Rede von Thomas Korell (AfD) – Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 12: Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur.
Text
Rede von Thomas Korell (AfD) – Aktuelle Stunde: Zäsur in Sachsen-Anhalt – Nicht zur
Sehr geehrter Herr Präsident! Meine sehr geehrten
Damen und Herren! Ich komme aus Sachsen-Anhalt und
war selbst Abgeordneter im Landtag. Ich kenne die
sogenannte Brandmauer und den Abstand zwischen dem,
was in Berlin über den Menschen geredet wird, und dem,
was sie tatsächlich denken. In Magdeburg ist ein AfD-
Abgeordneter zum Landtagspräsidenten gewählt worden,
und plötzlich heißt es: Zäsur! Ja, meine Damen und
Herren, es ist eine Zäsur. Denn dort ist geschehen, was
selbstverständlich sein sollte: Die stärkste Fraktion stellt den
Präsidenten, und das Parlament entscheidet in einer
geheimen Wahl.
Tobias Rausch erhielt 48 von 82 Stimmen. Gleichzeitig
fiel der SPD-Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten
durch: 33 Jastimmen, 48 Neinstimmen. Und die
Empörung ist riesengroß. Demokratie ist für manche offenbar
nur dann schön, wenn die richtigen Leute die richtigen
Pöstchen bekommen.
Das gilt ganz aktuell offenbar auch für manche
Konzernzentralen. Am Tag der Wahl zog BMW das
Leasingangebot für den Dienstwagen des Landtagspräsidenten
zurück.
(Dr. Bernd Baumann [AfD]: Unglaublich! Wie
bescheuert sind die! – Gegenruf der Abg.
Isabelle Vandre [Die Linke]: Ich dachte, das
nennt man unternehmerische Freiheit oder so!)
Eine Begründung: Fehlanzeige. Ein Autokonzern straft
also die Entscheidung eines frei gewählten Parlamentes
ab.
(Sören Pellmann [Die Linke]: Nein! BMW
zeigt Haltung!)
Aber eines sage ich Ihnen: Wir werden bald
Regierungsverantwortung tragen, in Sachsen-Anhalt, in weiteren
Ländern und auch hier im Bund. Und dann werden diese
Regierungen sehr genau prüfen, ob sie ihren Fuhrpark
weiter bei einem Konzern leasen, der Wahlergebnisse
nicht respektiert.
Hier im Bundestag ist die AfD zweitstärkste Fraktion
und stärkste Oppositionskraft. Trotzdem stellen wir
keinen Vizepräsidenten, und unsere Kandidaten für den
Ausschussvorsitz werden nicht gewählt. Aber wenn in
Sachsen-Anhalt ein SPD-Kandidat keine Mehrheit bekommt,
soll das eine Staatskrise sein. Messen Sie sich an Ihren
eigenen Maßstäben!
Und ausgerechnet Die Linke will uns Demokratie und
Antifaschismus erklären. Die Linkspartei ist unter
anderem aus der SED hervorgegangen, jener Staatspartei, die
politische Gegner verfolgen ließ, eine Mauer baute und
ein Grenzregime zu verantworten hat, an dem Menschen
starben, weil sie fliehen wollten.
Kennen Sie eigentlich Hermann Klenner? Hermann
Klenner war in der Hitlerjugend und wurde am 20. April
1944 in die NSDAP aufgenommen. Nach Kriegsende
wurde er SED-Mitglied, machte als DDR-
Rechtswissenschaftler Karriere und gehörte später dem Ältestenrat der
Linkspartei an. Von der NSDAP über die SED bis in ein
Gremium der Linken. Und das ist keineswegs ein
Einzelfall. Wer sich auf Antifaschismus beruft, muss sich auch
mit solchen Typen aus den eigenen Reihen
auseinandersetzen.
Ihr Neuköllner Linkenabgeordneter Ferat Koçak
schickte dem Sohn von Clanchef Issa Rammo Grüße
mit Respekt an dessen Vater. Er bat ihn, eine
Bundestagsrede zu verbreiten, eine Rede, in der Koçak den Begriff
Clankriminalität kritisierte. Dann behauptete Koçak, er
habe nicht gewusst, mit wem er es zu tun hat. Jetzt sagt
Issa Rammo selbst: „Natürlich kennt er mich“, und
gewählt habe er Die Linke. Der Clanabgeordnete Koçak hat
sich entschuldigt und lässt seine Funktion ruhen. Wichtig
wäre, dass er sein Amt niederlegt. Aber ein Linker wie
Koçak verzichtet natürlich ungern auf 11 833 Euro
Steuergeld.
Wer Clanchefs mit Respekt grüßt, sollte in diesem Haus
keine Vorträge über Demokratie halten.
Der frühere Linkenabgeordnete Diether Dehm
beschäftigte den wegen mehrfachen Mordes verurteilten
RAF-Terroristen Christian Klar als Mitarbeiter für seine
Internetseite. Der Bundestag verweigerte ihm aus
Sicherheitsgründen einen Hausausweis. Das
Beschäftigungsverhältnis wurde damals ausdrücklich verteidigt.
Gleichzeitig sondieren SPD, Grüne und Linke in
Berlin über eine gemeinsame Regierung. Die Parteien haben
eine Vereinbarung gegen Antisemitismus getroffen. Ob
daraus eine tragfähige Regierung wird, wage ich zu
bezweifeln.
Meine Damen und Herren, Sachsen-Anhalt hat
gewählt. Der Landtag hat gewählt. Demokratie heißt nicht,
dass immer die eigene Seite gewinnt. Demokratie heißt,
auch eine Niederlage auszuhalten. Wer Wahlen nur dann
akzeptieren will, wenn ihm das Ergebnis passt, der hat
Demokratie nicht verstanden.
Die Bürger in Sachsen-Anhalt haben das längst
verstanden. Es wird langsam Zeit, dass einige in diesem Haus
das auch verstehen.
Vielen Dank.
Relationen
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