Zustand und Ausbaumaßnahmen der Siegstrecke (Antwort zu Drs. 21/3578)
Text
Zustand und Ausbaumaßnahmen der Siegstrecke (Antwort zu Drs. 21/3578)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4098
21. Wahlperiode 11.02.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Sandra Stein, Tarek
Al-Wazir, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/3578 –
Zustand und Ausbaumaßnahmen der Siegstrecke
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Siegstrecke verbindet das Oberzentrum Siegen mit der Metropolregion
Köln. In der Kombination aus eingleisigen Abschnitten und einer dafür hohen
Zugdichte entstehen zahlreiche Verspätungen. Die Strecke ist auch für den
Schienengüterverkehr von hoher Bedeutung, und daher sind einige
Ausbaumaßnahmen im Bundesschienenwegegesetz als Vordringlicher Bedarf
aufgeführt. Bisher ist die Umsetzung der Maßnahmen nicht erfolgt.
1. Welche Bedeutung haben die Ausbaumaßnahmen auf der Siegstrecke für
die Etappierung des Deutschlandtakts, und in welchen Etappen ist die
Umsetzung welcher Maßnahmen auf der Siegstrecke geplant?
Alle Maßnahmen des Vordringlichen Bedarfs des Bedarfsplans Schiene sind
Bestandteil der Betrachtungen zur schrittweisen Umsetzung des
Deutschlandtakts (Etappierung). Dies schließt auch die Ausbaustrecke ABS Köln/Hagen–
Siegen–Hanau ein. Die Arbeiten zur Etappierung dauern an.
2. Wie sind die Nahverkehrspläne des Landes Nordrhein-Westfalen in die
Infrastrukturmaßnahmen im Bundesschienenwegeausbaugesetz
eingebunden (vgl. Zielnetz SPNV 2032/2040 www.kcitf-nrw.de/planung-anal
ysen/spnv-zielnetze-fuer-nrw/)?
Die Maßnahmen des Bedarfsplans als Anlage zu § 1 BSWAG dienen der
Umsetzung des Deutschlandtakts. Der Zielfahrplan Deutschlandtakt berücksichtigt
die von den Ländern genannten Angebotskonzepte im
Schienenpersonennahverkehr (SPNV).
Das Zielnetz NRW 2040 wurde fast vollständig in den Zielfahrplan des Bundes
im Rahmen der noch laufenden Fortschreibung des Deutschlandtakts
übernommen.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 10. Februar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
3. Welche Bedeutung hat der Abbau von Verspätungen und die Erhöhung
der Resilienz bei Bedarfsplanprojekten des Bundes sowie in der dafür
notwendigen Nutzen-Kosten-Bewertung?
Die Resilienzwirkung ist ein Kriterium der Priorisierung der Vorhaben. Der
Fokus liegt in Anbetracht der begrenzten Planungs- und
Finanzierungskapazitäten derzeit auf der Beseitigung dringender Engpässe auf verkehrlich hoch
belasteten Korridoren.
4. Wie hoch ist der aktuelle Auslastungsgrad der Siegstrecke in den
folgenden Abschnitten (bitte jeweils gesamte Verkehrsmengen für einen
repräsentativen Tag sowie aufgegliedert nach Schienenpersonenfernverkehr
(SPFV), Schienenpersonennahverkehr (SPNV) und
Schienengüterverkehr (SGV) sowie jeweiligen Auslastungsgrad angeben)
a) Siegen–Au (Sieg),
b) Au (Sieg)–Siegburg/Bonn,
c) Sieburg/Bonn–Köln,
d) Porz-Wahn–Köln/Bonn Flughafen–Köln Frankfurter Straße Abzw.?
Nach Angaben der DB AG ist der Auslastungsgrad auf Basis des
repräsentativen Tages 8. Mai 2025 (keine baubedingten Sperrungen auf der Siegstrecke
sowie auf dem Rechten Rhein) berechnet worden.
Die Auslastung im Streckenquerschnitt betrug im Tageszeitfenster (6 bis 22
Uhr):
– Siegen–Au (Sieg) (repräsentativer Abschnitt: Au (Sieg)–Siegen Hbf):
83 Prozent – optimaler Bereich. Zugzahlen nach Verkehrsart in beide
Richtungen: Schienenpersonenfernverkehr (SPFV): 0; SPNV: 91,
Schienengüterverkehr (SGV): 31 – Total 122,
– Au (Sieg)–Siegburg/Bonn (repräsentativer Abschnitt: Au (Sieg)–Siegburg/
Bonn): 100 Prozent – optimaler Bereich. Zugzahlen nach Verkehrsart in
beide Richtungen: SPFV: 1; SPNV: 93, SGV: 25 – Total: 119,
– Siegburg/Bonn–Köln (repräsentativer Abschnitt: Köln/Deutz–Siegburg/
Bonn): 99 Prozent – optimaler Bereich. Zugzahlen nach Verkehrsart in
beide Richtungen: SPFV: 2; SPNV: 276, SGV: 5 – Total: 283,
– Porz-Wahn–Köln/Bonn Flughafen–Köln Frankfurter Straße Abzw.
(repräsentativer Abschnitt: Köln Frankfurter Straße Abzw.–Köln/Bonn
Flughafen–Porz-Wahn): 50 Prozent – Premiumbereich. Zugzahlen nach
Verkehrsart in beide Richtungen: SPFV: 2; SPNV: 147, SGV: 0 – Total 149.
5. Wie hoch ist der Auslastungsgrad der Siegstrecke während der
erfolgenden Generalsanierung der Mittelrheinstrecke (bitte jeweils gesamte
Verkehrsmengen für einen repräsentativen Tag sowie aufgegliedert nach
SPFV, SPNV und SGV sowie jeweiligen Auslastungsgrad angeben)?
Nach Angaben der DB AG bewirkt der während der Korridorsanierung der
rechten Rheinstrecke einzuhaltende Verkehrsartenmix des temporär
überlasteten Schienenwegs auf der Siegstrecke im eingleisigen Abschnitt zwischen
Blankenberg und Merten eine Auslastung von maximal 115 Prozent (6 bis 22
Uhr).
Die maximalen Zugzahlen nach Verkehrsart sind: SPFV: 0; SPNV: 64, SGV:
56. Da die Leistungsfähigkeit der anschließenden Abschnitte bis Au (Sieg)
bzw. Siegen größer ist, sind die resultierenden Auslastungen bei gleicher
Zugzahl geringer und im optimalen Bereich erwartbar (bis 108 Prozent
Auslastung).
Im Abschnitt Troisdorf–Hennef verkehren ca. zwei S-Bahn-Takte im SPNV je
Stunde weniger als im Normalbetrieb. Folgende Zugzahlen nach Verkehrsart
sind in dem Abschnitt erwartbar: SPFV: 0; SPNV: 152, SGV: 56. Es ist von
einer Auslastung auszugehen, die ebenfalls im optimalen Bereich liegt.
6. Sind im Zeitraum der Generalsanierungen Einschränkungen im SPNV
geplant, und sind die zusätzlichen Verkehre für den
Schienengüterverkehr auf der Strecke abbildbar?
Die Verkehrskonzepte wurden mit großem Vorlauf mit den betroffenen
Eisenbahnverkehrsunternehmen, Aufgabenträgern und Anschließern abgestimmt.
Im SPNV wird ein Verkehrsangebot sichergestellt. Es kommt jedoch zu
Verkehrsausdünnungen, welche durch Schienenersatzverkehr abgedeckt werden.
Für die Korridorsanierung der Strecke „rechter Rhein“ gibt es klar definierte
Umleitungswege, über die der Güterverkehr abgebildet wird. Für die
Siegstrecke wurde hierzu ein temporär überlasteter Schienenweg erklärt, für den es eine
definierte Zuweisung der Verkehre im Rahmen der
Netzfahrplanerstellungsphase gab.
7. Welche Infrastrukturmaßnahmen sind im
Bundesschienenwegeausbaugesetz auf der Siegstrecke aktuell geplant, was sind die Kosten und der
Umsetzungsstand jeweils (bitte jeweils auch Leistungsphase angeben)?
8. Bei welchen Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen des
Bundesschienenwegeausbaugesetzes auf der Siegstrecke gibt es bisher keinen Planungen,
und wann sollen die Planungen aufgenommen sowie die Maßnahmen
abgeschlossen werden?
Die Fragen 7 und 8 werden aufgrund des Sachzusammenhangs gemeinsam
beantwortet.
Der zweigleisige Ausbau der beiden eingleisigen Streckenabschnitte der
Siegstrecke zwischen Blankenberg und Merten sowie zwischen Schladern und
Rosbach (in Summe rund 5 km) sind als Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen des
BSWAG vorgesehen. Eine Planung für den Ausbau der Siegstrecke hängt von
den verfügbaren und regelmäßig zu priorisierenden Haushaltsmitteln ab. Eine
Aussage zum Abschluss der Maßnahme lässt sich daher noch nicht treffen. Die
Kosten belaufen sich gemäß Bundesverkehrswegeplan 2030 auf 115,7 Mio.
Euro (Kostenstand: 2015).
9. Wie hoch wäre der Auslastungsgrad der Siegstrecke in den folgenden
Abschnitten nach Umsetzung der Ausbaumaßnahmen (bitte jeweils
gesamte Verkehrsmengen für einen repräsentativen Tag sowie aufgegliedert
nach SPFV, SPNV und SGV sowie jeweiligen Auslastungsgrad angeben)
a) Siegen–Au (Sieg),
b) Au (Sieg)–Siegburg/Bonn,
c) Sieburg/Bonn–Köln,
d) Porz-Wahn–Köln/Bonn Flughafen–Köln Frankfurter Straße Abzw.?
Nach Angaben der DB AG liegt die Auslastung der Strecke 2651 im Abschnitt
Troisdorf–Siegen nach Umsetzung der Maßnahmen DSTW Siegstrecke und
durchgehend zweigleisigem Ausbau je nach Abschnitt und Richtung zwischen
81 und 101 Prozent (auf Basis der Zugzahlen 2030 DT sowie NRW 2040). Dies
entspricht einer ausgewogenen Auslastung.
10. Wie hoch ist der Auslastungsgrad der Siegstrecke in den folgenden
Abschnitten gemäß der Verkehrsprognose 2040 (bitte jeweils gesamte
Verkehrsmengen für einen repräsentativen Tag sowie aufgegliedert nach
SPFV, SPNV und SGV sowie jeweiligen Auslastungsgrad angeben – der
Verweis auf die Unterlagen zur Verkehrsprognose genügt nicht, da bei
dieser keine streckenscharfen Zugzahlen ablesbar sind)?
Nach gutachterlicher Aussage kommen folgende Zugzahlen und Auslastungen
in der Verkehrsprognose 2040 zustande.
Gesamt 24 H SPFV 24 H SPNV 24 H SGV 24 H Auslastung
Durchschnitt
Abschnitt Züge je Tag Züge je Tag Züge je Tag Züge je Tag in Prozent
Siegen – Au (Sieg) 152,1 0 108 44,1 47
Au (Sieg) – Siegburg/Bonn 288,8 0 252 36,8 55
Sieburg/Bonn – Köln 440,8 0 404 36,8 88
Porz-Wahn –Köln/Bonn
Flughafen – Köln
Frankfurter Straße Abzw.
268 16 252 0 42
Unterstellt wurde der geltende Zielfahrplan Deutschlandtakt von 2022 sowie
die der Verkehrsprognose 2040 zugrunde gelegten Prämissen, welche in den
entsprechenden Berichten auf der Webseite des BMV abrufbar sind. Im
Ergebnis der Fortschreibung des Zielfahrplans Deutschlandtakt können sich die
Zahlen noch verändern.
11. Wie hoch ist die Pünktlichkeit der Züge, die auf die Strecke auf
folgenden Abschnitten einfahren bzw. ausfahren (Ein- und
Ausbruchspünktlichkeit)
a) Siegen–Hennef,
b) Hennef–Troisdorf,
c) Troisdorf–Köln/Deutz?
Nach Angaben der DB AG erreicht die Pünktlichkeit der Züge nachstehende
Werte.
Von Nach Einbruchspünktlichkeit
in Prozent
Ausbruchspünktlichkeit
in Prozent
Köln Messe/Deutz Troisdorf 64,0 56,9
Troisdorf Köln Messe/Deutz 75,1 68,8
Troisdorf Hennef (Sieg) 64,3 64,9
Hennef (Sieg) Troisdorf 80,8 78,3
Hennef (Sieg) Siegen 62,9 62,8
Siegen Hennef (Sieg) 72,4 71,3
Betrachtet werden die Züge aller Verkehrssektoren mit ihrer jeweiligen
Pünktlichkeitsdefinition (5:59 Personenverkehr; 15:59 Güterverkehr) für das Jahr
2025.
12. Ermöglicht der geplante Ausbau der Siegstrecke einen Halbstundentakt
im Regionalverkehr zwischen Siegen Hbf und Köln, und wenn nein,
warum nicht?
Der Ausbau der Siegstrecke ist nicht ausreichend, um einen durchgehenden 30-
Minuten-Takt zwischen Köln und Siegen zu ermöglichen. Neben dem
durchgehend zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke sind die Bedarfsplanvorhaben
„Überwerfungsbauwerk Troisdorf“ und „Abzweig südlich Gummersbacher
Str.“ (beide Maßnahmen im Knoten Köln) umzusetzen.
13. Gibt es im aktuellen Bahnbetrieb feste Dispositionsregeln bezüglich der
Priorisierung der S‑Bahn des Verkehrsverbunds Rhein Sieg (VRS)
gegenüber dem RE (Regionalexpress) 9, und wenn ja, wie lauten diese
Regeln?
Nach Angaben der DB gibt es aktuell keine besondere
Dispositionsvereinbarung, die eine Priorisierung der S-Bahn vor der Linie RE 9 auf der Siegstrecke
vorsieht. Die Reihenfolge der Züge bei Verspätungen in den Zugläufen ergibt
sich aus den Regeln der Richtlinie 420.0201, welche bei gleichwertigen
Verkehren dem Zug mit der jeweils höheren sog. mittleren Reisegeschwindigkeit
grundsätzlich den Vorrang gewährt.
14. Was sind die aktuellen Netzzustandsnoten der Siegstrecke (bitte
gesamthaft sowie für jede Anlagenklasse angeben)?
Nach Angaben der DB AG sind die Netzzustandsnoten (NZN) wie in
nachstehender Tabelle dargestellt.
NZN Gesamt 3,5
Gleise 3,1
Weichen 2,8
Stellwerke 4,4
Bahnübergänge 3,9
Oberleitung 2,8
Weichenheizung 3,2
Brücken 3,5
Durchlässe 3,8
Tunnel 3,7
Lärmschutzbauwände 1,6
Stützwände 2,4
15. Welche Maßnahmen werden ab Dezember 2026 in der sieben Monate
dauernden Sperrzeit durchgeführt, und wie hoch sind die investierten
Mittel für diese Maßnahmen (es sind für jedes Gewerk die zu
ersetzenden Mengen anzugeben; vgl. www.siegener-zeitung.de/lokales/siegerlan
d/siegen/siegstrecke-zwischen-siegen-und-troisdorf-ab-dezember-2026-f
uer-sieben-monate-gesperrt-3DP7RKUXBNGMNAK7NBMGC72GL
M.html)?
Nach Angaben der DB AG werden in der sieben-monatigen Sperrzeit auf der
Siegstrecke diverse Baumaßnahmen auf den Strecken 2651 und 2880
durchgeführt:
Erneuerung von Brücken, Straßenüberführungen, Eisenbahnüberführungen,
Bahnübergängen, Fels- und Hangsicherung, Schienen und/oder Gleisen sowie
Weichen.
Erneuerungen oder Umbauten an fünf Verkehrsstationen.
Die investierten Mittel können nachstehender Aufstellung entnommen werden.
Gewerk Mengen Einheit Gesamtwerkumfang
[tausend Euro]
Personenbahnhöfe 5 Stück 31.451
Brücken 636 Qm 40.019
Bahnübergänge 3 Stück 9.206
Stützwand 50 M 521
Gleise 18,397 Km 33.963
Weichen 6 Stück 2.224
Gesamtergebnis 117.384
16. Werden weitere Maßnahmen zur Verbesserung der Stationen im Rahmen
der siebenmonatigen Sperrung durchgeführt, und wenn ja, welche?
Nach Angaben der DB AG werden folgende Maßnahmen zur Verbesserung der
Stationen in der siebenmonatigen Sperrpause durchgeführt:
– Blankenberg: Bahnsteigverlängerung und -aufhöhung auf 96 cm inklusive
Anpassung der Treppenanlage. Herstellung/Erneuerung
Reisendeninformation, LED-Beleuchtung, Wetterschutzhäuser, taktiles System (Vorarbeiten
12/26; Hauptmaßnahme 04-05/27)
– Merten (Sieg): Bahnsteigverlängerung und -aufhöhung auf 96 cm inklusive
Anpassung der Treppenanlage/Rampe/Aufzug. Herstellung/Erneuerung
Reisendeninformation, LED-Beleuchtung, Wetterschutzhäuser, taktiles
System (Vorarbeiten 12/26; Hauptmaßnahme 04-05/27)
– Hennef im Siegbogen: Bahnsteigverlängerung und -aufhöhung auf 96 cm
inklusive Anpassung der Treppenanlage/Rampe/Aufzug. Herstellung/
Erneuerung Reisendeninformation, LED-Beleuchtung, Wetterschutzhäuser,
taktiles System (Vorarbeiten 12/26; Hauptmaßnahme 04-05/27)
– Eiserfeld: Neubau Personenunterführung inklusive neuer Rampe/Aufzug
zur Herstellung der Barrierefreiheit und Umsetzung des ZKB-Standards mit
zusätzlichen Sitzmöglichkeiten, Vitrinen und Umfeldmaßnahmen.
Herstellung Reisendeninformation, LED-Beleuchtung, Ersatz der Bahnsteigdächer
durch Wetterschutzhäuser (Hauptbaumaßnahme 12/26)
– Brachbach: Fertigstellung der gemäß Planfeststellungsbeschluss vom
23.03.2028 genehmigten Maßnahmen zum barrierefreien Ausbau der
Verkehrsstation durch Errichtung einer Rampe zum Mittelbahnsteig,
Erneuerung des Treppenaufgangs und der Treppeneinhausung inklusive aller
erforderlichen Zusammenhangsmaßnahmen (u. a. Versetzung von OLA-Masten,
Anpassung Beleuchtungsanlage) (Vorarbeiten 12/26; Hauptmaßnahme
01/27).
17. Werden Infrastrukturmaßnahmen des
Bundesschienenwegeausbaugesetzes im Rahmen der siebenmonatigen Sperrung durchgeführt
(insbesondere die Beseitigung der eingleisigen Abschnitte), und wenn ja, welche?
Nach Angaben der DB AG ist im Rahmen der Sanierung der Siegstrecke ein
gleichzeitiger zweigleisiger Ausbau aufgrund der Länge des Planungsvorlaufs
für diesen Ausbau nicht möglich.
18. Werden kleine und mittlere Maßnahmen zur Verbesserung der
Pünktlichkeit im Rahmen der siebenmonatigen Sperrung durchgeführt, und wenn
ja, welche?
Nach Angaben der DB AG hat die Sperrung der Siegstrecke (2880) das Ziel,
die bestehende Infrastruktur zu erneuern und Ersatzinvestitionen zu tätigen.
Folgende Kleine und Mittlere Maßnahmen würden auf der Siegstrecke einen
verkehrlichen Nutzen erzielen:
1. Neubau/Reaktivierung Gleis 1 Betzdorf.
2. Einrichtung Gleiswechselbetrieb Scheuerfeld–Betzdorf.
3. Einrichtung Gleiswechselbetrieb Betzdorf–Kirchen.
4. Nachrüstung Ausfahrsignal A201 in Hennef.
Die Maßnahmen 1 bis 3 wurden Ende 2024 initiiert und im Jahr 2025 die
verkehrliche Aufgabenstellung fertiggestellt. Eine Realisierung zur Sperrung der
Siegstrecke ist jedoch angesichts des ohnehin zu bewältigenden Bauvolumens
nicht vorgesehen.
19. Werden Anpassungen an Stellwerken im Rahmen der Sperrung
durchgeführt, und wenn ja, welche?
Nach Angaben der DB AG werden im Zuge der Sperrung der Siegstrecke 2027
aufgrund des längeren Planungsvorlaufs für Anlagen der Leit- und
Sicherungstechnik keine Stellwerke erneuert.
Durch Erneuerungsarbeiten an drei Bahnübergängen finden lediglich
korrespondierend kleinere Anpassungen in den Stellwerken Niederschelden und
Betzdorf statt.
Bei der Planung von Ersatzinvestitionen entscheidet die DB InfraGO AG
üblicherweise, welche Gewerke den größten Bedarf und den größten zeitlichen
Handlungsdruck bei hinreichendem Planungsvorlauf haben. Im Übrigen wird
auf die Antwort zu den Fragen 14 bis 16 verwiesen.
20. In welchem Zustand sind alle Brücken und Tunnel auf der Siegstrecke
jeweils (bitte jeweils die Netzzustandsnote sowie die Note nach
Infrastrukturzustands- und Entwicklungsbericht angeben)?
Nach Angaben der DB AG weisen im Jahr 2024 die Brücken und Tunnel auf
der Siegstrecke (2651 Köln Messe/Deutz–Gießen; 2800 Hagen–Haiger; 2880
Siegen-Weidenau–Betzdorf; 2881 Siegen-Siegen Ost) nachfolgende
durchschnittliche Zustandsnoten nach InfraGO-Zustandsbericht (Stand: 31.
Dezember 2024) auf:
– Zustandsnote nach Methodik InfraGO-Zustandsbericht Netz und
Personenbahnhöfe Tunnel (Basis: Stückliste Tunnel; Anzahl: 26): 3,7.
– Zustandsnote nach Methodik InfraGO-Zustandsbericht Netz und
Personenbahnhöfe Brücken (Basis: Stückliste Brücken; Anzahl: 371): 3,5.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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