Entwicklungsstand der Deutschland-App
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Entwicklungsstand der Deutschland-App
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8030
21. Wahlperiode 16.09.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sonja Lemke, Anne-Mieke Bremer, Donata Vogtschmidt, Doris
Achelwilm, Clara Bünger, Katrin Fey, Dr. Gregor Gysi, Luke Hoß, Ferat Koçak, Jan
Krampe, Bodo Ramelow, David Schliesing, Aaron Valent, Christin Willnat und der
Fraktion Die Linke
Entwicklungsstand der Deutschland-App
Die Bundesregierung lässt derzeit einen Prototyp für die sogenannte
Deutschland-App entwickeln. Nach Presseberichten hat sie damit SAP und
Telekom beauftragt (www.heise.de/hintergrund/Interview-zur-Deutschland-Ap
p-Wie-KI-komplizierte-Antraege-entwirren-soll-11306572.html). Die beiden
zentralen Komponenten sollen eine Plattform im Hintergrund und eine App im
Frontend sein.
Ziel ist, dass die App mithilfe von Künstlicher Intelligenz, einer Crawler-
Technik und einem Assistenzsystem den Zugang zur Verwaltung erleichtert.
Die App soll dabei auf die bestehenden Dienste der Behörden zugreifen. Die
Bürgerinnen und Bürger sollen dann also nur mit der App interagieren und so
leichter Verwaltungsleistungen beantragen können (www.heise.de/hintergrund/I
nterview-zur-Deutschland-App-Wie-KI-komplizierte-Antraege-entwirren-soll-
11306572.html). Die App soll eng verzahnt werden mit der EUDI-Wallet
(www.welt.de/politik/deutschland/article69ce6693cdf80d124bb0c3b6/digitalisi
erung-bundesregierung-plant-deutschland-app-fuer-staatliche-leistungen.html),
deren Start die Bundesregierung – mit begrenztem Funktionsumfang – für den
2. Januar 2027 angekündigt hat. Auch eine Anbindung an die Sozialplattform,
die zukünftig zu einem One-Stop-Shop für die Sozialverwaltung ausgebaut
werden soll, ist geplant (https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/deta
il/sozialplattform-soll-zum-zentralen-digitalen-one-stop-shop-fuer-die-sozialver
waltung-entwickelt-werden).
Der Prototyp soll zunächst in sechs Pilotkommunen getestet werden:
Dortmund, Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden (www.kommune2
1.de/k21-meldungen/pilot-fuer-deutschland-app/). Er soll folgende Dienste
umfassen: Wohnsitzanmeldung, Kindergeld-Überprüfung, Kinderzuschlag,
Wohngeldantrag, GmbH-Gründung und Anträge auf Einmalleistungen (www.s
ueddeutsche.de/wirtschaft/deutschland-app-verwaltung-sap-telekom-digitalmin
isterium-li.3526292?reduced=true). Die App wird dabei nur einem kleinen
Kreis von Personen zur Verfügung stehen (www.kommune21.de/k21-meldunge
n/pilot-fuer-deutschland-app/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Sind neben SAP und Telekom weitere Firmen an der Entwicklung der
Deutschland-App beteiligt, und wenn ja, welche?
2. Ist die Vergabe des Entwicklungsauftrags durch eine öffentliche
Ausschreibung erfolgt?
a) Wenn nein, warum nicht?
b) Gab es auch Gespräche mit anderen möglichen Anbietern,
insbesondere mit solchen, die bereits Apps im Bereich der Digitalisierung
öffentlicher Dienstleistungen entwickelt haben?
c) Nach welchen Kriterien ist die Entscheidung für SAP, Telekom und
gegebenenfalls weitere beteiligte Firmen gefallen?
d) Ist die Vergabe über den GovTechCampus bzw. GovTech Deutschland
erfolgt?
3. Welche Verträge hat die Bundesregierung im Rahmen des Projekts
Deutschland-App geschlossen oder genutzt (bitte jeweils Vertragspartner,
Vertragsgegenstand, Vertragslaufzeit und Vertragsvolumen angeben und
gegebenenfalls Rahmenverträge mit einbeziehen)?
4. Welchen konkreten Auftrag haben SAP, Telekom und gegebenenfalls die
weiteren beteiligten Firmen derzeit in Bezug auf die Entwicklung der
Deutschland-App?
a) Welche Funktionalitäten sind mit der Telekom, SAP und
gegebenenfalls den weiteren beteiligten Firmen für den Prototyp für die
Deutschland-App konkret verbindlich vereinbart?
b) Welcher Zeitrahmen ist mit SAP, Telekom und gegebenenfalls den
weiteren beteiligten Firmen vereinbart?
c) Beschränkt sich der Auftrag auf den Prototyp oder ist auch die
Entwicklung einer fertigen Version für den Roll-Out vereinbart?
5. Wie hoch sind die bisherigen Kosten für die Bundesregierung für das
Projekt Deutschland-App, und welcher Anteil dieser Kosten entfällt jeweils
auf die Beauftragung von SAP, Telekom und gegebenenfalls den weiteren
einzelnen beteiligten Firmen?
6. Welche weiteren Kosten erwartet die Bundesregierung für das laufende
Haushaltsjahr für das Projekt Deutschland-App, und welcher Anteil dieser
Kosten entfällt auf die Beauftragung von SAP, Telekom und den anderen
beteiligten Firmen?
7. Nach welchen Kriterien hat das Bundesministerium für Digitales und
Staatsmodernisierung (BMDS) die sechs Pilotkommunen Dortmund,
Dresden, Erfurt, Hamburg, Nürnberg und Wiesbaden für die Deutschland-
App ausgewählt?
8. Wurden die kommunalen Entscheidungsgremien (Stadtrat, Bürgerschaft
etc.) bei der Entscheidung für die Pilotkommunen einbezogen, und wenn
ja, in welcher Form?
9. Welche Treffen haben bisher zwischen Entwicklerinnen und Entwicklern
sowie den Pilotkommunen stattgefunden (bitte jeweils Datum, Thema des
Treffens und die Anwesenden [Funktion und Arbeitgeber genügen]
angeben)?
10. Wie ist der derzeitige Entwicklungsstand des Prototyps, und liegt schon
eine Version vor, die für den Pilotbetrieb tatsächlich einsatzfähig ist?
11. Wird ein einheitlicher Prototyp für alle sechs Pilotkommunen entwickelt
und implementiert oder gibt es Unterschiede zwischen den
Pilotkommunen, wenn ja, welche, und warum?
12. Welche der geplanten Funktionen werden in den einzelnen Kommunen
konkret gerade entwickelt, und wie ist der Stand im Einzelnen (bitte für
jede Pilotkommune einzeln die geplanten Funktionen und den
Entwicklungsstand nennen)?
13. Wie ist der aktuelle Zeitplan für die Pilotphase der Deutschland-App in
den sechs Pilotkommunen?
a) Wann startet der Pilotbetrieb jeweils?
b) Für welche Dauer ist der Pilotbetrieb jeweils geplant?
c) Welche Meilensteine sind für den Pilotbetrieb jeweils vereinbart?
14. Wie viele Personen werden in den einzelnen Pilotkommunen Zugang zu
dem Prototyp der App bekommen, und wie werden diese bestimmt?
15. Wie aussagekräftig ist der Pilotbetrieb für die Bundesregierung, wenn mit
der Anbindung der EUDI-Wallet eine zentrale Komponente noch gar nicht
zur Verfügung steht?
16. Welche Möglichkeiten der Authentifizierung werden jenseits der
Anbindung an die EUDI-Wallet in der Deutschland-App in jedem akzeptiert
werden, wie z. B. die eID?
17. Welchen konkreten Mehrwert sieht die Bundesregierung in Bezug auf
Leistungen der Sozialverwaltung durch die Deutschland App, wenn sie
gleichzeitig die Sozialplattform als One-Stop-Shop für Leistungen der
Sozialverwaltung ausbauen will?
18. Ist neben der App auch die Möglichkeit geplant, die Plattform über ein
Webinterface nutzen zu können, und wenn ja, welchen Zeitplan gibt es
dafür?
Berlin, den 4. September 2026
Heidi Reichinnek, Sören Pellmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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