Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172 des Bundesentschädigungsgesetzes
Text
Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172 des Bundesentschädigungsgesetzes
[Bundesrat Drucksache 609/25
30.10.25
Fz
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln
Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0720-2946
Verordnung
des Bundesministeriums
der Finanzen
Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172
des Bundesentschädigungsgesetzes
A. Problem und Ziel
Die elf alten Bundesländer und der Bund haben die Aufwendungen nach dem
Bundesentschädigungsgesetz zu tragen. Nach § 172 Absatz 4 des Bundesentschädigungsgesetzes
wird die Höhe der laufenden monatlichen Überweisungen durch das Bundesministerium
der Finanzen vorläufig festgelegt. Die Höhe der endgültigen Aufwendungen und
Lastenanteile für das jeweilige Rechnungsjahr ist anschließend auf Grundlage der
Rechnungsergebnisse durch Rechtsverordnung zu bestimmen.
B. Lösung
Die Aufwendungen und Lastenanteile für das Rechnungsjahr 2024 werden mit dieser
Verordnung entsprechend den Vorgaben des § 172 Absatz 4 des
Bundesentschädigungsgesetzes endgültig berechnet und festgestellt. Die Berechnung der endgültigen
Lastenanteile für das Rechnungsjahr 2024 erfolgt unter Berücksichtigung der geleisteten
Entschädigungsaufwendungen und der veränderten Einwohnerzahlen. Die Verordnung dient
der Endabrechnung der Aufwendungen nach dem Bundesentschädigungsgesetz
zwischen dem Bund und den elf alten Bundesländern.
C. Alternativen
Keine.
D. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Es handelt sich nur um geringe Beträge, da die Lastenanteile nach den vorläufigen
monatlichen Abrechnungen der Entschädigungsaufwendungen bereits erstattet oder
abgeführt worden sind.
E. Erfüllungsaufwand
Es werden keine Informationspflichten eingeführt, geändert oder aufgehoben.
E.1 Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Für Bürgerinnen und Bürger entsteht kein Erfüllungsaufwand.
E.2 Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Für die Wirtschaft entsteht kein Erfüllungsaufwand.
Das Regelungsvorhaben fällt nicht in den Anwendungsbereich der One in, one out - Regel
der Bundesregierung.
E.3 Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Für die Verwaltung entsteht kein Erfüllungsaufwand.
F. Weitere Kosten
Es entstehen weder sonstige Kosten für die Wirtschaft (zum Beispiel Gebühren) noch
Kosten für soziale Sicherungssysteme. Auswirkungen auf Einzelpreise und das
Preisniveau, insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
Bundesrat Drucksache 609/25
30.10.25
Fz
Verordnung
des Bundesministeriums
der Finanzen
Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172
des Bundesentschädigungsgesetzes
Bundeskanzleramt Berlin, 29. Oktober 2025
Staatsminister beim Bundeskanzler
An die
Präsidentin des Bundesrates
Frau Ministerpräsidentin
Anke Rehlinger
Sehr geehrte Frau Bundesratspräsidentin,
hiermit übersende ich die vom Bundesministerium der Finanzen zu erlassende
Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172
des Bundesentschädigungsgesetzes
mit Begründung und Vorblatt.
Ich bitte, die Zustimmung des Bundesrates aufgrund des Artikels 80
Absatz 2 des Grundgesetzes herbeizuführen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Michael Meister
Siebenundsechzigste Verordnung zur Durchführung des § 172
des Bundesentschädigungsgesetzes
Vom ...
Das Bundesministerium der Finanzen verordnet aufgrund
– des § 172 Absatz 4 des Bundesentschädigungsgesetzes in der im Bundesgesetzblatt
Teil III, Gliederungsnummer 251-1, veröffentlichten bereinigten Fassung, das zuletzt
durch Artikel 14 Absatz 5 des Gesetzes vom 28. Juni 2021 (BGBl. I S. 2250) geändert
worden ist, und
– Artikel V Nummer 5 Absatz 1 des BEG-Schlussgesetzes vom 14. September 1965
(BGBl. I S. 1315), das durch Artikel 2 Absatz 4 des Gesetzes vom 30. August 1971
(BGBl. I S. 1426) geändert worden ist:
§ 1
Höhe der Entschädigungsaufwendungen und Lastenanteile des Bundes und der
elf alten Bundesländer (Länder) im Rechnungsjahr 2024
(1) Die nach dem Bundesentschädigungsgesetz geleisteten
Entschädigungsaufwendungen (Entschädigungsausgaben nach Abzug der mit diesen Ausgaben
zusammenhängenden Einnahmen) betrugen im Rechnungsjahr 2024 – jeweils gerundet –:
- in den Ländern (außer Berlin) 71 076 140 Euro,
- in Berlin 5 723 542 Euro,
- insgesamt 76 799 682 Euro.
(2) Der Lastenanteil des Bundes an den Entschädigungsaufwendungen beträgt
– jeweils gerundet –:
- in den Ländern (außer Berlin) 35 538 070 Euro,
- in Berlin 3 434 125 Euro,
- insgesamt 38 972 195 Euro.
Die Lastenanteile der Länder an den Entschädigungsaufwendungen betragen – jeweils
gerundet –:
- in Nordrhein-Westfalen 9 883 348 Euro,
- in Bayern 7 243 492 Euro,
- in Baden-Württemberg 6 163 593 Euro,
- in Niedersachsen 4 390 054 Euro,
- in Hessen 3 441 173 Euro,
- in Rheinland-Pfalz 2 264 596 Euro,
- in Schleswig-Holstein 1 623 372 Euro,
- im Saarland
- in Hamburg
554 995 Euro,
018 774 Euro,
- in Bremen 385 557 Euro,
- in Berlin 858 531 Euro,
- insgesamt 37 827 485 Euro,
- insgesamt nach Korrektur der Rundungsdifferenzen 37 827 487 Euro.
(3) Der Bund erstattet den Ländern, in denen die Entschädigungsaufwendungen den
auf sie entfallenden Lastenanteil übersteigen, folgende Beträge – jeweils gerundet –:
- Nordrhein-Westfalen 11 220 088 Euro,
- Bayern 3 991 178 Euro,
- Hessen 3 893 373 Euro,
- Rheinland-Pfalz 20 931 016 Euro,
- Berlin 4 865 010 Euro,
- insgesamt 44 900 665 Euro.
(4) Die Länder, in denen die Entschädigungsaufwendungen den auf sie entfallenden
Lastenanteil nicht erreichen, führen an den Bund folgende Beträge ab – jeweils gerundet –
:
- Baden-Württemberg 1 006 492 Euro,
- Niedersachsen 2 125 052 Euro,
- Schleswig-Holstein 1 521 522 Euro,
- Saarland 312 756 Euro,
- Hamburg 687 584 Euro,
- Bremen 275 064 Euro,
- insgesamt 5 928 470 Euro.
(5) Die nach Absatz 3 vom Bund zu erstattenden Beträge und die nach Absatz 4 an
den Bund abzuführenden Beträge werden mit den Beträgen verrechnet, die nach den
vorläufigen Abrechnungen der Entschädigungsaufwendungen bereits erstattet oder abgeführt
worden sind.
§ 2
Inkrafttreten
Diese Verordnung tritt am siebten Tag nach der Verkündung in Kraft.
Der Bundesrat hat zugestimmt.
Berlin, den
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Begründung
A. Allgemeiner Teil
I. Zielsetzung und Notwendigkeit der Regelungen
Die Verteilung der nach dem Bundesentschädigungsgesetz (BEG) anfallenden
Entschädigungsaufwendungen (Entschädigungsausgaben nach Abzug der damit
zusammenhängenden Einnahmen) einschließlich der Leistungen nach Artikel V des BEG-Schlussgesetzes
auf den Bund und die elf alten Bundesländer (Länder) ist in § 172 BEG geregelt.
Die vorläufige Lastenverteilung für das Rechnungsjahr 2024 ist bereits monatlich
durchgeführt worden. Daher sind mit der Verordnung keine erheblichen Haushaltsausgaben
verbunden.
Nach § 43 Absatz 1 Nummer 5 der Gemeinsamen Geschäftsordnung der
Bundesministerien (GGO) in Verbindung mit § 44 Absatz 1 GGO und § 62 Absatz 2 GGO ist die
Nachhaltigkeitsrelevanz der Verordnung zu prüfen. Die Verordnung zur Durchführung des § 172
BEG erfolgt jährlich. Betroffen sind ausschließlich die elf alten Bundesländer. Es findet ein
Clearingverfahren der geleisteten Entschädigungsaufwendungen zwischen Bund und
Ländern statt.
II. Wesentlicher Inhalt des Entwurfs
Durch die Verordnung wird die endgültige jährliche Lastenverteilung für das Jahr 2024
festgestellt.
III. Exekutiver Fußabdruck
Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter sowie beauftragte Dritte haben nicht zum
Inhalt des Verordnungsentwurfs beigetragen (§ 43 Absatz 1 Nummer 13 GGO).
IV. Alternativen
Keine.
V. Regelungskompetenz
Das Bundesministerium der Finanzen erlässt die Rechtsverordnung, die nach Artikel 80
Absatz 2 des Grundgesetzes der Zustimmung des Bundesrates bedarf, gemäß § 172
Absatz 4 BEG in Verbindung mit Artikel V Nummer 5 Absatz 1 des BEG-Schlussgesetzes.
VI. Vereinbarkeit mit dem Recht der Europäischen Union und völkerrechtlichen
Verträgen
Die Verordnung ist mit dem Recht der Europäischen Union und völkerrechtlichen Verträgen,
die Deutschland abgeschlossen hat, vereinbar.
VII. Regelungsfolgen
Auf die entsprechenden Ausführungen zum Erfüllungsaufwand wird verwiesen.
1. Rechts- und Verwaltungsvereinfachung
Mit der Verordnung wird die Rechtsetzung für 2024 abgeschlossen und die gesetzliche
Anforderung auf Festsetzung der endgültigen Lastenverteilung umgesetzt. Rechts- und
Verwaltungsvereinfachungen sind damit nicht verbunden.
2. Nachhaltigkeitsaspekte
Die Inhalte der Rechtsverordnung sind durch das BEG vorgegeben, so dass keine
Gestaltungsspielräume bestehen und Gesichtspunkte der Nachhaltigkeit nicht betroffen sind.
3. Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Keine.
4. Erfüllungsaufwand
Mit der Verordnung ist kein Erfüllungsaufwand für die Bürgerinnen und Bürger, die
Wirtschaft und die Verwaltung verbunden.
5. Weitere Kosten
Der Wirtschaft, einschließlich mittelständischer Unternehmen, entstehen keine sonstigen
Kosten. Auswirkungen auf Einzelpreise und das Preisniveau, insbesondere auf das
Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
6. Weitere Regelungsfolgen
Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Lebenssituation von Frauen und Männern
sind keine Auswirkungen erkennbar, die gleichstellungspolitischen Zielen gemäß § 2 GGO
zuwiderlaufen.
VIII. Befristung; Evaluierung
Mit der Verordnung werden entsprechend den Vorgaben des § 172 Absatz 4 BEG die
Lastenanteile des Bundes und der Länder für das Rechnungsjahr 2024 endgültig berechnet
und festgestellt. Eine Befristung ist daher nicht angezeigt. Das Regelungsvorhaben wird
nicht evaluiert, da sich die Regelungen allein auf das Rechnungsjahr 2024 beschränken.
B. Besonderer Teil
Zu § 1
Die in den Ländern im Rechnungsjahr 2024 entstandenen Entschädigungsaufwendungen
sind unter Abschnitt II der als Anlage beigefügten Aufstellung ausgewiesen.
Abschnitt III der Aufstellung weist unter Buchstabe a die Lastenanteile der Länder an ihren
eigenen Entschädigungsaufwendungen im Bundesgebiet ohne Berlin und unter
Buchstabe b die Lastenanteile an den Entschädigungsaufwendungen Berlins aus.
Aus der Verrechnung der Entschädigungsaufwendungen mit den Lastenanteilen eines
Landes ergibt sich unter Abschnitt IV der Betrag, den entweder der Bund an das Land zu
erstatten oder das Land an den Bund abzuführen hat.
In Absatz 1 werden die gesamten Entschädigungsaufwendungen der Länder festgestellt, in
Absatz 2 die Lastenanteile von Bund und Ländern, in Absatz 3 die vom Bund an einzelne
Länder zu erstattenden Beträge und in Absatz 4 die von einzelnen Ländern an den Bund
abzuführenden Beträge.
Absatz 5 schreibt vor, dass die in den Absätzen 3 und 4 festgestellten Erstattungs- und
Abführungsbeträge mit den Beträgen verrechnet werden, die nach den vorläufigen
monatlichen Abrechnungen bereits erstattet oder abgeführt worden sind.
Die Höhe der dann noch offenen Abschlagszahlungen ergibt sich aus Abschnitt VI der
Anlage.
Zu § 2
§ 2 regelt das Inkrafttreten. Ein Inkrafttreten der Verordnung zum ersten Tag eines Monats
oder Quartals ist zwar möglich, aber in diesem Fall nicht sinnvoll, da die Verordnung
ausschließlich der finanziellen Endabrechnung der anfallenden Entschädigungsaufwendungen
zwischen Bund und Ländern dient.
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