Effizienz und Wirksamkeit von innovativen Ersthelfer-Systemen
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Effizienz und Wirksamkeit von innovativen Ersthelfer-Systemen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/709
21. Wahlperiode 30.06.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Claudia
Weiss, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger,
Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis L.
Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon Bollmann,
Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Effizienz und Wirksamkeit von innovativen Ersthelfer-Systemen
Herz-Kreislauf-Stillstände im außerklinischen Bereich stellen eine der
häufigsten Todesursachen in Deutschland dar. Die Überlebenswahrscheinlichkeit hängt
maßgeblich von der Schnelligkeit und Qualität der Erstmaßnahmen ab –
insbesondere der Laienreanimation. Zum Beispiel zielt das „Mobile Retter“-Projekt
(www.mobile-retter.de/) darauf ab, lebensrettende Maßnahmen in Deutschland
durch die schnellstmögliche Alarmierung von Ersthelfern zu verbessern. Diese
App alarmiert qualifizierte Ersthelfer in der Nähe eines Notfalls, um
lebensrettende Maßnahmen vor dem Eintreffen des regulären Rettungsdienstes
einzuleiten.
Die Fragen der Fragesteller zu den Auswirkungen, der finanziellen
Machbarkeit und der Integration in bestehende Systeme zielen darauf ab, die Rolle der
Bundesregierung bei der Förderung und Integration von Systemen wie „Mobile
Retter“ in die nationale Notfallversorgung zu klären, mögliche
Unterstützungsmaßnahmen zu identifizieren und die Nachhaltigkeit und Wirksamkeit dieser
digitalen Lösung zu bewerten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche entsprechenden innovativen Ersthelfer-Systeme sind der
Bundesregierung bekannt?
2. Sind der Bundesregierung Berichte über Schwierigkeiten oder
Widerstände bei der Integration des Mobile-Retter-Systems in bestehende
Rettungsstrukturen bekannt geworden?
3. Sieht die Bundesregierung eine Beeinflussung der Arbeitsweise der
etablierten Rettungsdienste durch derartige Ersthelfer-Systeme, und ggf.
welche?
4. Sind für die Bundesregierung regionale Unterschiede in der Nutzung der
App erkennbar, und welche Gründe sieht sie ggf. dafür?
5. Hat sich die Bundesregierung zum Nutzen digitaler Ersthelfer-
Alarmierungssysteme wie der Mobile-Retter-App in Verbindung mit der
standardisierten Telefonreanimation (T-CPR) bei außerklinischen Herz-
Kreislauf-Stillständen eine eigene Auffassung gebildet, und wenn ja, wie
lautet diese?
6. Plant die Bundesregierung, T-CPR und digitale Ersthelfer-Systeme
systematisch zu verzahnen (z. B. durch eine bundeseinheitliche Schnittstelle
oder Notrufplattform)?
7. Hat sich die Bundesregierung mit der Frage beschäftigt, welche
technischen Voraussetzungen bundesweit in Leitstellen geschaffen werden
müssten, um eine automatische parallele Alarmierung registrierter App-
Ersthelfer im Rahmen von T-CPR-Notrufen zu ermöglichen, und wenn ja,
zu welchen Schlüssen gelangte sie?
8. Inwieweit bestehen nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit
bundesweit Unterschiede in der Umsetzung der T-CPR und der Integration
digitaler Ersthelfer-Systeme, und plant die Bundesregierung hier eine
Harmonisierung?
9. Welche Maßnahmen sind ggf. geplant, um die Akzeptanz, Ausbildung und
langfristige Einbindung freiwilliger Ersthelferinnen und Ersthelfer in
digitale Systeme wie „Mobile Retter“ oder „Region der Lebensretter“ zu
fördern?
10. Plant die Bundesregierung Förderprogramme oder Modellprojekte zur
technischen und strukturellen Integration von T-CPR und App-basierten
Ersthelfer-Systemen im Rahmen der Digitalisierung des
Gesundheitswesens?
11. Erkennt die Bundesregierung rechtliche Hürden (z. B. Datenschutz,
Haftungsfragen) aktuell bei der Integration von App-basierten Systemen in
die Notrufkette, wenn ja, welche sind dies, und wie beabsichtigt sie ggf.,
diese zu adressieren?
12. Wird die Wirksamkeit bestehender digitaler Ersthelfer-Projekte im
Rahmen der Notfallversorgung durch die Bundesregierung oder durch
nachgeordnete Behörden evaluiert, und wenn ja, wie (z. B. im Hinblick auf
Reanimationsrate, Eintreffzeiten, Überlebensquote)?
13. Hat sich die Bundesregierung mit der Frage beschäftigt, welche Rolle die
geplante Einführung der einheitlichen europäischen Notruf-App gemäß
EU-Vorgaben bei der weiteren Digitalisierung der Ersten Hilfe und
Reanimation in Deutschland spielt, und wenn ja, zu welchem Ergebnis ist sie
gekommen?
Berlin, den 26. Juni 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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