Berichte über Mobbing an Schulen durch religiös motivierte Bekleidungsvorschriften und insbesondere gegen Schülerinnen, die kein Kopftuch tragen
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Berichte über Mobbing an Schulen durch religiös motivierte Bekleidungsvorschriften und insbesondere gegen Schülerinnen, die kein Kopftuch tragen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/883
21. Wahlperiode 16.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Reichardt, Sebastian Maack, Kerstin
Przygodda, Christian Zaum, Jan Feser, Tobias Ebenberger und der
Fraktion der AfD
Berichte über Mobbing an Schulen durch religiös motivierte
Bekleidungsvorschriften und insbesondere gegen Schülerinnen, die kein
Kopftuch tragen
Fälle von Mobbing und sozialem Druck unter Schülern, insbesondere
gegenüber Mädchen, die kein Kopftuch tragen, nehmen nach Auffassung der
Fragesteller deutlich zu. Für bundesweite Aufmerksamkeit sorgte beispielsweise ein
Bericht über muslimische Kinder, die an Hamburger Schulen Gleichaltrige
unter Druck setzen, welche kein Kopftuch tragen (www.focus.de/panorama/bea
engstigender-trend-in-hamburg-muslimische-schueler-schikanieren-nichtglaeub
ige-eltern-und-lehrer-senden-hilferuf_4a171ca7-dc5e-4ef8-b149-e83a89715c0
7.html). Berichte über das Mobbing nichtmuslimischer Schüler durch
muslimische Mitschüler tauchen bereits seit mindestens 15 Jahren immer wieder auf;
die Forschungslage zur Thematik ist jedoch bislang nicht sehr weit
vorangeschritten (www.focus.de/panorama/muslimisches-mobbing-in-hamburg-studie-l
aesst-grosses-problem-vermuten_aadaae4a-a0f3-49e5-80cb-786c7bd962b
8.html).
Die frühere Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Franziska Giffey adressierte die Thematik religiösen Mobbings an Schulen
bereits 2018 in einem Interview mit der „Passauer Neuen Presse“ (www.bmfsf
j.de/bmfsfj/aktuelles/reden-und-interviews/dr-franziska-giffey-bei-gewalt-und-r
eligioesem-mobbing-muessen-wir-konsequent-reagieren-122934) und verwies
darin auf die aus ihrer Sicht tauglichen Gegenmaßnahmen: „Wir schicken
damit über 170 Anti-Mobbing-Profis an jene Schulen, die Probleme haben.“ Auf
die Frage der „Passauer Neuen Presse“, ob an Brennpunktschulen „härter
durchgegriffen werden“ müsse, wenn es zu Gewalt oder religiösem Mobbing
kommt, führte Giffey als Sanktionsmöglichkeiten lediglich pädagogische
Gespräche sowie die Einbestellung von Eltern und die Einschaltung der Polizei an
(die von ihr angeführte Verhängung von Bußgeldern bezog sich dagegen nur
auf Schulschwänzer).
Grundlage für den Einsatz dieser „Anti-Mobbing-Profis“ war das im Jahr 2018
vom damaligen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
(BMFSFJ) ins Leben gerufene Programm „Respect Coaches / Anti-Mobbing-
Profis“ (www.bmfsfj.de/bmfsfj/service/publikationen/wissenschaftliche-begleit
ung-des-modellprogramms-respekt-coaches-anti-mobbing-profis--182702).
Die vom damaligen Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend veröffentlichten Ergebnisse einer Befragung dieser „Respect Coaches“
ergab, dass rund 34 Prozent der Befragten die Thematik „Religiöses Mobbing“
an den von ihnen betreuten Schulen als „sehr bedeutend“ oder „bedeutend“
einstufen (www.bmfsfj.de/resource/blob/182692/0678edd3d9f9f4fa0ac2c9394200
32da/respekt-coaches-endbericht-wissenschaftliche-begleitung-data.pdf, S. 42).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Liegen der Bundesregierung Erkenntnisse über Fälle von religiös
motiviertem Mobbing an Schulen in Deutschland vor, insbesondere im
Zusammenhang mit von muslimischen Schülern ausgehenden Anfeindungen gegen
Schülerinnen, die kein Kopftuch tragen, und wenn ja, wie viele (bitte nach
Jahr und Bundesland aufschlüsseln)?
2. Ist der Bundesregierung bekannt, dass in bestimmten Schulen ein
erheblicher sozialer Druck auf Mädchen besteht, ein Kopftuch zu tragen, und
wenn ja, inwiefern?
3. Welche Handlungsspielräume haben Schulleitungen und Lehrkräfte über
die in der Vorbemerkung der Fragesteller unter Bezug auf die frühere
Bundesfamilienministerin Franziska Giffey wiedergegebenen Maßnahmen
hinaus, um gegen religiös motiviertes Mobbing vorzugehen?
4. Gedenkt das Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen
und Jugend, das Bundesprogramm „Respect Coaches“ weiterzubetreiben,
und hält es dieses Programm für ein wirksames Mittel gegen die in der
Vorbemerkung der Fragesteller beschriebene Entwicklung?
5. Nahm bzw. nimmt das Bundesprogramm „Respect Coaches“ religiöses
Mobbing durch muslimische Schüler – und speziell gegen Schülerinnen,
die kein Kopftuch tragen – in den Fokus, und wenn ja, inwiefern, und in
welchem Umfang?
6. Welche Unterstützungsangebote existieren für betroffene Schülerinnen, die
sich religiösem Zwang oder Mobbing ausgesetzt sehen?
Berlin, den 15. Juli 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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