Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland
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Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland
[Bundesrat Drucksache 653/25
06.11.25
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ISSN 0720-2946
Unterrichtung
durch die Bundesregierung
Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges
Deutschland
Der Chef des Bundeskanzleramtes Berlin, 5. November 2025
An den
Präsidenten des Bundesrates
Herrn Bürgermeister
Dr. Andreas Bovenschulte
Sehr geehrter Herr Bundesratspräsident,
hiermit übersende ich das von der Bundesregierung beschlossene Beschlusspapier
Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland.
Federführend ist das Bundeskanzleramt.
Das Beschlusspapier wird gleichzeitig der Präsidentin des Deutschen Bundestages
zugeleitet.
Mit freundlichen Grüßen
Thorsten Frei
Nachhaltigkeit für ein modernes und zukunftsfähiges Deutschland
Beschluss der Bundesregierung
Deutschland ist ein Land, das von Engagement, Innovation und Offenheit geprägt ist
und eine Zukunft mit einem Reichtum an Chancen und Möglichkeiten bietet. Zugleich
stehen die Wirtschaft, die Gesellschaft wie auch der Staat derzeit vor historischen
Herausforderungen, die Antworten verlangen. Multiple Krisen, Krieg in Europa, anhaltende
Wirtschaftsschwäche, fortschreitender Klimawandel und Bedrohungen für Demokratie
und sozialen Zusammenhalt stellen die Bundesregierung vor besondere Aufgaben. Die
Bundesregierung stellt sich dieser Verantwortung. Uns eint der Wille für eine gute
Zukunft Deutschlands unter Erhalt unserer freiheitlichen Demokratie, Sozialen
Marktwirtschaft und des Zusammenhalts in der Gesellschaft. Das Leben in Deutschland soll
einfacher, bezahlbarer und gerechter werden. So haben wir es in unserem Koalitionsvertrag
„Verantwortung für Deutschland‘‘ festgehalten.
Deshalb hat die Bundesregierung eine Agenda für zügige und grundlegende Reformen
und die Modernisierung des Landes auf den Weg gebracht. Deutschland befindet sich in
einem Prozess der Erneuerung. Es geht darum, die politischen und gesellschaftlichen
Weichen für eine nachhaltige, also ökonomisch, ökologisch und sozial tragfähige Entwicklung
für heutige wie zukünftige Generationen zu stellen, in Deutschland und weltweit. Die
Bundesregierung bekennt sich zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung und ihren
Nachhaltigkeitszielen und setzt damit auch ein internationales Zeichen. Die DNS bildet
den politischen Rahmen für die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele in Deutschland
Politik für eine gute Zukunft für alle heißt, die Zukunftsfähigkeit von Staat, Wirtschaft und
Gesellschaft sicherzustellen. Deshalb setzt die Bundesregierung die Rahmenbedingungen
für eine leistungs- und wettbewerbsfähige, nachhaltige Wirtschaft und ein dauerhaft
hohes, nachhaltiges Wirtschaftswachstum und investiert in einen handlungsfähigen Staat,
in Forschung und Technologie, hochwertige Bildung und den Erhalt der natürlichen
Lebensgrundlagen. Sie stärkt damit auch den sozialen Zusammenhalt und den Erhalt von
Frieden und Demokratie. Ein modernes Staatswesen, dauerhaft tragfähige Staatsfinanzen,
wirtschaftliche Leistungsfähigkeit, eine resiliente Gesellschaft und die Sicherung der
freiheitlichen demokratischen Grundordnung bilden das Fundament eines nachhaltigen
Gemeinwesens, heute und in Zukunft.
Um die Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen, sind eine Verstärkung, Beschleunigung
und Fokussierung der Anstrengungen erforderlich. Hier setzt auch die
Modernisierungsagenda der Bundesregierung an. Staatsmodernisierung und Digitalisierung zahlen direkt
und indirekt auf die Nachhaltigkeitsziele ein; sie wirken als wichtige Hebel und sind
Treiber für nachhaltige Entwicklung in Deutschland.
Wir wollen den Wirkungsgrad nachhaltiger Entwicklung erhöhen. Nachhaltige
Entwicklung bedeutet Verbesserungen für Bürgerinnen und Bürger, für Unternehmen und für
Umwelt und Klima und sichert diese dauerhaft. Sie muss unter anderem durch bessere
und schnellere Verfahren und mehr Bürgernähe im Alltag erlebbar sein.
Mit diesen Zielen werden wir unsere Nachhaltigkeitspolitik strategischer und effizienter
ausrichten. Wir werden die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie ambitioniert in Form eines
Aktionsplans weiterentwickeln und aufzeigen, dass die Nachhaltigkeitsziele die
Richtschnur bieten für ein freies, sicheres, gerechtes und wohlhabendes Deutschland. Im
Rahmen des Aktionsplans werden wir Missionen auflegen, die sämtliche 17 Bereiche der
Agenda 2030 umfassen, um bis zum Ende der Legislatur konkrete Verbesserungen für die
Bürgerinnen und Bürger und die Wirtschaft hierzulande, aber auch auf europäischer und
internationaler Ebene zu erreichen. Wir setzen damit eine Vorgabe aus dem
Koalitionsvertrag um. Hierbei werden wir unter anderem einen Schwerpunkt in den Bereichen
Staatsmodernisierung und Digitalisierung setzen. Diese und andere Themen können nur
ressortübergreifend gestärkt und vorangetrieben werden, daher setzen wir konsequent
auf politikübergreifende Zusammenarbeit. Der Rat für Nachhaltige Entwicklung und der
Parlamentarische Beirat für nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen sind hierbei
wichtige Partner der Bundesregierung ebenso wie die Wissenschaft und die
Zivilgesellschaft.
Der Staatssekretärsausschuss für Nachhaltige Entwicklung und Zukunftsfragen wird
unter dem Vorsitz des Chefs des Bundeskanzleramtes als ressortübergreifendes Gremium zur
Steuerung und Koordinierung der Weiterentwicklung der Deutschen
Nachhaltigkeitsstrategie neu eingesetzt. Er erarbeitet einen Aktionsplan, der Missionen in den folgenden
Handlungsfeldern umfasst:
1. Leistungsfähiger Staat und nachhaltige, langfristig tragfähige Staatsfinanzen
2. Leistungsfähige, nachhaltige Wirtschaft sowie dauerhaft hohes, nachhaltiges
Wirtschaftswachstum
3. Soziale Gerechtigkeit, gleichwertige Lebensverhältnisse und gesellschaftlicher
Zusammenhalt
4. Bewahrung der natürlichen Lebensgrundlagen
5. Internationale Verantwortung und Zusammenarbeit
Der Ausschuss kann dem Rat für Nachhaltige Entwicklung Aufträge erteilen. Er bindet den
Rat für Nachhaltige Entwicklung und den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige
Entwicklung und Zukunftsfragen in die Erarbeitung des Aktionsplans und dessen Umsetzung
ein und informiert diese über den Fortschritt der Umsetzung.
Drucksache 653/25 - 2 -]
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