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Rede von Isabelle Vandre (DIE LINKE) – Finanzkriminalität bekämpfen – Geldwäsche und organisierte Steuerhinterziehung effektiv verhindern

dip / rede 29.01.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 56. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 18: Finanzkriminalität bekämpfen – Geldwäsche und organisierte Steuerhinterziehung effektiv verhindern.

Das Protokoll 21/56 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 03.02.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.

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Text

Rede von Isabelle Vandre (DIE LINKE) – Finanzkriminalität bekämpfen – Geldwäsche und organisierte Steuerhinterziehung effektiv verhindern Sehr geehrter Herr Präsident! Werte Abgeordnete! Deutschland ist ein Geldwäscheparadies. Immobilienhaie, kriminelle Banker, Oligarchen – kurz: Finanzkriminelle jeder Couleur haben es hier viel zu einfach. Das ist keine neue Erkenntnis; darauf wird Deutschland seit Jahren hingewiesen. Wenn Sie schon die Financial Action Task Force ansprechen, Herr Hoffmann, dann dürfen Sie nicht verschweigen, dass nach der Prüfung durch die Financial Action Task Force Deutschland zum ersten Mal als Hochrisikoland eingestuft zu werden droht, wenn Sie jetzt nicht handeln. Das ist doch eine Vollkatastrophe, die endlich verhindert werden muss, und zwar nicht durch Ankündigungen, sondern durch Handlungen! Um es noch einmal deutlich zu machen: Wir sprechen hier über 100 Milliarden Euro aus Straftaten, die jedes Jahr in Deutschland – nach Schätzungen; denn Genaues wissen wir ja nicht – gewaschen werden. Wir reden über 125 Milliarden Euro, die jährlich an Steuern hinterzogen werden. Und was wir hier noch gar nicht angesprochen haben: Wir haben immer noch ein Problem mit Geldwäsche bei unserem größten Kreditinstitut in Deutschland. Wir haben gestern erlebt, dass die Deutsche Bank schon wieder vom BKA besucht wurde, und zwar aufgrund von Geldwäsche. Wann bekommen Sie dieses Problem endlich in den Griff, meine sehr geehrten Damen und Herren? Wenn Sie schon nicht auf die Grünen und unsere wiederkehrenden Initiativen zu Cum-Cum, Cum-Ex oder aber auch zu zentralen Ermittlungsbehörden hören, dann lesen Sie doch wenigstens die „Süddeutsche Zeitung“ und die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, die diese Woche titeln – ich zitiere –: „Dreckiges Geld gefährdet die Demokratie“, oder aber: „Der Kampf gegen Kriminelle in der Wirtschaft läuft schleppend“. Und warum läuft er schleppend? Weil keine – ich betone: keine – Bundesregierung bisher umgesetzt hat, was in unseren europäischen Nachbarstaaten Standard ist und wozu Deutschland übrigens auch verpflichtet ist. Ein Beispiel gefällig? Die Palermo-Konvention der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2001. Diese Konvention richtet sich gegen grenzüberschreitende Organisierte Kriminalität, und Deutschland hat sich bereit erklärt, die Erträge aus kriminellen Geschäften einzuziehen. Passiert ist nichts. Und wieder: Jeder von uns muss gegenüber dem Finanzamt Belege vorlegen, wenn Ausgaben geltend gemacht werden sollen. Aber wenn der Verdacht naheliegt, dass jemand mit illegalen Geschäften – und wir sprechen nicht über irgendwas; wir reden hier über Drogenhandel, über Waffenhandel, über Menschenhandel – Villen, Luxusjachten oder andere unnütze Dinge erwirbt und damit Geld gewaschen wird, dann passiert nichts. Deutschland hat keine Handhabe bisher, und das ist fahrlässig. Das ist eine absolute Vollkatastrophe! Das ist übrigens genauso falsch, wie in der Bekämpfung der Finanzkriminalität ständig nur auf die Länder zu zeigen. Sie stehlen sich hier bewusst aus der Verantwortung und begreifen offenbar nicht, welches Demokratieproblem Sie damit befördern. Sie begreifen offenbar auch nicht, dass es zu einem eklatanten Vertrauensverlust in den Rechtsstaat führt, wenn Milliardäre sich ganz easy auf Staatskosten bereichern, die Ärmsten unserer Gesellschaft aber ständig gegängelt werden und dann auch noch das Geld für Kitas, Schulen und Krankenhäuser fehlt. Das ist das Gerechtigkeitsproblem, das Sie befördern mit dem Fehlen an Handlung. Deswegen: Es ist Zeit, zu handeln. Stimmen Sie diesem Antrag zu. Der gesamte und damit endgültige Stenografische Bericht der 56. Sitzung wird am 3. Februar 2026 veröffentlicht. Anlage zum Stenografischen Bericht Anlage Entschuldigte Abgeordnete Abgeordnete(r) Abdi, Sanae SPD Al-Wazir, Tarek BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Boehringer, Peter AfD Böttger, Janina (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) Die Linke Brandes, Dirk AfD Gambir, Schahina BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Grimm, Christoph AfD Günther, Georg CDU/CSU Heinrich, Gabriela (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) SPD Hubertz, Verena (gesetzlicher Mutterschutz) SPD Kaufmann, Dr. Malte (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) AfD Kempf, Martina (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) AfD Kießling, Michael CDU/CSU Knoerig, Axel CDU/CSU Koch, Heinrich (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) AfD Köhler, Achim (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) AfD Köktürk, Cansin Die Linke Kramme, Anette SPD Launert, Dr. Silke CDU/CSU Lehmann, Sven BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Lenz, Dr. Andreas CDU/CSU Lucks, Max (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Merendino, Stella Die Linke Minich, Sergej AfD Möller, Stefan AfD Neuhäuser, Charlotte Antonia Die Linke Nouripour, Omid BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Ortleb, Josephine SPD Otten, Gerold AfD Przygodda, Kerstin AfD Rudzka, Angela AfD Rüffer, Corinna BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Rupp, Ruben AfD Schäfer, Jamila (gesetzlicher Mutterschutz) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Schröder, Stefan AfD Schulz, Uwe AfD Schwabe, Frank (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) SPD Stumpp, Christina CDU/CSU Tesfaiesus, Awet (Teilnahme an einer Parl. Versammlung) BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN Türk-Nachbaur, Derya SPD Wadephul, Dr. Johann David CDU/CSU Zippelius, Nicolas CDU/CSU Der gesamte und damit endgültige Stenografische Bericht der 56. Sitzung wird am 3. Februar 2026 veröffentlicht.

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