Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der unionsrechtlichen Vorschriften über die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität sowie zur Änderung anderer Rechtsvorschriften (Digitale Identitätengesetz - DIdG) (Bericht zu Drs. 21/7408, 21/8617)
Text
Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der unionsrechtlichen Vorschriften über die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität sowie zur Änderung anderer Rechtsvorschriften (Digitale Identitätengesetz - DIdG) (Bericht zu Drs. 21/7408, 21/8617)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/8618
21. Wahlperiode 14.10.2026
Bericht
des Haushaltsausschusses (8. Ausschuss)
gemäß § 96 der Geschäftsordnung
zu dem Gesetzentwurf der Bundesregierung
– Drucksachen 21/7408, 21/8617 –
Entwurf eines Gesetzes zur Durchführung der unionsrechtlichen Vorschriften über
die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität sowie zur Änderung anderer
Rechtsvorschriften
(Digitale Identitätengesetz – DIdG)
Bericht der Abgeordneten Jamila Schäfer, Mechthilde Wittmann,
Dr. Michael Espendiller, Svenja Stadler und Sascha Wagner
Mit dem Gesetzentwurf ist beabsichtigt, die Verordnung (EU) Nr. 910/2014 in der
durch die Verordnung (EU) 2024/1183 geänderten Fassung durchzuführen. Hierzu
werden die erforderlichen ergänzenden nationalen Rechtsgrundlagen geschaffen und
der Rechtsrahmen für die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität (EUDI-
Wallet) in Deutschland ausgestaltet. Hervorzuheben sind die vorgesehenen nationalen
Regelungen zu behördlichen Zuständigkeiten, zu einzelnen Maßnahmen zur
Bereitstellung der EUDI-Wallets auf drei Arten, zu betriebsbezogenen Maßnahmen
insbesondere zur Gültigkeit einzelner EUDI-Wallets, Personenidentifizierungsdaten, zur
Registrierung vertrauender Beteiligter sowie zur Aufsicht, zur Verwendung von
Europäischen Brieftaschen für die Digitale Identität als elektronisches
Identifizierungsmittel, zu weiteren Funktionen, zu datenschutzrechtlichen Rechtsgrundlagen und
Nachweisen, zu Ermächtigungen zum Erlass von Verordnungsbestimmungen sowie zu
Experimentierklauseln. Des Weiteren werden einzelne Änderungen des Fachrechts
getroffen.
Darüber hinaus hat der Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung folgende
Änderungen am Gesetzentwurf beschlossen: digitale Souveränität bei Vergabe,
Einzelheiten zur Aufsicht, Klarstellungen zur Geltung von Landesrecht sowie zur vor Ort
Nutzung und zum möglichen Lichtbild Opt-out, Fristverkürzungen, zeitliche
Beschränkung von Erprobungen und Ausschussbeteiligung sowie weitere Änderungen,
insb. redaktionelle und Folgeänderungen.
Die finanziellen Auswirkungen des Gesetzentwurfs, auch unter Berücksichtigung der
vom federführenden Ausschuss für Digitales und Staatsmodernisierung beschlossenen
Änderungen auf die öffentlichen Haushalte, stellen sich wie folgt dar:
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Haushaltsausgaben ohne Erfüllungsaufwand
Sofern der unter „Erfüllungsaufwand der Verwaltung“ dargestellte Erfüllungsaufwand
des Bundes haushaltswirksam wird, soll dieser im jeweiligen Einzelplan finanziell und
stellenmäßig ausgeglichen werden.
Dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik entsteht durch die
Umsetzung des Gesetzes ein einmaliger Mehrbedarf in Höhe von 237.000 Euro sowie ein
jährlicher Mehrbedarf in Höhe von 920.000 Euro.
Dem Bundesverwaltungsamt entsteht für den Aufbau eines zentralen Dienstes zum
Abruf von Daten über das Nationale Once-Only-Technical-System für die EUDI-
Wallet ein einmaliger Mehrbedarf in Höhe von 9.233.000 Euro und für den Betrieb ein
jährlicher Mehrbedarf in Höhe von 2.082.000 Euro.
Der Mehrbedarf wird finanziell im Epl. 24 des Ministeriums für Digitales und
Staatsmodernisierung ausgeglichen.
Der Bundesnetzagentur entstehen zur Herstellung der Georedundanz, Benutzersupport
sowie Hard- und Software laufende Sachkosten in Höhe von 230.000 Euro sowie
einmalige Sachkosten in Höhe von 2.270.000 Euro. Darüber hinaus entstehen jährliche
Personalkosten in Höhe von insgesamt 2.585.000 Euro für 14,9 Planstellen (5,6 hD,
8,2 gD und 1,1 mD) für die Wahrnehmung der Fachaufgaben sowie für 4,3 Planstellen
für den Querschnittsbereich. Die Mehrbedarfe der Bundesnetzagentur sollen
stellenmäßig im Epl. 09 des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie und finanziell
im Epl. 24 des Ministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung ausgeglichen
werden.
Etwaige Mehrbedarfe, die Maßnahmen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und
Klimaneutralität betreffen, sind in den entsprechenden Titeln des Wirtschaftsplans
auszugleichen.
Erfüllungsaufwand
Erfüllungsaufwand für Bürgerinnen und Bürger
Für Bürgerinnen und Bürger reduziert sich der jährliche Zeitaufwand um 3,9 Mio.
Stunden.
Er beruht nicht auf unionsrechtlichen Vorgaben und unterliegt der One in, One out-
Regel.
Erfüllungsaufwand für die Wirtschaft
Für die Wirtschaft erhöht sich der jährliche Erfüllungsaufwand um 1,1 Mio. Euro. Es
entsteht einmaliger Erfüllungsaufwand von rund 13,5 Mio. Euro.
Davon Bürokratiekosten aus Informationspflichten
Im jährlichen Erfüllungsaufwand enthalten sind 1 Mio. Euro Bürokratiekosten aus
Informationspflichten.
Der jährliche und der einmalige Erfüllungsaufwand beruhen auf unionsrechtlichen
Vorgaben. Sie unterliegen der One in, One out-Regel.
Erfüllungsaufwand der Verwaltung
Der jährliche Erfüllungsaufwand der Verwaltung sinkt um rund 121,7 Mio. Euro.
Auf Bundesebene entsteht saldiert zusätzlicher Erfüllungsaufwand in Höhe von 1,8
Mio. Euro, auf Länderebene sinkt der Erfüllungsaufwand um rund 123,5 Mio. Euro
pro Jahr. Die Veränderung des jährlichen Erfüllungsaufwands auf unionsrechtlichen
Vorgaben beruht, und einem Aufwuchs in Höhe von 42 Mio. Euro aus
unionsrechtlichen Vorgaben.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Auf Bundesebene entsteht zudem einmaliger Erfüllungsaufwand in Höhe von 95 Mio.
Euro, der auf unionsrechtlichen Vorgaben beruht. Auf Länderebene entsteht
einmaliger Erfüllungsaufwand in Höhe von 4,4 Mio. Euro, der nicht auf unionsrechtlichen
Vorgaben beruht.
Der Erfüllungsaufwand der Verwaltung unterliegt der One in, One out-Regel.
Weitere Kosten
Die Einführung der Europäischen Brieftasche für die Digitale Identität ergänzt die
bereits geschaffenen gesetzlichen Grundlagen zur Verwaltungsdigitalisierung,
insbesondere zur elektronischen Verfahrensabwicklung, Identifizierung und zum digitalen
Nachweis- und Datenaustausch, und ist geeignet, deren praktische Umsetzung zu
erleichtern und zu beschleunigen. Soweit hierdurch Verwaltungsverfahren schneller
medienbruchfrei abgewickelt und Nachweise seltener manuell geprüft, angefordert oder
nacherfasst werden müssen, kann die EUDI-Wallet dazu beitragen, bereits angelegte
Effizienz- und Einsparpotenziale in der Verwaltung früher zu realisieren. Darüber
hinaus sind auch in der Wirtschaft erhebliche Einsparungen möglich, insbesondere durch
die Standardisierung und Wiederverwendbarkeit von Identifizierungs-, Nachweis- und
Signaturvorgängen sowie durch die Verringerung von Mehrfachvorlagen,
Medienbrüchen und gesonderten Prüfprozessen. Auswirkungen auf das allgemeine Preisniveau,
insbesondere auf das Verbraucherpreisniveau, sind nicht zu erwarten.
Der Haushaltsausschuss hält den Gesetzentwurf mit den Stimmen der Fraktionen
der CDU/CSU und SPD gegen die Stimmen der Fraktionen AfD, BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke für mit der Haushaltslage des Bundes
vereinbar.
Die Finanzplanung des Bundes für die Folgejahre ist entsprechend fortzuschreiben.
Dieser Bericht beruht auf der vom federführenden Ausschuss für Digitales und
Staatsmodernisierung vorgelegten Beschlussempfehlung.
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Berlin, den 14. Oktober 2026
Der Haushaltsausschuss
Lisa Paus
Amtierende Vorsitzende
Jamila Schäfer
Berichterstatterin
Mechthilde Wittmann
Berichterstatterin
Dr. Michael Espendiller
Berichterstatter
Svenja Stadler
Berichterstatterin
Sascha Wagner
Berichterstatter
V
orabfassung – w
ird durch die lektorierte Fassung ersetzt.
Relationen
- authored ← Haushaltsausschuss
- authored ← Jamila Schäfer (Berichterstattung)
- authored ← Mechthilde Wittmann (Berichterstattung)
- authored ← Michael Espendiller (Berichterstattung)
- authored ← Sascha Wagner (Berichterstattung)
- authored ← Svenja Stadler (Berichterstattung)
- part_of_vorgang → Gesetz zur Durchführung der unionsrechtlichen Vorschriften über die Europäische Brieftasche für die Digitale Identität sowie zur Änderung an (Bericht gemäß § 96 Geschäftsordnung BT)