Mögliche Kontakte deutscher Behörden und etwaig geförderter Unternehmen zur Kommunistischen Partei Chinas sowie Abhängigkeiten bei der Energiewende (Antwort zu Drs. 21/2358)
Text
Mögliche Kontakte deutscher Behörden und etwaig geförderter Unternehmen zur Kommunistischen Partei Chinas sowie Abhängigkeiten bei der Energiewende (Antwort zu Drs. 21/2358)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2749
21. Wahlperiode 12.11.2025
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Raimond Scheirich, Leif-Erik Holm,
Marc Bernhard, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2358 –
Mögliche Kontakte deutscher Behörden und etwaig geförderter Unternehmen zur
Kommunistischen Partei Chinas sowie Abhängigkeiten bei der Energiewende
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) verfügt über gesetzlich
vorgeschriebene Parteistrukturen in zahlreichen chinesischen Unternehmen. Diese
Parteikomitees nehmen direkten Einfluss auf geschäftliche Entscheidungen.
Viele dieser Unternehmen sind mittlerweile auch in Deutschland tätig, teils
mit eigenen Tochtergesellschaften oder Produktionsstätten.
Gleichzeitig bestehen gravierende ressourcentechnische und technologische
Abhängigkeiten der Bundesrepublik Deutschland von der Volksrepublik
China:
– Bei Photovoltaik-Systemen lag der Importanteil aus China in die EU im
Jahr 2023 bei rund 79 Prozent, bei PV-Modulen (PV = Photovoltaik) und
Fotoelementen sogar bei etwa 94 Prozent (https://eur-lex.europa.eu/legal-c
ontent/DE/TXT/PDF/?uri=OJ:C_202503236).
– Rund 50 Prozent aller in der EU eingesetzten Wechselrichter stammen aus
chinesischer Produktion (ebd.).
– Bei Dauermagneten für Windkraftanlagen liegt die Importabhängigkeit
von China bei etwa 93 Prozent (ebd.).
– Im Bereich Batteriezellen, Batteriesätze und Batteriemodule stammen
etwa 50 Prozent der importierten Produkte aus China, während bei
Anodenmaterialien der chinesische Anteil rund 81 Prozent beträgt (ebd.).
– Auch bei zahlreichen kritischen Rohstoffen wie Seltenen Erden, Graphit
und Magnesium liegt die Importabhängigkeit Deutschlands und Europas
bei teils über 66 Prozent bis 98 Prozent aus China (Antwort zu Frage 4 auf
Bundestagsdrucksache 21/1444).
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom
12. November 2025 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass die für die Energiewende wesentlichen
Schlüsseltechnologien und Rohstoffe in hohem Maße von Importen aus China
abhängen.
In der Antwort der Bundesregierung zu Frage 12 der Kleinen Anfrage der
Fraktion der AfD auf Bundestagsdrucksache 21/1444 wurde ausgeführt, dass
ohne die Nennung konkreter Unternehmen keine Auswertung zu
Fördermitteln für Unternehmen mit chinesischer Eigentümerschaft oder
Konzernverflechtung möglich sei, jedenfalls „nicht im Rahmen der üblichen Frist zur
Beantwortung parlamentarischer Fragen“. Warum die Bundesregierung keine
Bitte zur Fristverlängerung an die Fragsteller herangetragen hat, ist den
Fragestellern nicht bekannt. In jedem Fall halten die Fragesteller weitergehende,
konkretisierte Fragen für erforderlich, die neben den Fördermitteln auch die
politischen und strukturellen Verflechtungen mit der KPCh sowie deren
sicherheitsrelevante Folgen in den Blick nehmen.
1. Haben seit 2018 die folgenden Unternehmen – bzw. deren deutsche
Tochtergesellschaften –
a) VENSYS Energy AG/Goldwind,
b) MingYang Smart Energy,
c) Titan Wind Energy,
d) Sany Renewable Energy,
e) Envision Energy/Envision Digital,
f) Huawei (Digital Power, Wechselrichter),
g) Sungrow,
h) Trina Solar,
i) JinkoSolar,
j) JA Solar,
k) LONGi Solar,
l) CATL (Contemporary Amperex Technology, Thüringen),
m) Gotion High-Tech (Göttingen),
n) SVOLT Energy,
o) Farasis Energy,
p) BYD,
q) Nexperia (Wingtech),
r) Chint/Astronergy,
s) HiTHIUM,
t) CALB,
u) EVE Energy,
v) COSCO (CSPL – HHLA/CTT Hamburg),
w) ZPMC (Shanghai Zhenhua – Hafenkrane),
x) GoodWe,
y) Solis (Ginlong Technologies),
z) Growatt
Fördermittel aus Programmen des Bundes im Bereich Energie,
Wirtschaft oder Forschung erhalten, und wenn ja, in welcher Höhe (bitte
tabellarisch nach Unternehmen, Jahr, Programm, Zuwendungsgeber und
Förderhöhe aufschlüsseln)?
Unternehmen Jahr Programm Zuwendungsgeber Förderhöhe
Farasis Energy Europe GmbH 2023 7. Energieforschungsprogramm BMWK 810.881,67 Euro
CATT Contemporary
Amperex Technology Thuringia
GmbH (Tochterunternehmen
der Contemporary Amperex
Technology Co., Limited
[CATL])
2019 Bund-Länder-
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsstruktur“
(GRW)
Bund und Freistaat
Thüringen je zur
Hälfte
3.750.000 Euro
CATT Contemporary
Amperex Technology Thuringia
GmbH (Tochterunternehmen
der Contemporary Amperex
Technology Co., Limited
[CATL])
2021 Bund-Länder-
Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der
regionalen Wirtschaftsstruktur“
(GRW)
Bund und Freistaat
Thüringen je zur
Hälfte
650.000 Euro
Nexperia Germany GmbH 2021 Förderprogramm
„Mikroelektronik“
BMBF 270.222,00 Euro
2. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, ob die in Frage 1
genannten Unternehmen über aktive Parteikomitees der Kommunistischen
Partei Chinas verfügen und ob diese Einfluss auf
Unternehmensentscheidungen in Deutschland oder Europa nehmen, und wenn ja, welche?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.
3. Haben die Bundesministerien oder nachgeordnete Behörden seit 2018
Kontakte zu Repräsentanten, Parteikomitees oder offiziellen Vertretern
der in Frage 1 genannten Unternehmen gepflegt, und wenn ja, welche
(bitte nach Jahr, Ressort, Art und Anlass des Kontaktes aufschlüsseln)?
Die Bundesregierung pflegt im üblichen Rahmen Kontakte zu
Unternehmensvertretern. Eine Pflicht zur statistischen Erfassung sämtlicher Kontakte im
Sinne der Fragestellung besteht nicht.
4. Bestehen institutionelle Dialogformate, Abkommen oder
Kooperationsprojekte seit 2018 zwischen der Bundesregierung bzw. ihren Behörden
und den in Frage 1 genannten Unternehmen oder deren KPCh-
Parteikomitees, und wenn ja, welche?
Zwei Vertreter des Unternehmens Sungrow Emea sind Mitglieder der
Forschungsnetzwerke Energie. Die Forschungsnetzwerke Energie repräsentieren
die breite Forschungslandschaft in Deutschland zu den Themen Bioenergie,
Energiewendebauen, Erneuerbare Energien, Industrie und Gewerbe,
Stromnetze, Systemanalyse, Wasserstoff, Energiewende und Gesellschaft. Die
Netzwerke haben sich als dialogorientierte Foren für den Austausch zwischen
Forschung, Politik und Wirtschaft etabliert und werden vom Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert. Im Übrigen wird auf die
Antwort zu Frage 3 verwiesen.
5. Welche Maßnahmen trifft die Bundesregierung ggf., um sicherzustellen,
dass durch die in Frage 1 genannten Unternehmen keine
sicherheitsrelevanten Abhängigkeiten oder politischen Einflussnahmen durch die KPCh
entstehen, wenn diese Fördermittel erhalten oder mit Bundesministerien
in Kontakt treten?
Die Bundesregierung hat, vertreten durch das Bundesministerium des Innern,
im Juli 2024 Verträge mit den Netzbetreibern Telefónica, Vodafone und
Telekom geschlossen, da der Einsatz bestimmter kritischer Komponenten unter
anderem des Unternehmens Huawei die öffentliche Ordnung und Sicherheit der
Bundesrepublik Deutschland beeinträchtigt. Danach sind die Netzbetreiber
verpflichtet, in den 5G-Mobilfunknetzen bis Ende 2026 alle Kernnetz-
Komponenten und bis Ende 2029 im Transport- und Zugangsnetz kritische
Netzwerkmanagementfunktionen unter anderem des Unternehmens Huawei zu ersetzen.
Die Bundesregierung bietet darüber hinaus der deutschen Wissenschaft
Unterstützung zu den komplexen Herausforderungen der Forschungskooperation in
und mit China an. Diese Unterstützung besteht unter anderem in der
Sensibilisierung und Beratung der Akteure.
6. In welchem Umfang sind seit 2018 Mitglieder der Bundesregierung oder
ihrer Bundesministerien auf Reisen in die Volksrepublik China auch
offiziell mit Funktionären der Kommunistischen Partei Chinas
zusammengetroffen (bitte nach Jahr, Ressort und Anlass aufschlüsseln)?
Für das Bundeswirtschaftsministerium hat die damalige Parlamentarische
Staatssekretärin Franziska Brantner am 14. April 2024 als Begleitung des
Bundeskanzlers auf der Reise nach China im Rahmen des offiziellen
Wirtschaftsprogramms mit Yuan Jiajun, dem Parteisekretär von Chongqing, gesprochen.
7. Welche offiziellen Delegationen oder Arbeitsgruppen deutscher
Bundesministerien haben seit 2018 in der Volksrepublik China Gespräche mit
Parteistrukturen oder Funktionären der Kommunistischen Partei Chinas
geführt (bitte nach Jahr, beteiligtem Ressort und Thema auflisten)?
Der Bundesregierung liegen keine Erkenntnisse im Sinne der Fragestellung vor.
8. Bestehen Pläne der Bundesregierung, die bestehende
ressourcentechnische Abhängigkeit der Bundesrepublik Deutschland von der
Volksrepublik China abzubauen und zu beenden, und welche Maßnahmen sind
hierzu seit 2018 konkret eingeleitet worden?
Die Bundesregierung hat bereits im Jahr 2010 in Form einer ersten
Rohstoffstrategie unter anderem auf steigende Rohstoffpreise und die Zunahme
handelsbeschränkender Maßnahmen, etwa in Form von Exportbeschränkungen für
Seltene Erden seitens Chinas, reagiert. Auch die Deutsche Rohstoffagentur (DE-
RA) wurde im Jahr 2010 gegründet. Sie ist Teil der Bundesanstalt für
Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und fungiert als rohstoffwirtschaftliches
Kompetenzzentrum für die deutsche Wirtschaft. 2020 wurde die
Rohstoffstrategie fortgeschrieben. Seit Verabschiedung der ersten Rohstoffstrategie wurden
eine Reihe von Maßnahmen ungesetzt, um die Wirtschaft bei der
Diversifizierung ihrer Rohstoffversorgung zu unterstützen. So waren die Rohstoffstrategien
der Bundesregierung unter anderem Grundlage für die Etablierung von
Rohstoffpartnerschaften mit ausgesuchten rohstoffreichen Ländern. Ein wichtiges
Instrument der Rohstoffsicherung stellen weiterhin die Garantien für
ungebundene Finanzkredite (UFK-Garantien) des Bundes dar. Diese UFK-Garantien
sichern Kreditgeber von Rohstoffvorhaben im Ausland gegen wirtschaftliche
und politische Kreditausfallrisiken ab. Zudem wurden an
Auslandshandelskammern (AHK) ausgewählter rohstoffreicher Länder wie Australien, Brasilien,
Chile, Kanada, Peru und Südafrika Kompetenzzentren für Bergbau und
Rohstoffe eingerichtet. Diese unterstützen deutsche Unternehmen im ausländischen
Markt und leisten unter anderem Unterstützungsarbeit in Bezug auf
Rohstoffsicherung, Markttransparenz, oder Technologietransfer. Zuletzt hat sich die
Bundesregierung unter anderem für die Verabschiedung des Europäischen Critical
Raw Material Act (CRMA) eingesetzt, der die Diversifizierung der
europäischen Rohstoffversorgung unterstützt. Hierzu laufen die Arbeiten zur
nationalen Implementierung. Darüber hinaus hat die Bundesregierung einen
Nationalen Rohstofffonds aufgesetzt, der Projekte zur Rohstoffgewinnung, -
weiterverarbeitung und -recycling in Form von Bundesbeteiligungen über die
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördern soll. Weiterhin wurde von der
Bundesregierung die Nationale Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS) beschlossen, die
Ziele und Maßnahmen enthält, um die Kreislaufwirtschaft weiter auszubauen.
9. Welche Studien, Lagebilder, Risikoanalysen, internen Vermerke oder
sonstigen Auswertungen hat die Bundesregierung seit 2018 erstellt oder
in Auftrag gegeben, in denen mögliche politische Einflussmöglichkeiten
der Kommunistischen Partei Chinas auf die deutsche Außen- oder
Innenpolitik aufgrund bestehender ressourcentechnischer Abhängigkeiten
thematisiert werden, und hat die Bundesregierung seit 2018 festgestellt, dass
derartige Abhängigkeiten von der Volksrepublik China im Bereich
kritischer Rohstoffe oder Vorprodukte zu politischen Forderungen,
Drucksituationen oder Einflussnahmen durch die Kommunistische Partei Chinas
geführt haben, und wenn ja, in welchen Fällen (bitte jeweils nach Jahr,
Ressort, Anlass und Kernaussagen aufschlüsseln)?
Die deutsche Rohstoffagentur (DERA) erstellt regelmäßige
Rohstoffrisikoanalysen, die Beobachtung von Preis- und Lieferrisiken sowie die Analyse von
Angebot und Nachfrage für mineralische Rohstoffe und Zwischenprodukte
enthalten. Sie umfassen die Erstellung von Übersichts- und Detailanalysen, die eine
Sensibilisierung deutscher Unternehmen für potenzielle Engpässe und die
Entwicklung von Ausweichstrategien ermöglichen. Die Analysen werden durch
regelmäßige Berichte wie die DERA-Rohstoffliste, den Preis- und
Volatilitätsmonitor und detaillierte Rohstoffrisikoberichte sowie durch Industrieworkshops
mit Unternehmen veröffentlicht. Diese Analysen liefern unter anderem
detaillierte Informationen über Chinas Bedeutung als Rohstoffe gewinnendes und
Rohstoffe weiterverarbeitendes Land, einschließlich seiner erheblichen
Bedeutung für die Versorgungssicherheit mit kritischen Rohstoffen wie etwa Seltener
Erden. Die Auseinandersetzung zwischen China und Japan um
Fischereifahrzeuge vor den Senkaku-Inseln im Jahr 2010, die durch Exportrestriktionen zu
Seltenen Erden zu einer kurzzeitigen Verknappung der Versorgung mit diesen
geführt haben, war unter anderem Auslöser für die Verabschiedung der ersten
nationalen Rohstoffstrategie.
Im Jahr 2023 hatte das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) ein
Forschungsvorhaben ausgeschrieben, das die Perspektiven auf unerwünschte
Einflussnahme auf Deutschland im Bereich der Wirtschaft erweitern sollte. Das
Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel (ISPK) erstellte daraufhin
2024 eine Studie über illegitime staatliche Einflussnahme im Raum der
Wirtschaft auf Grundlage von internationalen Forschungsberichten,
Presseerzeugnissen und weiteren Quellen. Im März 2025 erschien die Ausarbeitung des
ISPK unter dem Titel „Interdependenz als Waffe. Wirtschaftlicher Druck als
Instrument strategischer Einflussnahme Russlands und Chinas“ in der Reihe
„ISPK-Studien zur Konfliktforschung“ im Nomos-Verlag in Baden-Baden.
Im Übrigen wird auf die Antwort zu Frage 8 verwiesen.
10. Teilt die Bundesregierung die Auffassung der Fragesteller, dass mit den
bestehenden Maßnahmen zur Förderung von Photovoltaikanlagen und
anderen Netto-Null-Technologien bewusst eine weitere Abhängigkeit
von chinesischen Herstellern in Kauf genommen wird, und aus welchen
Gründen wurde vor der Einführung der Fördermaßnahmen zur
Energiewende nicht stärker darauf hingewirkt, dass ausreichende europäische,
technologisch gleichwertige und bezahlbare Produktionsmöglichkeiten
zur Verfügung stehen?
Die Bundesregierung ist sich der Abhängigkeiten und des Risikos der
politischen Instrumentalisierung bewusst und berücksichtigt dabei insbesondere die
bereitgestellten Informationen der Europäischen Kommission zur Abhängigkeit
von Importen aus einzelnen Herkunftsländern bei sog. Netto-Null-
Technologien. Gleichzeitig ist die Bundesregierung der Ansicht, dass ein weiterer
effizienter Ausbau der EE-Technologien notwendig ist. Um die bestehenden
Fertigungskapazitäten in Deutschland und Europa bei den anderen
Transformationstechnologien bestmöglich nutzen und ausbauen und somit die Resilienz und
strategische, energiepolitische und technologische Souveränität erhöhen zu
können, ist es notwendig, der Industrie durch einen möglichst verlässlichen
Ausbaupfad Investitionssicherheit zu geben.
Vor diesem Hintergrund verfolgt die Bundesregierung in Umsetzung der China-
Strategie im Bereich der Photovoltaik und auch anderer Netto-Null-
Technologien eine Politik der Risikominderung. Um bestehende Abhängigkeiten
abzubauen und neue Abhängigkeiten zu vermeiden, strebt die Bundesregierung eine
Diversifizierung von Lieferketten an und unterstützt deutsche Unternehmen dabei
mit den Instrumenten der Außenwirtschaftsförderung. Darüber hinaus
unterstützt die Bundesregierung die Europäische Kommission dabei, mit weiteren
Freihandelsabkommen neue Lieferbeziehungen zu erschließen, mithilfe
konsequenter Anwendung handelspolitischer Instrumente fairen Wettbewerb
sicherzustellen sowie heimische und europäische Produktionskapazitäten unter
anderem im Rahmen des Net-Zero-Industry Act zu stärken.
11. Ist die Interpretation der Fragesteller zutreffend, dass aus den
existenziellen ressourcentechnischen und industriellen Verflechtungen sowie
personellen und politischen Kontakten der Bundesrepublik Deutschland mit
der Volksrepublik China eine gewollte politische Annäherung der
Bundesregierung an die Kommunistische Partei Chinas zu entnehmen ist,
und welche Indikatoren zieht die Bundesregierung hierfür heran?
Die Interpretation der Fragesteller ist aus Sicht der Bundesregierung
unzutreffend. Die Bundesregierung betrachtet die Volksrepublik China als Partner,
Wettbewerber und systemischen Rivalen (vgl. China-Strategie der
Bundesregierung von Juli 2023, S. 8). Verhalten und Entscheidungen Chinas führen
dazu, dass die Elemente der Rivalität und des Wettbewerbs in den bilateralen
Beziehungen zugenommen haben. Die Bundesregierung sucht die
Zusammenarbeit zu fairen Bedingungen dort, wo sie möglich ist, und setzt sich
gleichzeitig für De-Risking, die Verringerung von Abhängigkeiten in kritischen
Bereichen und die Diversifizierung unserer Handels- und Lieferbeziehungen ein.
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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