Folgerungen der Bundesregierung aus steigenden psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen
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Folgerungen der Bundesregierung aus steigenden psychischen Belastungen von Kindern und Jugendlichen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7369
21. Wahlperiode 28.07.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Angela Rudzka, Martin Reichardt, Sebastian Maack, Gereon
Bollmann, Dr. Götz Frömming, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Angela Rudzka,
Christian Zaum, Dr. Anna Rathert, Nicole Höchst, Beatrix von Storch, Tobias
Ebenberger, Jan Feser, Martina Kempf, Otto Strauß, Claudia Weiss, Lukas Rehm,
Johann Martel und der Fraktion der AfD
Folgerungen der Bundesregierung aus steigenden psychischen Belastungen von
Kindern und Jugendlichen
Die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist seit Jahren
Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen und politischer Debatten.
Die seit dem Jahr 2020 durchgeführte COPSY-Studie des
Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf zeigt eine deutliche Zunahme psychischer
Belastungen und psychosomatischer Beschwerden bei Kindern und Jugendlichen (www.
uke.de/kliniken-institute/kliniken/kinder-und-jugendpsychiatrie-psychotherapi
e-und-psychosomatik/forschung/arbeitsgruppen/child-public-health/forschung/
copsy-studie.html).
Auch das Deutsche Schulbarometer 2025/2026 zeigt erhebliche Belastungen.
Danach weisen 25 Prozent der Kinder und Jugendlichen psychische
Auffälligkeiten auf (s. u., S. 18). Rund 30 Prozent der 11- bis 17‑Jährigen berichten von
regelmäßigen Mobbingerfahrungen (s. u., S. 71 bis 74). 61 Prozent der
Befragten geben an, dass an ihrer Schule viel verlangt wird, und 47 Prozent berichten,
auch am Wochenende lernen zu müssen (s. u., S. 32 bis 34). Darüber hinaus
berichten viele Kinder und Jugendliche von Sorgen hinsichtlich Kriegen,
internationaler Krisen und ihrer persönlichen Zukunft (S. 43 bis 45, www.bosch-stif
tung.de/sites/default/files/publications/pdf/2026-03/Deutsches%20Schulbarome
ter%20Schüler%202025_26_.pdf). Besonders betroffen sind nach den
Ergebnissen des Schulbarometers Kinder und Jugendliche aus Familien mit sozialen
oder wirtschaftlichen Problemen. Diese berichten überdurchschnittlich häufig
von psychischen Belastungen, geringem schulischem Wohlbefinden und einer
geringeren Lebenszufriedenheit (https://bosch-stiftung.de/presse/deutsches-sch
ulbarometer-psychische-belastung-bei-kindern-und-jugendlichen-steigt-erst
mals, www.bkj.de/meldung/deutsches-schulbarometer-2025-26-zeigt-psychisch
e-belastungen-bei-schuelerinnen-nehmen-wieder-zu/, https://deutsches-schulpo
rtal.de/bildungswesen/deutsches-schulbarometer-schuelerbefragung-2026-
diewichtigsten-ergebnisse/).
Auch die Studie des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF zum
Kindeswohl 2026 verweist auf erhebliche Defizite beim Wohlbefinden von
Kindern und Jugendlichen und ordnet Deutschland lediglich auf Platz 25 von
37 untersuchten Industriestaaten ein (www.unicef.de/informieren/aktuelles/pres
se/-/unicef-studie-kindeswohl-2026/397376).
Zwar wurden durch Bund, Länder und Kommunen zahlreiche Programme zur
Förderung psychischer Gesundheit, zur Gewaltprävention, zur
Demokratieförderung, zur Förderung von Medienkompetenz sowie zur Unterstützung von
Kindern und Jugendlichen finanziert, gleichwohl werden weiterhin hohe
beziehungsweise steigende Belastungswerte festgestellt. Die Fragesteller sehen
daher Aufklärungsbedarf hinsichtlich der politischen Schlussfolgerungen der
Bundesregierung, der ergriffenen Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des
Bundes, der hierfür eingesetzten Haushaltsmittel sowie der tatsächlichen
Wirksamkeit dieser Maßnahmen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus
den bisherigen Ergebnissen der COPSY-Studie gezogen?
2. Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus
den Ergebnissen des Deutschen Schulbarometers 2025/2026 gezogen?
3. Welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung gegebenenfalls aus
den Ergebnissen der UNICEF-Studie zum Kindeswohl 2026 gezogen?
4. Welche Belastungsfaktoren bewertet die Bundesregierung derzeit
gegebenenfalls als die wichtigsten Ursachen psychischer Belastungen von
Kindern und Jugendlichen?
5. Welche Belastungsfaktoren hat die Bundesregierung gegebenenfalls
derzeit als die dringendsten politischen Handlungsfelder identifiziert?
6. Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
wurden aufgrund der Erkenntnisse der COPSY-Studie gegebenenfalls
eingeleitet, erweitert oder verändert?
7. Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Mobbing und Cybermobbing
gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?
8. Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
wurden aufgrund der Erkenntnisse zu psychischen Belastungen von Kindern
und Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?
9. Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Leistungsdruck bei Kindern und
Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder verändert?
10. Welche konkreten Maßnahmen im Zuständigkeitsbereich des Bundes
wurden aufgrund der Erkenntnisse zu Zukunftsängsten und Krisensorgen von
Kindern und Jugendlichen gegebenenfalls eingeleitet, erweitert oder
verändert?
11. Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder
und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit der psychischen
Gesundheit von Kindern und Jugendlichen (bitte gegebenenfalls nach
Programmen, deren Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?
12. Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder
und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit Gewaltprävention,
Mobbing- und Cybermobbingprävention (bitte gegebenenfalls nach
Programmen, deren Laufzeit und Fördervolumen aufschlüsseln)?
13. Welche möglichen Programme des Bundes, die sich unmittelbar an Kinder
und Jugendliche richten, befassen sich derzeit mit Demokratieförderung,
Partizipation und gesellschaftlicher Teilhabe von Kindern und
Jugendlichen (bitte gegebenenfalls nach Programmen, deren Laufzeit und
Fördervolumen aufschlüsseln)?
14. Welche Studien zur psychischen Gesundheit, zum Wohlbefinden und zu
Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen wurden seit dem 1.
Januar 2020 gegebenenfalls mit Bundesmitteln finanziert oder gefördert
(bitte gegebenenfalls jeweils nach Studie, Auftragnehmer, Laufzeit und
Kosten aufschlüsseln)?
15. Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020
gegebenenfalls für Studien und Forschungsprojekte zur psychischen
Gesundheit und zu Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen
entstanden?
16. Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020
gegebenenfalls für Maßnahmen und Programme zur Verbesserung der
psychischen Gesundheit von Kindern und Jugendlichen entstanden?
17. Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020
gegebenenfalls für Maßnahmen gegen Mobbing und Cybermobbing
entstanden?
18. Welche Gesamtausgaben aus Bundesmitteln sind seit dem 1. Januar 2020
gegebenenfalls für Programme der Demokratieförderung, Partizipation
und gesellschaftlichen Teilhabe von Kindern und Jugendlichen
entstanden?
19. Welche der möglichen vorgenannten Programme und Maßnahmen wurden
evaluiert, und welche Schlussfolgerungen hat die Bundesregierung
gegebenenfalls hieraus gezogen?
20. Welche Zielgrößen wurden für die jeweiligen möglichen Programme und
Maßnahmen (vgl. Vorfragen) festgelegt?
21. Welche dieser in Frage 20 erfragten möglichen Zielgrößen wurden
erreicht, welche nicht und aus welchen Gründen?
22. Bei welchen möglichen Programmen und Maßnahmen konnte eine
nachweisbare Verringerung psychischer Belastungen von Kindern und
Jugendlichen festgestellt werden?
23. Bei welchen möglichen Programmen und Maßnahmen konnte eine
nachweisbare Verringerung von Mobbing oder Cybermobbing festgestellt
werden?
24. Welche möglichen Programme oder Maßnahmen wurden aufgrund
unzureichender Wirksamkeit verändert, reduziert oder eingestellt?
25. Welche möglichen Programme oder Maßnahmen wurden trotz fehlender
oder nicht nachgewiesener Wirksamkeit fortgeführt und aus welchen
Gründen?
26. Bei welchen der vorgenannten möglichen Programme und Maßnahmen
liegen der Bundesregierung bislang keine belastbaren Erkenntnisse über
deren tatsächliche Wirksamkeit vor?
27. Für welche der vorgenannten möglichen Programme und Maßnahmen
liegen der Bundesregierung bislang keine wissenschaftlichen
Wirksamkeitsnachweise hinsichtlich einer Verringerung psychischer Belastungen, von
Mobbing oder Cybermobbing bei Kindern und Jugendlichen vor?
28. Hat sich die Bundesregierung eine Auffassung dazu gebildet, dass die in
den genannten Studien dokumentierten Belastungen von Kindern und
Jugendlichen trotz umfangreicher Förderprogramme, Maßnahmen und seit
Jahren vorliegender wissenschaftlicher Erkenntnisse weiterhin auf hohem
Niveau verbleiben oder teilweise zunehmen, und wenn ja, wie lautet
diese?
29. Welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus diesem in
Frage 28 benannten Umstand?
30. Welche zusätzlichen Maßnahmen plant die Bundesregierung in der
laufenden Wahlperiode gegebenenfalls zur Verringerung psychischer
Belastungen von Kindern und Jugendlichen?
31. Welche zusätzlichen Haushaltsmittel sind hierfür möglicherweise
vorgesehen (vgl. Frage 30)?
32. Bis zu welchem Zeitpunkt erwartet die Bundesregierung gegebenenfalls
messbare Verbesserungen bei den in den genannten Studien festgestellten
Belastungsfaktoren?
33. Woran wird die Bundesregierung den Erfolg ihrer möglichen Maßnahmen
(vgl. Frage 32) konkret messen?
34. Welche konkreten Maßnahmenpakete plant die Bundesregierung
gegebenenfalls für die von ihr selbst als besonders dringlich eingestuften
Belastungsfaktoren von Kindern und Jugendlichen?
35. Welche konkreten Zielwerte sollen durch diese möglicherweise geplanten
Maßnahmenpakete erreicht werden (vgl. Frage 34)?
36. In welchem Zeitraum erwartet die Bundesregierung das Erreichen dieser
möglichen Zielwerte (vgl. Frage 35)?
Berlin, den 27. Juli 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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