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Wirkung der Rohstoffstrategie 2020 auf Importabhängigkeiten bei Seltenen Erden (Antwort zu Drs. 21/1194)

dip / drucksache 11.09.2025 · WP 21 · 21/1615 · Antwort · Original ↗

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Wirkung der Rohstoffstrategie 2020 auf Importabhängigkeiten bei Seltenen Erden (Antwort zu Drs. 21/1194) [Deutscher Bundestag Drucksache 21/1615 21. Wahlperiode 11.09.2025 Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Raimond Scheirich, Leif-Erik Holm, Dr. Malte Kaufmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD – Drucksache 21/1194 – Wirkung der Rohstoffstrategie 2020 auf Importabhängigkeiten bei Seltenen Erden V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r Die Versorgung Deutschlands mit strategisch wichtigen Rohstoffen – insbesondere Seltenen Erden – ist seit Jahren Gegenstand industriepolitischer und sicherheitspolitischer Debatten. Die Bundesregierung veröffentlichte im Januar 2020 eine Fortschreibung der „Rohstoffstrategie der Bundesregierung“, in der unter anderem die Diversifizierung von Bezugsquellen, der Ausbau von Recyclingstrukturen und die Unterstützung von Erkundungsvorhaben im In- und Ausland als Ziele formuliert wurden (www.bundeswirtschaftsministeriu m.de/Redaktion/DE/Artikel/Industrie/rohstoffstrategie-bundesregierung.html). Trotz dieser Zielsetzungen hat sich an der hohen Importabhängigkeit Deutschlands bei Seltenen Erden wenig geändert. Im Jahr 2024 kamen 3 400 Tonnen bzw. 65,5 Prozent aller nach Deutschland importierten Seltenen Erden aus China (www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/04/PD25_N01 9_51). Gleichzeitig verschärft sich die weltweite Konkurrenz um diese Rohstoffe, etwa durch geopolitische Spannungen oder zunehmende Exportkontrollen Chinas. Die europäische Industrie, darunter die deutsche Automobilwirtschaft, der Maschinenbau und der Energiesektor, sind auf stabile Lieferketten in diesem Bereich angewiesen (www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernt hemen/Research/PDF-Dokumente-Studien-und-Materialien/Studie-Rohstoffab haengigkeit_IWC_ISI.pdf). Auf Basis des Final Reports „Study on the critical raw materials for the EU 2023“ veröffentlichte die EU im Jahr 2023 eine Liste, die unter anderem fünf leichte und zehn schwere Seltene Erden (LREEs und HREEs) als kritische Rohstoffe für den EU-Binnenmarkt identifiziert (https://single-market-econom y.ec.europa.eu/sectors/raw-materials/areas-specific-interest/critical-raw-materi als_en). Wirtschaftsverbände empfehlen seit Jahren eine Fortschreibung der Rohstoffstrategie der Bundesregierung (https://bdi.eu/artikel/news/bdi-zum-rohstoffko ngress-deutschlands-abhaengigkeit-ist-so-hoch-wie-nie, https://www.vbw-bay ern.de/Redaktion/Frei-zugaengliche-Medien/Abteilungen-GS/Wirtschaftspolit ik/2023/Downloads/231211_Rohstoffstudie_final.pdf). Bis heute wurde die Rohstoffstrategie nicht erneut fortgeschrieben. Es stellt sich den Fragestellern die Frage, inwieweit sie angesichts veränderter globaler Rahmenbedingungen überhaupt noch als handlungsleitend angesehen werden kann. Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie vom 10. September 2025 übermittelt. Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.  1. Wie viele Tonnen leichte und schwere Seltene Erden wurden nach Kenntnis der Bundesregierung in Deutschland seit 2018 bis heute jährlich verbraucht (bitte aufschlüsseln)? 19. Welchen Bedarf (Mengen, Qualität) an Seltenen Erden prognostiziert die Bundesregierung kurz- und mittelfristig für die deutsche Industrie? Die Fragen 1 und 19 werden gemeinsam beantwortet. Genaue Daten zum Verbrauch von Seltenen Erden (SE) in Deutschland liegen nicht vor. Die Tabelle ergibt sich aus den deutschen Importen abzüglich der deutschen Exporte von Warengruppen zu schweren und leichten SE. 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Seltene Erden (SE) [t] 8 806 5 461 4 465 5 294 5 723 5 445 4 766 Schwere SE [t] 230 415 206 254 249 1 219 663 Leichte SE [t] 8 576 5 046 4 259 5 040 5 474 4 226 4 103  2. Wie viele Tonnen leichte und schwere Seltene Erden wurden nach Kenntnis der Bundesregierung seit 2018 bis heute jährlich importiert, und wie viele Tonnen wurden in Deutschland gefördert (bitte aufschlüsseln)? Die Tabelle zeigt die deutschen Importe von Warengruppen zu leichten und schweren Seltenen Erden (SE). In Deutschland werden keine Seltenen Erden gefördert. 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 Seltene Erden (SE) [t] 9 512 6 115 4 638 5 443 5 983 5 945 5 199 Schwere SE [t] 354 461 251 364 418 1 432 885 Leichte SE [t] 9 158 5 654 4 387 5 079 5 565 4 513 4 314  3. Wie hoch war nach Kenntnis der Bundesregierung der deutsche Importanteil von leichten und schweren Seltenen Erden aus China, Myanmar, Vietnam und Russland seit 2018 bis heute (bitte jahresweise aufschlüsseln)? Die Tabellen zeigen die deutschen Importanteile für leichte und schwere Seltenen Erden (SE) aus China, Myanmar, Vietnam und Russland. leichte SE 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 China 48 % 44 % 62 % 67 % 68 % 71 % 72 % Myanmar 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % Vietnam 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % Russland 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % schwere SE 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 China 56 % 47 % 73 % 68 % 61 % 64 % 35 % Myanmar 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % Vietnam 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % Russland 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 % 0 %  4. Ab welchem Importanteil in Prozent von leichten und schweren Seltenen Erden liegt nach Ansicht der Bundesregierung grundsätzlich eine kritische Importabhängigkeit Deutschlands vor? Eine kritische Importabhängigkeit lässt sich nicht pauschal an einem Importanteil festmachen. Zu berücksichtigen sind unter anderem Aspekte wie Kritikalität im Produktionsprozess, Verfügbarkeit von Alternativquellen und Substituierbarkeit des Produkts. Die Versorgungslage insbesondere bei Seltenen Erden (SE) ist deshalb so kritisch, weil es bei der Aufbereitung für einige der SE- Rohstoffspezifikationen international gegenwärtig keine Produktionskapazitäten außerhalb Chinas gibt. In diesen Fällen ist ein Ausweichen auf andere Zulieferer mittelfristig nicht möglich.  5. Von welchen Staaten ist Deutschland nach aktueller Einschätzung der Bundesregierung abhängig von Importen von leichten und schweren Seltenen Erden (bitte Gründe erläutern)? Deutschland ist bei Seltenen Erden stark von Importen aus China abhängig. Dies hat folgende Ursachen: Die globale Bergbauproduktion von SE konzentriert sich zu rund 70 Prozent auf China. Die Aufbereitung und damit die Produktion von SE-Oxiden und Metallen ist mit rund 90 Prozent nochmals stärker auf China konzentriert und liegt bei manchen SE-Rohstoffspezifikationen (insbesondere bei schweren SE) sogar bei 100 Prozent.  6. Welche konkreten Maßnahmen hat die Bundesregierung seit Veröffentlichung der Rohstoffstrategie im Januar 2020 bis heute umgesetzt, um die Versorgung mit Seltenen Erden resilienter zu gestalten (bitte jahresweise aufschlüsseln)? Die Rohstoffpolitik der Bundesregierung beschränkt sich nicht auf Seltene Erden, sondern nimmt die Situation der Rohstoffversorgung der deutschen Wirtschaft insgesamt in den Blick. Es erfolgt insofern auch keine systematische Erfassung der Maßnahmen, die sich ausschließlich oder insbesondere auf die Verbesserung der Situation bei der Versorgung mit Seltenen Erden auswirken. Im Folgenden werden deshalb die zentralen Maßnahmen aufgelistet, die die Bundesregierung seit Verabschiedung der Rohstoffstrategie 2020 ergriffen hat, um die Wirtschaft bei der Sicherung ihrer Rohstoffversorgung zu unterstützen. 2022 • Deutschland wird Partner in der US-geführten Minerals Security Partnership (MPS). • Veröffentlichung der Studie: Staatliche Instrumente zur Erhöhung der Versorgungssicherheit von mineralischen Rostoffen. 2023 • Veröffentlichung eines Eckpunktepapiers des Bundeswirtschaftsministeriums „Wege zu einer nachhaltigen und resilienten Rohstoffversorgung“ als Ergänzung zur Rohstoffstrategie. • Abschlussbericht der DERA-Dialogplattform zu Recyclingrohstoffen mit 94 Handlungsoptionen (unter anderem zu Seltenen Erden). • Rohstoffpartnerschaft mit Chile im Bereich Bergbau, Rohstoffe und Kreislaufwirtschaft. • Kooperationsabkommen zwischen dem Nationalen Geologischen Dienst Kasachstans und der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). • Verlängerung des Kooperationsabkommens zwischen dem Geologischen Dienst Brasiliens und der BGR. • Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zu kritischen Rohstoffen mit Australien. 2024 • EU-Critical Raw Materials Act (CRMA) tritt in Kraft. Deutschland hat sich in den Verhandlungen intensiv eingebracht, unterstützt den CRMA und setzt ihn national um. • Für eine Unterstützung durch den Rohstofffonds der Bundesregierung können interessierte Unternehmen Anträge bei der KfW einreichen. • UFK-Garantie – Arafura Rare Earths (Nolans, Australien): Zusage der Bundesregierung (Hermes/UFK Bürgschaften) bis zu 115 Mio. US-Dollar zur Absicherung langfristiger Lieferverträge für seltene Erden nach Deutschland. • DERA-Studie „Recycling von NdFeB-Magneten in Deutschland“ • Veröffentlichung der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie (NKWS), die auch Seltene Erden betrachtet. • Das von der Bundesregierung geförderte German Mining and Resources Network (bestehend aus den AHK-Kompetenzzentren für Bergbau und Rohstoffe, dem Deutsch-Mongolischen Unternehmensverband, der DERA und der GTAI) wurde Anfang 2024 auf eine neue Grundlage gestellt. • Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zu Rohstoffen mit der Mongolei. • Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung mit Brasilien. • Unterzeichnung eines Abkommens zur Zusammenarbeit im Bereich kritischer Rohstoffe mit Usbekistan. 2025 • Unterzeichnung eines Abkommens zur verstärkten Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Kanada bei kritischen Rohstoffen (unter anderem Seltenen Erden). • DERA-Industrieworkshop „Seltene Erden“. Die genannten Vorhaben wirken über das Jahr der Implementierung hinaus. Auch andere Vorhaben aus den Jahren vor 2020 entfalten im Bezugszeitraum weiter Wirkung (z. B. DERA Rohstoffmonitoring, Beratung deutscher Unternehmen zu Lieferquellen durch die DERA, Mitwirkung bei EU, G7 und IEA Initiativen, bilaterale und EU Rohstoffpartnerschaften/-kooperationen).  7. Woran bemisst und wie bewertet die Bundesregierung die Wirksamkeit der in der Rohstoffstrategie 2020 formulierten Ziele und Maßnahmen mit Blick auf die Seltenen Erden aktuell? Die Bundesregierung bemisst die Wirksamkeit der Rohstoffstrategie 2020 mit Blick auf Seltene Erden grundsätzlich an Risikoreduktion (Konzentration/ Abhängigkeit), Kapazitätsaufbau (Verarbeitung/Recycling/Projekte) und praktischer Absicherung (Offtakes/Finanzierungen). Die Bewertung der Wirksamkeit muss dabei auch immer in einer Gesamtbetrachtung, auch unter Einbeziehung globaler Marktentwicklungen und geopolitischer Veränderungen erfolgen. Bei der Bewertung ist weiterhin zu beachten, dass insbesondere Projekte zur Rohstoffgewinnung und Weiterverarbeitung über längere Zeiträume geplant und umgesetzt werden.  8. Fanden Ressortabstimmungen und Evaluierungen zur Fortschreibung oder Überarbeitung der Rohstoffstrategie seit Beschluss der Rohstoffstrategie bis heute statt, und wenn ja, welche (bitte erläutern)?  9. Welche konkreten Planungen verfolgt die Bundesregierung derzeit zur Aktualisierung oder Neufassung der Rohstoffstrategie, und wann ist mit einer Veröffentlichung zu rechnen? Die Fragen 8 und 9 werden gemeinsam beantwortet. Die Bundesregierung setzt auf die Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Sicherung der Rohstoffversorgung Deutschlands. Zur Aktualisierung und Fortschreibung der Rohstoffstrategie von 2020 hat das damalige Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz im Januar 2023 das Eckpunktepapier „Wege zu einer nachhaltigen und resilienten Rohstoffversorgung“ vorgelegt und veröffentlicht. Die Bundesregierung prüft fortlaufend, ob und, wenn ja, welche Bedarfe für eine Überarbeitung der Rohstoffstrategie bestehen. 10. Welche deutschen Unternehmen sind nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit an ausländischen Explorations-, Förder- oder Veredelungsprojekten zu Seltenen Erden beteiligt (bitte nach Land und Unternehmensbeteiligung aufschlüsseln)? Solche Beteiligungen werden von der Bundesregierung nicht systematisch erfasst. 11. Unterstützt die Bundesregierung gezielt Investitionen in Raffinierungsoder Trennanlagen für Seltene Erden in Deutschland oder der EU, z. B. durch staatliche Fördermittel, Beteiligungen oder Kooperationsprogramme, und wenn ja, inwiefern? Die Bundesregierung hat mit dem nationalen Rohstofffonds ein Beteiligungsinstrument geschaffen, das Projekte zur Rohstoffgewinnung, aber auch zur Weiterverarbeitung und zum Recycling von kritischen Rohstoffen bis zu einer Beteiligungshöhe von insgesamt 1 Mrd. Euro unterstützen soll. Der Fonds ist derzeit in der Umsetzung und erste Projekte in der Prüfung. Die Bundesregierung beabsichtigt, noch in diesem Jahr über die Beteiligung an ersten Projekten zu entscheiden. 12. Werden derzeit in Deutschland konkrete Recyclingprogramme oder Recyclingprojekte zur Rückgewinnung von Seltenen Erden aus Altgeräten, Dauermagneten, Windkraftanlagen oder E-Fahrzeugen staatlich gefördert, und wenn ja, welche (bitte mit Mittelangaben, Projektträgern und Förderlaufzeit auflisten)? Recyclingprogramme oder -projekte mit direktem Bezug zur Rückgewinnung von Seltenen Erden werden von der Bundesregierung nicht gesondert erfasst. Grundsätzlich kann das Recycling von Rohstoffen wie den Seltenen Erden in den technologieoffenen FuE Förderprogrammen sowie in technologie- bzw. branchenspezifischen Förderprogrammen der Bundesregierung gefördert werden. Im Übrigen wird auf die Antwort der Bundesregierung zu Frage 44 der Kleinen Anfrage der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN auf Bundestagsdrucksache 21/1149 verwiesen, in der Förderprogramme zum Recycling mit allgemeinem Rohstoffbezug zusammengestellt wurden. 13. Sind der Bundesregierung inländische Lagerstätten von Seltenen Erden bekannt, und wenn ja, wo liegen diese, und auf wie viele Tonnen wird das jeweilige Vorkommen geschätzt? Das Seltene-Erden-Vorkommen Storkwitz bei Delitzsch in Sachsen wurde in den 1970er-Jahren im Rahmen der Uranexploration entdeckt und in den 1980er-Jahren mittels 49 Bohrungen näher erkundet. Im Jahr 2007 wurde die bergrechtliche Erlaubnis zur Aufsuchung (Erkundung) des Aufsuchungsfeldes Delitzsch vom Sächsischen Oberbergamt an die Ceritech AG (Deutsche Rohstoff AG) verliehen, die im Jahr 2012 das Vorkommen durch eine Aufsuchungsbohrung weiter erkundete. Hierbei wurden Vorräte von 4,4 Millionen Tonnen Erz (in 170 bis 900 m Tiefe) bei durchschnittlich 0,45 Prozent (maximal 3,55 Prozent) SEO bestimmt und somit mögliche Ressourcen von 20 100 Tonnen SEO sowie 4 000 Tonnen Nb2O5 festgestellt. Aufgrund dieser geringen Vorratsdaten wurde die Erlaubnis zur Aufsuchung im Jahr 2015 vom Lizenzinhaber an das Sächsische Oberbergamt zurückgegeben. Bei weiteren Untersuchungen in anderen Bundesländern wurden Seltene Erden (SE) stets nur in Spuren oder in wirtschaftlich nicht gewinnbaren Mengen nachgewiesen. 14. Wie viele und welche inländischen Lagerstätten von Seltenen Erden werden nach Kenntnis der Bundesregierung derzeit wirtschaftlich genutzt? Es werden derzeit keine inländischen Lagerstätten von Seltenen Erden (SE) wirtschaftlich genutzt. 15. Welche Hemmnisse sieht die Bundesregierung für die kurzfristige Erschließung inländischer Lagerstätten Seltener Erden, etwa im Erzgebirge oder in Bayern? Der Bundesregierung sind keine inländischen Lagerstätten, das heißt wirtschaftlich gewinnbare Vorkommen von Seltenen Erden (SE), bekannt. 16. Welche Maßnahmen sind aus Sicht der Bundesregierung notwendig, um die europäische Rohstoffversorgung mit Seltenen Erden strategisch zu stärken? Die Bundesregierung erachtet es als notwendig, die europäische Rohstoffversorgung für sämtliche kritischen Rohstoffe zu stärken. Die Bundesregierung unterstützt in diesem Zusammenhang die Ziele und Maßnahmen des Europäischen Critical Raw Materials Act (CRMA), der im Jahr 2024 in Kraft getreten ist und der jetzt schrittweise umgesetzt wird, um die Versorgung Europas mit kritischen Rohstoffen bis 2030 zu verbessern. Die zentralen Ziele bis 2030 umfassen: mindestens 10 Prozent des Bedarfs an strategischen Rohstoffen durch heimischen Abbau, 40 Prozent durch Verarbeitung in der EU und 25 Prozent durch Recycling zu decken sowie die Importabhängigkeit von einem Drittland auf höchstens 65 Prozent zu begrenzen. Dazu enthält der CRMA unter anderem die folgenden Maßnahmen: Strategische Projekte erhalten Priorität mit verkürzten Genehmigungsfristen (in der Regel nicht länger als 27 Monate für Abbau, 15 Monate für Verarbeitung/Recycling) und zentralen Anlaufstellen in Mitgliedstaaten. Weitere Maßnahmen sind: Stärkung des Recyclings und der Rückgewinnung kritischer Rohstoffe, insbesondere aus Abfällen, sowie Anforderungen an eine nachhaltige Produktgestaltung. Einführung von Stresstests und Risikobewertungen für Großunternehmen, die strategische Rohstoffe nutzen. Diversifizierung der Bezugsquellen durch Strategic Partnerships der EU mit Drittstaaten und Nutzung von Global Gateway, nationale Explorationsprogramme zur Identifikation von Rohstoffpotenzialen sowie erleichterter Zugang zu Finanzierung, unter anderem über die EIB. 17. Sind der Bundesregierung die industriepolitischen Initiativen Frankreichs, Kanadas oder Japans zur Stärkung der strategischen Rohstoffversorgung mit Seltenen Erden bekannt, und wenn ja, welche Schlussfolgerungen für ihr eigenes Handeln hat sie aus diesen Initiativen gezogen (https://innovationorigins.com/en/france-encourages-battery-recycling-pr ojects/, https://www.iea.org/policies/16639-international-resource-strateg y-national-stockpiling-system, https://www.canada.ca/en/campaign/critic al-minerals-in-canada/canadian-critical-minerals-strategy.html)? Die Bundesregierung steht sowohl mit Frankreich, Kanada als auch Japan in sehr engen Austausch zu rohstoffpolitischen Fragen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus den Erfahrungen der genannten Länder mit Maßnahmen zur Stärkung der Rohstoffversorgung werden in die Erwägungen der Bundesregierung einbezogen. Dabei wird eingehend geprüft, ob und wie weit entsprechende Maßnahmen auf Deutschland übertragbar sind. 18. Welche Auswirkungen hat die Verschärfung der Exportkontrollen für kritische Mineralien durch die chinesische Regierung (www.berliner-zeitun g.de/news/china-drosselt-mineralien-lieferungen-an-westliche-ruestungsi ndustrie-li.2346634) auf die deutsche Wirtschaft? Die unter die ausgeweiteten chinesischen, unilateralen Exportkontrollen fallenden kritischen Rohstoffe werden in einer großen Zahl von Hightech- Anwendungen und Technologien eingesetzt, etwa in Energietechnologien, im Automobilsektor, in Medizintechnologien oder der Verteidigungsindustrie. Entsprechend groß ist die Bandbreite möglicher betroffener Branchen. Die Exportkontrollen haben insgesamt spürbare Auswirkungen, die jedoch je nach Rohstoff und Unternehmen unterschiedlich sind. Die unilateralen Exportkontrollen führen durch die Dauer der Genehmigungsverfahren durch die chinesischen Behörden zu Verzögerungen oder ausbleibenden Lieferungen, was die Produktion und Planung deutscher Unternehmen beeinträchtigt. Auch sind Preisanstiege für europäische Abnehmer zu beobachten, was letztlich der Wettbewerbsfähigkeit schadet. Angesichts dieser Umstände ist die Bundesregierung im ständigen Austausch mit Verbänden, Unternehmen und den chinesischen Behörden, um hier unterstützend zu flankieren. 20. Durch welche Maßnahmen möchte die Bundesregierung erreichen, dass vermehrt Rohstoffe im Inland gewonnen werden und so der Rohstoffimport vermindert wird, gleichzeitig aber viele Recycling- bzw. Rückgewinnungstechnologien hohen Energieeinsatz benötigen und die hohen Energiepreise diese Technologien wirtschaftlich unattraktiv machen könnten? Die Bundesregierung unterstützt grundsätzlich die nachhaltige Gewinnung heimischer Rohstoffe und hat in diesem Zusammenhang die Verabschiedung des europäischen Critical Raw Materials Acts (CRMA) unterstützt, der Rohstoffgewinnungsprojekte u. a. durch beschleunigte Genehmigungsverfahren und die Einrichtung zentraler nationaler Anlaufstellen für strategische Rohstoffprojekte in der EU unterstützt (siehe auch die Antwort zu Frage 16). Der Energieeinsatz für die Verarbeitung von Sekundärrohstoffen aus dem Recycling ist in der Regel weniger energieintensiv als die Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen. Insofern sieht die Bundesregierung vor allem weiteres Potential im Hinblick auf die weitere Optimierung der Erfassung von Wertstoffen und unterstützt in diesem Zusammenhang den Vorschlag der EU-Kommission für einen Circular-Economy Act, der insbesondere den Aufbau eines funktionierenden EU-Binnenmarktes für Sekundärrohstoffe unterstützen soll. Darüber hinaus ist ein auch die Verbesserung der Produktgestaltung im Hinblick auf die Kreislaufwirtschaft und das Recycling, so wie es auch in der EU-Ökodesign- Verordnung angelegt ist, ein zentrales Instrument. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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