Abhängigkeit von China bei grüner Energieinfrastruktur - Importabhängigkeit und sicherheitspolitische Risiken
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Abhängigkeit von China bei grüner Energieinfrastruktur - Importabhängigkeit und sicherheitspolitische Risiken
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1116
21. Wahlperiode 04.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Raimond Scheirich, Leif-Erik Holm und der Fraktion der AfD
Abhängigkeit von China bei grüner Energieinfrastruktur – Importabhängigkeit
und sicherheitspolitische Risiken
Die Energiewende in Deutschland basiert zunehmend auf Technologien, die in
großem Umfang aus der Volksrepublik China importiert werden (vgl. www.gta
i.de/de/trade/china/specials/so-abhaengig-ist-deutschland-von-china-1775964).
Besonders betroffen sind Komponenten der Solarenergie (z. B. Solarmodule,
Wechselrichter), Windkraftanlagen (z. B. Seltene Erden für Generatoren),
Batteriespeicher sowie Wärmepumpen (ebd.).
China dominiert in vielen dieser Schlüsselbereiche die Weltmärkte,
insbesondere bei der Raffinierung seltener Rohstoffe und bei der Fertigung zentraler
Systemkomponenten. Gleichzeitig verfolgt die chinesische Regierung
bekanntermaßen eine strategische Industrie- und Außenpolitik, bei der wirtschaftliche
Abhängigkeiten gezielt genutzt werden können. Vor dem Hintergrund
zunehmender geopolitischer Spannungen – etwa im Taiwan-Konflikt – stellt sich den
Fragestellern die Frage, wie resilient die deutsche Energieversorgung
gegenüber potenziellen Störungen durch Lieferstopps oder Exportkontrollen ist.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Anteile (in Prozent und Importwert in Euro) der in Deutschland
installierten Solarmodule, Wechselrichter, Windkraftkomponenten (z. B.
Generatoren, Steuerungstechnik), Wärmepumpen sowie stationären
Batteriespeicher stammen nach Kenntnis der Bundesregierung aus chinesischer
Produktion (bitte jahresweise, nach Produktgruppen, Hersteller und
Produktionsort aufschlüsseln)?
2. Liegen der Bundesregierung belastbare Daten zur Herkunft der verbauten
Komponenten innerhalb von in Europa oder Deutschland montierten
Produkten vor, und wenn ja, inwieweit (z. B. elektronische Steuereinheiten,
Mikrochips, Lithium-Zellen, ggf. bitte nach EU-Mitgliedstaat
aufschlüsseln)?
3. Wie bewertet die Bundesregierung die Entwicklung der
Importabhängigkeit von der Volksrepublik China im Bereich der grünen
Energietechnologien seit Beginn der Energiewende ab dem Jahr 2010?
4. Existiert nach Ansicht der Bundesregierung eine einseitige
Importabhängigkeit Deutschlands gegenüber der Volksrepublik China, und wenn ja,
bei welchen Rohstoffen, und wie hoch ist der jeweilige Importanteil
(prozentual und absolut)?
5. Welche Maßnahmen hat die Bundesregierung ggf. ergriffen oder plant sie,
zu ergreifen, um die einseitige Abhängigkeit von chinesischen Herstellern
bei versorgungskritischen Energiekomponenten zu reduzieren?
6. Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung bei den
genannten Technologiebereichen Unternehmen, die direkt oder mittelbar unter
dem Einfluss oder der Kontrolle der Kommunistischen Partei Chinas
(KPCh) stehen (bitte erläutern, wie Kontrolle bzw. Einfluss definiert wird,
z. B. Mehrheitsbeteiligung, Vorstandsnähe, Parteiorganisationen), und
welche sicherheits- oder außenpolitischen Bewertungen wurden in den
letzten fünf Jahren durch das Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie, das Auswärtige Amt oder nachgeordnete Behörden hinsichtlich der
technologischen Abhängigkeit im Energiebereich vorgenommen (bitte
nach Titel der Dokument, Erscheinungsjahr, Veröffentlichungsort,
Ressort, Weblink aufschlüsseln)?
7. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung Einflussnahmen,
Kooperationen oder Lobbyaktivitäten chinesischer Unternehmen im Kontext von
Energieprojekten, Fördermitteln oder Lobbyverbänden in Deutschland,
und wenn ja, bitte nach Art der Aktivität, Akteuren, Zeitraum und
betroffenen Institutionen erläutern?
8. Wie viele öffentlich geförderte Energieprojekte (z. B. Solarparks,
Wärmepumpenprogramme, Speicherförderungen) wurden seit 2018 mit
Technologie aus chinesischer Produktion umgesetzt (bitte jahresweise, nach
Projektart und Fördervolumen aufschlüsseln)?
9. Welche deutschen oder europäischen Unternehmen könnten nach
Einschätzung der Bundesregierung bei entsprechenden politischen
Rahmenbedingungen mittelfristig als Alternative zu chinesischen Anbietern im
Bereich grüner Energietechnik fungieren?
10. Wie bewertet die Bundesregierung vor dem Hintergrund aktueller
geopolitischer Spannungen das Risiko eines Lieferstopps oder Exportstopps
seitens Chinas für zentrale Energietechnik, und welche Vorsorgestrategien
existieren für diesen Fall?
11. Gibt es aus Sicht der Bundesregierung IT-sicherheitsrelevante Risiken
durch chinesische Komponenten (etwa bei Smart Grids,
Steuerungstechnik oder vernetzten Wärmepumpen)?
12. Erhielten chinesische Unternehmen oder deren deutsche
Tochtergesellschaften direkt oder indirekt Fördermittel aus dem Bundeshaushalt (z. B.
Bundesförderung effiziente Gebäude, Innovationsförderung etc.)?
Berlin, den 14. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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