Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus der Rede des Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika Marco Rubio sowie aus der Rede des Bundeskanzlers Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz
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Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus der Rede des Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika Marco Rubio sowie aus der Rede des Bundeskanzlers Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5084
21. Wahlperiode 30.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Anna Rathert, Stefan Keuter, Gerold Otten, Dr. Malte
Kaufmann, Uwe Schulz, Udo Theodor Hemmelgarn, Dr. Alexander Gauland und
der Fraktion der AfD
Schlussfolgerungen der Bundesregierung aus der Rede des Außenministers
der Vereinigten Staaten von Amerika Marco Rubio sowie aus der Rede des
Bundeskanzlers Friedrich Merz auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2026 hielt der
Außenminister der Vereinigten Staaten von Amerika, Marco Rubio, eine Grundsatzrede
zur zukünftigen Entwicklung der internationalen Ordnung sowie zu politischen,
wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen westlicher Staaten.
In seiner Rede äußerte Marco Rubio unter anderem Kritik an wirtschafts-,
energie- und migrationspolitischen Entscheidungen vieler westlicher Staaten.
Er erklärte, dass „massenhafte Migration“ eine Krise darstelle, die
Gesellschaften im Westen verändere und destabilisiere, und kritisierte energiepolitische
Maßnahmen, die seiner Auffassung nach zur wirtschaftlichen Schwächung
westlicher Staaten beigetragen hätten (vgl. https://nius.de/politik/news/komplett
e-rede-us-aussenminister-marco-rubio-muenchner-sicherheitskonferenz).
Zudem warnte er vor einer zunehmenden Deindustrialisierung westlicher
Volkswirtschaften und sprach sich für eine stärkere Betonung
nationalstaatlicher Souveränität sowie für Reformen internationaler Institutionen aus.
Am Vortag der Rede Marco Rubios hatte Bundeskanzler Friedrich Merz die
Münchner Sicherheitskonferenz eröffnet. In seiner Rede betonte er unter
anderem die Bedeutung einer regelbasierten internationalen Ordnung, multilateraler
Kooperation sowie einer stärkeren Rolle Europas in der internationalen Politik
(vgl. www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/rede-kanzler-msc-2407218).
Zugleich erklärte er, dass es nach dem Ende des Kalten Krieges zwar einen
„unipolaren Moment“ gegeben habe, der Führungsanspruch der Vereinigten
Staaten von Amerika in der internationalen Ordnung inzwischen jedoch
„angefochten, vielleicht schon verspielt“ sei (vgl. www.bundesregierung.de/breg-de/a
ktuelles/rede-kanzler-msc-2407218).
Vor dem Hintergrund der engen politischen, wirtschaftlichen und
sicherheitspolitischen Beziehungen zwischen Deutschland und den Vereinigten Staaten
von Amerika stellt sich nach Auffassung der Fragesteller die Frage, wie die
Bundesregierung die Aussagen des US-Außenministers bewertet und welche
Schlussfolgerungen sie daraus für die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik
zieht.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung erarbeitet zu den zentralen
außen-, sicherheits- und gesellschaftspolitischen Aussagen des
Außenministers der Vereinigten Staaten von Amerika, Marco Rubio, in seiner
Rede auf der Münchner Sicherheitskonferenz vom 14. Februar 2026, und
wenn ja, welche ist dies?
2. Welche politischen Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus den
in dieser Rede vertretenen Positionen für die zukünftige Ausrichtung der
deutschen Außen- und Sicherheitspolitik?
3. In welchen Punkten stimmen die politischen Einschätzungen der
Bundesregierung mit den in dieser Rede vertretenen Positionen überein, und in
welchen Punkten unterscheiden sie sich davon?
4. Wie bewertet die Bundesregierung die Aussage des Bundeskanzlers,
wonach der Führungsanspruch der Vereinigten Staaten von Amerika in der
internationalen Ordnung „angefochten, vielleicht schon verspielt“ sei (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
5. Welche konkreten Entwicklungen in der internationalen Politik sieht die
Bundesregierung als Beleg dafür, dass der Führungsanspruch der
Vereinigten Staaten von Amerika angefochten ist (vgl. Frage 4)?
6. In welchem Verhältnis stehen nach Auffassung der Bundesregierung die
Aussagen des Bundeskanzlers zur internationalen Rolle der Vereinigten
Staaten von Amerika zu den außenpolitischen Positionen des US-
Außenministers Marco Rubio?
7. Welche Rolle misst die Bundesregierung den Vereinigten Staaten von
Amerika derzeit für die europäische und internationale
Sicherheitsordnung zu, und welche Bedeutung hat dabei nach Auffassung der
Bundesregierung die Zusammenarbeit mit Deutschland und den europäischen
Verbündeten?
8. Sieht die Bundesregierung für Deutschland eine besondere Führungsrolle
innerhalb Europas im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungspolitik,
insbesondere innerhalb der NATO, und wenn ja, in welchen konkreten
Bereichen?
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung darüber vor, ob die
Regierung der Vereinigten Staaten von Amerika eine stärkere Führungsrolle
Deutschlands innerhalb Europas, insbesondere innerhalb der NATO,
unterstützt oder erwartet?
10. Welche konkreten Aufgaben und Funktionen misst die Bundesregierung
der NATO für die zukünftige Sicherheitsarchitektur Europas zu,
insbesondere im Hinblick auf Abschreckung, Bündnisverteidigung und
Krisenmanagement?
11. Welche Rolle sollen Deutschland und die europäischen Mitgliedstaaten
nach Auffassung der Bundesregierung künftig innerhalb der NATO
übernehmen?
12. Welche sicherheits- und verteidigungspolitischen Aufgaben sollen nach
Auffassung der Bundesregierung künftig stärker auf europäischer Ebene
wahrgenommen werden, und welche Rolle soll Deutschland hierbei
übernehmen?
13. Welche konkreten politischen, institutionellen oder militärischen
Maßnahmen verfolgt die Bundesregierung zur Stärkung der außen- und
sicherheitspolitischen Handlungsfähigkeit der Europäischen Union?
14. Welche sicherheits- und verteidigungspolitischen Fähigkeiten sollen nach
Auffassung der Bundesregierung künftig verstärkt auf europäischer Ebene
entwickelt werden, und welche konkreten Projekte oder Programme sind
hierfür vorgesehen?
15. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung erarbeitet zu der Aussage
des US-Außenministers, wonach „massenhafte Migration“ eine Krise
darstelle, die Gesellschaften im Westen verändere und destabilisiere (vgl.
https://nius.de/politik/news/komplette-rede-us-aussenminister-marco-rubi
o-muenchner-sicherheitskonferenz), und wenn ja, wie lautet diese
Auffassung?
16. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. über Auswirkungen
von Migration auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland
vor?
17. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Auswirkungen von
Migration auf die innere Sicherheit in Deutschland vor?
18. Welche konkreten Maßnahmen ergreift die Bundesregierung derzeit zur
Kontrolle der deutschen Staatsgrenzen sowie zur Sicherung der
Außengrenzen der Europäischen Union?
19. Welche Rolle misst die Bundesregierung dem Schutz nationaler Grenzen
sowie der Sicherung der Außengrenzen der Europäischen Union im
Rahmen der europäischen Migrationspolitik bei?
20. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über Auswirkungen von
Migration auf kommunale Infrastruktur, Wohnungsmarkt und
Sozialsysteme vor?
21. Wie bewertet die Bundesregierung die Aussage des US-Außenministers,
wonach energiepolitische Maßnahmen zur Bekämpfung des
Klimawandels zur wirtschaftlichen Schwächung westlicher Staaten beitragen
könnten (vgl. https://nius.de/politik/news/komplette-rede-us-aussenminister-ma
rco-rubio-muenchner-sicherheitskonferenz)?
22. Welche Auswirkungen sieht die Bundesregierung zwischen der deutschen
sowie der europäischen Energiepolitik und der internationalen
Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und europäischen Industrie?
23. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über den
Zusammenhang zwischen Energiepreisen und Standortentscheidungen von
Industrieunternehmen vor, und auf welche Studien oder Analysen stützt sie diese
Erkenntnisse?
24. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über
Produktionsverlagerungen deutscher Industrieunternehmen ins Ausland vor, und welche
Rolle spielen nach Einschätzung der Bundesregierung dabei
Energiepreise?
25. Welche Maßnahmen verfolgt die Bundesregierung zur Sicherung einer
wettbewerbsfähigen Energieversorgung für die deutsche Industrie?
26. Wie bewertet die Bundesregierung die Aussage des US-Außenministers,
wonach politische Entscheidungen zur Deindustrialisierung westlicher
Volkswirtschaften beigetragen hätten?
27. Welche Faktoren sieht die Bundesregierung als Hauptursachen für
Produktionsverlagerungen deutscher Industrieunternehmen ins Ausland?
28. Welche Maßnahmen verfolgt die Bundesregierung zur Stärkung der
industriellen Wertschöpfung in Deutschland und Europa?
29. Welche konkreten Maßnahmen verfolgt die Bundesregierung gemeinsam
mit ihren europäischen Partnern zur Sicherung kritischer Lieferketten,
insbesondere bei Energie, Rohstoffen und industriellen Vorprodukten?
30. Welche Rolle misst die Bundesregierung internationalen Organisationen
wie den Vereinten Nationen, der NATO, der Europäischen Union sowie
der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE)
bei der Lösung internationaler Krisen und Konflikte bei, und welche
konkreten Beiträge dieser Organisationen bewertet sie hierbei als besonders
relevant?
31. Wie bewertet die Bundesregierung die in der Rede des Außenministers
der Vereinigten Staaten von Amerika, Marco Rubio, geäußerte Kritik an
der Effektivität internationaler Institutionen bei der Lösung aktueller
internationaler Krisen und Konflikte, und welche Schlussfolgerungen zieht sie
daraus für mögliche Reformen dieser Institutionen (vgl. https://nius.de/pol
itik/news/komplette-rede-us-aussenminister-marco-rubio-muenchner-sich
erheitskonferenz)?
32. Welche Reformbedarfe bei internationalen Organisationen sieht die
Bundesregierung aus heutiger Sicht?
33. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung nationalstaatlicher
Souveränität im Verhältnis zu internationalen Institutionen und multilateralen
Entscheidungsstrukturen bei?
Berlin, den 23. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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