Aktivitäten der Rosa Luxemburg Stiftung betreffend El Salvador seit 1996 sowie die Rolle der Deutschen Demokratischen Republik in El Salvador von 1980 bis 1990
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Aktivitäten der Rosa Luxemburg Stiftung betreffend El Salvador seit 1996 sowie die Rolle der Deutschen Demokratischen Republik in El Salvador von 1980 bis 1990
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3529
21. Wahlperiode 08.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Achim Köhler, Reinhard Mixl, Heinrich Koch, Johann
Martel, Dr. Rainer Rothfuß, Martin Sichert, Jan Wenzel Schmidt, Udo Theodor
Hemmelgarn, Stefan Keuter und der Fraktion der AfD
Aktivitäten der Rosa Luxemburg Stiftung betreffend El Salvador seit 1996
sowie die Rolle der Deutschen Demokratischen Republik in El Salvador von
1980 bis 1990
Der Bundeshaushalt sieht jährlich erhebliche Mittel für politische Stiftungen
vor, die im Ausland tätig sind. Die Rosa-Luxemburg-Stiftung (die parteinahe
Stiftung der Partei die Linke, gegründet 1990 als Nachfolgeinstitution der SED
bzw. PDS), engagiert sich betreffend El Salvador zu Bereichen wie
Demokratieförderung, Friedensprozessen und politischen Analysen zu Themen wie
Sicherheit und linker Politik (vgl. https://rosalux.org.mx/).
Etwaige Aktivitäten in anderen Staaten können als Einmischung in innere
Angelegenheiten wahrgenommen werden und werfen bei den Fragestellern Fragen
zur Transparenz und Zweckmäßigkeit der Finanzierung durch das
Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
sowie das Auswärtige Amt (AA) auf. Ergänzend ist die Rolle der ehemaligen
Deutsche Demokratische Republik (DDR) im salvadorianischen Bürgerkrieg
von 1980 bis 1992 zu beleuchten, weil die DDR kommunistische Kräfte in
Lateinamerika unterstützte. Dies geht unter anderem aus dem Bericht der
amerikanischen Central Intelligence Agency „Communist Interference in El
Salvador“ hervor, wo unter anderem das Auftauchen von Militärgütern, die durch die
Deutsche Demokratische Republik geliefert wurden, festgestellt wird (vgl.
www.cia.gov/readingroom/docs/CIA-RDP85M00363R001403210042-9.pdf).
Weiterhin ist in den Augen der Fragesteller zu prüfen, ob und in welchem
Umfang Organisationen wie die Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V., die in El
Salvador Projekte zur Unterstützung der armen Bevölkerung und nachhaltiger
Entwicklung umsetzt, mit Bundesmitteln gefördert werden.
Angesichts der hohen Summen ist auch die ordnungsgemäße Verwendung der
Mittel – insbesondere hinsichtlich möglicher Veruntreuung von Steuergeldern –
nach Auffassung der Fragesteller von öffentlichem Interesse.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Projekte hat die Rosa-Luxemburg-Stiftung nach Kenntnis der
Bundesregierung in El Salvador seit ihrer Gründung 1990 durchgeführt,
und welche Informationen liegen der Bundesregierung hierzu ggf. vor,
einschließlich der thematischen Schwerpunkte, Partnerorganisationen und
erreichten Ziele (bitte nach Jahr, Projektname, Partnerorganisationen,
Zielvorgabe und erreichten Zielen auflisten)?
2. Welche Summen an Fördermitteln haben das BMZ sowie die deutsche
Botschaft vor Ort und das Auswärtige Amt seit 1995 ggf. an die Rosa-
Luxemburg-Stiftung für Aktivitäten in El Salvador bewilligt und
ausgezahlt (bitte nach Jahren und Projekten aufschlüsseln)?
3. Hat die Bundesregierung die Frente Farabundo Martí para la Liberación
Nacional (FMLN) in El Salvador seit 1990 direkt oder indirekt (z. B. über
die Rosa-Luxemburg-Stiftung oder Entwicklungshilfeprogramme)
finanziert oder unterstützt, wenn ja, in welchem Umfang, und zu welchem
Zweck?
4. Welche Rolle hat die DDR nach Kenntnis der Bundesregierung im
salvadorianischen Bürgerkrieg von 1980 bis 1992 gespielt, insbesondere
hinsichtlich der Unterstützung für die FMLN oder anderer linker
Gruppierungen, und liegen Dokumente zu Ausbildungs- oder Spionageaktivitäten
vor?
5. Liegen der Bundesregierung Kenntnisse vor über Waffenlieferungen der
DDR an marxistische Gruppen in El Salvador in den 1980er-Jahren, und
wenn ja, welche Waffen und Materialien wurden geliefert?
6. Hat die Bundesregierung Kenntnis von möglichen
Ausbildungsprogrammen für FMLN-Kämpfer in der DDR (z. B. in Biesenthal oder Schwerin),
und wenn ja, ist ihr bekannt, wie viele Personen geschult wurden (bitte
ggf. ausführen)?
7. Gibt es Erkenntnisse der Bundesregierung oder nachgeordneter Behörden
wie dem Auswärtigen Amt oder dem Bundesnachrichtendienst (BND)
über mögliche Verbindungen zwischen der Rosa-Luxemburg-Stiftung und
ehemaligen DDR-Aktivitäten in El Salvador, und wenn ja, wie wirken
sich diese ggf. auf aktuelle Projekte der Stiftung aus?
8. Welche Projekte hat nach Kenntnis der Bundesregierung die
Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V. in El Salvador seit 2005 durchgeführt,
insbesondere im Bereich Flüchtlingshilfe, nachhaltiger Entwicklung und
Verbesserung der Lebensbedingungen, einschließlich einer Auflistung der
Partnerorganisationen und erreichten Ziele?
9. Haben das BMZ und das AA seit 2010 an die Flüchtlingshilfe
Mittelamerika e. V. Fördermittel für Aktivitäten in El Salvador bewilligt und
ausgezahlt, und wenn ja, welche Summen, aufgeschlüsselt nach Jahren und
Projekten, insbesondere für Initiativen zur nachhaltigen Mobilität oder
Ähnlichem (bitte nach Jahr, Projektname und Summe aufschlüsseln)?
10. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse dazu vor, ob zwischen der
Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V. und politischen Gruppierungen wie
der FMLN in El Salvador Verbindungen bestehen, und wenn ja, in
welcher Form haben diese möglichen Verbindungen die Umsetzung der
Projekte, die ggf. durch die Bundesregierung finanziert wurden, ggf.
beeinflusst?
11. Liegen dem BMZ oder dem AA Erkenntnisse über mögliche Fälle von
Veruntreuung, Unterschlagung oder zweckentfremdeter Verwendung von
Fördermitteln durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung oder die
Flüchtlingshilfe Mittelamerika e. V. in El Salvador vor, und wenn ja, welche
Konsequenzen wurden ggf. daraus gezogen?
12. Respektiert die Bundesrepublik Deutschland uneingeschränkt die
Souveränität und Unabhängigkeit von El Salvador in seinen inneren
Angelegenheiten?
Berlin, den 12. Dezember 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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- authored ← Achim Köhler
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