Aktuelle Problematiken der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine
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Aktuelle Problematiken der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/253
21. Wahlperiode 23.05.2025
Kleine Anfrage
des Abgeordneten Matthias Moosdorf und der Fraktion der AfD
Aktuelle Problematiken der deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine
Durch den jetzigen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) wurde in der
Vergangenheit wiederholt eine Lieferung von weitreichenden Taurus-
Marschflugkörpern ins Spiel gebracht, über welche nach Auffassung der
Fragesteller innerhalb der Bundesregierung kein einheitliches Meinungsbild besteht
(vgl. www.nachdenkseiten.de/?p=131931). Zum Beispiel hat sich der damalige
und heutige Bundesminister der Verteidigung Boris Pistorius eher skeptisch im
Hinblick auf die Taurus-Lieferungen an die Ukraine gezeigt. Diese Lieferungen
werden von den Fragestellern im Hinblick auf eskalatorische Risiken (mögliche
Bewertung als direkte Kriegsbeteiligung Deutschlands über
Bundeswehrangehörige, die Ziele für dieses Waffensystem eingeben, Angriffe auf
Hochwertziele wie die Krim-Brücke oder den Kreml etc.) abgelehnt. Aber auch hinsichtlich
der, nach Ansicht der Fragesteller, fehlenden Kontrolle über die mögliche
Weitergabe der an die Ukraine gelieferten deutschen Waffen bestehen Risiken – vor
allem im Hinblick auf die mögliche Proliferation u. a. an Islamisten bzw.
Dschihadisten (vgl. responsiblestatecraft.org/ukraine-syria/).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Hat sich die Bundesregierung zu der von Russland geäußerten Ansicht
eine Auffassung gebildet, der zufolge eine mögliche Lieferung von
Taurus-Marschflugkörpern qua technischer Unterstützung durch
Bundeswehrangehörige, z. B. bei der Zieleingabe, einen Kriegseintritt
Deutschlands darstelle, und wenn ja, wie lautet diese (vgl. www.nachdenkseite
n.de/?p=131931)?
2. Hat sich die Bundesregierung im Hinblick auf die Lieferung von Taurus-
Marschflugkörpern auf eine einheitliche Position verständigt, und wenn
ja, wie lautet diese?
3. Hat die Bundesregierung geprüft, wie sie im möglichen Fall der Lieferung
von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine ausschließen will, dass die
Ukraine Taurus-Marschflugkörper gegen russische Hochwertziele wie den
Kreml oder die Krim-Brücke einsetzt und es dadurch zu einer Eskalation
des Krieges in der Ukraine kommt (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller),
wenn ja, mit welchem Ergebnis, und wenn nein, warum nicht?
4. Hat die Bundesregierung Kenntnis von dem angeführten russischen
Medienbericht (vgl. en.topwar.ru/263517-ssha-zapretili-postavljat-na-ukrain
u-rakety-taurus-v-kotoryh-okazalis-amerikanskie-komponenty.html, zur
kritischen Einordnung siehe de.euronews.com/my-europe/2025/04/29/fakt
en-check-blockieren-die-usa-deutsche-plane-zur-lieferung-von-taurus-rak
eten-an-die-ukr), wonach eine Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern
an die Ukraine nicht möglich sei, weil die erwähnten Marschflugkörper
kritische US-Komponenten enthalten würden, weswegen sich bereits US-
Unternehmen über das US-amerikanische Außenministerium an die
Bundesregierung gewandt hätten?
5. Trifft der in Frage 4 erwähnte Bericht inhaltlich zu, und wenn ja, wann
haben sich welche Unternehmen an welche Bundesministerien oder
Bundesbehörden gewandt?
6. Wenn der in Frage 4 erwähnte Bericht zutrifft, warum hat sich der jetzige
Bundeskanzler Friedrich Merz in der Vergangenheit trotzdem für die
Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern ausgesprochen, und hält er ggf. an
dieser Auffassung fest, obwohl dies bei Zutreffen des Berichts aufgrund
der US-Komponenten gar nicht möglich erschiene?
7. Hat sich die Bundesregierung zur möglichen Einstufung der für die
Ukraine kämpfenden und mit ukrainischen Geheimdiensten
zusammenarbeitenden Dschochar-Dudajew- sowie Scheich-Mansur-Bataillone als
islamistisch eine Auffassung gebildet, vor dem Hintergrund, dass laut Experten
das Dschochar-Dudajew-Bataillon sich hauptsächlich aus gemäßigten
Kämpfern und das Scheich-Mansur-Bataillon vorwiegend aus islamistisch
orientierten Kämpfern zusammensetzen, und wenn ja, wie lautet diese
(vgl. www.welt.de/politik/ausland/plus250474270/Tschetschenen-Geheim
es-Bataillon-Wir-sind-Muslime-und-kaempfen-fuer-Freiheit.html sowie
Bundestagsdrucksache 20/14553)?
8. Hat sich die Bundesregierung zur möglichen Einstufung des für die
Ukraine kämpfenden und mit seinen Geheimdiensten zusammenarbeitenden
Separate Special Purpose Bataillon, kurz OBON, als islamistisch eine
Auffassung gebildet, vor dem Hintergrund, dass dieses nach Ansicht von
Experten „gewaltorientierte islamistische Kämpfer aus dem Ausland
aufgenommen hat“, die teilweise sogar islamistischen Milizen in Syrien „zu
extrem“ gewesen sein sollen, und wenn ja, wie lautet diese (vgl. www.wel
t.de/politik/ausland/plus250474270/Tschetschenen-Geheimes-Bataillon-
Wir-sind-Muslime-und-kaempfen-fuer-Freiheit.html; bitte angeben, ob
OBON nach Auffassung der Bundesregierung islamistisch sein könnte)?
9. Hat die Bundesregierung Kenntnisse darüber, ob von Deutschland
gelieferte Waffen oder militärische Güter von den in den Fragen 7 und 8
genannten, nach Auffassung der Fragesteller islamistischen Bataillonen
möglicherweise an Islamisten und Dschihadisten weitergegeben bzw.
verkauft wurden, und wenn ja, welche?
10. Hat die Ukraine von Deutschland gelieferte Waffen oder militärische
Güter mit deutscher Zustimmung an Dritte weitergegeben, wenn ja, wann, an
wen, und welche Waffen bzw. militärische Güter (vgl.
Bundestagsdrucksache 20/14553)?
11. Wie viele mutmaßliche Islamisten bzw. islamistische Terroristen bzw.
Dschihadisten sind nach Kenntnis der Bundesregierung seit Beginn des
Krieges Russlands gegen die Ukraine nach Deutschland eingereist (vgl.
Bundestagsdrucksache 20/14553 bitte entsprechend den jeweiligen
Herkunftsstaaten und den Jahren der Einreise auflisten)?
12. Gibt es bei den in der Frage 11 erwähnten Islamisten bzw. Dschihadisten
als Gefährder eingestufte, und wenn ja, wie viele?
13. Verbüßen unter den in Frage 11 erwähnten Islamisten bzw. Dschihadisten
manche Gefängnisstrafen in Deutschland, wenn ja, wie viele, und wegen
welcher Straftatbestände?
14. Kann die Bundesregierung ausschließen, dass sich bei den laut
Medienberichten durch die Ukraine an die islamistische Haiʾat Tahrir asch-Scham
(HTS) in Syrien gelieferten Waffen oder militärischen Gütern deutsche
Waffen bzw. Militärgüter befanden (vgl. responsiblestatecraft.org/
ukrainesyria/; bitte begründen)?
15. Hat sich die Bundesregierung zu Medienberichten hinsichtlich der
ukrainischen Unterstützung für die islamistische HTS eine Auffassung
gebildet, und wenn ja, welche Schlussfolgerungen zieht sie für ihre militärische
und sonstige Unterstützung der Ukraine (vgl. ebd.)?
16. Verfügt die Bundesregierung über eigene Erkenntnisse zur vorgenannten,
laut Medienberichten erfolgten Unterstützung der Ukraine für die HTS,
oder kann die Bundesregierung aufgrund von fremden Erkenntnissen die
genannten Medienberichte bestätigen bzw. widerlegen (vgl. ebd.)?
Berlin, den 6. Mai 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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