Reise von Bundesaußenminister Dr. Wadephul nach Mauretanien und die deutsch-mauretanischen Beziehungen
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Reise von Bundesaußenminister Dr. Wadephul nach Mauretanien und die deutsch-mauretanischen Beziehungen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/7987
21. Wahlperiode 11.09.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Anna Rathert, Heinrich Koch, Stefan Keuter, Dr. Malte
Kaufmann, Dr. Alexander Gauland, Uwe Schulz, Udo Theodor Hemmelgarn,
Rocco Kever, Denis Pauli, Johann Martel, Martina Uhr und der Fraktion der AfD
Reise des Bundesministers des Auswärtigen Dr. Johann Wadephul nach
Mauretanien und die deutsch-mauretanischen Beziehungen
Am 20. Juli 2026 ist der Bundesminister des Auswärtigen Dr. Johann
Wadephul zu einer Reise nach Mauretanien gestartet. Dies ist die erste Reise
eines deutschen Außenministers nach Mauretanien seit 20 Jahren. Neben dem
Senegal ist Mauretanien der einzige verbliebene demokratische Staat der sieben
Sahel-Länder. In Mali, Burkina-Faso, Sudan und Niger bestehen
Militärregierungen. Der Tschad gilt inzwischen als autoritär regierter Staat. Bei seiner
Reise traf Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul u. a. auf seinen
Amtskollegen Mohamed Salem Ould Merzoug und auf Präsident Mohamed Ould
Ghazouani. Auf der Agenda standen u. a. Themen wie Flüchtlingshilfe, grüner
Wasserstoff und die Rolle Mauretaniens als demokratischer Stabilitätsanker in
einer von Unsicherheit und Dschihadismus sowie Terrorismus geprägten
Region. Auffällig war ein Detail bei der Pressekonferenz von
Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul und seinem Amtskollegen. Nachdem beide Minister
ihre einleitenden Statements abgegeben hatten, brach Außenminister Mohamed
Salem Ould Merzoug die Pressekonferenz ab – ohne dass eine einzige Frage
gestellt werden konnte (vgl. www.welt.de/politik/ausland/article6a5e6dec3d7c8
c257075f2d2/wadephul-in-mauretanien-warum-er-als-erster-aussenminister-sei
t-20-jahren-den-wuestenstaat-besucht.html, zuletzt aufgerufen am 23. Juli
2026).
Aus Sicht der Bundesregierung nimmt Mauretanien die Rolle eines
Stabilitätsankers ein. Das Land ist nach dem Zerfall der G5‑Sahel-Gruppe und dem
Abzug westlicher Truppen aus Mali das letzte Partnerland in der unmittelbaren
Sahel-Zone, das eine pro-westliche Sicherheitsarchitektur aufrechterhält. Die
politische Lage unter Präsident Mohamed Ould Ghazouani, der im Juni 2024
wiedergewählt wurde, gilt zwar als vergleichsweise stabil, ist jedoch von
tiefgreifenden sozialen Spannungen, anhaltender Armut und ethnischen
Spannungen geprägt. Die ethnischen Gegensätze zwischen der arabisch-berberischen
Elite und der schwarzafrikanischen Bevölkerung prägen die Gesellschaft nach
wie vor (vgl. www.kas.de/de/laenderberichte/detail/-/content/presidential-electi
ons-2024-in-mauritania, zuletzt aufgerufen am 23. Juli 2026, und www.auswae
rtiges-amt.de/de/service/laender/mauretanien-node/bilaterale-beziehungen-21
9176, zuletzt aufgerufen am 23. Juli 2026).
Ein zentraler Pfeiler der bilateralen Beziehungen mit Deutschland ist die
Kooperation im Bereich der inneren Sicherheit und der Extremismusprävention.
Die Bundesregierung fördert hierbei insbesondere den mauretanischen Weg der
Deradikalisierung, der neben militärischer Härte auf religiösen Dialog setzt.
Ein prominentes Beispiel ist das Projekt der sog. Mourchidates. Hierbei handelt
es sich um weibliche religiöse Wegweiserinnen, die in Moscheen und
Gemeinden präventiv gegen islamistische Indoktrination wirken sollen (vgl. www.wel
t.de/politik/ausland/article6a5e6dec3d7c8c257075f2d2/wadephul-in-mauretani
en-warum-er-als-erster-aussenminister-seit-20-jahren-den-wuestenstaat-besuch
t .html). Kritiker bemängeln jedoch die schwierige Evaluierung der
tatsächlichen Wirksamkeit solcher Soft-Power-Ansätze in einem Land, in dem
konservative Auslegungen des Islam tief verwurzelt sind und in dem die Meinungs-
und die Religionsfreiheit immer wieder unter Druck geraten (vgl. www.aljazeer
a.com/news/2026/5/21/mauritanias-female-islamic-guides-leading-the-fight-ag
ainst-extremism, zuletzt aufgerufen am 23. Juli 2026, und https://monde-diplo
matique.de/artikel/!5613415, zuletzt aufgerufen am 23. Juli 2026).
Im Bereich der Migrationspolitik hat Mauretanien für Deutschland und die
Europäische Union (EU) eine strategische Schlüsselrolle eingenommen.
Angesichts der massiv steigenden Zahl von Migranten, die über die sog. Atlantik-
Route von der mauretanischen Küste in Richtung der Kanarischen Inseln
aufbrechen, schloss die EU im Februar 2024 ein weitreichendes
Migrationsabkommen mit Nouakchott ab. Dieses umfasst Finanzhilfen in Höhe von 210 Mio.
Euro. Die Bundesregierung unterstützt diese Partnerschaft, um die
Grenzschutzkapazitäten Mauretaniens zu stärken und Rückführungen zu erleichtern
(vgl. https://euractiv.com/de/news/eu-gewaehrt-mauretanien-210-mio-euro-zur-
eindaemmung-illegaler-migration/, zuletzt abgerufen am 23. Juli 2026, und
https://de.euronews.com/2024/02/09/eu-gibt-mauretanien-210-mio-euro-zur-be
kampfung-illegaler-migration, zuletzt aufgerufen am 23. Juli 2026).
Wirtschaftspolitisch steht die Reise von Bundesaußenminister Dr. Johann
Wadephul im Zeichen der sog. Energiewende. Mauretanien verfügt über
enorme Ressourcen für Wind- und Solarenergie und soll zu einem Hauptlieferanten
für grünen Wasserstoff entwickelt werden. Großprojekte wie das AMAN-
Vorhaben mit Beteiligung internationaler Konsortien werden von der
Bundesregierung politisch unterstützt (vgl. www.gtai.de/de/trade/mauretanien/branche
n/eu-unterstuetzt-energiewende-in-mauretanien-1048886, zuletzt aufgerufen
am 23. Juli 2026, und www.n-tv.de/wirtschaft/Grossanlage-in-Mauretanien-sol
l-Wasserstoff-liefern-article23970792.html, zuletzt aufgerufen am 23. Juli
2026). Im Rahmen des AMAN-Vorhabens werden auf einer Wüstenfläche von
8 500 Quadratkilometern erneuerbare Energien genutzt, um sog. grünen
Wasserstoff und dessen Derivate wie Ammoniak oder Methanol zu produzieren und
zu vermarkten (vgl. www.cleanthinking.de/power-to-x-cwp-global-
wasserstoffwueste-mauretanien/, zuletzt aufgerufen am 17. August 2026).
Der Abbruch der Pressekonferenz während des Besuchs von
Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul wirft bei den Fragestellern Fragen zum Zustand
der Pressefreiheit in Mauretanien auf. Während Mauretanien im regionalen
Vergleich bei der Pressefreiheit oft besser abschneidet als seine Nachbarn, kam
es in der jüngeren Vergangenheit wiederholt zu Festnahmen von Journalisten
und zu Internetabschaltungen bei Protesten (vgl. www.reporter-ohne-grenze
n.de/rangliste/2026, zuletzt abgerufen am 23. Juli 2026, und www.kas.de/de/lae
nderberichte/detail/-/content/presidential-elections-2024-in-mauritania, zuletzt
aufgerufen am 23. Juli 2026).
In den Medien wird aktuell die Verbindung zwischen dem CSD-Attentäter
(CSD = Christopher Street Day) und einem bekannten salafistischen Prediger,
der inzwischen in Mauretanien lebt, thematisiert. Der CSD-Attentäter habe
versucht, nach Mauretanien zu reisen. Dieses Vorhaben sei jedoch gescheitert (vgl.
www.spiegel.de/panorama/justiz/csd-attentaeter-stand-in-kontakt-mit-salafiste
n-prediger-a-15a39b6d-f1c9-4369-bb73-f04e03e34494, zuletzt aufgerufen am
3. August 2026).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie setzte sich die offizielle Delegation von Bundesaußenminister
Dr. Johann Wadephul während der Mauretanien-Reise im Juli 2026
zusammen (bitte nach Funktionen und Ressorts auflisten)?
2. Welche Vertreter der Wirtschaft aus Unternehmen, Wirtschaftsverbänden,
Kammern, Finanzierungsinstitutionen und öffentlichen Förderbanken
begleiteten den Bundesaußenminister, und nach welchen Kriterien erfolgte
deren Auswahl?
3. Wie hoch belaufen sich die Gesamtkosten der Reise nach aktuellem Stand
(bitte nach Flugkosten, Unterbringung, Bewirtung und sonstigen Kosten
aufschlüsseln)?
4. Welche konkreten Termine und Besichtigungen umfasste das Programm
in Mauretanien (bitte Zeitplan und Gesprächspartner angeben)?
5. Wurden während der Reise bilaterale Abkommen oder
Absichtserklärungen (Memoranda of Understanding [MoU]) mit Vertretern der
mauretanischen Regierung oder Unternehmen unterzeichnet?
a) Wenn ja, zu welchen Themen, und mit welchem Inhalt?
b) Wenn nein, warum nicht?
6. Welche Rolle nimmt Mauretanien in der aktuellen Sahel-Strategie der
Bundesregierung ein, insbesondere nach dem Ende des MINUSMA-
Mandats (MINUSMA = Multidimensional Integrated Stabilization
Mission in Mali) in Mali (bitte ausführen)?
7. Hat sich die Bundesregierung eine eigene Auffassung erarbeitet zur
Stabilität der mauretanischen Regierung angesichts der Staatsstreiche in den
Staaten Mali, Burkina Faso und Niger (wenn ja, bitte ausführen)?
8. Wurde die Zusammenarbeit im Rahmen der sog. Sahel-Allianz während
der Gespräche von Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul
thematisiert?
a) Wenn ja, mit welchem Inhalt?
b) Wenn nein, warum nicht?
9. Welche konkreten Fortschritte sieht die Bundesregierung bei der Reform
des mauretanischen Sicherheitssektors durch deutsche Unterstützung
insbesondere im Hinblick auf Flüchtlingsrouten und Extremismus jeglicher
Art (vgl. www.kas.de/de/laenderberichte/detail/-/content/mauretanien-zwi
schen-nationalem-dialog-und-geopolitischer-machtpolitik, www.dw.com/
de/deutschland-und-mauretanien-planen-sahel-initiative/a-78047139; bitte
ausführen)?
10. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung gegebenenfalls über das
politische und wirtschaftliche Engagement Russlands, der Volksrepublik
China und der Türkei in Mauretanien vor, insbesondere hinsichtlich
Investitionen, Kreditvergabe, Rohstoffen, Energie und militärischer
Zusammenarbeit (bitte gegebenenfalls ausführen)?
11. Mit welchen finanziellen Mitteln unterstützt die Bundesregierung seit
2020 Programme zur Extremismusprävention in Mauretanien (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller; bitte nach Jahren und Projekten auflisten)?
12. Welchen konkreten Beitrag leistet das Programm der sog. Mourchidates
(weibliche religiöse Begleiterinnen) aus Sicht der Bundesregierung zur
Deradikalisierung in Mauretanien (siehe Vorbemerkung der Fragesteller;
bitte ausführen)?
13. Wie viele sog. Mourchidates wurden nach Kenntnis der Bundesregierung
bisher mit deutschen Haushaltsmitteln im Rahmen der Entwicklungshilfe
bzw. Projektförderung ausgebildet oder gefördert?
14. Welche Erkenntnisse hat die Bundesregierung über die Wirksamkeit des
Programms der sog. Mourchidates im ländlichen Raum Mauretaniens
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller; bitte ausführen)?
15. Arbeitet die Bundesregierung im Bereich der Terrorismusbekämpfung
direkt mit dem mauretanischen Geheimdienst oder Militär zusammen?
a) Wenn ja, in welcher Art und Weise?
b) Wenn nein, warum nicht?
16. Welche Projekte des UN-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung
(UNODC) in Mauretanien werden seit 2020 von der Bundesregierung
finanziell unterstützt (vgl. www.unodc.org/westandcentralafrica/en/westand
centralafrica/countries/mauritania.html, zuletzt aufgerufen am 18. August
2026; bitte nach Jahren und Projekten auflisten)?
17. Welchen aktuellen Stand haben die Verhandlungen mit der
mauretanischen Regierung über den Export von grünem Wasserstoff nach
Deutschland (vgl. https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sic
herheit-lng-und-gruenen-wasserstoff/, zuletzt aufgerufen am 18. August
2026; bitte ausführen)?
18. Welche deutschen Unternehmen sind derzeit an konkreten Wasserstoff-
Projekten (z. B. Projekt AMAN oder NOUR) in Mauretanien beteiligt
(vgl. www.hzwei.info/international/international-moehring-energie-plant-
1-gw-wasserstoffprojekt-mauretanien, zuletzt aufgerufen am 18. August
2026, www.gtai.de/de/trade/mauretanien/branchen/mauretanien-sucht-inv
estoren-fuer-die-energiewirtschaft-1920292, zuletzt aufgerufen am
19. August 2026)?
19. In welcher Höhe fördert die Bundesregierung seit 2020
Infrastrukturprojekte zur Energieerzeugung in Mauretanien (vgl. www.giz.de/de/projekte/f
oerderung-von-grundlagen-rahmenbedingungen-fuer-den-ausbau-von-
eeund-gruenem-wasserstoff, zuletzt aufgerufen am 18. August 2026; bitte
nach Jahren, Projekten, Haushaltstitel, Förderinstrument,
Durchführungspartner, zugesagten und ausgezahlten Mitteln, Darlehen und Garantien
auflisten)?
20. Hat sich die Bundesregierung bereits eine Haltung zu Investitionen in
Mauretanien mit Blick auf die regionale Sicherheitslage erarbeitet (vgl.
https://fokus-afrika.de/deutschland-setzt-in-mauretanien-auf-sicherheit-ln
g-und-gruenen-wasserstoff/, zuletzt aufgerufen am 18. August 2026)?
a) Wenn ja, wie lautet diese?
b) Wenn nein, warum nicht?
21. Welche Anforderungen stellt die Bundesregierung bei der
Projektförderung der in Frage 19 erfragten Projekte sowie grundsätzlich bezüglich
Umwelt- und Sozialstandards bei der Produktion von grünem Wasserstoff
in der mauretanischen Wüste (vgl. www.giz.de/de/projekte/foerderung-vo
n-grundlagen-rahmenbedingungen-fuer-den-ausbau-von-ee-und-
gruenemwasserstoff, zuletzt aufgerufen am 18. August 2026, siehe Vorbemerkung
der Fragesteller)?
22. Gibt es aufseiten der Bundesregierung wirtschaftliche Betrachtungen,
Vorgaben und Bedingungen, wie beispielsweise Investitionsrechnung,
Produktionskosten, Transportkosten, Preiskorridore bei der Produktion von
grünem Wasserstoff in der mauretanischen Wüste?
a) Wenn ja, bitte detailliert die entsprechenden Positionen auflisten.
b) Wenn nein, warum nicht, und wann stehen diese zur Verfügung?
23. Gibt es vonseiten der Bundesregierung Pläne für eine vertiefte
Rohstoffpartnerschaft mit Mauretanien über den Energiesektor hinaus, und wurde
dieses Thema bei den Gesprächen von Bundesaußenminister Dr. Johann
Wadephul berücksichtigt?
24. Wie viele Staatsangehörige Mauretaniens leben derzeit in Deutschland
(bitte nach Asylstatus auflisten)?
25. Wie viele Staatsangehörige Mauretaniens sind derzeit in Deutschland
ausreisepflichtig, und wie viele Rückführungen fanden in den Jahren 2023,
2024, 2025 und im ersten Halbjahr 2026 statt?
26. Wurde während der Reise von Bundesaußenminister Dr. Johann
Wadephul ein neues Migrationsabkommen oder eine
Rückkehrvereinbarung thematisiert?
27. Wie unterstützt die Bundesregierung Mauretanien beim Grenzschutz,
insbesondere an den Grenzen zu Mali und zum Senegal (vgl. Vorbemerkung
der Fragesteller)?
28. Welche Mittel aus dem EU-Treuhandfonds für Afrika wurden seit 2020
mit deutscher Beteiligung nach Mauretanien zugesagt und ausgezahlt?
29. Hat sich die Bundesregierung zu den Kapazitäten Mauretaniens zur
Aufnahme von Flüchtlingen aus den krisengeschüttelten Nachbarstaaten des
Sahel bereits eine Auffassung erarbeitet, und wenn ja, welche?
30. Gibt es Bestrebungen durch die Bundesregierung bzw. wirkt die
Bundesregierung innerhalb der EU darauf hin, in Mauretanien Zentren für
Asylverfahren oder die Bearbeitung von Migrationsanträgen einzurichten?
a) Wenn ja, in welcher Form?
b) Wenn nein, warum nicht?
31. Inwieweit wurde die Menschenrechtssituation in Mauretanien in den
Gesprächen von Bundesaußenminister Dr. Johann Wadephul thematisiert,
und wenn ja, mit welchem Inhalt?
32. Inwieweit wurde bei den Gesprächen von Bundesaußenminister
Dr. Johann Wadephul gegebenenfalls die Haltung der Islamischen
Republik Mauretanien zur „Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam“
(1990) thematisiert, und welche Schlussfolgerungen zieht die
Bundesregierung hinsichtlich der prinzipiellen Vereinbarkeit dieser Erklärung mit
den universellen Menschenrechten im Kontext der deutsch-
mauretanischen Zusammenarbeit?
33. Welche Hintergründe führten nach Kenntnis der Bundesregierung zum
Abbruch der gemeinsamen Pressekonferenz von Bundesaußenminister
Dr. Johann Wadephul mit seinem mauretanischen Amtskollegen, und
welche Schlussfolgerungen zieht die Bundesregierung aus diesem Vorfall
vor dem Hintergrund der Pressefreiheit im Gastland Mauretanien (vgl.
Vorbemerkung der Fragesteller)?
34. Welche Auswirkungen sieht die Bundesregierung gegebenenfalls durch
die deutsche Unterstützung für Mauretanien auf das Verhältnis zu
Marokko und auf die Westsahara-Frage?
35. Welche weiteren Reisen von Kabinettsmitgliedern nach Mauretanien sind
für das restliche Jahr 2026 sowie die weitere Legislatur gegebenenfalls
geplant?
36. Wie viele Personen, die in Deutschland aktuell als Gefährder oder
Relevante Personen im Phänomenbereich Islamismus/islamistischer
Terrorismus eingestuft sind, haben nach Kenntnis der Bundesregierung in den
letzten zehn Jahren einen Aufenthalt zu religiösen Studien- oder
Ausbildungszwecken in Mauretanien absolviert?
37. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung über die Aktivitäten und
den Einfluss mauretanischer Salafistenprediger, in Mauretanien
ausgebildeter Geistlicher oder in Mauretanien lebender (Salafisten-)Prediger auf
die Radikalisierungspotenziale in der Bundesrepublik Deutschland vor,
insbesondere unter Berücksichtigung der im „SPIEGEL“-Bericht
genannten Kontaktperson des CSD-Attentäters Abdul Ballout (siehe
Vorbemerkung der Fragesteller)?
38. Inwieweit stuft die Bundesregierung Mauretanien gegebenenfalls als ein
ideologisches Zentrum für den globalen Salafismus ein, und welche
Konsequenzen zieht sie daraus für die Bewertung der Sicherheitslage in der
Sahel-Zone und deren Auswirkungen auf Deutschland?
39. Wie viele mauretanische Staatsangehörige, die sich derzeit in der
Bundesrepublik Deutschland aufhalten, sind nach Kenntnis der Bundesregierung
als Gefährder oder Relevante Personen eingestuft, und wie viele hiervon
sind ausreisepflichtig?
40. Plant die Bundesregierung, in den kommenden Haushaltsjahren ihre
Förderung für Deradikalisierungsprojekte, wie z. B. die sog. Mourchidates, in
Mauretanien auszubauen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
a) Wenn ja, warum?
b) Wenn nein, warum nicht?
Berlin, den 19. August 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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