Mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Thüringen (Antwort zu Drs. 21/2020)
Text
Mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Thüringen (Antwort zu Drs. 21/2020)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2521
21. Wahlperiode 03.11.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Donata Vogtschmidt, Luigi Pantisano,
Marcel Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke
– Drucksache 21/2020 –
Mieten- und wohnungspolitische Entwicklung in Thüringen
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Mietenkrise ist längst auch im Osten der Republik angekommen. Die
Situation in vielen ostdeutschen Städten hat sich in den letzten Jahren
dramatisch verschärft: In Leipzig, Dresden, Chemnitz, Halle, Jena und Potsdam
steigen die Mieten seit Jahren rasant. Zwischen 2014 und 2023 sind die Mieten in
Erfurt und Jena um jeweils ca. ein Drittel gestiegen
(Bundestagsdrucksache 20/12677). Mittlerweile ziehen auch im Speckgürtel von Erfurt und Jena
die Mieten spürbar an. Bezahlbares Wohnen wird für viele Menschen immer
schwieriger – nicht zuletzt aufgrund der stark gestiegenen Nebenkosten.
Wohnen ist die soziale Frage unserer Zeit.
Durch diese Kleine Anfrage soll ein Einblick in die mieten- und
wohnungspolitische Situation in Thüringen ermöglicht werden.
V o r b e m e r k u n g d e r B u n d e s r e g i e r u n g
Die Bundesregierung setzt, wie bereits in ihren Antworten auf die Kleinen
Anfragen der Fraktion Die Linke auf Bundestagsdrucksachen 21/1369 und
21/1785 dargelegt, auf eine Vielzahl von Maßnahmen, um Wohnen bezahlbar,
verfügbar und umweltverträglich zu gestalten. Hierbei berücksichtigt die
Bundesregierung die Wohnung als Sozialgut und als Investitionsgut. Dieser
Rahmen ermöglicht einen fairen Interessenausgleich zur Schaffung eines
ausreichenden Wohnungsangebotes zu bezahlbaren Preisen.
Erste Schritte zur Ausweitung des Wohnungsangebots im Rahmen des 100-
Tage-Programms wurden bereits gegangen. Mit dem Bau-Turbo setzt die
Bundesregierung Anreize für den Neubau. Weitere Schritte werden folgen: Die
Bundesregierung wird sich mit Maßnahmen wie der Novelle des Baugesetzbuches
(BauGB) oder dem Gebäudetyp E sowie Verfahrensvereinfachungen dafür ein-
Die an den Deutschen Bundestag übermittelte Ursprungsdatei ermöglicht keine Weiterverarbeitung zu einer
barrierefreien Bundestagsdrucksache.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und
Bauwesen vom 3. November 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
setzen, dass das Bauen einfacher, günstiger und schneller wird. Zugunsten
dieses Ziels werden auch die investiven Anreize weiter verbessert werden. Die
Verlängerung der Mietpreisbremse verfolgt das Ziel, den Anstieg der
Wiedervermietungsmieten zu dämpfen.
Gleichzeitig unterstützt die Bundesregierung die privaten Haushalte auch
direkt. Dazu zählen neben dem Mietrecht der Soziale Wohnungsbau und das
Wohngeld. Das Wohngeld leistet einen wirksamen Beitrag zur Verringerung der
Wohnkostenbelastung in Zeiten steigender Mieten. Mit der Wohngeld-Plus-
Reform konnte der Empfängerkreis um mehr als eine halbe Million Haushalte
ausgeweitet und gleichzeitig das durchschnittliche Wohngeld um rund 50
Prozent gesteigert werden. Mit der zum 1. Januar 2025 in Kraft getretenen
Dynamisierung wurde sichergestellt, dass die Entlastungswirkung trotz
Preissteigerungen erhalten bleibt.
Der Bund hat in den letzten Jahren die Finanzhilfen für den Sozialen
Wohnungsbau der Länder kontinuierlich deutlich aufgestockt auf insgesamt
3,5 Mrd. Euro im Programmjahr 2025. Diese strategische Neuausrichtung zeigt
bereits Wirkung. Trotz gestiegener Bau- und Finanzierungskosten und
sinkender Baugenehmigungen im Gesamtmarkt in den letzten Jahren wurden im
Kalenderjahr 2024 von den Ländern insgesamt rund 62 000 Wohneinheiten im
Bereich des Sozialen Wohnungsbaus gefördert, was einem deutlichen Anstieg
gegenüber den Vorjahren entspricht. Außerdem konnte der Rückgang des
Sozialmietwohnungsbestands gegenüber den Jahren vor 2020 deutlich abgebremst
werden. Im Jahr 2024 ist es zudem in sieben Ländern zu einem Anstieg beim
Bestand an Sozialmietwohnungen gekommen. Wir wollen schnellstmöglich
eine Trendwende bei dem Sozialmietwohnungsbestand auch in Thüringen und
bundesweit erreichen. In der aktuellen Finanzplanung ist vorgesehen, die
Finanzhilfen des Bundes ab 2026 schrittweise weiter auf insgesamt 5,5 Mrd. Euro
pro Jahr im Programmjahr 2028 und 2029 zu erhöhen.
Allgemeine Hinweise zu den Antworten der Fragen 1 bis 5:
Der Bundesregierung liegen Angebotsmieten nur in Form von im Internet
inserierten Wohnungsangeboten vor. Die Angebotsmieten im Internet inserierter
Wohnungen sind nicht repräsentativ für das gesamte Wohnungsangebot von
Neuvermietungen (vergleiche untenstehende Hinweise zu den Erst- und
Wiedervermietungsmieten). Sie spiegeln das Angebot wider, auf das
Wohnungssuchende treffen, wenn sie im Internet nach einer Mietwohnung suchen. Inserate
aus lokalen Zeitungen, Mieter- oder Unternehmenspublikationen oder von
Aushängen fließen nicht mit ein. Wohnungsvermittlungen über Kunden- und
Wartelisten von Wohnungsunternehmen oder Maklern gehen in diese Quelle
ebenfalls nicht ein. Daher sind insbesondere Wohnungen im günstigen Mietsegment
in dieser Datenquelle unterrepräsentiert. Sonderauswertungen des
Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu Folge lagen beispielsweise
die Wiedervermietungsmieten des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und
Immobilienunternehmen e. V. (GdW), dessen Unternehmen Wohnungen häufig
über Wartelisten oder direkte Ansprache von Kundinnen und Kunden
vermieten, im ersten Halbjahr 2024 im Aggregat der 261 Kreise für die Daten
einbezogen werden konnten, um mehr als ein Fünftel unterhalb der Internet-
Wiedervermietungsmieten.
Ergänzende Hinweise zu den Erst- und Wiedervermietungsmieten:
Die ausgewerteten Angebotsmieten im Internet inserierter Wohnungen basieren
auf Inseraten aus Immobilienplattformen und von Zeitungen für Angebote von
Wohnungen im Neubau und Gebäudebestand (Erst- und Wiedervermietungen).
Zur Standardaufbereitung bis auf die Ebene der Kreise erfolgte eine
Eingrenzung der betrachteten Wohnungen unmöblierter Angebote mit Wohnflächen
von 40 bis 100 m² mit mittlerer Wohnungsausstattung in mittlerer bis guter
Wohnlage. Die verwendeten Daten umfassen nettokalte Angebotsmieten, also
ohne kalte und warme Nebenkosten. Als Quelle werden die Datenbanken der
IDN ImmoDaten GmbH mit Inseraten aus über 120 Immobilienportalen und
Zeitungen verwendet, die das BBSR aufbereitet und daraus durchschnittliche
Angebotsmieten berechnet.
Die Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen liegen der
Bundesregierung für die Jahre 2010 bis 2024 auf der Ebene der kreisfreien
Städte und Landkreise vor.
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Angebotsmieten
in Erfurt und Jena sowie deren „Speckgürtel“ (Kreise um die Städte) in
den letzten 20 Jahren entwickelt (bitte in Zehnjahresschritten 2004, 2014,
2024 angeben)?
Die Erst- und Wiedervermietungsmieten im Internet inserierter Wohnungen
liegen nur für die kreisfreien Städte und Landkreise der Jahre 2010 bis 2024 vor.
Die folgende Tabelle beinhaltet die durchschnittlichen Angebotsmieten bei
Erst- und Wiedervermietung der Jahre 2010, 2014 und 2024 sowie die
prozentualen Entwicklungen der Zeiträume 2010 bis 2024 und 2014 bis 2024 der
Städte Erfurt und Jena sowie der an diese Städte angrenzenden Kreise.
Tabelle: Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in den
Städten Erfurt und Jena sowie deren Umlandkreisen 2010, 2014 und 2024
Kreisname
2010 2014 2024 2010 bis
2024
2014 bis
2024
2010 bis
2024
2014 bis
2024
Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je m² Entwicklung in Prozent jährliche Entwicklung in
Prozent
Erfurt, Stadt 5,69 6,39 8,90 56,3 39,2 3,2 3,4
Jena, Stadt 7,37 8,06 11,15 51,2 38,3 3,0 3,3
Gotha 4,84 5,18 6,81 40,8 31,6 2,5 2,8
Sömmerda 4,92 5,06 7,20 46,3 42,3 2,8 3,6
Ilm-Kreis 4,94 5,49 7,56 53,0 37,7 3,1 3,2
Weimarer Land 4,98 5,45 7,91 58,8 45,2 3,4 3,8
Saale-Holzland-
Kreis
4,91 5,17 7,43 51,2 43,7 3,0 3,7
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH, microm Wohnlagen
Anmerkung: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen im Gebäudebestand
und Neubau mit 40 bis 100 m² Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute
Wohnlage, basierend auf im Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen
und Zeitungen. Jährliche Entwicklung als geometrischer Mittelwert.
2. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die landesweite
Angebotsmiete seit 2003 entwickelt (bitte in Zehnjahresschritten 2003, 2013,
2023 angeben)?
Es liegen nur die Daten von im Internet inserierten Wohnungen der Jahre 2010
bis 2024 vor. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Erst- und
Wiedervermietungsmieten im Internet inserierter Wohnungen im Land Thüringen
der Jahre 2010, 2014 bis 2024 sowie die prozentualen Entwicklungen der
Zeiträume 2010 bis 2024 und 2014 bis 2024.
Tabelle: Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in
Thüringen 2010, 2014 und 2024
Bundesland
2010 2014 2024 2010 bis
2024
2014 bis
2024
2010 bis
2024
2014 bis
2024
Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je m²
Entwicklung in
Prozent
jährliche Entwicklung in
Prozent
Thüringen 5,18 5,59 7,54 45,7 35,0 2,7 3,0
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH, microm Wohnlagen
Anmerkung: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen im Gebäudebestand
und Neubau mit 40 bis 100 m² Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute
Wohnlage, basierend auf im Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen
und Zeitungen. Jährliche Entwicklung als geometrischer Mittelwert.
3. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
durchschnittlichen Angebotsmieten in den Thüringer Landkreisen innerhalb der
letzten 20 Jahre entwickelt (bitte einzeln nach Landkreisen und Jahren 2004,
2014 und 2024 angeben)?
Es liegen nur die Daten von im Internet inserierten Wohnungen der Jahre 2010
bis 2024 vor. Die folgende Tabelle zeigt die durchschnittlichen Angebotsmieten
bei Erst- und Wiedervermietung der Landkreise in Thüringen der Jahre 2010,
2014 und 2024 sowie die prozentualen Entwicklungen der Zeiträume 2010 bis
2024 und 2014 bis 2024.
Tabelle: Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in den
Landkreisen in Thüringen 2010, 2014 und 2024
Kreisname
2010 2014 2024 2010 bis
2024
2014 bis
2024
2010 bis
2024
2014 bis
2024
Erst- und Wiedervermietungsmieten
nettokalt in Euro je m²
Entwicklung in
Prozent
jährliche Entwicklung in
Prozent
Eichsfeld 4,66 5,04 7,40 59,0 46,8 3,4 3,9
Nordhausen 4,73 5,22 6,19 31,0 18,7 1,9 1,7
Wartburgkreis 4,79 5,29 7,07 47,5 33,7 2,8 3,0
Unstrut-Hainich-Kreis 4,59 4,99 6,20 35,0 24,1 2,2 2,2
Kyffhäuserkreis 4,74 4,90 6,58 38,8 34,1 2,4 3,0
Schmalkalden-
Meiningen
4,96 5,14 6,59 32,9 28,2 2,1 2,5
Gotha 4,84 5,18 6,81 40,8 31,6 2,5 2,8
Sömmerda 4,92 5,06 7,20 46,3 42,3 2,8 3,6
Hildburghausen 5,06 4,96 7,17 41,8 44,7 2,5 3,8
Ilm-Kreis 4,94 5,49 7,56 53,0 37,7 3,1 3,2
Weimarer Land 4,98 5,45 7,91 58,8 45,2 3,4 3,8
Sonneberg 4,62 4,98 6,70 45,1 34,7 2,7 3,0
Saalfeld-Rudolstadt 4,94 5,32 6,93 40,3 30,3 2,4 2,7
Saale-Holzland-Kreis 4,91 5,17 7,43 51,2 43,7 3,0 3,7
Saale-Orla-Kreis 5,06 5,02 6,68 32,0 32,9 2,0 2,9
Greiz 4,45 4,55 5,85 31,6 28,6 2,0 2,6
Altenburger Land 4,72 4,95 6,33 34,1 27,7 2,1 2,5
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH, microm Wohnlagen
Anmerkung: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen im Gebäudebestand
und Neubau mit 40 bis 100 m² Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute
Wohnlage, basierend auf im Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen
und Zeitungen. Jährliche Entwicklung als geometrischer Mittelwert.
4. Welche zehn Kommunen haben in Thüringen innerhalb der letzten
zwanzig Jahre den höchsten Mietenanstieg zu verzeichnen (bitte Kommunen,
absoluten, als auch prozentualen Anstieg der Miete innerhalb der
Zeiträume von 2004 bis 2014, von 2014 bis 2024 und von 2004 bis 2024
angeben)?
Die Erst- und Wiedervermietungsmieten im Internet inserierter Wohnungen
liegen nur bis auf die Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise sowie nur für
die Jahre 2010 bis 2024 vor. Die folgende Tabelle beinhaltet die
durchschnittlichen Angebotsmieten bei Erst- und Wiedervermietung der zehn Landkreise
und kreisfreien Städte in Thüringen mit den höchsten prozentualen
Steigerungen im Zeitraum 2010 bis 2024.
Tabelle: Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in den
zehn Kreisen mit den höchsten prozentualen Entwicklungen der Mieten in
Thüringen 2010 bis 2024
Kreisname
2010 2014 2024 2010 bis
2024
2014 bis
2024
2010 bis
2014
2010 bis
2024
2014 bis
2024
2010 bis
2014
Erst- und
Wiedervermietungsmieten nettokalt in
Euro je m²
Entwicklung in Prozent Entwicklung absolut
in Euro je m²
Weimar, Stadt 5,83 6,84 9,39 61,1 37,3 17,4 3,56 2,55 1,01
Eichsfeld 4,66 5,04 7,40 59,0 46,8 8,3 2,75 2,36 0,39
Weimarer Land 4,98 5,45 7,91 58,8 45,2 9,4 2,93 2,46 0,47
Erfurt, Stadt 5,69 6,39 8,90 56,3 39,2 12,3 3,21 2,51 0,70
Ilm-Kreis 4,94 5,49 7,56 53,0 37,7 11,1 2,62 2,07 0,55
Saale-
Holzland-Kreis
4,91 5,17 7,43 51,2 43,7 5,2 2,52 2,26 0,26
Jena, Stadt 7,37 8,06 11,15 51,2 38,3 9,3 3,77 3,09 0,69
Wartburgkreis 4,79 5,29 7,07 47,5 33,7 10,3 2,28 1,78 0,49
Sömmerda 4,92 5,06 7,20 46,3 42,3 2,8 2,28 2,14 0,14
Sonneberg 4,62 4,98 6,70 45,1 34,7 7,7 2,09 1,73 0,36
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH, microm Wohnlagen
Anmerkung: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen im Gebäudebestand
und Neubau mit 40 bis 100 m² Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute
Wohnlage, basierend auf im Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen
und Zeitungen.
5. Welche zehn Kommunen weisen in Thüringen aktuell nach Kenntnis der
Bundesregierung die höchsten Angebotsmieten auf (bitte ebenso die
Werte für die einzelnen Kommunen aus den Jahren 2004, 2014 und 2024
angeben)?
Die Erst- und Wiedervermietungsmieten im Internet inserierter Wohnungen
liegen für die kreisfreien Städte und Landkreise vor. Folgende zehn kreisfreien
Städte und Landkreise hatten im Jahr 2024 im Land Thüringen die höchsten
durchschnittlichen Angebotsmieten bei Erst- und Wiedervermietung.
Tabelle: Erst- und Wiedervermietungsmieten inserierter Wohnungen in den
zehn Kreisen mit den höchsten Mieten in Thüringen für das Jahr 2024
Kreisname 2010 2014 2024
Erst- und Wiedervermietungsmieten nettokalt in Euro je m²
Jena, Stadt 7,37 8,06 11,15
Weimar, Stadt 5,83 6,84 9,39
Erfurt, Stadt 5,69 6,39 8,90
Weimarer Land 4,98 5,45 7,91
Ilm-Kreis 4,94 5,49 7,56
Saale-Holzland-Kreis 4,91 5,17 7,43
Eichsfeld 4,66 5,04 7,40
Sömmerda 4,92 5,06 7,20
Hildburghausen 5,06 4,96 7,17
Wartburgkreis 4,79 5,29 7,07
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, IDN ImmoDaten GmbH, microm Wohnlagen
Anmerkung: Angebotsmieten ohne Nebenkosten für unmöblierte Wohnungen im Gebäudebestand
und Neubau mit 40 bis 100 m² Wohnfläche, mittlere Wohnungsausstattung, mittlere bis gute
Wohnlage, basierend auf im Internet veröffentlichten Wohnungsinseraten von Immobilienplattformen
und Zeitungen.
6. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
Mietbelastungsquote in Thüringen seit 2005 entwickelt?
Das alle vier Jahre umgesetzte Zusatzprogramm Wohnen des Mikrozensus der
Statistischen Ämter des Bundes und der Länder bietet die Möglichkeit
Mietbelastungsquoten auf der räumlichen Ebene der Bundesländer zu ermitteln,
zuletzt für das Erhebungsjahr 2022. Demnach lag die durchschnittliche
monatliche Mietbelastungsquote der Hauptmieterhaushalte im Jahr 2022 in Thüringen,
bezogen auf die Bruttokaltmiete am Haushaltsnettoeinkommen, bei 24,2
Prozent. Nach Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind
die Ergebnisse der Mikrozensen aus früheren Erhebungen durch methodische
Umstellungen nicht miteinander vergleichbar (www.destatis.de/DE/Themen/Ge
sellschaft-Umwelt/Wohnen/Methoden/_zusatzprogramm-wohnen-des-mz.html
#654254). Frühere Ergebnisse werden daher nicht dargestellt.
7. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Baulandpreise in
Thüringen innerhalb der letzten zwanzig Jahre entwickelt (bitte in
Zehnjahresschritten 2004, 2014, 2024 nach Landkreisen aufschlüsseln)?
Der Bundesregierung liegen Daten zu Baulandpreisen in den Landkreisen in
Thüringen nicht vor. Das Landesamt für Bodenmanagement und
Geoinformation des Freistaats Thüringen hat auf folgender Internetseite Daten zu
Kaufpreisen von unbebauten und bebauten Grundstücken für verschiedene Segmente in
Form von Excel-Dateien für die Jahre 2015 bis 2024 veröffentlicht: https://tlbg.
thueringen.de/wertermittlung/berichte-zum-grundstuecksmarkt#c83487,
abgerufen am 21. Oktober 2025.
8. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Leerstandsquote
von Wohnungen in Thüringen seit 2010 entwickelt (bitte nach
landesweiter Quote, Quote in Landkreisen sowie kreisfreien Städten und Gründen
für den Leerstand aufschlüsseln)?
Leerstandsquoten liegen auf der Ebene der kreisfreien Städte und Landkreise
über die Vollerhebungen des Zensus 2011 und des Zensus 2022 vor. Die
folgende Tabelle zeigt die Leerstandsquoten in Gebäuden mit Wohnraum der
Erhebungsstichtage der Zensen 2011 und 2022 für die Landkreise und
kreisfreien Städte in Thüringen und das Land Thüringen.
Tabelle: Durchschnittliche Leerstandsquoten in Gebäuden mit Wohnraum der
Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen und des Landes Thüringen
2011 und 2022
Kreisname
2011 2022 2011 bis 2022
Anteil leerstehender Wohnungen
an allen Wohnungen in Prozent
Veränderung
in Prozentpunkten
Erfurt, Stadt 5,0 4,5 -0,5
Gera, Stadt 12,3 11,5 -0,7
Jena, Stadt 1,9 3,1 1,2
Suhl, Stadt 8,3 10,2 1,9
Weimar, Stadt 4,6 4,4 -0,3
Eichsfeld 5,1 6,5 1,4
Nordhausen 4,9 7,8 2,9
Wartburgkreis 7,0 8,3 1,3
Unstrut-Hainich-Kreis 7,4 10,0 2,5
Kyffhäuserkreis 8,4 10,6 2,2
Schmalkalden-Meiningen 6,5 8,0 1,5
Gotha 6,9 5,9 -1,0
Sömmerda 5,1 6,8 1,6
Hildburghausen 5,8 7,8 2,1
Ilm-Kreis 6,8 6,9 0,1
Weimarer Land 6,9 7,9 1,0
Sonneberg 7,7 9,8 2,1
Saalfeld-Rudolstadt 6,9 8,9 2,0
Saale-Holzland-Kreis 6,1 6,8 0,7
Saale-Orla-Kreis 8,4 11,7 3,3
Greiz 9,2 11,8 2,6
Altenburger Land 12,2 15,1 2,8
Thüringen 7,0 8,1 1,1
Anmerkung: Wohnungen in Gebäuden mit Wohnraum, ausgenommen Ferien- und
Freizeitwohnungen
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, Statistische Ämter des Bundes und der Länder:
Zensus 2011, Zensus 2022 – Gebäude- und Wohnungszählung
Das Statistische Bundesamt und die statistischen Ämter der Länder haben mit
dem Zensus 2022 erstmals Leerstandsgründe abgefragt. Die folgende Tabelle
zeigt die prozentualen Verteilungen der leerstehenden Wohnungen in Gebäuden
mit Wohnraum nach Leerstandgründen zum Erhebungsstichtag des Zensus
2022.
Tabelle: Verteilung der Leerstandsgründe leerstehender Wohnungen in
Gebäuden mit Wohnraum der Landkreise und kreisfreien Städte in Thüringen und des
Landes Thüringen 2022
Kreisname
Innerhalb von
drei Monaten
für den Bezug
verfügbar
Laufende bzw.
geplante
Baumaßnahmen
Geplanter
Abriss oder
Rückbau
Verkauf des
Gebäudes oder der
Wohnung
Künftige
Selbstnutzung
Sonstiger
Grund
Anteil leerstehender Wohnungen nach Grund des Wohnungsleerstands in Prozent
Erfurt, Stadt 51,6 20,7 1,4 4,0 13,3 9,0
Gera, Stadt 49,4 30,4 4,5 4,0 1,9 9,9
Jena, Stadt 41,5 37,5 2,6 5,1 2,2 11,2
Suhl, Stadt 47,3 13,4 17,6 4,4 3,7 13,6
Weimar, Stadt 37,2 47,1 1,7 2,5 3,2 8,4
Eichsfeld 32,4 29,0 3,3 7,3 7,4 20,5
Nordhausen 40,7 21,8 3,8 7,8 6,7 19,1
Wartburgkreis 28,7 23,5 5,6 7,5 6,1 28,6
Unstrut-
Hainich-Kreis
33,1 22,6 7,7 8,6 4,9 23,0
Kyffhäuserkreis 29,0 25,2 7,7 10,9 5,9 21,4
Schmalkalden-
Meiningen
28,8 23,7 3,6 9,9 9,3 24,8
Gotha 34,6 31,9 2,2 6,3 6,0 18,9
Sömmerda 21,0 28,3 6,6 11,0 8,3 24,9
Hildburghausen 15,8 29,9 3,9 10,3 8,2 31,9
Ilm-Kreis 26,9 37,9 5,7 7,3 7,2 15,1
Weimarer Land 30,2 31,3 8,7 6,8 6,2 16,8
Sonneberg 18,3 24,3 22,2 7,5 7,7 20,0
Saalfeld-
Rudolstadt
27,9 26,2 9,0 8,4 6,5 22,0
Saale-
Holzland-Kreis
28,7 23,7 1,6 13,4 6,7 25,9
Saale-Orla-
Kreis
19,4 32,9 7,0 8,2 6,0 26,5
Greiz 32,9 24,0 2,7 6,1 6,4 28,0
Altenburger
Land
39,5 23,0 4,9 6,6 2,9 23,1
Thüringen 33,3 26,7 5,8 7,4 6,2 20,8
Anmerkung: Wohnungen in Gebäuden mit Wohnraum, ausgenommen Ferien- und
Freizeitwohnungen
Datenbasis: BBSR-Wohnungsmarktbeobachtung, Statistische Ämter des Bundes und der Länder:
Zensus 2022 – Gebäude- und Wohnungszählung
Die statistischen Ämter haben die im Zensusfragebogen vorgelagerte Frage als
Kategorie „Innerhalb von drei Monaten für den Bezug verfügbar“ den
Leerstandsgründen zugeordnet. Für diese Wohnungen wurden im Rahmen des
Zensusfragebogens keine Leerstandsgründe abgefragt.
9. Wie hat sich der Bestand an Sozialwohnungen nach Kenntnis der
Bundesregierung innerhalb der letzten zwanzig Jahre in Thüringen entwickelt
(bitte in Zehnjahresschritten 2004, 2014, 2024 aufschlüsseln)?
Der Bestand an Sozialwohnungen in Thüringen lag, nach Angaben von
Thüringen, zum Ende des Jahres 2014 bei 29 111 Wohnungen und zum Ende des
Jahres 2024 bei 11 718 Wohnungen. Für das Jahr 2004 liegen der Bundesregierung
keine Informationen vor.
10. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die Anzahl der
Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse Anrecht auf einen
Wohnberechtigungsschein in Thüringen haben?
Zur Anzahl der Menschen, die aufgrund ihrer Einkommensverhältnisse Anrecht
auf einen Wohnberechtigungsschein in Thüringen haben, liegen der
Bundesregierung keine Informationen vor.
11. Wie hat sich der Bestand der Grundstücke und Immobilien der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) in Thüringen innerhalb der
letzten zwanzig Jahre entwickelt (bitte in Zehnjahresschritten 2004, 2014,
2024 angeben)?
Die Entwicklung des Liegenschaftsbestandes der Bundesanstalt für
Immobilienaufgaben (BImA) in Thüringen ist der nachfolgenden Tabelle zu
entnehmen, die die Anzahl der Grundstücke/Immobilien im Eigentum der BImA in
Thüringen aufgeschlüsselt nach Jahren – beginnend mit dem Jahr 2007 –
darstellt. Zuvor wurden diese Daten nicht erhoben.
Jahr (Stand: jeweils 01.01.) Grundstücke/Immobilien im
Eigentum der BImA in Thüringen
2007 1 922
2014 943
2024 577
12. Wie viele Wohnungen waren in den letzten zwanzig Jahren jeweils zum
Stichtag 31. Dezember im Bestand der BImA in Thüringen (bitte für die
Jahre 2004, 2014 und 2024 angeben), und wie viele dieser Wohnungen
waren durchschnittlich vermietet?
Die Entwicklung der Wohnungen zum Stichtag 31. Dezember des jeweiligen
Jahres – beginnend mit dem Jahr 2018 – sind in der nachfolgenden Tabelle
dargestellt. Auswertungen älteren Datums stehen der BImA nicht zur Verfügung.
Jahr
(Stand: jeweils 31. 12.)
Anzahl Wohnungen in
Thüringen (Gesamt) Belegt
2018 1 185 1 129
2024 1 174 1 125
13. Welche Verkäufe von Grundstücken und Immobilien der BImA in
Thüringen sind innerhalb der nächsten fünf Jahre geplant (bitte die geplanten
Verkäufe nach genauem Standpunkt auflisten)?
Im aktuellen Verkaufsportfolio der BImA im Bundesland Thüringen befinden
sich die in der „Anlage zu Frage 13“ aufgeführten Liegenschaften, die aus
heutiger Sicht zum Verkauf anstehen.
Um bei ihren Veräußerungsentscheidungen auf sich ändernde
Marktgegebenheiten reagieren zu können, erstellt die BImA regelmäßig nur einjährige, dafür
aber grundsätzlich belastbare Verkaufsplanungen.
Bevor die BImA entbehrliche Liegenschaften auf dem Immobilienmarkt
veräußert, bietet sie diese zunächst den Kommunen oder anderen
Gebietskörperschaften im Wege des Erstzugriffs zum Erwerb an. Durch dieses Verfahren ist
sichergestellt, dass keine für eine kommunale Nutzung interessante
Liegenschaft ohne Beteiligung der Kommune an private Träger verkauft wird.
14. Wie viele Wohnungen hat die BImA nach Kenntnis der Bundesregierung
in Thüringen seit 2022 geschaffen (bitte einzeln nach Jahren
aufschlüsseln)?
In Thüringen hat die BImA seit 2022 keine neuen Wohnungen geschaffen.
15. Wie hat sich der Bestand der Grundstücke und Immobilien des
Bundeseisenbahnvermögens (BEV) in Thüringen innerhalb der letzten zwanzig
Jahre verändert (bitte für die Jahre 2004, 2014, 2024 angeben)?
Eine elektronische Auswertung nach Bundesland ist erst ab dem 1. März 2006
möglich. Es wird daher ersatzweise der Bestand zum 1. März 2006 statt zum
31. Dezember 2004 angegeben.
Der Grundstücksbestand des BEV im Bundesland Thüringen hat sich wie folgt
entwickelt:
2006 = 559 149 m²
2014 = 86 316 m²
2024 = 13 198 m².
16. Wie viele Wohnungen waren in den letzten zwanzig Jahren jeweils zum
Stichtag 31. Dezember 2004, 2014 und 2024 im Bestand des BEV in
Thüringen, und wie viele dieser Wohnungen waren durchschnittlich
vermietet?
Der Wohnungsbestand in Thüringen betrug:
2004 = 194 Wohnungen
2014 = elf Wohnungen
2024 = eine Wohnung.
Eine Statistik über den durchschnittlichen Vermietungsstand wird durch das
BEV nicht geführt.
17. Welche Verkäufe von Grundstücken und Immobilien des BEV in
Thüringen sind innerhalb der nächsten fünf Jahre geplant (bitte die geplanten
Verkäufe nach genauem Standpunkt auflisten)?
Durch den Maßgabebeschluss 20(8)5551 des Haushaltsausschusses des
Deutschen Bundestages vom 16. November 2023 gilt ein Veräußerungsverbot. Aus
diesem Grund stellt das BEV keine Verkaufsplanung auf.
18. Über welchen Bestand an Wohnungen, Immobilien und Grundstücken
verfügen andere Behörden bzw. Unternehmen des Bundes in Thüringen
(bitte einzeln nach Behörde bzw. Unternehmen aufschlüsseln)?
Unternehmen Bestand an a) Wohnungen, b) Immobilien, c) Grundstücken
Lausitzer und
Mitteldeutsche Bergbau-
Verwaltungsgesellschaft mbH, LMBV
c) Grundstücke
1. Bauland in der Krayenberggemeinde OT Merkers, Gartenstraße
2. Bauland/Bauerwartungsland in der Landgemeinde Stadt Bleicherode OT
Obergebra, Halle-Kasseler-Straße
Wismut GmbH c) Grundstücke
Fläche von 1.496 ha. Dabei handelt es sich sowohl um mit
Verwaltungsgebäuden und technischen Anlagen bebaute Flurstücke, als auch sämtliche andere im
Eigentum der Wismut stehenden Grundstücke zur Sanierung im Rahmen des
gesetzlichen Auftrages, die sich überwiegend im Außenbereich befinden (nicht
bebaubar)
DFS Deutsche
Flugsicherung GmbH
b) Immobilie
Sendestelle Erfurt (zwei Flurstücke mit 1.019 m² und 1.086 m²)
Deutsche Bahn AG* Bestand zum 22.10.2025:
13.270 Flurstücke mit einer Gesamtgröße von rd. 71.674.786 m², davon
entfallen rd. 7.643 m² auf die DB AG, der Hauptanteil entfällt auf ihre
Gesellschaften/Tochterunternehmen
Autobahn GmbH des
Bundes
Die Autobahn GmbH des Bundes verwaltet im Auftrag des Eigentümers
Bundesrepublik Deutschland zwei Wohnungen in Thüringen und 17.848
Grundstücke.
*Bei den Immobilien der Deutschen Bahn AG (DB AG) respektive ihrer Gesellschaften/
Tochterunternehmen handelt es sich immer um Immobilien, die eisenbahnrechtlich gewidmet sind und
ausschließlich für Bahnbetriebszwecke genutzt werden können. Im Eigentum der DB AG respektive
ihrer Gesellschaften/Tochterunternehmen befinden sich keine klassischen Wohnimmobilien. Zum
Teil befinden sich vereinzelt Wohnungen in betrieblichen Gebäuden. Bei diesen Wohnungen
handelt es sich nicht um klassische Wohnungen, sondern vielmehr um Dienstwohnungen für DB-
Mitarbeiter. Bei den vorbenannten Grundstücken handelt es sich größtenteils um bspw.
Eisenbahnverkehrsflächen, Eisenbahnverkehrsstraßen, öffentliche Verkehrsflächen, land- und
forstwirtschaftliche Flächen, etc. Nur ein geringer Teil ist mit baulichen Anlagen, wie z. B. Güterhalle,
Lagergebäude, etc. belegt.
19. Welche in Thüringen gelegenen Wohnungen, Immobilien und
Grundstücke anderer Behörden bzw. Unternehmen des Bundes wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung seit 2022 verkauft, und wie hoch waren
dabei die erzielten Einnahmen (bitte nach Jahr, Immobilienart, exakter
Adresse, Käufer und erzielten Einnahmen aufschlüsseln)?
Unternehmen Immobilienart Jahr des Verkaufs Adresse
Wismut GmbH Grundstück 2022 Ronneburg
Grundstück 2024 Raitzhain, Ronneburg, Paitzdorf
Grundstück 2024 Seelingstädt
Grundstück 2024 Beerwalde
Grundstück 2024 Beerwalde
Grundstück 2025 Ronneburg
Grundstück 2025 Seelingstädt
Deutsche Bahn AG Bahnanlage 2022 Altenburg
Gebäude 2022 Straußfurt
Gebäude 2022 Sülzenbrücken
Verkehrsfläche 2022 Triptis
Gebäude 2022 Kaulsdorf
Gebäude 2022 Neudietendorf
Verkehrsfläche 2022 Rosenthal a. R., OT Harra
Gartenfläche 2023 Sonneberg
Gebäude 2023 Weimar
Verkehrsfläche 2023 Heinersdorf
Bahnanlage 2023 Erfurt
Gebäude 2023 Woffleben
Bahnanlage 2023 Pößneck
Gebäude 2023 Nordhausen
Gebäude 2023 Gotha
Bahnanlage 2023 Nordhausen
Bahnanlage 2025 Triptis
Gartenfläche 2024 Katzhütte
Verkehrsfläche 2024 Neustadt (Orla)
Gebäude 2024 Sondershausen
Gebäude 2024 Großenstein
Gartenfläche 2024 Gera
Bahnanlage 2024 Nordhausen
Bahnanlage 2024 Nordhausen
Bahnanlage 2024 Arnstadt
Verkehrsfläche 2025 Sömmerda
Verkehrsfläche 2025 Bleicherode
Verkehrsfläche 2025 Unstruttal
Garagenfläche 2025 Arnstadt
Garagenfläche 2025 Sonneberg
Verkehrsfläche 2025 Zschöpel
Berücksichtigt sind die Jahre 2022 bis 30. September 2025.
Die Angaben zu Käufer und Kaufpreis sind vertraulich zu behandeln und
können daher nicht veröffentlicht werden.
20. Wie hat sich die jährliche Zahl von Zwangsräumungen in Thüringen
nach Kenntnis der Bundesregierung entwickelt (bitte Gesamtzahl, nach
Kreisen bzw. kreisfreien Städten und den Jahren 2004, 2014 und 2024
aufschlüsseln)?
Nachstehend sind die Angaben zu den tatsächlich durchgeführten
Zwangsräumungen in Wohnraum in Thüringen (TH) für die Jahre 2019 bis 2024
aufgeführt, die die Landesjustizverwaltung TH dem Bundesamt für Justiz (BfJ)
übermittelt hat. Eine frühere Erhebung der erfragten Daten hat in TH nicht
stattgefunden, sodass dem BfJ keine Daten übermittelt wurden. Insoweit können wir
somit keine Daten zu den konkret erfragten Daten für die Jahre 2004 und 2014
zuliefern. Darüber hinaus kann keine Differenzierung nach Kreisen/kreisfreien
Städten vorgenommen werden, da diese Daten nicht gesondert erfasst werden.
– 2019: 967 in Wohnraum
– 2020: 859 in Wohnraum
– 2021: 855 in Wohnraum
– 2022: 791 in Wohnraum
– 2023: 858 in Wohnraum
– 2024: 827 in Wohnraum
21. Wie haben sich die Wohnnebenkosten (Heizung, Warmwasser, kalte
Betriebskosten) in Thüringen nach Kenntnis der Bundesregierung in den
letzten 20 Jahren landesweit entwickelt (bitte in Zehnjahresschritten
2004, 2014, 2024 angeben)?
Angaben zu Wohnnebenkosten auf der räumlichen Ebene der Länder werden
über das Zusatzprogramm Wohnen des Mikrozensus durch die Statistischen
Ämter des Bundes und der Länder als Sonderauswertungen aufbereitet. Das
Zusatzprogramm Wohnen wird alle vier Jahre erhoben wird, zuletzt 2022. Für
das Land Thüringen ergeben sich darüber für das Jahr 2022 durchschnittliche
warme und kalte Wohnnebenkosten von insgesamt 2,3 Euro je m². Nach
Angaben der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sind die Ergebnisse
der Mikrozensen aus früheren Erhebungen durch methodische Umstellungen
nicht miteinander vergleichbar (www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Um
welt/Wohnen/Methoden/_zusatzprogramm-wohnen-des-mz.html#654254).
Frühere Ergebnisse werden daher nicht dargestellt.
22. Wie haben sich die Wohnnebenkosten (Heizung, Warmwasser, kalte
Betriebskosten) in den Landkreisen in Thüringen nach Kenntnis der
Bundesregierung in den letzten 20 Jahren entwickelt (bitte in
Zehnjahresschritten 2004, 2014, 2024 angeben und nach Landkreisen
aufschlüsseln)?
Der Bundesregierung liegen keine Informationen zu Wohnnebenkosten auf
Kreisebene vor.
23. Welche sind nach Kenntnis der Bundesregierung in Thüringen die zehn
Kommunen mit den höchsten Energiepreisen für Privatpersonen (bitte in
Zehnjahresschritten 2004, 2014, 2024 angeben)?
Dafür liegen der Bundesregierung keine Informationen vor, da die Höhe der
Preise nicht ortsscharf erfasst wird.
24. Wie hoch sind die Wohnnebenkosten (Heizung, Warmwasser, kalte
Betriebskosten) nach Kenntnis der Bundesregierung in Thüringen im
Vergleich zum Bundesdurchschnitt?
Sonderauswertungen des Zusatzprogramms Wohnen des Mikrozensus durch
die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder zeigen, dass die
durchschnittlichen Wohnnebenkosten in Deutschland im Jahr 2022 bei 2,5 Euro je m²
lagen und damit 0,2 Euro je m² höher waren als die durchschnittlichen
Wohnnebenkosten im Land Thüringen.
25. Wie hoch sind die Netzentgelte für Strom in Thüringen nach Kenntnis
der Bundesregierung (bitte sowohl absolut als auch im Vergleich zu den
anderen 15 Bundesländern angeben)?
Tabelle: Haushaltskunden (HHK):
Nettonetzentgelte je Bundesland 2024
in ct/kWh
Mengengewichteter
Mittelwert* Minimum Maximum
Schleswig-Holstein 13,17 7,44 16,03
Hamburg 13,05 9,41 16,03
Brandenburg 12,45 7,65 15,50
Mecklenburg-Vorpommern 11,99 7,01 15,50
Saarland 11,64 8,33 32,95
Rheinland-Pfalz 11,39 7,25 14,96
Baden-Württemberg 11,24 6,04 22,01
Nordrhein-Westfalen 11,07 5,65 14,54
Thüringen 10,76 6,35 12,68
Bayern 10,56 4,84 20,62
Hessen 10,54 6,41 15,90
Sachsen 10,34 8,09 13,91
Berlin 10,29 9,74 13,64
Sachsen-Anhalt 10,27 7,08 14,59
Niedersachsen 9,91 6,26 15,50
Bremen 8,30 8,18 12,45
Tabelle: Gewerbekunden (GK):
Nettonetzentgelte je Bundesland 2024
in ct/kWh
Mengengewichteter
Mittelwert* Minimum Maximum
Hamburg 11,41 6,42 13,50
Schleswig-Holstein 11,23 6,73 13,50
Brandenburg 10,47 5,92 14,39
Saarland 10,04 5,90 31,68
Mecklenburg-Vorpommern 9,96 5,03 12,19
Berlin 9,40 8,15 11,59
Rheinland-Pfalz 9,30 6,50 13,23
Baden-Württemberg 9,21 5,64 20,74
Nordrhein-Westfalen 8,77 5,65 13,21
Sachsen 8,74 6,10 12,41
Sachsen-Anhalt 8,59 5,81 12,46
Hessen 8,56 4,75 15,00
Thüringen 8,44 5,76 11,09
Bayern 8,38 3,97 18,02
Niedersachsen 7,46 4,85 13,57
Bremen 6,69 6,40 11,81
Tabelle: Industriekunden (IK):
Nettonetzentgelte je
Bundesland 2024 in ct/kWh
Mengengewichteter
Mittelwert* Minimum Maximum
Hessen 4,78 2,99 6,25
Brandenburg 4,72 2,60 7,76
Schleswig-Holstein 4,66 1,90 7,27
Mecklenburg-Vorpommern 4,59 2,35 6,96
Baden-Württemberg 4,51 2,84 7,82
Sachsen 4,32 3,13 6,83
Hamburg 4,32 3,45 5,73
Berlin 4,30 2,98 4,98
Thüringen 4,16 2,55 4,99
Sachsen-Anhalt 4,12 3,32 7,54
Rheinland-Pfalz 4,11 2,81 6,98
Nordrhein-Westfalen 4,07 2,13 7,64
Bremen 3,96 3,45 4,48
Bayern 3,82 0,91 7,59
Niedersachsen 3,79 1,79 6,96
Saarland 3,47 2,64 8,73
*Als Gewichtungsgrundlage wurde die Abgabemenge der Netzbetreiber in den jeweiligen
Netzgebieten verwendet.
Diese und weitere Informationen sind auch im jährlichen Monitoringbericht der
Bundesnetzagentur zu finden.
26. Wie hoch sind die durchschnittlichen Strompreise in Thüringen nach
Kenntnis der Bundesregierung (bitte sowohl absolut als auch im
Vergleich zu den anderen 15 Bundesländern angeben)?
Durchschnittlicher Strompreis je
Bundesland und Abnahmefall 2024 in
ct/kWh
*mengengewichtet
** arithmetisch
HHK*
(2 500 bis 5 000
kWh/a)
GK**
(50 MWh/a)
IK**
(24 GWh/a)
(ohne Vergünstigungen)
Schleswig-Holstein 43,58 32,69 20,90
Hamburg 43,46 32,87 20,56
Brandenburg 42,86 31,93 20,96
Mecklenburg-Vorpommern 42,40 31,42 20,83
Saarland 42,05 31,50 19,71
Rheinland-Pfalz 41,80 30,76 20,35
Baden-Württemberg 41,65 30,67 20,75
Nordrhein-Westfalen 41,48 30,23 20,31
Thüringen 41,17 29,90 20,40
Bayern 40,97 29,84 20,06
Hessen 40,95 30,02 21,02
Sachsen 40,75 30,20 20,56
Berlin 40,70 30,86 20,54
Sachsen-Anhalt 40,68 30,05 20,36
Niedersachsen 40,32 28,92 20,03
Bremen 38,71 28,15 20,20
27. Wie hat sich der Bestand an öffentlichen Wohnungen in einzelnen
Landkreisen in Thüringen nach Kenntnis der Bundesregierung entwickelt
(bitte in Zehnjahresschritten 2004, 2014, 2024 angeben und nach
Landkreisen aufschlüsseln)?
28. Wie viele ehemals öffentliche Wohnungen wurden nach Kenntnis der
Bundesregierung in Thüringen in den letzten 20 Jahren privatisiert?
Die Fragen 27 und 28 werden zusammen beantwortet: Die Bundesregierung
verweist auf die Antwort zu den Fragen 11 bis 19.
Die Bundesregierung hat keine Kenntnis zu Beständen und Verkäufen der
Länder und Kommunen.
Anlage zur Antwort auf Frage 13: Aktuelles Verkaufsportfolio 2025 in
Thüringen
lfd.
Nr.
Postleitzahl Ort Ortsteil, Straße oder Lage* Hausnummer
1 04600 Altenburg Denkmalring
2 04600 Altenburg
3 06556 Voigtstedt Das Frönland
4 06556 Artern Leipziger Straße
5 06577 An der Schmücke B 85
6 07318 Saalfeld Garnsdorfer Straße 87/91
7 07318 Saalfeld/Saale Schmiedefelder Straße 95
8 07318 Saalfeld/Saale Remschützer Straße 4
9 07356 Bad Lobenstein Saalstraße
10 07356 Bad Lobenstein Saalstraße 4
11 07368 Remptendorf Lobensteiner Straße 9a
12 07381 Paska
13 07381 Pößneck Lohstraße
14 07381 Pößneck Schlettweiner Straße
15 07381 Pößneck Schlettweiner Straße 1
16 07407 Rudolstadt Schaalaer Chaussee 5
17 07407 Rudolstadt Herbert-Stauch-Straße
18 07407 Rudolstadt An der Lehmgrube
19 07426 Königsee Oberköditz 56
20 07426 Königsee Rudolstädter Straße 48
21 07546 Gera Leumnitzer Straße 32c
22 07546 Gera Leumnitzer Straße
23 07580 Ronneburg
24 07586 Kraftsdorf Ernst-Thälmann-Str. 22
25 07613 Hartmannsdorf Eisenberger Straße 11
26 07819 Triptis Nordstraße
27 07819 Triptis Schulstraße
28 07819 Triptis Straße der deutschen Einheit
29 07819 Dreitzsch An der Kreisstraße
30 07819 Triptis Mittelpöllnitzer Straße 10
31 07919 Kirschkau
32 07924 Eßbach
33 07937 Zeulenroda-Triebes Am Bahnhof
34 36414 Unterbreizbach B 84, Frankfurter Straße
35 36448 Schweina Am Mühlberg
36 37308 Heilbad Heiligenstadt Auf der Rinne, Gewerbegebiet Süd
37 37308 Heuthen Schlafgasse
38 37318 Birkenfelde Am Höheholz
39 37339 Breitenworbis
40 37339 Leinefelde-Worbis Siegfriederöder Weg
41 37345 Weißenborn-Lüderode Hauptstraße 167
42 37345 Sonnenstein Hauptstraße L 2060
43 96523 Steinach Steinbächleinring
44 98527 Suhl Steinfelder Weg
45 98528 Suhl Zellaer Straße
46 98528 Suhl Sportplatzstraße
47 98528 Suhl Engertal/Frauenwalder Str.
48 98528 Suhl Finsterbergstraße
49 98528 Suhl Keßlerwiese
50 98528 Suhl Finsterbergstraße
51 98544 Zella-Mehlis
52 98544 Zella-Mehlis Auguststraße 14
53 98553 Schleusingen, Stadt
54 98553 Schleusingen Rappelsdorf
55 98559 Oberhof Tambacher Straße 32
56 98559 Oberhof Gräfenrodaer Straße
57 98559 Oberhof Jägerstraße
58 98617 Meiningen Untere Kuhtrift
59 98617 Meiningen Herpfer Straße 22
60 98646 Straufhain
61 98646 Hildburghausen Am Backsteinfeld
62 98660 Themar Bahnhofstraße
63 98667 Steinbach -
Langenbach
In der Saale
64 98673 Auengrund
65 98673 Eisfeld Im Dorfe
66 98673 Eisfeld Steudacher Weg
67 98693 Ilmenau Sandsteinstraße
68 98694 Ilmenau Neue Straße
69 98694 Ilmenau Taubachstraße
70 98701 Großbreitenbach Böhlener Straße 22
71 98724 Lauscha Ringstraße
72 98744 Cursdorf
73 99091 Erfurt Scheidemantelweg
74 99097 Erfurt
75 99097 Erfurt Seebachstraße 1
76 99310 Arnstadt An der Lehmgrube
77 99334 Amt Wachsenburg Molsdorfer Straße
78 99338 Gossel
79 99423 Weimar Schwanseestraße 88c
80 99625 Kölleda Kammerforststraße 28
81 99628 Buttstädt Schulgasse 177
82 99634 Straußfurt Straße der Jugend 15
83 99636 Rastenberg Lindenstraße 9
84 99636 Rastenberg Mühltal 10
85 99706 Sondershausen Gänseweide
86 99706 Sondershausen Lindenstraße
87 99713 Helbedündorf Clara-Zetkin-Straße 8
88 99734 Nordhausen Vor dem Vogel
89 99734 Nordhausen Rothenburgstraße
90 99734 Nordhausen Gehegesiedlung
91 99734 Nordhausen diverse land-u. forstwirschaftlich Grundstücke u. Ä.
92 99734 Nordhausen Auf dem Sand
93 99734 Nordhausen Haydnstr./ Friedrich-Naumann-Str.
94 99735 Hainrode Zum Teichtal
95 99735 Bleicherode Adental 5
96 99735 Bleicherode Am Bahnhof 8
97 99735 Bleicherode Bliedunger Straße 44B
98 99752 Bleicherode Weidenhof
99 99752 Wipperdorf Sondershäuser Straße 1
100 99755 Ellrich Auf der Liethe
101 99755 Hohenstein Rehgasse 13
102 99755 Ellrich Zorger Landstraße u. Kolonie
103 99759 Sollstedt diverse land-u. forstwirschaftlich Grundstücke u. Ä.
104 99759 Obergebra
105 99759 Wülfingerode
106 99762 Ellrich Burgbergsiedlung
107 99768 Harztor Johann-Kleinspehn-Schanze
108 99768 Harztor Nordhäuser Straße
109 99768 Harztor Appenröder Straße
110 99817 Eisenach Werrastraße 19
111 99826 Ebenshausen
112 99867 Gotha Steinstraße
113 99867 Gotha Gleichenstraße 9
114 99880 Waltershausen hinter Lauchaer Straße 40
115 99894 Friedrichroda Engelsbacher Str.
116 99974 Mühlhausen /Thüringen
117 99974 Mühlhausen Windeberger Landstraße
118 99974 Mühlhausen/Thüringen Hinter den Gärten
* Bei Liegenschaften ohne Ortsteil-, Straßen- oder Lagebezeichnung handelt es sich in der Regel um land- und
forstwirtschaftliche Flächen, Grün-, Unland-, Straßennebenflächen u. Ä.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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