Frauenpolitische Bilanz nach einem Jahr Bundeskanzler Friedrich Merz
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Frauenpolitische Bilanz nach einem Jahr Bundeskanzler Friedrich Merz
Deutscher Bundestag Drucksache 21/6017
21. Wahlperiode 20.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulle Schauws, Misbah Khan, Denise Loop, Dr. Anja Reinalter,
Nyke Slawik und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Frauenpolitische Bilanz nach einem Jahr Bundeskanzler Friedrich Merz
Nach einem Jahr Regierung unter Bundeskanzler Friedrich Merz und der
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend Karin Prien
wurde bislang nahezu kein frauenpolitisches Vorhaben, das durch den
Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD festgehalten und versprochen
wurde, angegangen oder umgesetzt. Angesichts der Zunahme aller Formen von
Gewalt gegen Frauen in Deutschland und der Tatsache, dass gezielt die
Selbstbestimmung und Gleichstellung von Frauen weltweit infrage gestellt wird,
erwartet man von einer Bundesregierung, dass sie aktiv Frauenrechte und
Gleichstellung voranbringt. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage nach den
Umsetzungsständen und Zeitplänen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat sich die von der Bundesregierung eingesetzte Wahlrechtskommission
schon mit Regelungen zur Geschlechterparität im Deutschen Bundestag
befasst, und wenn ja, welche Zwischenergebnisse bei der Frage nach
gleichberechtigter Repräsentanz von Frauen im Parlament liegen dazu
vor?
2. Wird der Zeitplan zur Umsetzung der EU-Gewaltschutzrichtlinie bis Juni
2027 von der Bundesregierung eingehalten?
3. Welche konkreten Schritte hat das Bundesministerium für Bildung,
Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) zur Koordinierung des
Bundes mit den Ländern bei der Umsetzung des Gewalthilfegesetzes bereits
vorgenommen, und welche Zwischeninformationsstände zur
Bedarfsanalyse der Länder, die bis Ende 2026 erhoben werden müssen, liegen bereits
vor?
4. Welche Maßnahmen sind zur Weiterentwicklung der
Gewaltschutzstrategie des Bundes zu einem Nationalen Aktionsplan bereits erfolgt, und
welche sind zeitnah geplant?
5. Durch welche Maßnahmen stärkt die Bundesregierung die Präventions-,
Aufklärungs- und Täterarbeit bei geschlechtsspezifischer Gewalt, und wie
läuft in diesem Kontext die konkrete, ressortübergreifende
Zusammenarbeit bei der Stärkung der Koordinierungsstelle Geschlechtsspezifische
Gewalt?
6. Wie wird der Ausbau der Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei
ungewollter Kinderlosigkeit“ ausgestaltet?
7. Mit welchen Mitteln wird das Müttergenesungswerk langfristig
abgesichert, und wie unterstützt die Bundesregierung den Ausbau, Neubau und
die Sanierung von Mutter-Kind-Kliniken?
8. Zu welchen Ergebnissen hat die Prüfung weiterer gesetzlicher Schritte zur
Erhöhung des Anteils von Frauen in Führungspositionen von
Bundesunternehmen geführt, und was folgt daraus?
9. Wie sollen die Sanktionen bei Verstößen gegen die Vorgaben zu
Zielgrößen im Führungspositionengesetz (FüPoG) II aussehen, und wann sollen
diese eingeführt werden?
10. Warum zielt das Vorhaben im Koalitionsvertrag, das FüPoG II
weiterzuentwickeln, nur auf Bundesunternehmen?
11. Wie wird die ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie weitergeführt,
und wie wird das Vorhaben, die interministerielle Zusammenarbeit der
Bundesregierung in der ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie zu
optimieren, umgesetzt?
12. In welcher Form wird die Unterstützung der gleichstellungspolitischen
Akteure durch die Bundesregierung geleistet, hat es Weiterentwicklungen
in der Zusammenarbeit und Unterstützung gegeben (bitte nach
Projektname, Laufzeit und Höhe der Finanzierung auflisten)?
13. Wird der Helene-Weber-Preis weiterentwickelt und mittelfristig
weiterfinanziert, und durch welche weiteren Maßnahmen ergreift die
Bundesregierung für mehr Förderung und Chancengleichheit von Frauen in der
Politik auf Kommunal-, Landes- und Bundesebene?
14. Wann und wie wird die EU-Entgelttransparenzrichtlinie umgesetzt?
15. Was hat die Prüfung geeigneter Finanzierungsmodelle für den
Mutterschutz für Selbstständige ergeben, was folgt daraus, und wie ist der
Zeitplan?
16. Wie ist der Stand bei den Vorhaben, Frauen in
Schwangerschaftskonfliktsituation besser zu unterstützen?
Berlin, den 18. Mai 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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