Unidentifizierte Luftraumphänomene (UAP) als Gegenstand der Luft- und Weltraumsicherheit sowie staatlicher Informations- und Koordinationsstrukturen
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Unidentifizierte Luftraumphänomene (UAP) als Gegenstand der Luft- und Weltraumsicherheit sowie staatlicher Informations- und Koordinationsstrukturen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8323
21. Wahlperiode 02.10.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Lars Haise, Wolfgang Wiehle, Marcus Bühl, René Bochmann,
Alexis L. Giersch, Stefan Henze, Maximilian Kneller, Ulrich von Zons, Carsten
Becker, Hans-Jürgen Goßner, Leif-Erik Holm, Dr. Rainer Kraft, Andreas Mayer,
Volker Scheurell, Otto Strauß und der Fraktion der AfD
Unidentifizierte Luftraumphänomene (UAP) als Gegenstand der Luft- und
Weltraumsicherheit sowie staatlicher Informations- und Koordinationsstrukturen
Beobachtungen und Sensordaten zu zunächst nicht eindeutig identifizierbaren
Objekten oder Phänomenen im Luft- und Weltraum (international zunehmend
als „Unidentified Aerial Phenomena“, UAP, bezeichnet) können sicherheits-,
luftverkehrs- und verteidigungspolitische Relevanz besitzen. Dabei steht nicht
die Frage nach möglichen Ursachen im Vordergrund, sondern die
Gewährleistung einer belastbaren Lageerfassung, standardisierter Meldewege sowie einer
sachgerechten Auswertung entsprechender Ereignisse.
In der Vergangenheit hat die Bundesregierung auf parlamentarische Anfragen
erklärt, dass ihr keine Erkenntnisse über entsprechende Sichtungen im Sinne
„sogenannter UFOs bzw. Außerirdischer“ vorliegen und keine entsprechenden
Akten geführt werden (vgl. Bundestagsdrucksache 16/9554, Antwort auf
Frage 16).
Gleichzeitig haben mehrere Staaten in den vergangenen Jahren ihre
Herangehensweise an entsprechende Phänomene stärker formalisiert. In den Vereinigten
Staaten von Amerika wurden regelmäßige Berichte sowie parlamentarische
Anhörungen durchgeführt; staatliche Stellen wie die NASA befassen sich
wissenschaftlich mit entsprechenden Beobachtungen (vgl. https://science.nasa.gov/
uap/). Auch andere Staaten verfügen über institutionalisierte Strukturen zur
Erfassung und Bewertung entsprechender Meldungen, etwa das GEIPAN in
Frankreich (vgl. www.cnes-geipan.fr/en).
Vor diesem Hintergrund erscheint es angezeigt, die bestehenden
Zuständigkeiten, Verfahren, internationalen Bezüge sowie etwaige Geheimhaltungsaspekte
in Deutschland systematisch und sachlich zu beleuchten.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Sieht sich die Bundesregierung zuständig für die Entgegennahme,
Erfassung und Bewertung von Meldungen über nicht eindeutig identifizierbare
Luft- oder Weltraumkontakte?
a) Wenn ja, welche Bundesbehörden sind zuständig und seit wann liegen
Akten vor?
b) Wenn nein, wen sieht die Bundesregierung im Gebiet der
Bundesrepublik Deutschland und im zugehörigen Luftraum zuständig (vgl.
Vorbemerkung)?
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
2. Gibt es Begriffe und Definitionen, welche die Bundesregierung in diesem
Zusammenhang verwendet (z. B. „nicht identifizierbare Kontakte“,
„UAP“, „UFO“), und existieren hierzu bundeseinheitliche Vorgaben
(wenn ja, bitte die verwendeten Begriffe und Definition auflisten, sowie
ausführen, welche bundeseinheitlichen Vorgaben vorliegen und ob diese
öffentlich verfügbar sind)?
3. Bestehen Meldewege für militärisches und ziviles Personal (z. B. Piloten,
Flugsicherung), um entsprechende Beobachtungen zu melden (wenn ja,
welche)?
4. Gibt es von der Bundesregierung oder nach Kenntnis der Bundesregierung
bei den Bundesländern Daten, wie viele entsprechende Meldungen in den
vergangenen zehn Jahren eingegangen sind (wenn ja, bitte nach Jahren
aufschlüsseln)?
5. Gibt es Verfahren und Datenquellen welche zur Identifizierung und
Bewertung solcher Meldungen herangezogen werden (z. B. Abgleich mit
Luftverkehrsdaten, Satellitenkatalogen, meteorologischen Daten)(wenn ja,
bitte ausführen welche)?
6. Existieren ressortübergreifende Strukturen oder Arbeitsgruppen zur
Auswertung entsprechender Ereignisse?
Falls ja, seit wann und in welcher Form?
7. Berücksichtigt die Bundesregierung Veröffentlichungen, Berichte und
parlamentarische Anhörungen von Partnerstaaten (insbesondere der USA) in
ihrer eigenen sicherheitspolitischen Bewertung des Themas?
8. Findet ein Austausch mit internationalen Partnern (z. B. im Rahmen von
NATO, EU oder bilateralen Kontakten) zu diesem Themenkomplex statt?
Wenn ja, in welcher Form?
9. Existieren bei Bundesbehörden Dokumente oder Datensammlungen zu
diesem Themenbereich, und welchen Geheimhaltungsgraden unterliegen
diese gegebenenfalls (bitte nur nach Existenz und Einstufung, nicht nach
Inhalt differenzieren)?
10. Sieht die Bundesregierung vor dem Hintergrund internationaler
Entwicklungen Anlass, bestehende Verfahren zur Erfassung, Bewertung oder
Kommunikation entsprechender Phänomene weiterzuentwickeln (vgl.
Vorbemerkung)?
11. Bestehen Zuständigkeiten und Verfahrensregeln innerhalb der
Bundesregierung für den Fall, dass nicht eindeutig identifizierbare Objekte oder
Signale von außerhalb der Erde mit möglichem nicht-anthropogenem
Ursprung festgestellt werden, insbesondere im Hinblick auf Kommunikation,
Koordination und außenpolitische Bewertung (wenn ja, welche)?
Berlin, den 30. September 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
Vorabfassung - w
ird durch die lektorierte Version ersetzt.
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