"Migration & Diaspora" - Fachkräfterückkehrprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Antwort zu Drs. 21/4032)
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"Migration & Diaspora" - Fachkräfterückkehrprogramm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Antwort zu Drs. 21/4032)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4663
21. Wahlperiode 09.03.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Denis Pauli, Rocco Kever, Matthias
Rentzsch, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4032 –
„Migration & Diaspora“ – Fachkräfterückkehrprogramm des Bundesministeriums
für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Das vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung (BMZ) initiierte Programm „Migration & Diaspora“, umgesetzt
durch die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)
GmbH, fördert seit 2019 gezielt Fachkräfte mit Migrations- und Diaspora-
Hintergrund (https://diaspora2030.de). Ziel des Programms ist es, durch
kurzfristige Fachkräfteeinsätze die Rückkehr qualifizierter Arbeitskräfte sowie
durch die Unterstützung von Projekten und Unternehmensgründungen durch
Diaspora-Akteure, Entwicklungsimpulse in den jeweiligen Partnerländern zu
setzen (www.bmz.de/de/mitmachen/migranten-16650).
Der programmatische Ansatz ist vielschichtig: Fachkräfteeinsätze,
Rückkehrförderung, Diaspora-geführte Projekte sowie gezielte Unterstützung bei
Unternehmensgründungen im Herkunftsland (www.giz.de/en/downloads/giz2022-d
e-programme-migration-and-diaspora.pdf).
1. Für welche Länder ist das Programm „Migration & Diaspora“ derzeit
aktiv (bitte aufgeschlüsselt nach den jeweiligen Programmbestandteilen
[Diaspora-Experten, Projektförderung, Start-up-Unterstützung]
aufführen)?
Das Programm „Migration & Diaspora“ (PMD) hatte eine Laufzeit von
Mai 2019 bis Juli 2023 und ist somit nicht mehr aktiv. Während der Laufzeit
wurden die in der Frage genannten Programmbestandteile in den unten
dargestellten Ländern umgesetzt.
Diaspora-
Experten
Start-Up-
Unterstützung
Projektförderung
Äthiopien X X
Albanien X X
Ecuador X X
Georgien X X
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung vom 9. März 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Diaspora-
Experten
Start-Up-
Unterstützung
Projektförderung
Ghana X X X
Indien X X X
Indonesien X X X
Jordanien X X
Kamerun X X X
Kenia X X
Kolumbien X X X
Kosovo X X
Marokko X X X
Nepal X X
Nigeria X X X
Palästinensische
Gebiete*
X X
Peru X X
Senegal X X
Serbien X X X
Tunesien X X X
Ukraine X X
Vietnam X X X
* Nicht als Staat anerkannt.
2. Wie hoch ist das derzeitige Gesamtbudget des Programms (bitte
differenziert nach einzelnen Komponenten aufgeschlüsselt [z. B.
Expertenförderung, Gründungsförderung, Projektmittel, Verwaltungskosten]
aufführen)?
Der Gesamtauftragswert des PMD betrug über die in der Antwort zu Frage 1
genannte Laufzeit 89 250 000 Euro. Die Komponenten wurden als
Gesamtpaket zur Umsetzung in Deutschland und in den Partnerländern beauftragt. Die
Aufschlüsselung nach einzelnen Diaspora-Angeboten ist aus
systemtechnischen Gründen nicht ausweisbar.
3. Wie bewertet die Bundesregierung die Effektivität der verschiedenen
Programmbausteine – insbesondere im Hinblick auf die Wirkung in den
Herkunftsländern, Rückkopplungseffekte sowie dauerhafte
Beschäftigung?
Aus den vorliegenden Erkenntnissen bewertet die Bundesregierung die
Programmbausteine als effektiv, da nachweislich Wirkungen in den
Herkunftsländern durch das Engagement der Diaspora erzielt wurden bzw. Arbeitsplätze
durch diasporische Unternehmensgründungen entstanden sind. So wurden
beispielsweise im Rahmen der Start-up-Unterstützung in der Programmlaufzeit
des PMD 126 Gründungen in den Partnerländern begleitet, die vor Ort über 700
Arbeitsplätze geschaffen haben.
Im gleichen Zeitraum wurden 462 Einsätze von Diaspora-Experten (sogenannte
Diaspora-Fachkräfte) bei Institutionen in den Partnerländern gefördert.
412 Partnerinstitutionen, also 82 Prozent aller geförderten Einrichtungen,
bewerteten den dadurch erzielten Kompetenzzuwachs als positiv in Bezug auf die
Stärkung der fachlichen Entwicklung und Leistungsfähigkeit der Partner vor
Ort. Im Rahmen der Projektförderung für Diaspora-Organisationen wurden
durch das Programm 96 Projekte von Diaspora-Organisationen in Kooperation
mit Partnerorganisationen in den Ländern unterstützt. 71 von 73 befragten
Partnerorganisationen (oder 97 Prozent) haben das jeweilige Projekt als erfolgreich
bewertet.
4. Inwiefern fließen ggf. wissenschaftliche oder externe Evaluationen in die
Weiterentwicklung und Steuerung des Programms ein?
Das Programm „Migration & Diaspora“ wurde gemäß den
Evaluierungsstandards der GIZ von unabhängigen externen Experten evaluiert.
5. Wie viele Teilnehmer mit afghanischem bzw. syrischem
Migrationshintergrund wurden bislang im Rahmen des Programms gefördert (bitte
differenziert nach Baustein, Jahr und Zielland aufführen)?
Im Rahmen des Programms wurden keine Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit
afghanischem bzw. syrischem Migrationshintergrund gefördert.
6. Plant die Bundesregierung, das Programm gezielt auf Afghanistan und
Syrien auszuweiten – insbesondere im Bereich Fachkräfteeinsatz,
Rückkehrförderung und Projektfinanzierung?
7. Welche politischen und sicherheitspolitischen Erwägungen sprechen aus
Sicht der Bundesregierung für bzw. gegen eine Ausweitung des
Programms auf diese beiden Länder?
Die Fragen 6 und 7 werden zusammen beantwortet.
Eine Fortsetzung oder Ausweitung des Angebots ist nicht geplant.
8. Plant das BMZ spezifische Maßnahmen zur Aktivierung und
Qualifizierung dieser Zielgruppen (z. B. durch Informationsveranstaltungen,
gezielte Ausschreibungen, Start-up-Seminare oder Netzwerkforen)?
Mit der Plattform „Neuanfang für Syrien“ hat das BMZ ein spezifisches
Informations- und Vernetzungsangebot für in Deutschland ansässige syrische
Diaspora-Akteure und weitere ehrenamtlich Engagierte und nichtstaatliche
Organisationen geschaffen, die sich für den Wiederaufbau Syriens
interessieren. Über regelmäßige Informationsveranstaltungen, u. a. zu
Förderinstrumenten, Netzwerkformaten und Dialogforen mit Expertinnen und Experten,
unterstützt die Plattform diese Zielgruppen bei ihrem Engagement in Syrien.
Zudem kann sich die syrische Diaspora in Deutschland über die
Klinikpartnerschaften und den Takamul-Fonds direkt am Wiederaufbau Syriens beteiligen.
9. Wie wird im Rahmen des Programms ggf. sichergestellt, dass es nicht zu
sogenannten Braindrain-Effekten kommt, also einer Abwanderung von
dringend benötigtem Humankapital aus den Herkunftsländern?
Das Programm „Migration & Diaspora“ war nicht in der aktiven Anwerbung
von Fachkräften aktiv. Vielmehr wurde zu Voraussetzungen und Möglichkeiten
für die reguläre Migration nach Deutschland sowie den Risiken der irregulären
Migration beraten, damit migrationsinteressierte Menschen individuelle
Entscheidungen treffen und ihre Möglichkeiten realistischer einschätzen können.
Die Angebote für Diaspora-Experten, Start-up-Unterstützung und
Projektförderung richteten sich an die bereits in Deutschland ansässige Diaspora und
bewirkten etwa durch die Begleitung diasporischer Unternehmensgründungen in
den Herkunftsländern die Schaffung von Arbeitsplätzen vor Ort. Auch
rückkehrende Fachkräfte haben einem Braindrain-Effekt entgegengewirkt, da sie bei
lokalen Arbeitgebern beschäftigt sind.
10. Welche Monitoring- und Evaluationsmechanismen bestehen derzeit ggf.
im Rahmen des Programms – insbesondere im Hinblick auf eine
potenzielle Ausweitung auf neue Zielländer?
Es wird auf die Antworten zu den Fragen 4 und 6 verwiesen.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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