Rohstoffversorgung sichern, Exportkontrollen begegnen, Rohstofffonds aktivieren
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Rohstoffversorgung sichern, Exportkontrollen begegnen, Rohstofffonds aktivieren
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/801
21. Wahlperiode 08.07.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Sandra Detzer, Sara Nanni, Claudia Roth
(Augsburg), Dr. Jan-Niclas Gesenhues, Katharina Beck, Michael Kellner,
Dr. Alaa Alhamwi, Sandra Stein, Julian Joswig, Katrin Uhlig und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Rohstoffversorgung sichern, Exportkontrollen begegnen, Rohstofffonds
aktivieren
Die Sicherung der Rohstoffversorgung liegt in Deutschland bislang
hauptsächlich bei den Unternehmen (vgl. Bundestagsdrucksache 20/10024). Angesichts
geopolitischer Spannungen, verschärfter Exportkontrollen durch
rohstoffexportierende Staaten und einer steigenden industriellen Nachfrage nach kritischen
Rohstoffen geraten Unternehmen zunehmend in externe Abhängigkeiten, die
sie nicht mehr allein bewältigen können und die erhebliche volkswirtschaftliche
Schäden nach sich ziehen können. Dies wiegt umso schwerer, weil kritische
Rohstoffe insbesondere für Halbleiter, Magneten und Batterien benötigt
werden, die für die Energiewende, Digitalisierung und Verteidigung von zentraler
Bedeutung sind (vgl. www.csis.org/analysis/consequences-chinas-new-rare-eart
hs-export-restrictions und www.ft.com/content/13d18620-d3d8-417e-b7fb-40d
97fc064bf).
Die globale Nachfrage nach kritischen Rohstoffen wird sich bis 2030
vervielfachen, während Lieferketten hochkonzentriert bleiben (vgl. IEA [International
Energy Agency], Global Critical Minerals Outlook 2025). Deutschland ist bei
schweren Seltenen Erden und Permanentmagneten fast vollständig von China
abhängig (vgl. www.iwkoeln.de/fileadmin/user_upload/Studien/Report/PDF/20
25/IW-Report_2025-Importseitiges-De-Risking-China.pdf). Das geopolitische
Umfeld, geprägt durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine, den
Machtkampf zwischen China und den USA sowie eine zunehmend
unberechenbare US-Administration macht die Versorgungssicherheit für die klimaneutrale
Transformation und die Verteidigungsfähigkeit Europas zunehmend zentral.
Mit dem Rohstofffonds wurde durch die vorherige Bundesregierung ein
Instrument zur staatlich unterstützten Diversifizierung geschaffen und erste
Projektanfragen liegen vor. Doch die Mittel können mangels beauftragten Gutachters
bislang nicht abgerufen werden (Spiegel, 2025) und die Mittelausstattung wird
als unzureichend angesehen. Gleichzeitig verschärft China seine
Exportkontrollen, was Unternehmen durch langwierige Genehmigungsverfahren und
Datenoffenlegung belastet (vgl. Table.Media 2024). Während G7, EU und NATO die
strategische Bedeutung kritischer Rohstoffe betonen und Länder wie die USA,
Japan oder Kanada aktiv werden, bleiben zentrale deutsche Instrumente
wirkungslos (vgl. IEA 2025; G7-Ministerkommuniqué 2024). Vor diesem
Hintergrund bitten die Fragesteller die Bundesregierung um Auskunft, wie sie den
Rohstofffonds handlungsfähig machen, die Industrie unterstützen, strategische
Abhängigkeiten abbauen und zugleich Klima-, Umwelt- und
Menschenrechtsstandards wahren will.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Gründe kennt die Bundesregierung für die anhaltenden
Verzögerungen bei der operativen Umsetzung des Rohstofffonds, und wie
bewertet sie selbst die Auswirkungen auf die strategische
Versorgungssicherheit?
2. Wie viele Förderanträge im Rahmen des Rohstofffonds liegen der
Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) derzeit vor (vollständig, in Vorprüfung,
Gutachterbeauftragung), und welche konkreten Projekte wurden seit
Herbst 2024 eingereicht bzw. aus welchen Gründen bislang nicht
bewilligt?
3. Wie viele Monate dauert das laufende Vergabeverfahren für den externen
Gutachter bereits an, und welche Zwischenschritte wurden bisher
unternommen, um Verzögerungen zu vermeiden?
4. Plant die Bundesregierung eine Reform der bestehenden Förderkriterien
(z. B. Mindestvolumen, Beteiligungsschwellen, Bewertungsmethodik),
um die Antragslage zu verbessern und Verfahren zu beschleunigen?
5. Welche internen Abstimmungsprozesse zwischen dem Bundesministerium
für Wirtschaft und Energie (BMWE), Bundesministerium der Finanzen
(BMF), der KfW, Deutschen Rohstoffagentur (DERA) und externen
Gutachtern bestehen derzeit zur Steuerung des Rohstofffonds, und wie wird
sichergestellt, dass politische Zielsetzungen auch operativ umgesetzt
werden?
6. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung konkret darüber vor, wie
das chinesische Exportkontrollregime für schwere Seltene Erden und
Magneten ausgestaltet ist, welche Lizenzanforderungen bestehen und wie
diese von deutschen Unternehmen erfüllt werden müssen?
7. Welche konkreten Auflagen zur Offenlegung von Informationen wie
Endverwendungszweck, Kundendaten oder Lagerhaltungsplänen werden
deutschen Unternehmen im Rahmen chinesischer Exportkontrollverfahren
abverlangt, und inwiefern sieht die Bundesregierung hierin eine Gefahr für
wirtschaftliche und sicherheitspolitische Geheimhaltung?
8. Welche Kenntnisse hat die Bundesregierung darüber, dass chinesische
Behörden Exportlizenzen verweigern, wenn als Verwendungszweck eine
strategische Vorratshaltung angegeben wird, und wie bewertet sie diese
Praxis im Hinblick auf die Resilienzstrategien deutscher Unternehmen?
9. Mit welchen deutschen Unternehmen steht die Bundesregierung im
Austausch über diese Exportkontrollen, wie häufig finden diese Gespräche
statt, und in welchen Sektoren ist die Betroffenheit besonders hoch?
10. Wie viele deutsche Unternehmen haben der Bundesregierung oder ihren
nachgeordneten Behörden bereits Produktionsstopps oder drohende
Stillstände infolge chinesischer Exportkontrollen gemeldet, aus welchen
Branchen stammen diese Rückmeldungen, und wie wurden diese in der
politischen Bewertung berücksichtigt?
11. Geht die Bundesregierung selbst auf Unternehmen zu, um relevante
Informationen zu erhalten, und welche Akteure bindet die Bundesregierung
hier ggf. als Verbindungsakteur ein?
12. Wie kann die Bundesregierung ausschließen, dass durch das Mittel der
Exportkontrollen sicherheits- und verteidigungsrelevante Informationen
aus deutschen Unternehmen abfließen?
13. Welche Maßnahmen erwägt oder ergreift die Bundesregierung, um
deutsche Unternehmen vor der Abgabe sensibler Daten im Rahmen
chinesischer Exportverfahren zu schützen, insbesondere wenn diese
Informationen Geschäftsgeheimnisse betreffen?
14. Wie hoch schätzt die Bundesregierung den volkswirtschaftlichen Schaden
ein (z. B. durch Drosselung oder Herunterfahren von Produktion, vgl.
www.handelsblatt.com/politik/international/handelskonflikt-china-verursa
cht-rohstoffkrise-erste-firmen-drosseln-produktion/100131534.html und
www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/china-bringt-deutsche-industrie-i
n-bedraengnis-a-b7d06d4f-49e6-4b3f-b805-e3a4f5068a07), der durch die
seit April 2025 geltenden chinesischen Exportkontrollen bereits
entstanden ist?
15. Welche diplomatischen oder wirtschaftspolitischen Initiativen hat die
Bundesregierung seit Inkrafttreten der chinesischen Exportkontrollen
unternommen, um konkrete Verbesserungen für deutsche Unternehmen zu
erzielen, und inwiefern war Gegenstand der Gespräche auch ein
transaktionales Vorgehen Chinas – etwa im Zusammenhang mit EU-Zöllen auf
chinesische E-Fahrzeuge, Exportkontrollen für ASML-Anlagen (ASML =
Advanced Semiconductor Materials Lithography) oder dem
Investitionsabkommen CAI (vgl. Berichterstattung, hbapp.handelsblatt.com/cmsid/10
0135834.html?product=hb&utm_medium=in&utm_source=app&utm_ca
mpaign=share)?
16. Wie bewertet die Bundesregierung die Exportkontrollen Chinas unter
völker- und handelsrechtlichen Gesichtspunkten, insbesondere im
Hinblick auf mögliche Verstöße gegen WTO-Regeln (WTO = World Trade
Organization) wie das Prinzip der Nichtdiskriminierung und Transparenz,
und erwägt sie gemeinsam mit der EU-Kommission eine WTO-Klage
gegen China wegen diskriminierender Exportpraktiken?
17. Welche der auf der EU-Liste der Critical Raw Materials geführten
Rohstoffe importiert Deutschland laut Kenntnis der Bundesregierung zu über
75 Prozent aus einem einzigen Drittstaat, und wie bewertet sie die
jeweiligen Konzentrationsrisiken?
18. Welche dieser Rohstoffe gelten aus Sicht der Bundesregierung als
besonders sicherheitsrelevant (z. B. für Verteidigung, Energietechnik,
Digitalisierung), und wie priorisiert sie entsprechende Maßnahmen zur
Diversifizierung?
19. Wie erklärt die Bundesregierung die Steigerung der Abhängigkeiten von
China zwischen 2020 und 2024 bei Rohstoffen wie beispielsweise bei
Grafit (HS-Code [HS = Harmonized System] 25049000, Verwendung u. a.
in Elektrodenmaterial und Batterien) von 89,9 Prozent im Jahr 2020 auf
95,1 Prozent im Jahr 2024, bei Wolfram (HS-Code 81019400,
Verwendung u. a. in Elektronik, der Werkzeugindustrie und der Luft- und
Raumfahrt) von 24,4 Prozent im Jahr 2020 auf 77,5 Prozent im Jahr 2024 oder
bei Borcabid (HS-Code 28499010, verwendet u. a. in der
Verteidigungsindustrie) von 74,5 Prozent im Jahr 2020 auf 94,7 Prozent im Jahr 2024
(vgl. Bundestagsdrucksache 21/732), und was gedenkt sie zur Umkehr
dieses Trends zu unternehmen (bitte Maßnahmen je Metall und Seltener
Erde einzeln auflisten)?
20. Welche Datenquellen, Analysen und Meldewege nutzt die
Bundesregierung zur Erfassung importseitiger Abhängigkeiten auf Ebene von
Rohstoffen, Branchen und Unternehmen?
21. Plant die Bundesregierung ein zentrales Register oder eine Meldepflicht
für besonders abhängige Unternehmen oder Lieferketten, um im Fall von
Krisen schneller reagieren zu können?
22. Wie erfolgt die Abstimmung mit der EU-Kommission hinsichtlich der
Umsetzung des EU Critical Raw Materials Acts, und inwieweit unterstützt
Deutschland die Förderung strategisch relevanter Rohstoffprojekte auf
EU-Ebene?
23. Welche Rolle spielt die Bundesregierung bei der Ausgestaltung des G7
Critical Minerals Action Plan, und welchen Beitrag leistet sie zur
Umsetzung der gemeinsamen Roadmap?
24. Welche Position vertritt die Bundesregierung im Vorfeld des EU-China-
Gipfels im Juli 2025 in Bezug auf kritische Rohstoffe und die
exportseitige Abhängigkeit der europäischen Industrie, und hat sie vorab bilaterale
oder trilaterale Gespräche mit der EU-Kommission (vor allem der EU-
Delegation in Peking) oder anderen Mitgliedstaaten zur Koordination
einer gemeinsamen Verhandlungsstrategie geführt?
25. In welchen multilateralen Formaten (z. B. Minerals Security Partnership,
RISE-Initiative der Weltbank, G20 Compact with Africa) ist Deutschland
aktiv vertreten, durch wen, und wie konkret bringt sich die
Bundesregierung dort ein?
26. Welche Vorhaben im Rohstoffbereich wurden bisher durch Beteiligung bei
den in Frage 25 genannten Initiativen konkret angestoßen oder unterstützt,
und welche Ergebnisse und Wirkungen haben diese Vorhaben bislang
erbracht (bitte pro Initiative und konkretem Vorhaben und nach folgenden
Aspekten auflisten:
a) Verfügbarkeit von Rohstoffen für die deutsche Industrie (Branche,
Mengen),
b) b)beschäftigungswirksame Effekte in Abbauländern)?
27. In wie vielen der in der Antwort zu Frage 25 genannten Projekte wurden
Umwelt-, Sozial- und Governance-Risiken (ESG) systematisch bewertet,
und wie erfolgt die öffentliche Berichterstattung dazu?
28. Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass beim Ausbau strategischer
Rohstoffpartnerschaften menschenrechtliche und ökologische
Sorgfaltspflichten nach deutschem und künftig europäischem Lieferkettengesetz
sowie nach der EU-Entwaldungsverordnung berücksichtigt werden?
29. Welche aktuellen Maßnahmen leitet die Bundesregierung aus der in den
deutsch-japanischen Regierungskonsultationen vereinbarten Kooperation
zwischen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
und der japanischen Rohstoffagentur JOGMEC ab – insbesondere vor
dem Hintergrund global zunehmender geopolitischer Spannungen und der
erklärten Zielsetzung, resilientere Rohstofflieferketten aufzubauen?
30. Welche Position vertritt Deutschland im EU-Kontext bei der strategischen
Lagerhaltung und Marktsicherung kritischer Rohstoffe, insbesondere im
Hinblick auf Partnerschaften mit Drittstaaten?
31. Wie viele Rohstoffprojekte wurden bislang von deutschen Behörden bei
der Europäischen Kommission als förderwürdig oder prioritäre Projekte
im Rahmen des EU-Critical Raw Materials Act (CRMA) gemeldet?
32. Welche Bilanz weist das Sektorprogramm „Rohstoffe und Entwicklung“
der BGR auf, welches die Förderung einer nachhaltigen Entwicklung und
entwicklungspolitische Relevanz des Rohstoff- und Bergbausektors in
Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Fokus hat?
33. Welche Auswirkungen sieht die Bundesregierung durch chinesische
Exportkontrollen auf die Versorgung sicherheits- und verteidigungsrelevanter
Branchen in Deutschland und der EU?
34. Inwiefern wurde der Rohstofffonds bislang auch auf Projekte mit
Relevanz für die nationale Verteidigungs- und Sicherheitsstrategie
ausgerichtet?
35. Welche Abstimmung zwischen dem Bundesministerium der Verteidigung
(BMVg) und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Energie findet
statt, um die Rohstoffversorgung im Bereich der Sicherheits- und
Verteidigungsindustrie strategisch zu sichern?
36. Hat die Bundesregierung eine Untersuchung der Notwendigkeit und
Möglichkeiten einer strategischen Lagerhaltung zur Sicherstellung der
Versorgung der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie mit sicherheits- und
verteidigungswichtigen kritischen Rohstoffen, wie in der Nationalen
Sicherheits- und Verteidigungsstrategie von Dezember 2024 angekündigt,
bereits angestoßen, und wenn nein, wann plant sie, dies zu tun?
37. Sieht die Bundesregierung – analog zu den USA – vor, Vorgaben zur
Rohstoffherkunft bei der Vergabe öffentlicher Aufträge für Rüstungsprojekte
zu etablieren?
38. Inwieweit strebt die Bundesregierung eine Europäisierung der Sicherung
von sicherheits- und verteidigungswichtigen kritischen Rohstoffen an?
39. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag, eine
Lagerhaltungspflicht für sicherheitsrelevante Unternehmen gesetzlich zu verankern oder
steuerlich zu begünstigen?
40. Welche staatlich geförderten Programme existieren zur strategischen
Bevorratung von kritischen Rohstoffen in Deutschland, und wie wird deren
Wirksamkeit gemessen, vor allem vor dem Hintergrund der Zielsetzung
im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD: „Die Bevorratung
wichtiger Rohstoffe wollen wir erleichtern.“?
41. Wie viele Unternehmen in Deutschland halten derzeit strategische
Rohstoffreserven vor, und gibt es branchenspezifische Unterschiede bei der
Bereitschaft zur Vorratshaltung?
42. Welche politischen Maßnahmen plant die neue Bundesregierung zur
Stärkung des Recyclings von Seltenen Erden und anderen CRMs (Critical
Raw Materials) – auch im industriellen Maßstab –, welche über die in
Frage 20 auf Bundestagsdrucksache 20/14941 erwähnten und von der
Vorgängerregierung bereits angestoßenen Initiativen hinausgehen?
43. Gibt es gesetzliche Zielvorgaben zur Rückgewinnung kritischer Rohstoffe
aus Altgeräten, Produktionsabfällen, Windrädern oder Batterien, und wie
hoch ist die derzeitige Recyclingquote?
44. Welche Förderprojekte im Bereich Rohstoffrecycling werden derzeit vom
Bund unterstützt, und welche Rolle spielen dabei europäische oder
multilaterale Programme (bitte nach Vorhaben, Volumen, Laufzeit und
Implementierung titelscharf je Ressort auflisten)?
45. Welche konkreten Szenarien zur Unterbrechung der Versorgung mit
kritischen Rohstoffen wurden in den letzten fünf Jahren von Bundesbehörden
durchgespielt?
46. Existiert ein ressortübergreifendes Frühwarnsystem für drohende
Versorgungsengpässe bei strategisch wichtigen Rohstoffen, und wie wird es mit
der Industrie verzahnt?
47. Welche Ressourcen stehen dem BMWE, der DERA, KfW und ggf. dem
BMVg zur Verfügung, um in Krisenfällen schnell und wirksam
Maßnahmen zur Sicherung der Versorgung umzusetzen?
48. Wie häufig führt die Bundesregierung strukturierte Dialogformate mit der
Industrie zur Identifikation von Engpässen und zur gemeinsamen
Entwicklung von Resilienzstrategien durch?
49. Gibt es ein zentrales Koordinierungsgremium auf Bundesebene, das im
Fall geopolitischer oder marktinduzierter Versorgungsunterbrechungen
aktiv wird?
50. Wie begründet die Bundesregierung ihren Ansatz, auf
Bundestagsdrucksache 21/732 von Unternehmen lediglich zu „erwarten“, dass sie bei der
Risikovorsorge gegenüber kritischen Abhängigkeiten geopolitische
Entwicklungen berücksichtigen, ohne konkrete Vorgaben oder Maßnahmen
zur Unterstützung dieser Erwartung zu benennen, und stattdessen auf eine
„auf marktwirtschaftlichen Instrumenten beruhende Anreizstruktur“ zu
setzen – insbesondere im internationalen Vergleich mit Staaten wie den
USA, Frankreich oder China, die mit staatlicher Lagerhaltung, geförderter
Bevorratung, Local-Content-Quoten und strategischer Industriepolitik
wesentlich aktiver in den Rohstoffmarkt eingreifen?
51. Welche steuerpolitischen Maßnahmen zur Unterstützung von
Rohstoffbevorratung in Unternehmen prüft die Bundesregierung aktuell (z. B.
Rücklagenmodelle, Sonderabschreibungen)?
52. Wie bewertet die Bundesregierung den Vorschlag, die Lagerhaltung von
kritischen Rohstoffen als Investition im Sinne des Koalitionsvertrags
steuerlich zu begünstigen?
53. Plant die Bundesregierung Bonus- oder Malusregelungen in der
öffentlichen Beschaffung, die die Herkunft von Rohstoffen oder die Resilienz
von Lieferketten berücksichtigen?
54. Welche industriepolitischen Instrumente (z. B. Hermesdeckungen, ERP-
Kapital [ERP = European Recovery Program],
Beteiligungsgesellschaften) plant die Bundesregierung, primär zur Unterstützung von
Rohstoffprojekten einzusetzen?
Berlin, den 8. Juli 2025
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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