Lagebild der deutschen Stahlindustrie und Maßnahmen für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Branche
Text
Lagebild der deutschen Stahlindustrie und Maßnahmen für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Branche
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4916
21. Wahlperiode 24.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Julian Joswig, Felix Banaszak, Dr. Alaa Alhamwi, Dr. Sandra
Detzer, Michael Kellner, Sandra Stein, Katrin Uhlig, Dr. Andrea Lübcke, Andreas
Audretsch und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Lagebild der deutschen Stahlindustrie und Maßnahmen für nachhaltige
Wettbewerbsfähigkeit der Branche
Die deutsche Stahlindustrie, das Rückgrat vieler industrieller
Wertschöpfungsketten, befindet sich in einer strukturellen Krise. Eine historisch schwache
Nachfrage, ein zunehmender Importdruck, hohe Energiekosten, der
schleppende Wasserstoffhochlauf und unsichere europäische Rahmenbedingungen
setzen die Branche massiv unter Druck. Die Folgen sind längst sichtbar: Die
Rohstahlproduktion in Deutschland sank im Jahr 2025 auf 34,1 Millionen
Tonnen und damit rund 9 Prozent unter dem bereits niedrigen Vorjahresniveau
(https://worldsteel.org/media/press-releases/2026/december-2025-crude-steel-p
roduction-2025-global-crude-steel-production). Die Folgen für den Standort
und die Beschäftigten sind dramatisch; Thyssenkrupp Steel baut Kapazitäten
und Stellen ab (www.reuters.com/business/world-at-work/thyssenkrupp-reduc
e-steel-production-cut-or-outsource-11000-jobs-2025-12-01). ArcelorMittal hat
seine Investitionspläne für die Stahlproduktion in Bremen und Eisenhüttenstadt
gestoppt (www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/germany-re
grets-arcelors-decision-halt-carbon-neutral-steel-production-2025-06-20/). Im
Rahmen ihres Stahldialogs im November 2025 („Stahlgipfel“) hat die
Bundesregierung anerkannt, dass es bei den Themen Handelsschutz und Zukunft des
Carbon Border Adjustment Mechanism (CBAM), bei Energiepreisen,
Wasserstoffhochlauf und Aufbau von Leitmärkten dringenden Handlungsbedarf gibt.
Sie kündigte hierzu konkrete politische Maßnahmen sowie die Bildung von
thematischen Arbeitsgruppen mit den beteiligten Stakeholdern an (www.bunde
sregierung.de/breg-de/aktuelles/stahldialog-im-bundeskanzleramt-wettbewerbsf
aehige-rahmenbedingungen-fuer-eine-zukunftsfaehige-stahlindustrie-2392574).
Aktuell ist der Öffentlichkeit nicht bekannt, in welchem Stadium sich die
angekündigten Handlungen befinden und inwiefern die Bundesregierung bereits
tätig geworden ist. Auch auf Ebene der Europäischen Union (EU) wächst der
Widerspruch zwischen Ambition und Wirklichkeit: Die EU-Kommission hat
mit dem Steel and Metals Action Plan (https://single-market-economy.ec.europ
a.eu/publications/european-steel-and-metals-action-plan_en) sowie jüngst mit
dem Industrial Accelerator Act (IAA; https://single-market-economy.ec.europ
a.eu/publications/industrial-accelerator-act_en) zwar industriepolitische
Antworten vorbereitet, zugleich bleiben entscheidende Punkte wie verlässliche
Präferenzregeln (Local Content), wirksamer Carbon-Leakage-Schutz und der
Aufbau von Leitmärkten ambitionslos. Insbesondere das fehlende Bekenntnis zur
strategischen Beschaffung von Stahl „Made in Europe“ führt bei Betrieben und
Gewerkschaften gleichermaßen zu massivem Unverständnis (www.welt.de/wirt
schaft/article69a6062b4ffe244904b65b14/stahlbranche-ein-industriepolitischer-
fehler-von-historischem-ausmass.html). Für die Zukunftsfähigkeit der Branche
bleibt die klimaneutrale Primärstahlproduktion über wasserstoffbasierte
Direktreduktion weiterhin die zentrale Perspektive – wirtschaftlich tragfähig wird sie
aber nur mit bezahlbarer Energie, stabilem politischen Rahmen und
verlässlicher Nachfrage (www.nature.com/articles/s41467-025-64440-9).
Unternehmen wie die Salzgitter AG wollen bereits im nächsten Jahr Grünstahl liefern,
benötigen zur Umsetzung ihrer Agenda aber vor allem Planungssicherheit statt
einer Abkehr von Klimaschutzinstrumenten, auf deren Basis
Investitionsentscheidungen getätigt und umfangreiche Fördermittel ausgezahlt wurden (www.
faz.net/aktuell/wirtschaft/salzgitter-chef-gunnar-groebler-wir-werden-ab-2027-
gruenen-stahl-anbieten-accg-110735363.html). Gerade mit Blick auf die
Zukunft des Europäischen Emissionshandelssystems (EU‑ETS) zeigt die
Bundesregierung aus Sicht der fragestellenden Fraktion keine klare Positionierung und
führt somit zu wachsender Unsicherheit in der Wirtschaft und Gesellschaft.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche im Nachgang des Stahldialogs im Bundeskanzleramt vom 6.
November 2025 angekündigten Arbeits- und Abstimmungsformate wurden
bislang eingerichtet (bitte tabellarisch nach Themenfeld, beteiligten
Ressorts, Verbänden, Unternehmen, Gewerkschaften sowie Zeitplan
aufschlüsseln und bitte getrennt angeben, wie viele von den genannten
Unternehmen kleine und mittlere Unternehmen [KMU] bzw. EU Mid Caps
sind)?
2. Welche konkreten Ergebnisse, Zwischenberichte oder Maßnahmen liegen
der Bundesregierung aus diesen Formaten bislang vor, insbesondere zu
den Themen Handelsschutz, CBAM, ETS, Energiekosten,
Wasserstoffhochlauf, russische Halbzeuge, Kreislaufwirtschaft und Leitmärkte?
3. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit dem Stahldialog selbst
auf den Weg gebracht, um die wirtschaftliche Lage der Stahlindustrie
kurzfristig zu stabilisieren und Investitionssicherheit für
Transformationsprojekte zu schaffen?
4. Welche Forschungsprojekte fördert die Bundesregierung zur
Transformation der Stahlindustrie hin zur Klimaneutralität, und wie schlüsseln sich
diese nach Fördervolumen, Laufzeit und geplanten Maßnahmen im
laufenden Haushaltsjahr auf?
5. Welche Termine, insbesondere von thematischen Arbeitsgruppen, hat die
Bundesregierung für die kommenden Wochen und Monate geplant, um
mögliche Maßnahmen engmaschig mit den betroffenen Stakeholdern zu
besprechen?
6. Wie bewertet die Bundesregierung die Rolle des EU-
Emissionshandelssystems für Investitionsentscheidungen der Stahlindustrie, insbesondere
für Unternehmen, die bereits in klimaneutrale Produktionsverfahren wie
Direktreduktion oder Elektrolichtbogenöfen investieren und hierfür
Fördermittel erhalten haben (bitte begründen)?
7. Welche Position vertritt die Bundesregierung derzeit auf EU-Ebene
hinsichtlich möglicher Anpassungen des ETS 1 (insbesondere zum „Cap“,
der weiteren freien Zuteilung von ETS-Zertifikaten sowie Carbon-
Leakage-Schutz), und wie will sie sicherstellen, dass frühzeitig
investierende Unternehmen („First Mover“) durch Änderungen der
Rahmenbedingungen nicht wirtschaftlich benachteiligt werden?
8. Welche Auswirkungen erwartet die Bundesregierung auf
Investitionsentscheidungen der Stahlindustrie durch politische Debatten über eine
mögliche Abschwächung oder Revision des ETS?
9. Wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit des Carbon Border
Adjustment Mechanism im Hinblick auf den Schutz der europäischen
Stahlindustrie vor Carbon Leakage?
10. Welche Position vertritt die Bundesregierung hinsichtlich einer
Ausweitung des CBAM auf nachgelagerte Stahlprodukte, auch angesichts der
Tatsache, dass mittelständisch geprägte Unternehmen der
stahlverarbeitenden Industrie (z. B. Werkzeughersteller, Feuerverzinkereien und
Profilhersteller) derzeit einem erheblichen Wettbewerbsdruck durch Importe aus
Drittstaaten – insbesondere aus China – ausgesetzt sind, und inwiefern
berücksichtigt die Bundesregierung diese spezifischen Belastungen bei ihrer
europäischen Positionierung zum CBAM sowie zu flankierenden
Maßnahmen zur Sicherung der Wettbewerbs- und Exportfähigkeit?
11. Welche Risiken sieht die Bundesregierung derzeit für
Wettbewerbsverzerrungen oder Umgehungsmöglichkeiten im CBAM-System, und welche
Anpassungen hält sie für erforderlich?
12. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Entwicklung
von Stahlimporten aus Drittstaaten in den letzten fünf Jahren vor (bitte
nach Herkunftsländern und Produktgruppen tabellarisch darstellen)?
13. Wie bewertet die Bundesregierung die aktuelle wirtschaftliche Lage der
europäischen und deutschen Grobblechhersteller vor dem Hintergrund
steigender Importmengen und sinkender Preise bei Importen aus
Drittstaaten?
14. Welche Position hat die Bundesregierung gegenüber der Europäischen
Kommission zur Antidumpingbeschwerde der europäischen
Grobblechindustrie vertreten, und welche Schritte hat sie hierzu unternommen?
15. Welche Folgen erwartet die Bundesregierung für industrielle
Wertschöpfungsketten, Beschäftigung und sicherheitsrelevante Lieferketten, wenn
Produktionskapazitäten für Grobblech in Deutschland oder in der EU
dauerhaft verloren gehen?
16. Welche Position vertritt die Bundesregierung zur weiteren Behandlung der
Ausnahmeregelungen für den Import russischer Stahlhalbzeuge
(insbesondere Brammen) im Rahmen der EU-Sanktionspolitik?
17. Setzt sich die Bundesregierung dafür ein, das derzeit vorgesehene
Auslaufen der Importquoten für russische Brammen vorzuziehen, und wenn ja,
mit welchem Zieltermin?
18. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung seit dem Stahldialog
ergriffen oder geplant, um die Stromkosten energieintensiver Industrien –
insbesondere der Stahlindustrie – im internationalen Vergleich
wettbewerbsfähig zu halten?
19. Welche Entlastungswirkungen erwartet die Bundesregierung für die
Stahlindustrie aus Maßnahmen wie Strompreiskompensation,
Stromsteuerreform, Netzentgeltregelungen oder anderen energiepolitischen
Instrumenten?
20. Wie bewertet die Bundesregierung den derzeitigen Zeitplan für den
Hochlauf des Wasserstoffmarktes und die Anbindung zentraler Stahlstandorte
an das Wasserstoffkernnetz?
21. Was bedeutet der von der Bundesregierung vorgestellte Zeitplan für die
deutlich spätere Umstellung auf H2-Betrieb (H2 = Wasserstoff) im
Vergleich zu den Plänen der vorherigen Bundesregierung im Rahmen der
Kraftwerkstrategie und des späteren Kapazitätsmechanismus für
industrielle Abnehmer, und könnte es sein, dass Teile des Kernnetzes aufgrund
des späten Fuel Switch (Umstellung von Kohle über Erdgas hin zu
Wasserstoff) erst später oder aufgrund der ebenfalls eröffneten CCS-
Möglichkeit (CSS = Carbon Capture and Storage) an Gaskraftwerken gar
nicht realisiert werden?
22. Welche Flexibilitäten sieht die Bundesregierung bei bereits geförderten
Transformationsprojekten der Stahlindustrie vor, wenn sich der Hochlauf
von Wasserstoff oder der Infrastruktur verzögert?
23. Plant die Bundesregierung die Fortschreibung der Nationalen
Wasserstoffstrategie, wenn ja, bis wann, und wenn nein, warum nicht?
24. Mit welchen Instrumenten plant die Bundesregierung den Hochlauf einer
inländischen Wasserstofferzeugung zu befördern, welche Rolle misst sie
dabei der system- und netzdienlichen Verortung von Elektrolyseuren bei,
und plant die Bundesregierung einen Rahmen zur system- und
netzdienlichen Verortung von Elektrolyseuren (bitte begründen)?
25. Wie bewertet die Bundesregierung die im Deutschen Bundestag durch die
Koalition der Fraktionen der CDU, CSU und SPD erfolgte Änderung des
H2-Beschleunigungsgesetzes dahin gehend, dass dort auch die
Wasserstoffherstellung mittels CCS in den Anwendungsbereich aufgenommen
wurde, und plant die Bundesregierung, die Dampfreformierung inländisch
zu befördern, z. B. durch Förderprogramme o. Ä., oder konzentriert sich
die Bundesregierung in ihrer Strategie für die heimische H2-Erzeugung
auf die Herstellung von aus erneuerbaren Energien hergestelltem
Wasserstoff?
26. Von welchem Zeit- und Mengengerüst für Wasserstoffbedarfe in der
Stahlindustrie und in anderen Branchen geht die Bundesregierung aktuell
aus, und zu welchen Anteilen werden diese nach Einschätzung der
Bundesregierung durch die Erzeugung in Deutschland und zu welchem Anteil
über Importe bedient werden?
27. Bis wann plant die Bundesregierung, eine Novelle des Wind-auf-See-
Gesetzes vorzulegen, und welche Änderungen sind dort im Hinblick auf
das Ausschreibungsdesign und die Wasserstofferzeugung auf See geplant?
28. Teilt die Bundesregierung (einige der) Annahmen und Schlussfolgerungen
der Studie aus dem Sommer 2025 von Deloitte und dem Öko-Institut zur
Entwicklung der Wasserstoffkosten: „Die Wasserstoffstrategie 2.0 für
Deutschland“, und mit welchen Maßnahmen plant sie, die
Kostensenkungspotenziale für die heimische Elektrolyse zu heben?
29. Welche Position vertritt die Bundesregierung zu den Vorschlägen der
Europäischen Kommission im Rahmen des Industrial Accelerator Acts
(IAA) sowie anderer industriepolitischer Initiativen zur Stärkung
europäischer Leitmärkte für klimafreundliche Grundstoffe?
30. Wie bewertet die Bundesregierung die fehlende „Made in Europe“-
Komponente (Local Content) für europäischen Stahl im IAA angesichts
der Kritik von Unternehmensverbänden und Gewerkschaften an der
Entscheidung der EU-Kommission (www.welt.de/wirtschaft/article69a6062b
4ffe244904b65b14/stahlbranche-ein-industriepolitischer-fehler-von-histor
ischem-ausmass.html), und wie ist dahin gehend das federführend vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie verfasste Positionspapier
zum IAA zu verstehen, welches sich gegen Local-Content-Regeln
ausspricht (www.spiegel.de/wirtschaft/eu-deutschland-haelt-wenig-von-mad
e-in-europe-regeln-a-60e8d3f2-f947-4f33-a413-2405ee3042c9)?
31. Wird die Bundesregierung sicherstellen, dass deutsche Stahlhersteller
durch klare europäische Regelungen zu „Made in Europe“- oder Low-
Carbon-Beschaffungsregeln nicht von Wettbewerbsnachteilen wegen
Planungsunsicherheiten betroffen sind, sondern im Gegenteil daraus ein
Wettbewerbsvorteil entsteht und wenn nein, warum nicht?
32. Inwiefern sieht die Bundesregierung in der von der Europäischen
Kommission geplanten Decarbonisation Bank ein geeignetes Instrument, um
die Reform des EU-Emissionshandels mit einer aktiven europäischen
Industriepolitik zur Unterstützung der Transformation der Stahlindustrie zu
verknüpfen?
33. Wie bewertet die Bundesregierung die Rolle der Decarbonisation Bank
bzw. vergleichbarer europäischer Finanzierungsinstrumente als
potenzielles Mittel, um die Lücke zwischen großtechnischer Forschung und der
Markteinführung von First-of-a-Kind-Anlagen innovativer
Stahltechnologien zu schließen, und setzt sie sich auf EU-Ebene für eine entsprechende
institutionelle Ausgestaltung ein?
34. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass die nationalen Förderprojekte
zur Transformation der Stahlindustrie komplementär zu den europäischen
Programmen der Clean Steel Partnership (CSP) unter Horizon Europe und
des Forschungsfonds für Kohle und Stahl (RFCS) aufgestellt sind, und
welche Mittel fließen aktuell aus diesen EU-Programmen an deutsche
Standorte?
35. Welche Forschungsmaßnahmen fördert die Bundesregierung im Bereich
der metallurgischen Kreislaufwirtschaft, insbesondere zur Verbesserung
der Schrottsortierung und Schrottreinigung mit Blick auf Kupfer- und
Tramp-Elementverunreinigungen, um den qualitativ hochwertigen Einsatz
von Sekundärrohstoffen auch in der Primärstahlroute zu ermöglichen?
36. In welcher Weise werden im Rahmen der Forschungsförderung, etwa über
das Zentrale Innovationsprogramm Mittelstand (ZIM) oder die
Industrielle Gemeinschaftsforschung (IGF), auch KMU des spezialisierten
Anlagenbaus berücksichtigt, um sicherzustellen, dass die technologische
Souveränität entlang der gesamten Wertschöpfungskette im europäischen und
deutschen Anlagenbau erhalten bleibt?
37. Unterstützt die Bundesregierung verbindliche Nachhaltigkeits-,
Resilienzoder Herkunftskriterien für Stahl in der öffentlichen Beschaffung auf
nationaler Ebene, wenn ja, welche konkreten Instrumente, und wenn nein,
wieso nicht?
38. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die aktuelle
Kapazitätsauslastung, Produktionsentwicklung und die aktuellen
Beschäftigungsperspektiven der Stahlindustrie in Deutschland vor?
39. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung dem Erhalt einer
heimischen Primärstahlproduktion für wirtschaftliche Souveränität, industrielle
Wertschöpfungsketten sowie die Sicherheits- und Verteidigungsfähigkeit
Deutschlands und der Europäischen Union bei?
40. Wie bewertet die Bundesregierung die Nutzungskonkurrenz um grüne
Gase der Stahlindustrie angesichts der im Wärmesektor geplanten
Grüngasquote (siehe www.bundeswirtschaftsministerium.de/Redaktion/DE/Expos
e/Energie/gebaeudemodernisierungsgesetz.html; https://table.media/asset
s/eckpunkte-gebaudemodernisierungsgesetz1.pdf)?
41. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum Stand des
Dekarbonisierungsprojekts „tkH2Steel“ der Thyssenkrupp Steel Europe AG?
a) Welche Förderzusagen oder Förderbewilligungen hat die
Bundesregierung seit 2020 für das Projekt in Duisburg erteilt (bitte Höhe, Zeitraum
und Förderinstrument angeben)?
b) In welchem Umsetzungsstand befindet sich das Projekt aktuell
(Planungsphase, Baubeginn, Inbetriebnahme etc.), und wie sehen die
nächsten Schritte aus?
c) Welche Emissionsminderungen erwartet die Bundesregierung nach
Abschluss der ersten Betriebsphase und bis zum Jahr 2030?
d) Liegen der Bundesregierung Informationen über etwaige
Verzögerungen, Kostensteigerungen oder Anpassungen des Projektplans vor?
42. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zum Stand des
Dekarbonisierungsprojekts „SALCOS – Salzgitter Low CO2 Steelmaking“ der
Salzgitter AG?
a) Welche Fördermittel wurden dem Projekt „SALCOS – Salzgitter Low
CO2 Steelmaking“ bisher zugesagt oder ausgezahlt (bitte ebenfalls
nach Förderinstrument und Zeitraum aufschlüsseln)?
b) Wie bewertet die Bundesregierung den bisherigen Fortschritt,
insbesondere hinsichtlich der Errichtung der Direktreduktionsanlage und
der Wasserstoffversorgung?
c) Welche CO2-Einsparungen werden nach aktuellem Kenntnisstand der
Bundesregierung bis 2030 erwartet?
d) Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse über Verzögerungen,
technische Hürden oder Anpassungen des Projektumfangs vor?
43. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu den
Dekarbonisierungsvorhaben der Dillinger Hütte und Saarstahl AG (SHS – Stahl-Holding-
Saar)?
a) Welche finanziellen Förderungen hat die Bundesregierung für die
Dekarbonisierungsprojekte der SHS-Gruppe bislang bewilligt oder in
Aussicht gestellt (bitte nach Förderinstrument, Höhe und Zeitraum
aufschlüsseln)?
b) Welchen Stand hat das geplante Vorhaben zur schrittweisen
Umstellung auf wasserstoffbasierte Direktreduktion an den Standorten
Dillingen und Völklingen, und welche Zeitplanung ist der Bundesregierung
bekannt?
c) Welche Emissionsminderungen werden nach Kenntnis der
Bundesregierung bis 2030 erwartet?
d) Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Hindernisse bei der
Umsetzung oder der Energie- und Wasserstoffversorgung?
44. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung zu den
Dekarbonisierungsplanungen der ArcelorMittal Germany an den Standorten Bremen und
Eisenhüttenstadt?
a) Welche Kenntnisse liegen der Bundesregierung über die Entscheidung
von ArcelorMittal vor, die ursprünglich geplanten
Dekarbonisierungsprojekte an den Standorten Bremen und Eisenhüttenstadt nicht
weiterzuverfolgen?
b) Welche Gespräche oder Abstimmungen haben seitens der
Bundesregierung oder des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie
mit ArcelorMittal über mögliche Alternativen oder neue
Projektansätze stattgefunden?
c) Welche Auswirkungen sieht die Bundesregierung auf die Erreichung
der nationalen Klimaziele im Industriesektor, wenn ArcelorMittal
seine deutschen Standorte nicht dekarbonisiert?
Berlin, den 23. März 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Relationen
- asked ← Alaa Alhamwi (Kleine Anfrage)
- asked ← Andrea Lübcke (Kleine Anfrage)
- asked ← Andreas Audretsch (Kleine Anfrage)
- asked ← Felix Banaszak (Kleine Anfrage)
- asked ← Julian Joswig (Kleine Anfrage)
- asked ← Katrin Uhlig (Kleine Anfrage)
- asked ← Michael Kellner (Kleine Anfrage)
- asked ← Sandra Detzer (Kleine Anfrage)
- asked ← Sandra Stein (Kleine Anfrage)
- authored ← Felix Banaszak
- authored ← Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
- authored ← Julian Joswig
- part_of_vorgang → Lagebild der deutschen Stahlindustrie und Maßnahmen für nachhaltige Wettbewerbsfähigkeit der Branche (Kleine Anfrage)