Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des Bundesrates "Entwicklungszusammenarbeit der Länder und Kommunen stärken"
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Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des Bundesrates "Entwicklungszusammenarbeit der Länder und Kommunen stärken"
[Bundesrat Drucksache 677/25
07.11.25
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ISSN 0720-2946
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
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Stellungnahme der Bundesregierung zu der Entschließung des
Bundesrates „Entwicklungszusammenarbeit der Länder und
Kommunen stärken“
Bundesministerium für Berlin, 7. November 2025
wirtschaftliche Zusammenarbeit
und Entwicklung
Parlamentarischer Staatssekretär
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Präsident,
mit diesem Schreiben darf ich Ihnen die Stellungnahme der Bundesregierung
zur Entschließung des Bundesrates „Entwicklungszusammenarbeit der Länder
und Kommunen stärken“ vom 18. Oktober 2024 auf Drucksache 448/24 (B)
übermitteln.
Den Austausch zu diesem wichtigen Thema kann beim gemeinsamen Treffen der
für Entwicklungszusammenarbeit zuständigen Ministerinnen und Minister der
Länder weitergeführt werden, zu dem Bundesministerin Alabali Radovan für den
6. März 2026 einladen wird. Die Terminvormerkung ist den Büros der zuständigen
Ministerinnen und Minister bereits zugegangen, die Einladung der
Bundesministerin folgt.
Mit ausgezeichneter Hochachtung
Johann Saathoff
siehe Drucksache 448/24 (Beschluss)
Entschließung des Bundesrates „Entwicklungszusammenarbeit der
Länder und Kommunen stärken“ vom 18. Oktober 2024
hier: Stellungnahme der Bundesregierung
Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels, des russischen Angriffskrieges
auf die Ukraine, der aktuellen Eskalation im Nahen Osten sowie weiterer globaler
Herausforderungen brauchen wir mehr denn je eine starke und breit getragene
Entwicklungspolitik, die nachhaltige, strukturelle Veränderungen unterstützt und
damit auch dem Entstehen oder der Eskalation von Krisen und Konflikten
entgegenwirkt. Gleichzeitig ist auch verstärkt dem geopolitischen und
wirtschaftlichen Interesse Deutschlands Rechnung zu tragen – so wie es im
Koalitionsvertrag steht. Das entwicklungspolitische Engagement von Ländern
und Kommunen leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklungszusammenarbeit
und der Umsetzung der Ziele der Agenda 2030.
Daher führt die Bundesregierung trotz einer angespannten Haushaltslage die
Förderung gemeinsamer entwicklungspolitischer Ansätze mit den Ländern auf
hohem Niveau fort. Dies umfasst vor allem die entwicklungspolitische
Bildungsarbeit, in der schulischen Bildung und im Rahmen des Eine-Welt-
Promotorinnen- und Promotorenprogramms sowie das von der Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit (GIZ) umgesetzte Bund-Länder-Programm. Das
gleiche gilt für die Förderung des kommunalen Engagements. Der
entsprechende Haushaltstitel im Bundesministerium für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ist im Vergleich zum Haushalt 2024
leicht angewachsen, vor allem um die deutsch-ukrainischen
Kommunalpartnerschaften weiter zu stärken. Der Dank für diese Entwicklung gilt
allen, die sich in Deutschland für die Entwicklungszusammenarbeit einsetzen.
Denn das Zusammenspiel über politische Ebenen hinweg hat den Unterschied
gemacht. Dazu zählen die Länder, die Kommunen, die Zivilgesellschaft und
natürlich die Abgeordneten des Entwicklungs- und Haushaltsausschusses im
Deutschen Bundestag.
Die Bundesregierung setzt sich gemeinsam dafür ein, die nachhaltige
wirtschaftliche Zusammenarbeit mit Ländern des Globalen Südens auszubauen.
Ziel sind Partnerschaften, von denen alle Seiten profitieren.
Das Engagement und die Investitionen von privaten Unternehmen sind aus Sicht
der Bundesregierung ein zentraler Schlüssel für eine nachhaltige
Wirtschaftsentwicklung. Hier setzt das BMZ bereits in 45 der 65 Partnerländer
einen Schwerpunkt der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit und unterstützt
sie bei der Verbesserung von Rahmenbedingungen für Investitionen. Gleichzeitig
unterstützt das BMZ die Interessen der deutschen Wirtschaft und deren
Aktivitäten in Entwicklungs- und Schwellenländern, z.B. bei der Erschließung von
Absatzmärkten, bei Investitionen und Handel, bei der Versorgung mit Rohstoffen,
beim Aufbau von Lieferketten und bei beruflicher Bildung.
Ziel der Bundesregierung ist es darüber hinaus, die Instrumente zur
Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit noch besser zu
verzahnen. So haben das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
(BMWE) und das BMZ eine gemeinsame interministerielle Arbeitsgruppe
gebildet, die möglichst zeitnah konkrete Vorschläge, insbesondere zur besseren
Einbindung von deutschen Unternehmen in die Entwicklungszusammenarbeit,
vorlegen soll. An weiteren Maßnahmen ist beispielsweise geplant, Unternehmen
mit dem digitalen „Förderlotsen Wachstumsmärkte“ einen verbesserten und
nachfrageorientierten Zugang zu den Förderangeboten des BMZ und des BMWE
zur Verfügung zu stellen.
Diese und weitere Schritte tragen auch zur Umsetzung des Anfang Oktober von
Frau Bundesministerin Alabali Radovan vorgestellten Aktionsplans für Wirtschaft
und Entwicklung bei.
Ich begrüße, dass sich der Bundesrat mit der Entschließung für ein weiterhin
starkes entwicklungspolitisches Engagement Deutschlands einsetzt und damit
ein wichtiger Beitrag für die Wahrnehmung deutscher Interessen und
Verantwortung in der Welt geleistet wird. Ich hoffe, dass auch die Länder
ihrerseits ihre Unterstützung für eine starke Entwicklungspolitik auf Ebene der
Länder sowie Kommunen fortführen.
Drucksache 677/25 - 2 -]
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