Zweite Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019
Text
Zweite Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln
Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0720-2946
Bundesrat Drucksache 202/26
15.04.26
Fz
Verordnung
des Bundesministeriums
der Finanzen
Zweite Verordnung zur Durchführung des
Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019
A. Problem und Ziel
§ 12 des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) regelt, dass das Bundesministerium der
Finanzen nach Ablauf eines Ausgleichsjahres die endgültige Höhe der Länderanteile an
der Umsatzsteuer sowie die endgültige Höhe der Ausgleichszuweisungen und der
Ausgleichsbeiträge (Ausgleichsleistungen) im Länderfinanzausgleich durch
Rechtsverordnung feststellt.
Während des Ausgleichsjahres 2019 wurden die Umsatzsteuerverteilung unter den
Ländern und der Länderfinanzausgleich bereits anhand vorläufiger
Bemessungsgrundlagen vollzogen; die Bemessungsgrundlagen wurden in einer Ersten Verordnung zur
Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019 (Erste Verordnung)
festgelegt.
Die Unterschiede zwischen den vorläufig gezahlten und den nach § 12 FAG endgültig
festzustellenden Umsatzsteueranteilen und Ausgleichsleistungen müssen durch
Abschlusszahlungen ausgeglichen werden. Die Abschlusszahlungen für 2019 sind zu
ermitteln.
B. Lösung
Erlass der Zweiten Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im
Ausgleichsjahr 2019 (Zweite Verordnung). Die Zweite Verordnung stellt die endgültige
Höhe der Anteile der einzelnen Länder an der Umsatzsteuer sowie die endgültige Höhe
der Ausgleichsleistungen im Länderfinanzausgleich gemäß der vom Gesetz
vorgeschriebenen Bemessungsgrundlagen fest. Sie stellt die Höhe der Abschlusszahlungen fest, die
für 2019 noch zu leisten sind.
Die Abschlusszahlungen werden mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung fällig.
C. Alternativen
Keine.
D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Durch die endgültige Abrechnung des Ausgleichsjahres 2019 ergeben sich
Abschlusszahlungen für die Länder von insgesamt rund 44 Millionen Euro, die mit dem Inkrafttreten
dieser Verordnung fällig werden.
E. Erfüllungsaufwand
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Durch die Verordnung entsteht kein Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger.
E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Durch die Verordnung entsteht kein Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft, insbesondere
nicht für mittelständische Unternehmen. Die „One in, one out – Regelung“ der
Bundesregierung ist daher nicht anzuwenden.
Davon Bürokratiekosten aus Informationspflichten
Keine.
E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Die Umsetzung der Verordnung führt zu einem zu vernachlässigenden Erfüllungsaufwand
beim Bund und bei den Ländern.
F. Weitere Kosten
Sonstige Kosten, insbesondere für die Wirtschaft, entstehen durch diese Verordnung
nicht. Auswirkungen auf das Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau,
sind nicht zu erwarten.
Bundesrat Drucksache 202/26
15.04.26
Fz
Verordnung
des Bundesministeriums
der Finanzen
Zweite Verordnung zur Durchführung des
Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019
Bundeskanzleramt Berlin, 14. April 2026
Staatsminister beim Bundeskanzler
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
hiermit übersende ich die vom Bundesministerium der Finanzen zu erlassende
Zweite Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im
Ausgleichsjahr 2019
mit Begründung und Vorblatt.
Ich bitte, die Zustimmung des Bundesrates aufgrund des Artikels 80 Absatz 2 des
Grundgesetzes herbeizuführen.
Mit vorzüglicher Hochachtung
Dr. Michael Meister
Zweite Verordnung zur Durchführung des
Finanzausgleichsgesetzes im Ausgleichsjahr 2019
Vom ...
Das Bundesministerium der Finanzen verordnet aufgrund des § 12 des
Finanzausgleichsgesetzes vom 20. Dezember 2001 (BGBl. I S. 3955, 3956), das zuletzt durch
Artikel 2 des Gesetzes vom 27. Oktober 2025 (BGBl. 2025 I Nr. 255) geändert worden ist:
§ 1
Feststellung der Länderanteile an der Umsatzsteuer im Ausgleichsjahr 2019
Für das Ausgleichsjahr 2019 werden als Länderanteile an der Umsatzsteuer
festgestellt:
für Baden-Württemberg 13 402 874 110,30 Euro
für Bayern 15 832 388 381,78 Euro
für Berlin 4 415 448 055,15 Euro
für Brandenburg 4 527 794 983,96 Euro
für Bremen 1 038 996 415,31 Euro
für Hamburg 2 228 100 191,78 Euro
für Hessen 7 586 290 360,03 Euro
für Mecklenburg-Vorpommern 3 417 966 540,95 Euro
für Niedersachsen 11 939 879 496,81 Euro
für Nordrhein-Westfalen 22 536 106 411,50 Euro
für Rheinland-Pfalz 5 573 063 983,75 Euro
für das Saarland 1 793 854 423,75 Euro
für Sachsen 8 315 317 973,56 Euro
für Sachsen-Anhalt 4 755 263 170,01 Euro
für Schleswig-Holstein 4 096 475 499,42 Euro
für Thüringen 4 596 182 754,12 Euro.
§ 2
Abrechnung des Finanzausgleichs unter den Ländern im Ausgleichsjahr 2019
Für das Ausgleichsjahr 2019 wird der Finanzausgleich unter den Ländern wie folgt
festgestellt:
1. endgültige Ausgleichsbeiträge:
von Baden-Württemberg 2 449 850 418,12 Euro
von Bayern
6 721 190 908,67 Euro
von Hamburg
von Hessen
2. endgültige Ausgleichszuweisungen:
an Berlin
an Brandenburg
an Bremen
an Mecklenburg-Vorpommern
an Niedersachsen
an Nordrhein-Westfalen
an Rheinland-Pfalz
an das Saarland
an Sachsen
122 715 565,63 Euro
1 912 163 765,31 Euro,
an Sachsen-Anhalt
4 340 086 391,33 Euro
558 325 189,15 Euro
771 854 872,88 Euro
519 848 504,85 Euro
780 285 860,52 Euro
1 042 264 603,36 Euro
307 776 487,12 Euro
179 745 451,80 Euro
1 184 098 391,69 Euro
656 153 025,22 Euro
235 007 569,00 Euro
630 474 310,82 Euro.
an Schleswig-Holstein
§ 3
Abschlusszahlungen für 2019
Zum Ausgleich der Unterschiede zwischen den vorläufig gezahlten und den endgültig
festgestellten Länderanteilen an der Umsatzsteuer nach § 1, den vorläufig gezahlten und
den endgültig festgestellten Ausgleichsbeiträgen und Ausgleichszuweisungen nach § 2
werden nach § 15 des Finanzausgleichsgesetzes mit dem Inkrafttreten dieser Verordnung
fällig:
1. Überweisungen von zahlungspflichtigen Ländern:
von Baden-Württemberg 13 472 789,93 Euro
von Bayern 20 360 034,45 Euro
von Hamburg 2 689 666,56 Euro
von Hessen 7 293 506,91 Euro
von Schleswig-Holstein 379 793,69 Euro,
2. Zahlungen an empfangsberechtigte Länder:
an Berlin 9 881 681,22 Euro
an Brandenburg 3 036 014,30 Euro
an Bremen 3 185 649,33 Euro
an Mecklenburg-Vorpommern 3 445 646,38 Euro
an Niedersachsen 4 994 135,74 Euro
an Nordrhein-Westfalen 2 252 869,96 Euro
an Rheinland-Pfalz 290 439,97 Euro
an Thüringen
an das Saarland 1 273 623,07 Euro
8 363 084,38 Euro an Sachsen
3 976 498,04 Euro
3 496 149,16 Euro.
an Sachsen-Anhalt
§ 4
Außerkrafttreten
Die Erste Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im
Ausgleichsjahr 2019 vom 18. März 2019 (BGBl. I S. 341) tritt außer Kraft.
§ 5
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am siebenten Tag nach der Verkündung in Kraft.
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Berlin, den 2026
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an Thüringen
Begründung
A. Allgemeiner Teil
Zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes (FAG) stellt das Bundesministerium der
Finanzen mit Zustimmung des Bundesrates durch Rechtsverordnung nach Ablauf des
Ausgleichsjahres die endgültige Höhe der Länderanteile an der Umsatzsteuer und die
endgültige Höhe der Ausgleichsbeiträge sowie Ausgleichszuweisungen im Länderfinanzausgleich
fest (vgl. § 12 FAG). Nach § 19 FAG findet das FAG für den Vollzug und die Abrechnung
der Umsatzsteuerverteilung, des Finanzausgleichs und der
Bundesergänzungszuweisungen für die vor dem 1. Januar 2020 liegenden Ausgleichsjahre in der am 31. Dezember des
jeweiligen Ausgleichsjahres geltenden Fassung weiterhin Anwendung. Für das
Ausgleichsjahr 2019 ist folglich die Verordnungsermächtigung des § 12 FAG in der am 31. Dezember
2019 geltenden Fassung anzuwenden.
Alle in der Verordnung enthaltenen Festsetzungen erfolgen auf der Grundlage der von den
obersten Finanzbehörden der Länder mitgeteilten und von den obersten
Rechnungsprüfungsbehörden der Länder gemäß § 18 FAG als sachlich richtig bestätigten Angaben. Im
Hinblick auf die von der obersten Rechnungsprüfungsbehörde des Landes Sachsen an
dieser Bestätigung für ihr Land vorgenommenen Einschränkung ist eine Mitprüfung aller
Landesregierungen erfolgt. Die Vorlage der Verordnung erfolgt, nachdem von dort keine
Bedenken gegen die Hinnahme der vorgenommenen Einschränkung erhoben wurden und
auch im Bundesministerium der Finanzen keine spezifischen Hinweise auf fehlerbehaftete
Angaben vorliegen.
Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit sind nicht betroffen.
B. Besonderer Teil
Zu § 1 (Feststellung der Länderanteile an der Umsatzsteuer im Ausgleichsjahr 2019)
Die in § 1 festgestellte endgültige Höhe der Länderanteile an der Umsatzsteuer im
Ausgleichsjahr 2019 ergibt sich aus der Berechnung in Anlage 2, Spalte 1.
Zu § 2 (Abrechnung des Finanzausgleichs unter den Ländern im Ausgleichsjahr
2019)
Die Berechnung in Anlage 1 des Finanzausgleichs im Ausgleichsjahr 2019 zeigt, dass sich
die Ausgleichsleistungen zwischen den Ländern auf insgesamt rund 11 Milliarden Euro (vgl.
Anlage 2, Spalte 2) belaufen. Die sich aus dieser Abrechnung ergebende endgültige Höhe
der Ausgleichsbeiträge und Ausgleichszuweisungen der einzelnen Länder ist in § 2
aufgeführt.
Zu § 3 (Abschlusszahlungen für 2019)
Auf Grund der vorausgegangenen vorläufigen Abrechnungen und Zahlungen beliefen sich
die bisherigen Leistungen auf die Länderanteile an der Umsatzsteuer sowie im
Finanzausgleich auf die in Anlage 2 (Spalte 8) aufgeführten Beträge.
Nach Verrechnung dieser Beträge mit den Sollbeträgen nach § 1 und § 2 ergeben sich die
in § 3 festgestellten Abschlusszahlungen (vgl. Anlage 2, Spalte 9).
Zu § 4 (Außerkrafttreten)
Das Außerkrafttreten dieser Rechtsverordnung wird erst mit Inkrafttreten der Zweiten
Verordnung für das Ausgleichsjahr 2019 wirksam und hat lediglich Wirkung für die Zukunft. Die
durch die Erste Verordnung für das Ausgleichsjahr 2019 bereits bewirkten Rechtsfolgen
werden somit durch das Außerkrafttreten nicht berührt.
Zu § 5 (Inkrafttreten)
Die Unterschiede zwischen den vorläufigen und den endgültigen Leistungen werden gemäß
§ 15 FAG mit dem Inkrafttreten der Verordnung fällig. Satz 1 räumt den zahlungspflichtigen
Ländern zwischen Verkündung der Verordnung und Fälligkeit der Zahlbeträge eine
Vorlaufzeit von sieben Tagen ein. Die empfangsberechtigten Länder erhalten die an sie zu
überweisenden Beträge nach Eingang der von den zahlungspflichtigen Ländern zu leistenden
Beträge.
Der mit der Ersten Verordnung zur Durchführung des Finanzausgleichsgesetzes im
Ausgleichsjahr 2019 geregelte vorläufige Vollzug der Umsatzsteuerverteilung und des
Finanzausgleichs unter den Ländern ist erfolgt.
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