Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung bei Agenturen, Behörden, Hubs und Laboren im Bereich Sicherheit und Verteidigung
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Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung bei Agenturen, Behörden, Hubs und Laboren im Bereich Sicherheit und Verteidigung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3434
21. Wahlperiode 23.12.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Jeanne Dillschneider, Dr. Konstantin von Notz, Ayse Asar,
Claudia Müller, Dr. Andrea Lübcke, Rebecca Lenhard, Sara Nanni, Agnieszka
Brugger, Niklas Wagener, Robin Wagener, Dr. Anna Lührmann, Dr. Sebastian
Schäfer und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Forschungs- und Innovationsförderung der Bundesregierung bei Agenturen,
Behörden, Hubs und Laboren im Bereich Sicherheit und Verteidigung
Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, Deutschland als
Spitzenstandort für digitale Zukunftstechnologien aufzustellen (Koalitionsvertrag zwischen
CDU/CSU und SPD, S. 70). Dazu sollen unter anderem Schlüsseltechnologien
wie künstliche Intelligenz, Informations- und Kommunikationstechnologien
(IKT) sowie Dateninfrastrukturen gefördert werden. Zudem soll eine
„Förderkulisse für Sicherheits- und Verteidigungsforschung einschließlich
Cybersicherheit und sicherer Infrastrukturen geschaffen werden“ (Koalitionsvertrag
zwischen CDU/CSU und SPD, S. 79). Zudem sollen „öffentliche
Finanzierungsprogramme […] für Sicherheits- und Verteidigungstechnologie geöffnet
werden. Außerdem soll die Bundesagentur für Sprunginnovationen SPRIND
gestärkt und ermöglicht werden, dass sie auch im Bereich Verteidigung tätig
werden kann“ (Koalitionsvertrag zwischen CDU/CSU und SPD, S. 5).
Vor dem Hintergrund der russischen Vollinvasion auf die Ukraine im Jahr 2022
und der Bedrohung der europäischen Friedensordnung durch Russland sind
Deutschland und Europa auf technologischen Fortschritt im Bereich Sicherheit
und Verteidigung angewiesen. Gerade in den letzten Jahren gab es enorme
technologische Fortschritte, die Einfluss auf Deutschlands militärische
Wehrfähigkeit und zivile Verteidigung haben.
Vergangene Bundesregierungen haben zahlreiche neue Strukturen und
Organisationen innerhalb der Geschäftsbereiche der Bundesregierung geschaffen, die
ähnliche Zuständigkeiten und Aufgaben zur Förderung von Sicherheits- und
Verteidigungsforschung und Innovationsförderung haben. Auch wurden
Aufgaben zur Förderung von Sicherheits- und Verteidigungsforschung und
Innovationsförderung vielfach an nachgeordnete oder privatrechtlich organisierte
Akteure verlagert.
Besonders hervorzuheben im Bereich Sicherheit und Verteidigung sind die
Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur), die
Bundesagentur für Sprunginnovation (SPRIND) oder der Cyberinnovationhub der
Bundeswehr (CIHBw). Hinzu kommen Vorhaben wie der Space Innovation
Hub (SIH), der Drone Innovation Hub (DIH) bei der Wehrtechnischen
Dienststelle (WTD) 61 in Manching, das Innovationszentrum der Bundeswehr
(Innovationszentrum BW) in Erding oder das Innovationslabor System Soldat (Inno-
LabSysSdt) beim Wehrwissenschaftlichen Institut für Werk- und Betriebsstoffe
in Erding.
Vor dem Hintergrund der sehr ernsten sicherheitspolitischen Lage und der
Notwendigkeit, die technologische und digitale Souveränität Deutschlands und
Europas zu stärken, wirft die Vielzahl paralleler Strukturen Fragen nach der
strategischen Steuerung, der Aufgabenverteilung, der Abstimmung zwischen den
Ressorts, der Wirtschaftlichkeit sowie der Wirkung staatlich geförderter
Sicherheits- und Verteidigungsforschung auf.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit der Agentur für Innovation
in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) vor dem Hintergrund der
sicherheitspolitischen Lage?
2. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit der
Cyberagentur?
3. Welche Maßnahmen zur Forschungssicherheit und zur Wahrung des
Geheimschutzes ergreift die Cyberagentur?
4. Wie viele Mittel wurden bislang durch die Cyberagentur für
rüstungspolitische Entwicklungen und wie viel für sicherheitspolitische
Entwicklungen ausgegeben?
5. Wie viele Projekte hat die Cyberagentur seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
6. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
7. Woran lagen Projektabbrüche, und welche Erkenntnisse hat die
Cyberagentur daraus gezogen?
8. Wie hoch war die Finanzierung der Cyberagentur in den letzten drei
Jahren sowie geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
9. Welche Maßnahmen ergreift die Cyberagentur, um eine hohe
Geschwindigkeit bei der Planung und Umsetzung von Forschungsvorhaben
angesichts schnelllebiger Innovationszyklen sicherzustellen?
10. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des Cyberinnovationhubs
der Bundeswehr (CIHBw) vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen
Lage?
11. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit des CIHBw?
12. Welche Maßnahmen zur Forschungssicherheit und zur Wahrung des
Geheimschutzes ergreift der CIHBw?
13. Wie viele Projekte hat der CIHBw seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
14. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
15. Woran lagen Projektabbrüche, und welche Erkenntnisse hat der CIHBw
daraus gezogen?
16. Wie hoch war die Finanzierung des CIHBw in den letzten drei Jahren
sowie geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
17. Welche Maßnahmen ergreift der CIHBw, um eine hohe Geschwindigkeit
bei der Planung und Umsetzung von Innovationsvorhaben angesichts
schnelllebiger Innovationszyklen sicherzustellen?
18. Inwiefern finden Kooperationen oder Austauschformate zwischen CIHBw
und Institutionen auf europäischer und/oder NATO-Ebene statt?
19. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit der Bundesagentur für
Sprunginnovation (SPRIND) vor dem Hintergrund der
sicherheitspolitischen Lage?
20. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit der SPRIND?
21. Ergreift die SPRIND Maßnahmen zur Forschungssicherheit und zur
Wahrung des Geheimschutzes?
22. Wie hoch war die Finanzierung der SPRIND in den letzten drei Jahren
sowie geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
23. Ist ein Modell der SPRIND mit verteidigungsspezifischem Fokus
vorgesehen?
24. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des Innovationszentrums
der Bundeswehr (Innovationszentrum BW) in Erding vor dem
Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage?
25. Wie viele Projekte hat das Innovationszentrum BW seit der Errichtung
erfolgreich abgeschlossen?
26. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
27. Woran lagen Projektabbrüche und welche Erkenntnisse hat das
Innovationszentrum BW daraus gezogen?
28. Wie hoch war die Finanzierung des Innovationszentrums BW in den
letzten drei Jahren sowie geplant für 2026, und aus welchen
Geschäftsbereichen der Bundesregierung wurde diese finanziert?
29. Welche Maßnahmen ergreift das Innovationszentrum BW, um eine hohe
Geschwindigkeit bei der Planung und Umsetzung von
Innovationsvorhaben angesichts schnelllebiger Innovationszyklen sicherzustellen?
30. Inwiefern finden Kooperationen oder Austauschformate zwischen
Innovationszentrum BW und Institutionen auf europäischer und/oder NATO-
Ebene statt?
31. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des Drone Innovation Hubs
(DIH) in Manching vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage?
32. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit DIH?
33. Wie viele Projekte hat der DIH seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
34. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
35. Wie hoch war die Finanzierung des DIH in den letzten drei Jahren sowie
geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
36. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit das Innovationslabor
System Soldat (InnoLabSysSdt) beim Wehrwissenschaftlichen Institut für
Werk- und Betriebsstoffe in Erding vor dem Hintergrund der
sicherheitspolitischen Lage?
37. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit des InnoLab-
SysSdt?
38. Wie viele Projekte hat das InnoLabSysSdt seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
39. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
40. Wie hoch war die Finanzierung des InnoLabSysSdt in den letzten drei
Jahren sowie geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
41. Welche Maßnahmen ergreift das das InnoLabSysSdt , um eine hohe
Geschwindigkeit bei der Planung und Umsetzung von Innovationsvorhaben
angesichts schnelllebiger Innovationszyklen sicherzustellen?
42. Inwiefern finden Kooperationen oder Austauschformate zwischen das
InnoLabSysSdt und Institutionen auf europäischer und/oder NATO-Ebene
statt?
43. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des Zentrums für
Digitalisierungs- und Technologieforschung der Bundeswehr (dtec.bw)
vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage?
44. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit des dtec.bw?
45. Wie viele Projekte hat das dtec.bw seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
46. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
47. Wie hoch war die Finanzierung des dtec.bw in den letzten drei Jahren
sowie geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
48. Wie bewertet die Bundesregierung die Arbeit des Space Innovation Hub
(SIH) vor dem Hintergrund der sicherheitspolitischen Lage?
49. Wie bewertet die Bundesregierung die Leistungsfähigkeit des SIH?
50. Wie viele Projekte hat der SIH seit der Errichtung erfolgreich
abgeschlossen?
51. Wie viele Projekte wurden nach anfänglicher Förderung nicht
weiterverfolgt?
52. Woran lagen Projektabbrüche und welche Erkenntnisse hat der SIH daraus
gezogen?
53. Wie viele Mittel wurden bislang durch den SIH für rüstungspolitische
Entwicklungen, wie viele Mittel für zivile Entwicklungen und wie viele
Mittel für Dual-Use Entwicklungen ausgegeben?
54. Wie hoch war die Finanzierung des SIH in den letzten drei Jahren sowie
geplant für 2026, und aus welchen Geschäftsbereichen der
Bundesregierung wurde diese finanziert?
55. Welche ethischen Leitlinien und Governance-Strukturen haben die
genannten Einrichtungen für die Entwicklung von KI-Systemen mit
Verteidigungs- und Sicherheitsbezug etabliert?
56. Wie sind die genannten Verteidigungs- und Sicherheitsforschungs- bzw.
Innovationseinrichtungen in die Hightech Agenda Deutschland
eingebettet?
57. Plant die Bundesregierung die Errichtung weiterer spezialisierter
Innovations- und Forschungseinrichtungen im Verteidigungs- und
Sicherheitsbereich?
58. Wie im Detail sollen Innovationen in der Truppe künftig besser gefördert
werden, wie vom Bundesminister der Verteidigung, Boris Pistorius, am
7. November 2025 bei der Bundeswehrtagung 2025 angekündigt?
Berlin, den 17. Dezember 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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