushaltsfragen und seien gefordert, politische Entscheidungen in
die tägliche Realität umzusetzen. Aktuell gehe es darum, Energiepreise zu stabilisieren, Wachstumschancen zu
schaffen und in Fähigkeiten zu investieren. Auf der Agenda stünden die Vollendung des Binnenmarkts, der Abbau
administrativer Hindernisse, die Schaffung einer Energieunion sowie ein langfristiger Haushalt zur Unterstützung
von Regionen und Landwirten. Dies könne nur gemeinsam mit den nationalen Parlamenten gelingen. Jetzt sei
Europas Moment; die Menschen erwarteten entschlossenes Handeln.
Annita Demetriou, Präsidentin des Abgeordnetenhauses der Republik Zypern, betonte, die Ratspräsidentschaft
sei für Zypern eine große Ehre. Dialog und Kompromissbereitschaft stärkten die demokratische
Widerstandsfähigkeit Europas. Angesichts von Desinformation und zunehmenden autoritären Tendenzen müssten Europäisches
Parlament und nationale Parlamente entschlossen als Wächter der Demokratie handeln. Europa befinde sich am
Scheideweg; Einheit und Vertrauen seien entscheidend, um Sicherheit und Zukunftsperspektiven zu sichern.
3.2 Interparlamentarische Ausschusssitzung für Wirtschaft und Währung (ECON)
Die Leitung der ECON-Sitzungen übernahmen Kostas Mavridis (Mitglied des Ausschusses für Wirtschaft und
Währung des Europäischen Parlaments) und Christiana Erotokritou (Vorsitzende des Finanz- und
Haushaltsausschusses des Abgeordnetenhauses der Republik Zypern).
3.2.1 Teil 1 – Stärkung der technologischen Souveränität, der Wettbewerbsfähigkeit und des
nachhaltigen Wachstums der europäischen Wirtschaft
Als Sprecher waren Guntram Wolff (Bruegel), Zach Meyers (CERRE) und Ben Butters (Eurochambres)
vertreten.
Kostas Mavridis verwies auf die Empfehlungen des Draghi-Berichts, insbesondere auf stärkere Investitionen und
die Vollendung des Binnenmarktes. Nationale Parlamente müssten die Wettbewerbs- und Finanzpolitik
demokratisch legitimieren. Christina Erotokritou betonte den Handlungsdruck: Investitionen seien zu niedrig,
viele Binnenmarktmaßnahmen nicht umgesetzt. Die Finanzierung müsse strategischer erfolgen.
Guntram Wolff hob hervor, dass vorhandene Ersparnisse in Investitionen gelenkt und die Fragmentierung des
Binnenmarktes überwunden werden müssten. Wachstumspotenzial bestehe auch im Verteidigungsbereich. Zach
Meyers plädierte für Priorisierung und Offenheit gegenüber ausländischen Technologien. Ben Butters warnte vor
Handelsbeschränkungen zulasten der Wettbewerbsfähigkeit.
MdB Sandra Detzer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) legte dar, dass die Lage sehr schwierig sei. Man brauche
ein starkes, geeintes Europa und es müsse allen klar sein, dass die Mitgliedstaaten die Herausforderungen nicht
allein meistern können. Sie frage sich daher, warum mit China und den USA immer noch teilweise seitens der
Mitgliedstaaten auf Einzelbasis verhandelt werde. Mit Blick auf die wirtschaftliche Sicherheit müssten die drei
Pfeiler „promote, protect und partner“ gelten. Man müsse Klimaschutz und Wirtschaftswachstum in Einklang
bringen und saubere Technologien als Wachstumsmotor nutzen.
MdB Philipp Rottwilm (SPD) fragte, wie man Start-ups dabei unterstützen könne, sich in große Tiger zu
verwandeln. So könne man auch die technologische Souveränität fördern. Die EU habe gute Forscher und Start-ups,
scheitere jedoch an Wachstum und Entwicklung. Man brauche leichteren Zugang zu Kapitalmärkten und IPOs.
Manche Schwierigkeiten könnten auch durch Kapital gelöst werden, das untätig herumliege. Das Rentensystem
müsse zur Stärkung der Kapitalmärkte eingesetzt werden. Deutschland wolle dieses 2026 noch reformieren.
Andere Mitgliedstaaten hätten ähnliche Probleme. Man müsse nicht nur auf EU-Ebene, sondern auch auf nationaler
Ebene strukturelle Engpässe überwinden.
3.2.2 Teil 2 – Spar- und Investitionsunion: Herausforderungen und nächste Schritte
Als Sprecher waren Maximilian Bierbaum (Forschungsleiter und EU-Direktor bei New Financial), Aleksandra
Maczynska (Geschäftsführerin BETTER FINANCE) und Matti Leppälä (Generalsekretär/CEO Pensions
Europe) vertreten.
Kostas Mavridis betonte, Europa müsse zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten für Wachstum schaffen. Die
Spar- und Investitionsunion solle Ersparnisse in produktive Investitionen lenken, Finanzintegration stärken und
strukturelle Hürden abbauen. Auch nationale Parlamente müssten stärker eingebunden werden. Christiana
Erotokritou kritisierte, dass hohe Ersparnisse nicht investiv genutzt würden. Unterschiedliche nationale Regelungen
– etwa im Insolvenz-, Steuer- und Bankenrecht – behinderten die Integration. Das von der Kommission vorgelegte
Marktintegrations- und Aufsichtspaket solle Fragmentierung abbauen. Politische Kompromisse seien nötig, um
Kapital in der EU zu halten; auch die Bankenunion bleibe zentral.
Maximilian Bierbaum verwies darauf, dass die Kapitalmarktunion bislang nur begrenztes Wachstum gebracht
habe. Erfolgreiche nationale Beispiele – etwa Risikokapital in Dänemark, Steueranreize in Ungarn oder KMU-
Investitionen in Italien – zeigten jedoch, welche Reformen wirkten. Aleksandra Maczynska forderte mehr
Transparenz und Fairness. Kleinanleger müssten stärker profitieren; viele Rentenprogramme seien wenig
leistungsfähig. Matti Leppälä hob die Bedeutung stabiler Rentensysteme hervor. Rentenfonds hätten eine Treuepflicht
gegenüber ihren Mitgliedern und dürften nicht primär politischen Zielen folgen; paneuropäische Produkte könnten
sinnvoll sein.
In der Diskussion forderten u. a. Savoulla Orphanidou (Zypern) einen besseren Risikoausgleich und mehr
Finanzbildung. Sylvie Josserand (Frankreich) äußerte Zweifel an der Wirksamkeit der Kapitalmarktunion ohne
Industriestrategie. Maria Gabriela Horga (Rumänien) verwies auf deutlich geringere Risikokapitalquoten als in
den USA und plädierte für koordinierte Anreize. Rafał Komarewicz (Polen) sprach sich für stärkere
Harmonisierung und eine gestärkte Rolle der ESMA aus.
Abschließend betonten die Referenten, Ausgangspunkt müsse der individuelle Sparer sein. Mehr Bürger müssten
zu Investoren werden; zugleich sei auf Bürokratiekosten und Risiken kollektiver Investitionen zu achten, um die
Spar- und Investitionsunion wirksam auszugestalten.
3.3 Interparlamentarische Ausschusssitzung für Beschäftigung und Soziales (EMPL)
Die Ausschussvorsitzende Li Andersson leitete die Sitzungen gemeinsam mit Andreas Kafkalias, Vorsitzender
des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Sozialversicherungen des Abgeordnetenhauses der Republik Zypern.
3.3.1 Teil 1 – Keine Kompromisse zwischen Wettbewerbsfähigkeit und einem starken sozialen
Europa für alle
Redebeiträge kamen von Mario Nava, Generaldirektor der GD Beschäftigung, Soziale Angelegenheiten und
Inklusion, Vojtĕch Munzar, stellv. Vorsitzender des Haushaltsausschusses des tschechischen Parlaments, Aki
Lindén, Mitglied des Finanzausschusses des finnischen Parlaments und James John, Direktor des Europabüros
des Internationalen Währungsfonds
Mario Nava betonte, dass unsere Demokratie und unsere Wertemodel schon allein der größte Wettbewerbsvorteil
sei. Es gebe zu wenig Produktivität und zu wenig Wachstum, der Arbeitsmarkt in der EU habe sich aber in den
letzten 20 Jahren positiv entwickelt, die Arbeitslosigkeit sei signifikant gesunken. Die EU sei Wegbereiterin für
die Entwicklung von Kompetenzen und habe ein hohes Bildungsniveau. Dieses müsse gehalten werden, um die
Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten. Deshalb wurde die Union der Kompetenzen (Board of Skills) geschaffen, um
eine bessere Übereinstimmung zwischen dem Angebot an Qualifikationen und den Anforderungen des
Arbeitsmarktes zu gewährleisten. Die EU müsse qualitativ hochwertige Arbeitsplätze schaffen (78 Prozent bis 2030), um
attraktiv zu bleiben. Die in diesem Bereich beschlossenen Regelungen müssten umgesetzt werden, d. h. die
nationalen Parlamente tätig werden. Finanzielle Mittel würden laut Mario Nava über ESF+ zur Verfügung gestellt
(140 Mrd. Euro von 2021 bis 2027).
Vojtĕch Munzar war der Meinung, dass nur eine wettbewerbsfähige Gesellschaft Wohlstand und ein starkes
Sozialsystem schaffen könne. Es sei wichtig erfolgreich am Markt zu sein und nicht zu sehr auf Subventionen zu
bauen. Zölle und Verwaltungshindernisse seien negativ, genauso wie teure Energiepreise, die durch das ETS-
System hochgetrieben werden. Die tschechischen Unternehmen seien sehr unzufrieden, weswegen Tschechien
diese regulatorischen Belastungen ablehne. Der Arbeitsmarkt müsse flexibel sein und die Arbeitsgesetzte
dementsprechend angepasst werden. Tschechien habe die zweitniedrigste Arbeitslosenquote der EU. Es gebe
unterschiedliche Sozialsysteme, es brauche eine Wirtschaft, die gedeiht und weiniger Regulierung.
Aki Lindén, erläuterte, dass er seit Jahrzehnten im Gesundheitswesen tätig sei. Auch dort seien Produktivität und
Effizienz aber vor allem Solidarität wichtig. Mehr Produktivität führe zu Kostensenkungen, dabei nannte er das
Beispiel der Mammographiekosten, die in Finnland stark gesenkt worden seien. Somit hätten mehr Frauen diese
Leistung in Anspruch genommen, mehr Leben seien dadurch gerettet worden. Durch Produktivität eingespartes
Geld könne dafür eingesetzt werden, Dienstleistungen zu verbessern oder Steuererleichterungen zu ermöglichen.
Innovationen trügen erheblich zur Verbesserung der Produktivität bei.
James John, merkte an, dass die Corona-Epidemie die Resilienz in der EU gestärkt hätte. Leider sei das
Wachstum gering und es bestehe eine schwache fiskalische Position. Es müssten strukturelle Herausforderungen
bewältigt werden, um das Gefälle zu den USA auszugleichen. Die öffentlichen Haushalte stünden unter dem Druck
steigender Kosten. Es benötige einen nachhaltigen Verlauf, der Schulden-Anker sei im IWF festgelegt. Es gebe
keinen Königsweg, man müsse mehrgleisig fahren und Reformen und Haushaltskonsolidierung kombinieren. Das
sozio-ökonomische System müsse angepasst und Finanzierungslücken geschlossen werden. Wichtig sei es, der
Bevölkerung große Reformen gut zu kommunizieren.
MdB Maik Brückner (DIE LINKE) erinnerte daran, dass der zentrale Gedanke der EU der Zusammenhalt sei.
Dieser werde nicht allein durch verstärkte Investition in Wettbewerb und Verteidigung erreicht, wie es der MFR
vorsehe. Es brauche ein stabiles, sozialpolitisches Fundament. Die Kommission betone soziale Gerechtigkeit, aber
in den Arbeitsprogrammen dominierten wirtschaftliche Themen, umfassende Sozialreformen rückten in weite
Ferne. Dies widerspreche dem Kernversprechen der EU, Lebensverhältnisse anzugleichen. Kürzungen
gefährdeten Programme gegen Armut und Ungleichheit und schwächten strukturschwache Regionen.
Wettbewerbsfähigkeit dürfe kein Selbstzweck sein. Europa brauche eine starke Wirtschaft und ebenso starke soziale Rechte mit
genauso vielen Investitionen in Zusammenhalt und Gerechtigkeit.
3.3.2 Teil 2 – Faire und wettbewerbsfähige Arbeitsmärkte während des grünen und des
digitalen Wandels
Redebeiträge hielten Mario Nava, Generaldirektor, Generaldirektion für Beschäftigung, Soziale
Angelegenheiten und Inklusion, George Lawlor, Mitglied des gemeinsamen Ausschusses für Unternehmen, Tourismus und
Beschäftigung des irischen Parlaments, Jerome Caruana Cilia, Mitglied des Wirtschafts- und Finanzausschusses
des maltesischen Parlaments und Ivailo Kalfin, Geschäftsführer von Eurofound
Mario Nava bezog sich auf drei Komponenten: Kompetenzen, integrative Maßnahmen und Mittel. Es bestehe
eine massive Bewegung aus dem Arbeitsmarkt. Bis 2025 würden 30 Mio. Menschen in der EU aus dem
Arbeitsmarkt ausscheiden. Vier von fünf Unternehmen hätten Probleme, Arbeitskräfte zu finden, worunter ihre
Wettbewerbsfähigkeit leide. Die Kommission habe deshalb die Union der Kompetenzen (Board of Skills) ins Leben
gerufen. Der ESF stelle 3,8 Mrd Euro für digitale Kompetenzen und 3 Mrd. Euro für den grünen Wandel zur
Verfügung..
George Lawlor betonte die rapiden Veränderungen, die sowohl Chancen und Herausforderungen in einer
politisch instabilen Situation beinhalteten. Es bedürfe eines produktiven und fairen Arbeitsmarktes. Irland habe sich
an die Erfordernisse der Unternehmen angepasst und biete Training und lebenslanges Lernen an. Es benötige
Prognosen, welche Kompetenzen in der Zukunft nötig sein werden, um die Arbeitskräfte bereits im Voraus darauf
vorzubereiten und zu schulen. Das irische Arbeitsmodell sei stark darauf ausgerichtet, ausländische Arbeitskräfte
anzuziehen und ein attraktives Umfeld zu schaffen. Das Angebot von Telearbeit sei sehr wichtig. Auch sprach er
sich für eine bessere Integration von behinderten Menschen in den Arbeitsmarkt aus.
Jerome Caruana Cilia unterstrich die Wichtigkeit des grünen und digitalen Wandels für den wirtschaftlichen
Fortschritt. Wichtig sei es, diesen Wandel gerecht und wettbewerbsfähig zu gestalten. Die Wachstumsstrategie
müsse auf gerechtem Wandel basieren. Malta habe auf dem Arbeitsmarkt gut abgeschnitten. Der grüne und der
digitale Wandel verstärkten sich gegenseitig. Neue Kompentenzen seien wichtig, die Mobilität zwischen den
Berufen gestärkt und die digitalen Kompentenzen schon früh gefördert werden. Der Erfolg der ESF-Mittel werde
von der nationalen Anwendung abhängen.
Ivailo Kalfin war der Meinung, dass der doppelte Wandel den Arbeitsmarkt stark beeinflusse und würde wir uns
die Frage stellen müssten, ob wir auf diesen Wandel nur reagieren oder ihn nutzen. Die Transaktions- und
Übergangskosten seien ungleich verteilt. Grüne und digitale Kenntnisse sollten bei der Bildung Vorrang haben und
entsprechende Arbeitsplätze eingerichtet werden. Grundsätzlich seien seit der Rekonstruierung des Arbeitsmarkts
(2021 bis 2024) mehr Arbeitsplätze geschaffen als abgebaut worden (außer 2024 wegen Automobilindustrie). Der
grüne Wandel sei positiv zu bewerten. Auch durch die Energiewende und den digitalen Wandel seien mehr
Arbeitsplätze geschaffen worden. Es sei wichtig, multidimensional an den Arbeitsmarkt heranzugehen.
MdB Maik Brückner (DIE LINKE) merkte an, dass der Transformationsdruck gerade bei emmissionsintensiven
Branchen wie Kohle und Stahl und der Automobilindustrie enorm seien. Es gehe nicht abstrakt um Innovation,
sondern ganz konkret um Arbeitsplätze und die Zukunft ganzer Regionen. Wenn der Just-Transition-Fonds
wegfalle und die Mittel der Strukturförderung gekürzt würden, stelle sich die Frage, wie strukturschwache Regionen
den sozial-ökologischen Umbau stemmen sollen. Dies stehe im Widerspruch zum Kernversprechen der EU,
wirtschaftliche, soziale und territoriale Unterschiede abzubauen. Transformation dürfe nicht bedeuten, dass ganze
Regionen zurückgelassen werden. Es bedürfe eines besser ausgestatteten Finanzrahmens insbesondere für
Soziales, Umwelt und Klimaschutz. Industrie und Wirtschaft müssten bei diesem Umbau unterstützt werden, aber
ebenso die Beschäftigten.
3.4 Interparlamentarische Ausschusssitzung für Haushalt (BUDG)
Johan Van Overveldt (Vorsitzender des Haushaltsausschusses des Europäischen Parlaments) und Chrisis
Pantelides (stellv. Vorsitzender des Finanz- und Haushaltsausschusses des Abgeordnetenhauses der Republik
Zypern) hatten den gemeinsamen Vorsitz der BUDG-Sitzungen inne.
3.4.1 Teil 1 – Finanzierung des EU-Haushalts: Wie können die Einnahmeseite des Haushalts und
das Eigenmittelsystem dazu beitragen, die Ziele und Prioritäten der EU zu verwirklichen?
Als Sprecher waren Piotr Serafin, Kommissar für Haushalt, Betrugsbekämpfung und öffentliche Verwaltung und
Pascal Saint-Amans, Senior Fellow bei Bruegel, Gründer und CEO von Saint-Amans Global Advisory sowie
außerordentlicher Professor an der HEC Paris
Kommissar Serafin betonte, neue Aufgaben erforderten zusätzliche Einnahmen. Die Europäische Kommission
schlage daher neue Eigenmittel vor: ETS 1, CBAM, eine Abgabe auf nicht recycelte Elektrogeräteabfälle, eine
Tabakabgabe sowie CORE. Ergänzt würden u. a. eine Bearbeitungsgebühr für kleine Sendungen und der Abbau
von Rabatten. Das Paket sei ausgewogen und solle jährlich rund 65 Mrd. Euro generieren.
Pascal Saint-Amans erläuterte, echte Eigenmittel seien vor allem Zölle; im Übrigen dominierten statistikbasierte
Ressourcen und BNE-Beiträge. Neue Eigenmittel erhöhten nicht automatisch den Haushalt. CORE sei wegen der
Umsatzbezogenheit kritisch. Insgesamt sei der Vorschlag eine tragfähige Diskussionsgrundlage.
In der Aussprache unterstützten Athanasios Kavvadas (Griechenland) und Siegfried Mureşan (Europäisches
Parlament) höhere Einnahmen. Victor Negrescu (Europäisches Parlament) brachte weitere Optionen ein;
Nikolaos Pappas (Griechenland) sprach sich für Euroanleihen aus. Claude Raynal (Frankreich), Zdeněk Nytra
(Tschechien) und Ville Vähämäki (Finnland) warnten vor Kompetenzverschiebungen und forderten
Begrenzungen. Peter Kalivoda (Slowakei) und Onoufrios Koulla (Zypern) betonten Transparenz und Solidarität.
Generell kritisch äußerte sich MdB Inge Gräßle (CDU/CSU). Zunächst müsse geklärt werden, wofür die EU
künftig Mittel benötige. Mit der Verteidigung komme faktisch eine zusätzliche Kompetenz hinzu, die politisch
vermittelt werden müsse. Die Kohäsionspolitik hingegen solle beendet werden, da viele Maßnahmen in nationale
Zuständigkeiten fielen. Mitgliedstaaten sollten Aufgaben, für die sie zuständig seien, selbst finanzieren. Sie
wandte sich gegen ein System, das Wirtschaft und Verwaltung zusätzlich belaste, und stellte klar, dass es mit
Deutschland keine Gemeinschaftsverschuldung geben werde. Kommissar Serafin verwies abschließend darauf,
dass der Vorschlag lediglich das bestehende Ausgabenniveaus einschließlich NGEU-Verpflichtungen absichere.
Pascal Saint-Amans plädierte für eine europäische Lösung bei Digitalsteuern.
3.4.2 Teil 2 – Fokus auf den nächsten MFR: Die nationalen und regionalen Partnerschaftspläne
Redebeiträge kamen von Séamus Boland (Präsident des Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschusses,
EWSA) und Kata Tüttö (Präsidentin des Ausschusses der Regionen).
Séamus Boland forderte strategische Weichenstellungen, eine reale Aufstockung des Haushalts im Verhältnis
zum Bruttonationaleinkommen (BNE) sowie neue Eigenmittel. Vereinfachungen bei den NRPP dürften weder
vertraglich verankerte Haushaltslinien aushöhlen noch das Subsidiaritätsprinzip schwächen. Ein Einheitsfonds
berge Zielkonflikte.
Kata Tüttö unterstrich die Bedeutung der Kohäsionspolitik für Binnenmarkt und Zusammenhalt. Sie warnte vor
einer Verdrängung von Kohäsions- und Agrarpolitik sowie vor einer starken Konzentration zentral verwalteter
Mittel.
Silke Schneider (Bundesrat, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hob die große Bedeutung der EU-Förderung für die
wirtschaftliche und strukturelle Entwicklung der Regionen hervor. Europäische Mittel stärkten insbesondere die
Wettbewerbsfähigkeit von KMU und die Innovationskraft; daher seien eine verlässliche und ausreichende
Finanzausstattung sowie Planungssicherheit für Regionen, Kommunen und Unternehmen unerlässlich. Die geplante
Zusammenlegung von 14 Fonds zu einem einzigen Fonds berge erhebliche Verteilungskonflikte und zusätzlichen
Koordinationsaufwand. Zudem bestehe die Gefahr, dass regionale Besonderheiten zu wenig berücksichtigt und
Mittel in sensiblen Bereichen wie Soziales, Klima oder ländliche Entwicklung gekürzt würden. Schneider
plädierte deshalb für starke regionale Mitwirkung, ausreichende Budgets und verbindliche Mindestmittel für
ländliche Räume.
Sanja Lukarevska (Nordmazedonien) betonte die Bedeutung von „Global Europe“. Jean-Marie Mizzon
(Frankreich) warnte vor einer Zusammenlegung von GAP und Kohäsionspolitik. Nikolaos Pappas (Griechenland)
forderte eine stärkere Rolle nationaler Parlamente.
In der Replik bekräftigte Boland die Wahrung des Subsidiaritätsprinzips. Tüttö verwies abschließend auf den
engen Zeitrahmen und die Verantwortung nationaler Regierungen und Parlamente in den Verhandlungen für den
Erhalt der Kohäsionspolitik.
3.5 Plenarsitzung
3.5.1 Teil 1 – Förderung eines unternehmerfreundlichen Europas im Kontext des nächsten
mehrjährigen Finanzrahmens: Perspektiven und Herausforderungen für den
Binnenmarkt
Der gemeinsame Vorsitz wurde von Katharina Barley (Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments) und
Andreas Kafkalias (Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Sozialversicherungen des
Abgeordnetenhauses der Republik Zypern) übernommen. Hauptredner war Enrico Letta. Dieser kritisierte, dass die EU-
Mitgliedstaaten im Binnenmarkt vielfach noch als 27 Einzelakteure agierten. Diese Fragmentierung verursache
hohe Kosten und schwäche die Wirtschaft. Die Vollendung des Binnenmarkts sei eine existentielle
Herausforderung. Er verwies auf Vorschläge zur Spar- und Investitionsunion, Energieunion und Konnektivität sowie auf ein
geplantes „28. Regime“. Ziel sei der Übergang zu einem echten „one market“ und die Vermeidung von Brain
Drain.
In der Aussprache standen Wettbewerbsfähigkeit und strategische Ausrichtung im Mittelpunkt. Chrisis
Pantelides (Zypern) fragte nach Europas zentralem Wettbewerber. Tomasz Grodzki (Polen) plädierte für eine
schrittweise Vertiefung. Lavinia Mennuni (Italien) forderte eine industriepolitische Ausrichtung des MFR. Dennis
Radtke (Europäisches Parlament) begrüßte das „28. Regime“, warnte jedoch vor Renationalisierung.
MdB Inge Gräßle (CDU/CSU) erinnerte daran, dass die Stärkung des Binnenmarkts eine uralte Frage in der EU
sei. Bislang sei man nur wenig vorangekommen. Unternehmen klagten immer noch über große Hemmnisse. Sie
forderte den konsequenten Abbau bestehender Hemmnisse im Binnenmarkt und verwies auf konkrete
bürokratische Probleme wie die A1-Bescheinigung.
MdB Sandra Detzer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) hob die strategische Relevanz des Letta-Berichts hervor
und betonte, dieser müsse konkrete Auswirkungen auf die nationale Politik entfalten. Sie unterstrich die
wirtschaftliche Bedeutung des Grünen Deals. China erwirtschafte inzwischen höhere Einnahmen mit
Klimatechnologien als die USA mit Gas und Öl. Entscheidend sei eine optimale Kombination aus privaten und öffentlichen
Investitionen. Zudem stellte sie die Frage, ob Anpassungen im Wettbewerbsrecht erforderlich seien, um im
globalen Wettbewerb bestehen zu können.
MdB Philipp Rottwilm (SPD) hob hervor, dass es weniger ein Finanzierungsproblem als vielmehr ein
Verteilungsproblem gebe. Er verwies insbesondere auf eine fehlende Kompatibilität zwischen den Bedürfnissen der
Unternehmen und den bestehenden Finanzierungsstrukturen in den Mitgliedstaaten. Bei den Rentensystemen
liege erhebliches Potential, um Kapital stärker für Investitionen in der EU zu aktivieren. In diesem
Zusammenhang äußerte er die Hoffnung auf einen Durchbruch im Jahr 2026 – auch im Hinblick auf notwendige Reformen
der Rentensysteme.
In seiner Replik betonte Enrico Letta, das Problem sei nicht Kapitalmangel, sondern fehlende Mobilisierung
privater Mittel. Ohne Rentenfonds sei eine Spar- und Investitionsunion kaum realisierbar. Zudem strebe er einen
europäischen Verteidigungsmarkt an.
3.5.2 Teil 2 – In Europas Zukunft investieren: Arbeitsmarkt-Resilienz und sozialer
Zusammenhalt
Die Sitzung wurde durch Li Andersson (Vorsitzende des EMPL-Ausschusses des Europäisches Parlament) und
Andreas Kafkalias (Vorsitzender des Ausschusses für Arbeit, Soziales und Sozialversicherungen des
Abgeordnetenhauses der Republik Zypern) eröffnet.
Hauptredner war Christopher Pissarides (Regius-Professor für Wirtschaftswissenschaften, Fachbereich
Wirtschaftswissenschaften, London School of Economics and Political Science). Dieser stellte resiliente
Arbeitsmärkte in den Mittelpunkt. Resilienz bedeute Anpassungsfähigkeit an Krisen und strukturelle Veränderungen.
Europa verbinde Wettbewerbsfähigkeit mit Inklusivität; soziale Ziele dürften nicht technologischer
Beschleunigung geopfert werden. Erforderlich seien Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Kooperation aller Akteure.
Zu KI führte er aus, dass sie bislang vor allem für einfache Anwendungen genutzt werde; tiefgreifende
Produktivitätssprünge seien ausgeblieben. Einzelne Einstiegspositionen seien entfallen, massive Arbeitsplatzverluste
jedoch nicht belegt. Wie bei früheren Umbrüchen entstünden neue Tätigkeitsfelder. Entscheidend seien digitale
Infrastruktur, Energiezugang und schnellere Genehmigungen. Lebenslanges Lernen müsse von früher Bildung bis
zur betrieblichen Weiterbildung konsequent gestärkt werden.
In der Aussprache standen Wettbewerbsfähigkeit, Bürokratieabbau und soziale Standards im Fokus. Savoulla
Orphanidou (Zypern) und Andrea Wechsler (Europäisches Parlament) warben für weniger Regulierung. Gyula
Tamás Széberényi (Ungarn) und Riina Sikkut (Estland) betonten digitale Kompetenzen und Fachkräftebedarf.
Maria Zacharia (EP) und Estelle Ceulemans (Europäisches Parlament) thematisierten Löhne und
Arbeitsbedingungen.
MdB Maik Brückner (DIE LINKE) betonte, dass Wachstum und Innovation aktuell in der EU im Mittelpunkt
stünden, während soziale Mindeststandards auf europäischer Ebene nur langsam vorankämen. Mit Blick auf die
Haushaltsdebatte äußerte er sich besorgt über die Kürzung von Mitteln für die Strukturförderung, da dies ein
falsches politisches Signal sende. In diesem Zusammenhang verwies er auf den Just Transition Fund (JTF) als
Beispiel dafür, dass Europa Verantwortung übernehmen und Regionen beim Strukturwandel – etwa im
Kohlesektor – gezielt unterstützen könne. Die eigentliche Stärke Europas liege im sozialen Zusammenhalt.
Abschließend unterstrich Christopher Pissarides die Bedeutung von Produktivität, guten Löhnen und
langfristigen Antworten auf den demographischen Wandel. George Lawlor (Irland) stellte die Vorhaben der irischen
Ratspräsidentschaft vor.
Die nächste interparlamentarische Konferenz über Stabilität, wirtschaftspolitische Koordinierung und Steuerung
in der Europäischen Union wird am 24./25. September 2026 unter dem Vorsitz des irischen Parlaments
voraussichtlich in Dublin stattfinden.
Berlin, 15. April 2026
Dr. Inge Gräßle
Delegationsleiterin
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333